Er- und Übermüdung in Verkehrsflugzeugen

Diskutiere Er- und Übermüdung in Verkehrsflugzeugen im Verkehrsflugzeuge Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Unter dieser Adresse gibt es die Ergebnisse einer Umfrage die von der Vereinigung Cockpit durchgeführt wurde. Die Ergebnisse finde ich zum Teil...
flieger28

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Alien
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Unter dieser Adresse gibt es die Ergebnisse einer Umfrage die von der Vereinigung Cockpit durchgeführt wurde.
Die Ergebnisse finde ich zum Teil schon recht heftig.
Wenn von 2807 Befragten zum Beispiel 92,7% angeben das sie schon Fehlentscheidungen getroffen haben, aufgrund von Übermüdung, gibt mir das schon zu denken.
Sicher muss man bei der ganzen Befragung auch mit in Betrachtung ziehen wer da gefragt hat und wer gefragt wurde.
Und auch wenn dort wohl zum großen Teil wohl die Spitze der Nahrungskette (Lufthansa) befragt wurde,ändert das ja nichts am grundsätzlichen Problem.
Ich glaube nicht das irgendein Pilot / FO in einer solchen Online-Unfrage ankreuzt das er schon eingeschlafen ist, nur um bessere Bedingungen herauszuholen.

Die Uhrzeit des Beitrags passt doch wie die Faust auf's Auge zum Thema ;)
 
Intrepid

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Das ist aber jetzt keine neue Erkenntnis?
 
Schorsch

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Und nebenbei gäbe es Möglichkeiten.
Mal ein Nickerchen im Cockpit ist gängige Praxis, aber nicht erlaubt.
Es technisch zu ermöglichen, dass Teile des Reiseflugs "Single Pilot" geflogen werden, wäre kein Problem.

Wirklich meckern würde einer, die VR Cockpit. Denn die wollen am liebsten den Flugingenieur, den Funker/Navigator und am besten noch eine Ordonanz für den Herren Flugkapitän an Bord.

Fazit: die Branche blockiert sich selbst.
 

Lubeo

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Es technisch zu ermöglichen, dass Teile des Reiseflugs "Single Pilot" geflogen werden, wäre kein Problem.
Vermute mal, dass bei Frachtflugzeugen irgend wann in ferner Zukunft die Piloten am Boden bleiben.
Hingegen bei bemannten Flugzeugen wird dies wohl noch lange ein Ding der Unmöglichkeit sein. Man betrachte mal all die Fern-Verkehrszüge die nach wie vor ein Lok-Führer haben. Der öffentliche Aufschrei wenn solch ein Zug ausser Kontrolle gerät und der Lok-Führer ausser zuschauen nicht tun kann ist m.E. weniger gross, als wenn keiner an Bord wäre.

Wann kommt bei den Piloten das Schalft-Warn-Gerät, dass dem Piloten einen Elektroschock verpasst, wenn er die Augen länger als 1 Sekunde geschlossen hält? :D
Oder etwas sanfter wenn das System eine attraktiven Flugbegleiterin auffordert sich sofort um den Piloten zu kümmern und ihn mit höchst kontroversen Gesprächen (rumzicken) wach zu behalten? :red:
 
FREDO

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Vielleicht sollte man übergeordnet einfach nur dafür sorgen, daß die Ruhezeiten ausreichend lang sind und auch für die Ruhe genutzt werden...

Außerdem, in Lokomotiven gibt es einen sog. Totmannknopf, der in regelmäßigen Abständen gedrückt werden muss... Außerdem hat das Lokpersonal heute noch genug im Führerstand zu tun, alle Technik ist nur Hilfsmittel...
 

volumic

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Oder etwas sanfter wenn das System eine attraktiven Flugbegleiterin auffordert sich sofort um den Piloten zu kümmern und ihn mit höchst kontroversen Gesprächen (rumzicken) wach zu behalten? :red:
Ich wäre mir nicht sicher ob eine Flugbegleiterin die den gewünschten Effent bringen soll auch stundenmäßig günstiger ist als ein zusätzlicher Pilot ...

Eine vergleichbare Einrichtung um weibliche Piloten auf die gleiche Weise wach zu halten, wäre noch etwas kostenintensiver ...
 

Lupo

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Eine kurze Ruhepause ist sehr wohl erlaubt, wenn auch nur unter bestimmten Voraussetzungen.
Und das ganze auch noch mit Erlaubnis der Behörden.

Der Kapitän regelt die Ruhephasen in Absprache mit dem Copiloten und dem/der Kabinenchef/in.

Besonders bei Langstrecken- und/oder Nachtflügen kann sich niemand einer müden Phase
entziehen. Da helfen auch keine noch so lange Ruhezeiten vor dem Flug.
Man kann einfach nicht vor dem Flug auf Befehl einschlafen und nach 8 Std frisch aufwachen.

