Elektrisch fliegen. Zukunft schon heute.

Diskutiere Elektrisch fliegen. Zukunft schon heute. im Luftfahrzeuge allgemein Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Könnten wir den ganzen OT Mist bitte lassen und zum eigentlichen Thema zurück finden? Ich finde es ja von der technischen Seite schon cool, dass...
denis

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Könnten wir den ganzen OT Mist bitte lassen und zum eigentlichen Thema zurück finden?

Ich finde es ja von der technischen Seite schon cool, dass eine Kiste in der Größe elektrisch fliegt.

Nach dem ganzen Lilium- und Volocopter-Gedöhns scheint das Konzept wenigstens einigermaßen seriös und durchdacht zu sein.
Auf alle Fälle ist es ein interessantes Projekt.

Das Entwickeln des Triebwerks und der TW-Regelung scheint ja beherrschbar zu sein.

Das Hauptproblem sehe ich beim elektrischer Energiespeicher mit ausreichender Kapazität für die entsprechende Reichweite bei einem so kleinen Gewicht, dass die Kiste noch fliegt.
Da bin ich mal auf die technischen Lösungen gespannt.
 
Balu der Bär

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Könnten wir den ganzen OT Mist bitte lassen und zum eigentlichen Thema zurück finden?
Dieser ist wiederum wichtig, um den Hintergrund besser zu verstehen.
Ich finde es ja von der technischen Seite schon cool, dass eine Kiste in der Größe elektrisch fliegt.
Das ist auch nie das Hauptproblem gewesen.
Nach dem ganzen Lilium- und Volocopter-Gedöhns scheint das Konzept wenigstens einigermaßen seriös und durchdacht zu sein.
Inwiefern?
Das Hauptproblem sehe ich beim elektrischer Energiespeicher mit ausreichender Kapazität für die entsprechende Reichweite bei einem so kleinen Gewicht, dass die Kiste noch fliegt
Stichwort hier: Wirtschaftlichkeit. Ich denke hier geht es eher um die Lärmemissionen als um das Klima. In den USA gibt es Plätze, die haben sehr strenge Auflagen was Fluglärm angeht. 435 NM Reichweite.....da hat sogar der Flughafen Kassel mehr Chancen auf Zwischenlandungen zum Aufladen. Da kann man ja auf em Flug von Paris nach Warschau mal kurz reinschauen, vollladen und weiter geht es.
Da bin ich mal auf die technischen Lösungen gespannt.
Die ganze kommerzielle Luftfahrt auch.
 
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denis

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mir hat sich der Verdacht aufgedrängt, dass da nur Risikokapital und Fördermittel abgeschöpft wurden mit relativ intransparenter Verwendung und fragwürdigem Konzept. Von der Kohle lässt es sich auch gut leben.
Aber das war ja nur mein persönlicher Eindruck.

Bei Risikokapital ist das ja egal, weil den Geldgebern das eingegangene Risiko bewusst ist, bei staatlichen Fördermitteln ist es meist nicht so.


edit: damit meine ich Volocopter und vor allem Lilium.
 
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Balu der Bär

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mir hat sich der Verdacht aufgedrängt, dass da nur Risikokapital und Fördermittel abgeschöpft wurden mit relativ intransparenter Verwendung und fragwürdigem Konzept. Von der Kohle lässt es sich auch gut leben.
Aber das war ja nur mein persönlicher Eindruck.

Bei Risikokapital ist das ja egal, weil den Geldgebern das eingegangene Risiko bewusst ist, bei staatlichen Fördermitteln ist es meist nicht so.
Das wäre dann alles andere als seriös
 
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Bei Risikokapital ist das ja egal, weil den Geldgebern das eingegangene Risiko bewusst ist,...

Volkswirtschaftlich gesehen ist die Veruntreuung von „Risikokapital“ sehr wohl ein Problem, und so gehen auch Steuereinnahmen verloren. Außerdem fehlt Kapital, das an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt worden wäre.


Juristisch ist es Anlagebetrug bzw. Veruntreuung, wobei hier der Nachweis von Vorsatz und nicht nur Unkenntnis oder unvorhersehbaren Ereignissen schwierig ist.


Klar ist, keiner hätte solch einem „Luftikus“ vor 100 Jahren auch nur einen Dollar geliehen!
 
denis

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Wie viel staatliche Fördermittel wurden denn ausgegeben?
das weiss ich nicht. Es wurde bisher nur angedeutet:







Daher ist es auch nur mein persönlicher Eindruck.
 
Intrepid

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Zu dem Kredit ist es nie gekommen. Außerdem ist Lilium abgewickelt und Volocopter existiert weiter.
 
_Michael

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Klar ist, keiner hätte solch einem „Luftikus“ vor 100 Jahren auch nur einen Dollar geliehen!
Naja, auch damals gab es schon Spekulationsblasen und zwielichtige Investitionen. Ein neues Phänomen ist das auf jeden Fall nicht.
 
