Erstflug Paris-New York nonstop

Diskutiere Erstflug Paris-New York nonstop im Besondere Ereignisse Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Eine Frage, die mich schon seit längerem umtreibt, betrifft oben genannten Flug der Franzosen Costes und Bellonte, die 1930 mit einer Breguet XIX...
Gilmore

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Eine Frage, die mich schon seit längerem umtreibt, betrifft oben genannten Flug der Franzosen Costes und Bellonte, die 1930 mit einer Breguet XIX ("Point d' Interrogation") erstmals von Paris und New York nonstop geflogen sind, also den Erstflug in umgekehrter Richtung wie Charles Lindbergh drei Jahre zuvor.
Woran mag es liegen, dass diese grossartige Leistung (tendenziell immer mit Gegenwind!) so wenig Beachtung findet, wohingegen der Flug Charles Lindberghs und auch der erste Überflug des Atlantiks durch Hermann Köhl, von Hünefeld und Fitzmaurice in (fast) aller Munde ist? War man zu der Zeit von Rekordflügen schon so "verwöhnt", dass man da gar nicht mehr richtig hingehört hatte? (ich gehe hier mal vom Allgemeinwissen der damaligen etwas gebildeteren "normalen" Leute mit einem gewissen Interesse an den Ereignissen in der Welt aus).
In Frankreich mag die Sicht auf die Luftfahrt-Rekorde vielleicht anders aussehen als bei uns, das kann ich nicht beurteilen. Immerhin ist die Maschine im Luftfahrtmuseum in Le Bouget ausgestellt.
 

xklausrichter1

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Ich denke mal: Der Zweite ist der erste Verlierer.

Ich wüsste auf Anhieb nicht, wer als Zweiter auf dem Mond war.

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JohnSilver

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Im Lotter Kreuz links oben
Das mag damit zusammenhängen, das Costés im Krieg mit Deutschland zusammen gearbeitet hat. Er war deswegen in Haft und ihm drohte sogar die Todesstrafe.
Erst als herauskam, dass er Doppelagent war und auch für die Amerikaner gearbeitet hat (die sich dann auch sehr für ihn eingesetzt haben), wurde er mit nur knapper Mehrheit (eine Stimme) freigesprochen. Sein Ruf war danach angekratzt.

Übrigens wurden Costés und Bellonte in Amerika frenetisch bejubelt und haben nach ihrem Flug sogar eine Konfettiparade bekommen, während der Empfang zurück in Frankreich deutlich weniger empathisch war.
 
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Wilbur

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Was Lindbergh anbetrifft, so war er einfach der perfekte Medienstar: ein unbekannter, gutaussehender Junggeselle, der im Alleingang eine unerhörte Leistung vollbringt. Im Zeitalter des beginnenden Tonfilms war er einer der ersten echten Weltstars.
Nach Lindbergh gab es eine Inflation von Atlantikflügen. Köhl, Fitzmaurice und Hünefeld sind in Frankreich sicherlich weniger bekannt. Unter Fachleuten hat man sich seinerzeit sicherlich gegenseitig anerkannt. Für die Masse galten nur die "Helden" der eigenen Nation etwas.
 
Ernst Dietikon

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Im Fall der Mondlandung finde ich es schon etwas merkwürdig, dass man immer nur von Armstrong spricht und Aldrin nicht erwähnt. Die landeten doch gleichzeitig auf dem Mond. Nehmen wir an, sie hätten aus irgendwelchen Gründen die Landefähre nicht verlassen können. Dann wären sie doch auf dem Mond gewesen.

Gruss
Ernst
 
Gilmore

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Und "Buzz" Aldrin war derjenige, der auch lange nach der Mondlandung noch oft in den Medien präsent war, z. B. bei Sendungen zum Thema Raumfahrt, sowie zahlreiche Interviews gab. Von Neil Armstrong dagegen hatte man kaum noch etwas gehört.
 
Ernst Dietikon

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Und "Buzz" Aldrin war derjenige, der auch lange nach der Mondlandung noch oft in den Medien präsent war, z. B. bei Sendungen zum Thema Raumfahrt, sowie zahlreiche Interviews gab. Von Neil Armstrong dagegen hatte man kaum noch etwas gehört.
Ja aber es wird in den Medien in der Regel von Armstrong als erstem Mensch auf dem Mond gesprochen. Typisch, die Bemerkung weiter oben: "Ich wüsste auf Anhieb nicht, wer als Zweiter auf dem Mond war." Einerseits war danach Aldrin nur der zweite auf dem Mond und vergessen hat man ihn dann gleich auch noch.

