Oman verliert an Bedeutung, Katar rückt mit 12 weiteren Eurofightern in den Vordergrund
Der Beschaffungsplan der Türkei für den Eurofighter Typhoon deutet auf eine mögliche Verlagerung des Lieferanten hin. Katar erweist sich als aussichtsreicherer Kandidat für zusätzliche Flugzeuge, während Oman an Dynamik verliert.
Nach dem bisher diskutierten Verfahren sollte die Türkei 12 Flugzeuge aus Katar für die Auslieferung im Jahr 2026 beziehen, gefolgt von modernisierten Maschinen aus Oman für die Auslieferung im Jahr 2028 und brandneuen Serienmaschinen, die ab 2030 über Großbritannien geliefert werden sollten.
TurDef hat erfahren, dass die türkische Luftwaffe die über Katar verfügbaren Tranche-3A-Typhoons positiv bewertet, da diese Flugzeuge mindestens mit ECRS Mk0 AESA-Radargeräten ausgestattet sind und somit eine AESA-fähige Sensor- und Datenverbindungsarchitektur bieten. Diese Konfiguration unterstützt effektivere Einsatzkonzepte jenseits der Sichtweite, einschließlich des operativen Einsatzes von Meteor-Raketen.
Im Gegensatz dazu basieren die omanischen Flugzeuge – obwohl oft ebenfalls als Tranche 3A bezeichnet – auf einem konventionellen Doppler-Radar und einer Avionik, die nicht dem Standard der katarischen Flotte entspricht. Daher würde eine Modernisierung dieser Flugzeuge einen erheblichen und zeitaufwändigen Aufwand mit zusätzlichen Kosten erfordern.
Parallel dazu erfuhr TurDef, dass Oman, das zuvor mit Vorschlägen zum Transfer von Flugzeugen an die Türkei herangetreten war, seine Verhandlungsposition verschärft hat, da die Gespräche konkreter zu werden schienen.
Katar hatte ursprünglich 2017 beschlossen, 24 Eurofighter Typhoon der Tranche 3A zu beschaffen. Die Beschaffungsstruktur sah laut Medienberichten 12 feste und 12 optionale Flugzeuge vor. Die Hauptlieferphase des Programms schritt in den letzten Jahren voran, wobei die Auslieferung von 12 Flugzeugen bis 2023 öffentlich bestätigt wurde. Katar hat jedoch keine offizielle Stellungnahme zum Status der optionalen Lieferungen abgegeben.
In diesem Zusammenhang konzentriert sich die Türkei zunehmend auf den Katar-Pfad und prüft, ob Flugzeuge, die im Rahmen des Oman-Plans eine zeitaufwändige Modernisierung erfordern würden, durch zusätzliche, in Katar konfigurierte Flugzeuge ersetzt werden könnten, die den gewünschten Spezifikationen näherkommen.
Der türkische Luftwaffenchef führte am 18. und 19. Januar in Katar ein Dreiergespräch mit den Kommandeuren der britischen und katarischen Luftstreitkräfte im Rahmen der Typhoon-Beschaffungsgespräche. Im Anschluss an das Treffen kamen in Verteidigungskreisen verschiedene Diskussionen auf.
Erstens könnte die Türkei versuchen, 12 zusätzliche Flugzeuge aus Katar zu sichern.
Zweitens wurde behauptet, dass die ersten zwölf aus Katar bezogenen Flugzeuge bereits im Februar in der Türkei eintreffen könnten. TurDef erfuhr, dass sowohl die Pilotenausbildung als auch die Wartungsschulungen für die Flugzeuge in Katar bereits begonnen haben. Quellen weisen jedoch darauf hin, dass die Türkei nicht geneigt ist, Flugzeuge zu verlegen, bevor die Flug- und Wartungsausbildung ausreichend ausgereift ist. Ankara will sicherstellen, dass Einsatzbereitschaft, Instandhaltungsplanung und logistische Unterstützung zum Zeitpunkt der Ankunft vorhanden sind.
Als erste Stationierung wird Eskişehir erwartet, wo die türkische Luftwaffe bereits zweimotorige Plattformen wie die F-4 betreibt und somit die bestehende Infrastruktur und Erfahrung für die frühe Instandhaltung vorhanden sind. Diese Stationierungswahl würde es auch ermöglichen, die Integrations- und Ausbildungsphase durchzuführen, ohne sofort den Eindruck einer „Frontlinienposition“ zu erwecken, und gleichzeitig die Luftverteidigungsanforderungen für Ankara und Zentraltürkei zu erfüllen.
In den letzten Wochen besuchten der britische Botschafter in Ankara und der CEO von BAE Systems die Türkei und trafen sich mit Verteidigungsminister Yaşar Güler. Verteidigungskreise erwarten nach diesen Maßnahmen weitere Schritte, darunter solche, die eine dauerhafte und hohe Einsatzbereitschaft der Eurofighter Typhoon gewährleisten sollen.
Die Türkei ist traditionell bestrebt, die Abhängigkeit von externen Partnern in den Bereichen Instandhaltung und Logistik zu reduzieren. In diesem Sinne wird erwartet, dass in Eskişehir eine Einrichtung zur Unterstützung der Wartung und Instandhaltung der Eurofighter Typhoon-Flotte geschaffen wird, die gegebenenfalls auch Arbeiten an den Triebwerken umfasst.
Das im Oktober 2025 unterzeichnete Abkommen zwischen der Türkei und Großbritannien konzentrierte sich primär auf die Beschaffung von Flugzeugen und Munition. Eine separate Folgevereinbarung soll die erforderliche Instandhaltungsarchitektur regeln, um die kontinuierliche Einsatzbereitschaft der Flotte sicherzustellen.