So eine kontrollierte Ruhephase (max 45 Minuten im Reiseflug) ist sogar eine Verbesserung für die Flugsicherheit.

Lupo
 
Toryu

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So eine kontrollierte Ruhephase (max 45 Minuten im Reiseflug) ist sogar eine Verbesserung für die Flugsicherheit.
Ich nehme an, du sprichst von "Power Naps" (also kurzen, 20-30-minütigen Nickerchen, nach denen man wieder 2-3h voll leistungsfähig ist).
Generell ist dem nichts entgegenzusetzen. Ein Pilot kann für diese Zeit das Flugzeug ohne Aufriss auch alleine Fliegen - während des Reiseflugs passiert ja auch nicht wirklch viel auf einmal.
Praktiziert wird dies ja schon, wenn einer der beiden mal die Boa würgen muss, etc...

Problematisch ist nur, dass die Müdigkeitsphasen nicht planbar sind, und ein Wegnicken des PIC während des Power Nap des PIS (Pilot in Standby :FFTeufel: ) ziemlich doofe Folgen haben könnte.

Da wird wohl noch ein wenig Zeit mit Forschung/ Regulariengeraffel vergehen :stung:
 
Intrepid

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Problematisch ist nur, dass die Müdigkeitsphasen nicht planbar sind, und ein Wegnicken des PIC während des Power Nap des PIS (Pilot in Standby :FFTeufel: ) ziemlich doofe Folgen haben könnte ...
... und manchmal auch hat. Angeblich eine Stunde mit dem Laptop auf den Knien über die Dienstpläne unterhalten haben sie anschließend glaube ich behauptet.

Wenn das Nickerchen nicht verboten/verpönt ist, kann man offen darüber reden und sich absprechen. Forschung und Aufklärung sind beides notwendig.
 

Lupo

Kunstflieger
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"Controlled Rest on the Flight Deck" (auch ohne 3-Mann-Besatzung!!)

... If unexpected fatigue is experienced a controlled rest procedure, organised by the Commander,
can be used, if workload permits...
Cabin Crew shall be advised of the rest procedure. One Cabin Crew Member is to contact the remaining
Flight Crew Member every 20 minutes,...

Besser ein kontrolliertes "combat nap" als unkontrolliertes "einnicken"
und es kann niemand behaupten, daß einem so etwas nicht passiert.

Lupo
 
Schorsch

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Alien
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Problematisch ist nur, dass die Müdigkeitsphasen nicht planbar sind, und ein Wegnicken des PIC während des Power Nap des PIS (Pilot in Standby :FFTeufel: ) ziemlich doofe Folgen haben könnte.

Da wird wohl noch ein wenig Zeit mit Forschung/ Regulariengeraffel vergehen :stung:
Deswegen würde ich ja eine technische Lösung gut finden.
Man hat einen "Controlled Rest Phase" Knopf. Wenn der gedrückt wird, muss der andere alle 60/90/120 Sekunden einen Knopf drücken sonst geht Alarm los. Oder er klebt sich eine Pulssonde an Finger und die merkt wenn der Puls zu flach wird, und jagt ihm einen minimalen Stromstoß in Finger. Dann kann der andere ne Stunde ein Nickerchen machen.
Wie wissen, dass im Reiseflug bei normalen Wetter eigentlich nichts passiert, was sofort zwei Leute benötigt.
 
Toryu

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Man hat einen "Controlled Rest Phase" Knopf. Wenn der gedrückt wird, muss der andere alle 60/90/120 Sekunden einen Knopf drücken sonst geht Alarm los.
Oh ja, bitte die Cockpittür-Klingel des A320 - die macht garantiert munter! :FFTeufel:
 
Balu der Bär

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In der 777-200 LR geht nach einer gewissen Zeit der Alarm los, wenn man keine Interaktion mit den Systemen im Cockpit hat. Kein Mikrifon-Knop, kein EFIS- Rad gedreht und es hupt.
Es ist auch schon mal vorgekommen ( bei der BA glaube ich) daß alle vorne eingenickt sind. Auch der Flugingenieur.

Es ist auch manchmal schwierig im Hotel nen tiefen Schlaf zu finden.
Staubsauger, das Housekeeping an sich, Leute die sich auf dem gang fernmündliche Unterhaltungen liefern ( ohne Telefon), Lärm von draussen ( ja viele Crew-Hotels sind am Flugplatz draussen) und so manche klimaanlage ist in vielen Hotels auch schon mal ausgefallen. Stelle ich mir in nem asiatischen Sommer bei 80 % Luftfeuchte auch nicht schlaffördernd vor......
 
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