Jety

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Das Flugzeug erfüllt eine sehr, sehr kleine Nische im (recht teuren) Platzrundenbetrieb. Es vermittelt keinerlei relevante Fähigkeiten in Sachen Navigation, Überlandfliegerei, Wettergrenzen, Erfahrung etc.
Das hätte ich Dir ja fast geglaubt, das stellt sich aber in diesem Video etwas anders dar.

 
Alpha

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@Jety : Das hat mit Glaube nichts zu tun. Das ist einfach, was die Kollegen ausnahmslos berichten, die damit im Rahmen ihrer Ausbildung unterwegs waren - das Urteil ist ziemlich vernichtend. Niemand war damit außerhalb der Platzrunde, niemand hat eine nennenswerte Anzahl Platzrunden fliegen können.

Dass der 40km - Hüpfer von Neumünster nach Rendsburg im Video nichts mit Überlandflug (oder Schulung) zu tun hat, hätte dir auch als nicht-Norddeutscher ein Blick in die Karte verraten 😀 Vorsicht vor einer unkritischen Betrachtung von Internetvideos, auch das Video belegt ziemlich anschaulich das Reichweitenproblem... 😉


Vielleicht gibt es die passende Nische für Leute, die eh lieber nicht von zuhause weg fliegen oder die mit 4 Platzrunden zufrieden sind oder einfach zur Nachbarstadt fliegen (oder es als PR-Tool nutzen). Gönne ich jedem, auch wenn es in Sachen Umweltschutz etwas bedenklich ist.

Aber das Statement in diesem Thread "in professioneller Ausbildung etabliert " ist leider falsch. Nicht "wegen Strom" - eine C152 mit 15 Liter Tank würde auch keine Flugschule mögen.
 
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Intrepid

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... Das ist einfach, was die Kollegen ausnahmslos berichten, die damit im Rahmen ihrer Ausbildung unterwegs waren - das Urteil ist ziemlich vernichtend. Niemand war damit außerhalb der Platzrunde, niemand hat eine nennenswerte Anzahl Platzrunden fliegen können ...
Irgendwie nicht erstaunlich, wenn das Flugzeug nur für Platzrundenflüge und kurze Ausflüge für Airwork entwickelt wurde. Die EASA hat halt Pipistrel gefragt, ob sie sich für ein allererstes frei verkäufliches Flugzeugmuster vorstellen könnten, mit einer Stunde Flugzeit auszukommen, weil es ziemlich wahrscheinlich ist, dass es innerhalb dieser Stunde nicht zum Thermal Runaway kommt, wenn man die Temperatur einer jeden Zelle überwacht und bei erreichen von 58° Celsius den betroffenen Batterieblock komplett abschaltet.

Pipistrel hat sich zu diesem Geschäftsmodell getraut und einige wenige Schulen haben darum herum ein funktionierendes Konzept entwickelt. Ich vermute, nur 10% der in den Markt gebrachten 140 Velis werden entsprechend eingesetzt. Aber immerhin, ein erstes operativ genutztes Elektroflugzeug. Die Gebrüder Wright haben auch mit einem Luftsprungbegonnen.

Mittlerweile gibt es Vorschriften, wie Traktionsbatterien in Flugzeugen beschaffen sein müssen, um mehr als 1 Stunde zertifizieren zu können. Die Velis wird das nicht mehr erleben, die ist vor dieser Zeit zertifiziert worden, die wird bei max. 1 Stunde bleiben.

Nachtrag: wenn der State of Health runter geht, werden aus 6 bis 7 eben 3 bis 4 Platzrunden. Auch das eine Erkenntnis, entsprechend muss man die Flugzeuge planen. Der State of Health geht z.B. runter, wenn die Flugzeuge mit 100% mehrere Tage in der Halle stehen, weil jemand für einen Flug geladen hat, anschließend aber nicht geflogen ist, weil dann doch das Wetter zu schlecht war. Ein typischer Fall aus der VFR-Ausbildung. Wenn es dann niemanden gibt, der sich um das Flugzeug kümmert, leiden die Batterien. Es gibt Velis, die nach 10 Stunden neue Batterien brauchten. Und es gibt Velis, die die 500 Stunden geschafft haben. Alles Betriebsmanagementfragen, die gelöst werden müssen. Sind ja keine Batterien aus Großserienfertigung drin. Und das weiß ich nicht genau, aber der SOH bestimmt sich aus der schwächsten von 1152 Zellen. Vielleicht reicht es schon, diese Zelle zu tauschen, um die Batterie wieder fit zu bekommen. Passiert aber nicht im Feld, sondern beim Hersteller.
 
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Jety

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@Jety : Das hat mit Glaube nichts zu tun. Das ist einfach, was die Kollegen ausnahmslos berichten, die damit im Rahmen ihrer Ausbildung unterwegs waren - das Urteil ist ziemlich vernichtend. Niemand war damit außerhalb der Platzrunde, niemand hat eine nennenswerte Anzahl Platzrunden fliegen können.