Gruss
Ernst
 
Hannes64

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Hallo

Auch die zweiten die nach Lindbergh von Amerika nach Europa flogen und sogar, wenn auch mit einigen Schwierigkeiten, noch weiter als Paris kamen, sind fast in Vergessenheit geraten. Clarence Chamberlin und Charles Levine sind nur wenigen für ihre Leistung bekannt. Der Dritte ist sogar "nur" für seinen etwas fragwürdigen Flug über den Nordpol bekannt, Richard Byrd landete vor der Französischen Küste mit seiner Besatzung im Atlantik.

Gruß Christian
 

alois

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Die Amis feiern jeden frenetisch der was geleistet hat. Die Frage ist was die Geschichtsschreiber Jahrzehnte später daraus machen. Die Deutungshoheit über die Luftfahrtgeschichte hat in den USA immer noch das Smithonian Institut. Das was sie wider geben wird von allen anderen ohne zu hinterfragen übernommen. Also muss man um diese Frage zu beantworten mal fragen was das Smithonian meint.
 
Ernst Dietikon

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Uebrigens, wer der erste Mensch auf dem Mond war. Nehmen wir an, die beiden hätten aus irgend einem Grund die Landefähre nicht verlassen können und wären ohne ausgestiegen zu sein wieder gestartet. Wären sie dann auf dem Mond gewesen? Ich denke ja. Unter diesem Gesichtspunkt waren Armstrong und Aldrin gleichzeitig auf dem Mond und sie sind gemeinsam die ersten. Bei Erstbesteigungen in den Bergen nennt man auch die ganze Seilschaft.

Gruss
Ernst
 
Kenneth

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Die Amis feiern jeden frenetisch der was geleistet hat. Die Frage ist was die Geschichtsschreiber Jahrzehnte später daraus machen. Die Deutungshoheit über die Luftfahrtgeschichte hat in den USA immer noch das Smithonian Institut. Das was sie wider geben wird von allen anderen ohne zu hinterfragen übernommen. Also muss man um diese Frage zu beantworten mal fragen was das Smithonian meint.
Lindbergh war nun mal der erste, der non-stop von New York nach Paris flog, und der erste, der (was auch von der Internet-Seite der Smithsonian Institution stets erwähnt wird: ) im Alleinflug den Atlantik überquerte.

Ich wüsste nicht, was es da zu hinterfragen gibt.
 

fant66

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Ich denke mal: Der Zweite ist der erste Verlierer.

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VG
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Er meinte wohl eher nicht Aldrin, sondern die Astronauten der zweiten oder der noch folgenden erfolgreichen Mondmissionen.
 
Ernst Dietikon

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Ich denke mal: Der Zweite ist der erste Verlierer.

Ich wüsste auf Anhieb nicht, wer als Zweiter auf dem Mond war.

VG
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Es gibt einben Film über Gagarin. Dort sagt German Titow, zu Gagarin. Er sei der erste und wenn er als Zweiter fliegen werde, dann würde sich niemand mehr an ihn erinnern. Der Name Gagarin sei aber in aller Mund. So kam es dann auch.

Gruss
Ernst
 

alois

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Lindbergh war nun mal der erste, der non-stop von New York nach Paris flog, und der erste, der (was auch von der Internet-Seite der Smithsonian Institution stets erwähnt wird: ) im Alleinflug den Atlantik überquerte.

Ich wüsste nicht, was es da zu hinterfragen gibt.
Das hast Du falsch verstanden. Es geht nicht um die Deutung von Lindberghs Leistung. Es geht darum was das Smithonian berichtet und welche Wertung das Smithonian einem Ereignis beimisst. Wenn das Smithonian dem Flug der Franzosen keine große Bedeutung gibt, dann werden Historkier, die im Smithonian mal nachgucken was in Sachen Luftfahrt so passiert ist, auch keine große Bedeutung geben und alle anderen die nur abschreiben, sowieso nicht. Darum geht es in diesem Thread.
 
Kenneth

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Nein, ich habe nichts falsch verstanden.

Gilmore hat allgemein gefragt, ohne die Smithsonian zu erwähnen, welche erst von dir kritisch reingebracht wurde.

Smithsonian ist eine amerikanische Einrichtung, Musée de l’Air eine französische, und das Deutsche Museum eine deutsche. Jedes Land gewährt naturgemäß seine Helden Vorrang, war schon immer so. Ich finde die Würdigung vom Lindbergh’s Flug sowohl im NASM (dort befindet sich der Flieger nunmal) als auch auf der Internet-Seite faktisch und recht neutral, ohne jemand anders absichtlich in den Schatten zu stellen.

Niemand ist verpflichtet, eine relativierende oder vergleichende Darstellung zu machen, wenn Fakten stimmig angegeben werden. Wer recherchiert, und sich dabei nur auf den Aufzeichnungen von einer Einrichtung verläßt, der hat eben schlecht recherchiert.
 

alois

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Ja, meine Thesen sind für manche zu hoch.
 
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