Erinnerungen eines Testpiloten

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  1. #1 grinch, 29.09.2010
    Zuletzt bearbeitet: 29.09.2010
    grinch

    grinch Space Cadet

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    "Erinnerungen eines Testpiloten" von B.A. Orlow fiel mir jetzt zufällig in die Hand.

    Ich würde es euch unbedingt empfehlen. Orlow hat ab 1965 an den meisten interessanten Erprobungen vom OKB Mikoyan mitgearbeitet. Er ist 2000 verstorben. Er war ein Testpilot der "zweiten Reihe" und stand niemals im Rampenlicht. Wie wir aber alle wissen, wird die eigentliche Arbeit von der "zweiten Reihe" gemacht. Er kam als Zivilist und Sportflieger in die Testfliegerei und lernte erst auf der Testpilotenschule das Fliegen von Hochleistungsflugzeugen.

    Das Buch bietet eine sehr persönliche Sicht auf die Testfliegerei und die damaligen Zustände in der UdSSR und spart nicht mit Geschichten und Erlebnissen. Probleme, Katastrophen und Erfolge werden plastisch dargestellt. Recht unbekannte Erprobungen, wie beispielsweise MiG21auf Ski, fehlen nicht.

    Fotos gibt es auch, nicht zu knapp, aber nur in s/w und schlechter Qualität.
    Kritik gibt es nur an der Aufmachung. Von "Buch" kann man eigentlich nicht sprechen. Es ist ein Paperback im A4 Format, recht preiswert aufgemacht.
    Aufgrund des begrenzten Marktes solcher Bücher scheute man offenbar einer kostenintensivere Ausführung.

    Als Sammler gerade solcher sehr individueller Ausgaben bin ich trotzdem dankbar auf diese Art einen sehr persönlichen Einblick in die Entwicklung der MiG21, MiG23, MiG25, MiG29 und MiG31 erhalten zu haben.

    ISBN 978-3-940541-15-4

    Es wurde für mich in der Bucht für 14,60€ erbeutet.
     
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  3. #2 boxkite, 29.09.2010
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    Mmmhh ... eher ein "Markenzeichen" des Verlages, wenn man andere Publikationen aus dem Hause E...-D... kennt :rolleyes:

    Du hast mich neugierig gemacht - danke für den Tipp. Das Buch ist 2009 erschienen und laut VLB im Buchhandel übrigens noch verfügbar (für diejenigen, die jetzt in der Bucht suchen, wo grinch womöglich alles schon leergefischt hat ;) ).
     
  4. #3 grinch, 29.09.2010
    Zuletzt bearbeitet: 29.09.2010
    grinch

    grinch Space Cadet

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    Das faszinierende an solchen realen Memoiren aus "dem großen Land" ist für mich immer wie nah dort Kompetenz an völliger Inkompetenz und Reichtum an Armut liegt. Politische Willkür an Korruption und Günstlingswirtschaft.

    Weil wir gerade über Kreuz mit der Armee liegen, nehmen wir als Testpiloten von Hochleistungs-Militärflugzeugen eben Sportflieger, die noch nie ein Turbinenflugzeug aus der Nähe gesehen haben und noch nie in ihrem Leben IFR geflogen sind. Denn es gibt nichts was der Sowjetmensch nicht schaffen kann.

    Im Schnitt sterben in dieser Zeit mindestens 50% der Testpiloten bei Erprobungen.

    Wenn man die Testpilotenschule besucht, weiss man nicht welchen Abschluß man bekommt. Mal gibt es diesen und mal jenen.

    Ein stalinistisches System par exellance. Heute Fluglehrer, morgen Tagelöhner, übermorgen Testpilot und am nächsten Tag kannst du schon im Knast sitzen.

    Die russische Seele, die all das duldsam und ohne Aufregung erträgt, wird uns immer ein Geheimnis bleiben.
     
  5. #4 victoralert, 29.09.2010
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    Ist die Übersetzung genauso katastrophal ausgefallen wie die von der MiG-27?
     
  6. grinch

    grinch Space Cadet

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    Die Sprache ist etwas russisch - blumig - bildhaft, ähnlich des Buches "Über unsichtbare Barrieren" von Gallaj.

    Da es sich eher um eine Zustandsbeschreibung und kein technisches Fachbuch handelt, sind mir technische Fehlübersetzungen nicht so aufgefallen. Es gibt ein paar Schreibfehler, aber die scheinen ja heute zu fast jedem neuen Buch zu gehören.

    Es ist sicherlich kein großes "Werk", eher die Art Geschichte, die der Großvater seinen Enkeln erzählt.
     
  7. #6 Flugi, 02.10.2010
    Zuletzt bearbeitet: 02.10.2010
    Flugi

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    Mir ist das Heft (Buch) letzte Woche in einem Rostocker Buchladen in die Hände gefallen.
    @grinch hat schon alles geschrieben und ich würde mich gern dem Gesagten anschließen.
    Man sollte den Lesestoff als eine sehr aufschlussreiche und interessante, aber denn noch kleine Fassette aus der verfügbaren, komplexen sowjetisch/russischen Luftfahrtliteratur betrachten.
    Es sind nicht nur die aufschlussreichen Einblicke in das Luftfahrttechnische, auch die oft angerissenen privaten Dinge zeigen ein vortreffliches Bild der damaligen Zeit.
    Lesenswert. :TOP:
     

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  8. #7 Monitor, 03.10.2010
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    Die Übersetzung stammt übrigens von unserem allseits verehrten FF- Mitglied "Radist". Ich halte sie für sehr gelungen, so wie das ganze Buch auch.
    Unbedingt empfehlenswert :TOP::TOP:

    Axel
     
  10. #9 Block 5OM, 05.10.2010
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    Die Empfehlung habe ich aufgenommen. Das Buch ist bestellt.;)
     
  11. #10 MiG-21.de, 05.10.2010
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    Offensichtlich hat die Werbung im FF funktioniert - bei Amazon ist das Teil im Moment nicht verfügbar. Aber mein Exemplar ist eingetroffen :).
     
  12. GFF

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    Interessant finde ich den Absatz auf Seite 41 über die MiG-23MLD, das auf ihr Konto vier Abschüsse gehen und zwar drei F-15 und eine F-4 Phantom ( Ich nehme mal an der Autor meint mit den Maschinen Israelische.)

    Und das Buch macht auch klar welch großen Unterschiede es zu westlichen Testpiloten gibt, diejenigen die das Buch von Chuck Yeager kennen, können hier sehr gut einen Vergleich ziehen.
     
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    Hallo

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  14. #12 pwander, 07.10.2010
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    Und welche sind das?
     
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    Na ja z.B. in Sachen Ausbildung, Die westlichen Testpilotenschulen dauern nur ein Jahr.
    Dann kommt das groh der zukünftigen Testpiloten im Westen meist vom Militär, natürlich mit ausnahmen.

    Dann gibt es wie in der ehm. Sowj. keine Testpiloten Klassen, sprich von 1 bis 4.
    Und sicherlich gibt es noch ein paar mehr unterschiede.
     
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