Dass der 40km - Hüpfer von Neumünster nach Rendsburg im Video nichts mit Überlandflug (oder Schulung) zu tun hat, hätte dir auch als nicht-Norddeutscher ein Blick in die Karte verraten 😀 Vorsicht vor einer unkritischen Betrachtung von Internetvideos, auch das Video belegt ziemlich anschaulich das Reichweitenproblem... 😉
Also was ich glaube oder nicht, musst Du schon mir überlassen. :wink2: Nach Deinem Kommentar kann ich nur feststellen das du scheinbar das Video gar nicht angesehen hast und das Dein von mir zitierter Satz in meinen Augen einfach nicht zutrifft.

Was Dir Kollegen berichteten ist für mich auch erst einmal unrelevant und scheinbar bis Du auch vollkommen Kompromisslos in Deiner Wertung des Flugzeuges und vergisst das der Elektroflug mit mantragenden Klein- Flugzeugen noch in den berühmten Kinderschuhen steckt.

Übrigens würde niemand auf die Idee kommen einen kurzen Flug von ~30 Km mit einer Cessna nicht als Überlandflug zu dokumentieren. Bei Kleinflugzeugen spielt es in meinen Augen auch eher eine untergeordnete Roll wie groß eine Strecke zwischen zwei Flugplätzen ist. Aus der Platzrunde raus, ist aus der Platzrunde raus, das wurde mit diesem Video dokumentiert und Wetter war auch zu sehen.

Und wenn jeder der dieses Flugzeug bewegen darf durch Berechnung und Anzeigen weiß wie weit man mit diesem Flugzeug unter gegebenen Bedingungen kommt, dann gibt es auch kein "Reichweitenproblem" wie dieses Video auch gezeigt hat.:wink2:
 
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Und das weiß ich nicht genau, aber der SOH bestimmt sich aus der schwächsten von 1152 Zellen. Vielleicht reicht es schon, diese Zelle zu tauschen, um die Batterie wieder fit zu bekommen. Passiert aber nicht im Feld, sondern beim Hersteller.
Ich würde vermuten das es eher keine "Einzelzellenüberwachung" bei diesen Batterien gibt. Der elektrische Aufwand dafür ist bei 1152 Zellen viel zu groß. Ich denke der SOH wird aus der jeweilig entnommenen Leistung über die Zeit, der gesamt Spannung, dem Temperaturverhalten und der Anzahl der Ladezyklen bestimmt. Genau weiß ich es aber auch nicht. Einzelne Zellen zu ersetzen um eine Batterie im Werk zu reparieren geht sicher, aber nicht getauschte Zellen haben dennoch schon einen gewissen Verbrauch an SOH. Ich wüsste jetzt nicht wie man dies berücksichtigen könnte.
 
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Jety

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Ich denke die Batterien sind intern in Zellen- Blöcke aufgeteilt und diese Blöcke sind Spannungsüberwacht.
 
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Intrepid

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Wie werden die Zellen denn überwacht?
Im Theoriekurs wird gesagt, jede einzelne Zelle hat eine eigene Verbindung zum Batteriemanagementsystem. Dazu gibt es auch mehrere Bilder aus dem Innenleben eines Batterieblocks (mit den resultierenden Kabelbündeln). Die Blocks sind nicht mit den Traktionsbatterien von Autos vergleichbar.

Es wird auch gesagt und an einem Schaubild erklärt, dass sich der SOH nach der schlechtesten Zelle richtet.



Ich denke die Batterien sind intern in Zellen- Blöcke aufgeteilt und diese Blöcke sind Spannungsüberwacht.
So ist es bei der Traktionsbatterie meines Elektroautos (welches ich mir angeschafft habe, nachdem ich die Unterschiedsschulung auf der Velis gemacht habe, um mehr Handlungswissen im Umgang mit der Elektromobilität zu allen Jahreszeiten zu erhalten). Beim Auto kann ich alles über den OBDII-Stecker auslesen und visualisieren, dort gibt es diese zu Blöcken zusammengefassten Zellen.
 
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_Michael

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Im Theoriekurs wird gesagt, jede einzelne Zelle hat eine eigene Verbindung zum Batteriemanagementsystem. Dazu gibt es auch mehrere Bilder aus dem Innenleben eines Batterieblocks (mit den resultierenden Kabelbündeln). Die Blocks sind nicht mit den Traktionsbatterien von Autos vergleichbar.
Ja, kann man schon so machen, denke ich. Der Strom pro Zelle wird sehr überschaubar und kann somit über recht dünne Leiter abgegriffen werden. So kann man die einzelnen Zellen dann extern so schalten und auslesen, wie man sie für die Anwendung gerade braucht.
 
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