Experiment: Marine-Tornado 1/144 "nur" mit Acrylmarker-Stiften gestalten (?)

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Erico

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Hallo zusammen,
am heutigen Abend starte ich diesen "Baubericht" und möchte darin testen, ob man ausschließlich mit dieser Art von Stiften ein komplettes Modell farblich fertig gestalten kann und wie dann das Ergebnis aussieht. Vor allem auch, welche Herausforderungen und (Un-) Möglichkeiten warten.

Durch Zufall habe ich bei der Suche nach einzelnen Markern das relativ neue Produkt der hier abgebildeten Stifte entdeckt. Mein Interesse an dieser Methode, dezidierte Modellbaufarbe mal anders an den Bausatz zu bringen, wurde weiter durch zwei Youtube-Videos geweckt. Statt nur einzelne Stifte oder eines der 3er Sets zu probieren, hab ich direkt das große Set mit 34 Stiften gekauft (je nach Anbieter 70 - 90 €).

Wichtig! Ich möchte hier nicht explizit Werbung für eine Marke oder Sortiment machen. Das Set passt für mein Vorhaben aber von der Farbsortierung zu den von mir gebauten (Flugzeug-) Modellen. Andere Marker(sets), zB. aus dem Military- oder Fantasybereich sind bestimmt vergleichbar, nur eben mit anderen oder sogar sehr bunten Farben.

An meinen letzten 2 Modellen OV-10 Bronco und Tornado F.3 hatte ich bisher nur einzelne Detailarbeiten bzw. Kleinteile mit den Stiften gestaltet.

Dabei gefiel mir aber die extrem praktische, zeitsparende Benutzung: Kappe abnehmen, malen, Kappe wieder drauf - fertig. So waren Radnaben, Fahrwerkhubstangen und Antennen sowie Sitzteile u.a. in Sekunden bemalt. Kein Döschen oder Fläschchen öffen, Portion herausnehmen und oder verdünnen und Pinsel reinigen, wie praktisch.

Geht das auch für ein komplettes Modell ? Und wie schlägt sich die Lackierqualität im Vergleich zur gewohnten Airbrush- oder auch Pinselgestaltung?

Diese Frage (und vielleicht weitere von Euch dazu) möchte ich im Verlauf des Bauberichts beantworten.

Mein Ziel ist also nicht, das perfekte Modell zu bauen, sondern eher ein handwerklicher Selbst- und Materialversuch.
 
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In dem von mir gekauften Set sind viele Farben enthalten, aber natürlich nicht die Menge, die man nach einigen Basteljahren im Fundus hat.

Ich würde daher damit leben, wenn ein Farbton hier nicht exakt zum Vorbild passt. Wer weiß, vielleicht setzen sich ähnliche Stifte ja nach und nach durch und die Hersteller erweitern entsprechend ihre Farbpaletten und die Verfügbarkeit und Preise werden noch besser.

Interessant ist, dass einige Stifte mit WWII-Hoheitszeichen bestimmter Nationen versehen sind und hier wohl Originalfarben wie etwa "RAF Cockpit Grey/Green" etc. zur Verfügung stehen.
 
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Damit einzelne Stifte nicht nach kurzer Zeit komplett aufgebraucht sind, habe ich als Bausatz den 144er Marine-Tornado von Revell ausgesucht.



Der Detailgrad und die Gravuren sind fein genug, um die Farben damit zu testen und die jeweiligen Modellflächen sind zugleich nicht zu groß.
Auch das Farbschema ist recht einfach und die einzelnen Farben (hoffentlich) nicht zu extravagant, um nicht zuviele Stifte neu dazu kaufen zu müssen.

 
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So, los ging es heute mit dem Cockpit bzw. der Wanne, Armaturenbrettern und den Sitzen.
Vorab ein kleiner Maltest unten am Spritzgussrahmen.



Man merkt, je dunkler die Farbe, desto direkter deckt bereits ein einziger Antstrich. Bei jeder Berührung der Oberfläche mit der Faserspitze wird sofort Acrylfarbe abgegeben. Man muss scheinbar auch nicht schütteln vor Benutzung.

Die Farbe wirkt auch auf dem Plastik wie "richtige" Modellbaufarbe, sie bildet einen direkt haftenden Film und trochnet rasch matt an.
 
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Der erste Anstrich mit Hellgrau ist aufgetragen. Man merkt, dass die Faserspitze des Stifts zwar flexibel ist, aber eigentlich bei jeder Berührung einer Fläche oder Kante sofort Farbe abgibt. Man hat also etwas weniger Kontrolle wie bei einem Pinsel, wo wenig aufgenommene Farbe (zB an der Spitze) sich auf der weiteren Fläche homogen weiter verteilen lässt, weil keine Farbe mehr nachkommt.



Aufgrund der abgegebenen Menge an Farbe läuft der Überschuss auch direkt über Kapillarwirkung in die Winkelkanten am Boden. Beim ersten Anstrich an der Wanne sieht das noch unfertig aus. Ich lasse dies über Nacht mal trocknen und sehe nach, wie es dann ausschaut.
 
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DIe relativ ebene Fläche der Instrumentenbretter macht es den Stiften da etwas leichter, auch wenn einlaufende Flüssigkeitsstufen auch hier auftreten.

Ich denke/hoffe, dass ein zweiter Anstrich hier das Bild schon etwas glättet. Bei einer etwas dunkleren Farbe tritt der Effekt wohl weniger auf.

 
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Zum Vergleich bemale ich heute noch eine erste Schicht "Weiß" in den Fahrwerksschächten, -Klappen und den Lufteinläufen.
Mehr dazu folgt Anfang der Woche,

Grüße Eric
 
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Und weiter geht's:
Bei der weißen Farbe im Bugfahrwerkschacht verstärkt sich der oben geschilderte Effekt sogar noch. Die Flüssigkeit deckt die bemalten Flächen nur geringfügig und zieht sich direkt in die Kanten und Vertiefungen zurück. Da die Stiftspitze nicht so flexibel ist wie ein Pinsel, kann man zumindest auf dreidimensionalen Teilen bzw. Winkeln die Farbe auch nicht so gut verteilen.

Nach ca 30 Minuten Durchtrocknen sieht man, dass bei dieser hellen Farbe und der Bauform des Objekts einige Lackierschichten gemacht werden müssen.
 
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Die flachen Teile des Lufteinlasses sind wiederum gnädiger beim Farbauftrag, ebenso die Hauptfahrwerkklappen. Aber auch hier deckt das dünne weiß nicht sofort - also 2-3 X bemalen.
 
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Und eine echte Herausforderung (im Vergleich zu Airbrush und Pinsel) wartet bei diesem kleinen Modell bei den gewinkelten Teilen der Lufteinläufe. Man muss den Stift hier schon recht akrobatisch verdrehen und an die jeweiligen Miniflächen ansetzen. Die Farbe geht aus dem Stift, verfängt sich hier aber eher an jeder vorstehenden Kante und von da muss man "verschmieren" und verteilen.
 
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Der erste Anstrich ist im Ergebnis vergleichbar zur Nutzung viel zu stark verdünnte Farbe. Das größte Problem ist hier aber, dass die beiden Lufteinlaufteile so klein sind, dass die Stiftspitze schlicht nicht zwischen den hinteren Teil der beiden senkrechten Wände passt.

Hier hilft nur etwas Schummeln weiter, indem mit einem kleinen Pinsel die Farbe direkt von der Stiftspitze abgenommen und direkt in der engen Stelle verteilt wird. Der Stift gibt (anders als an Flächen) an die biegsamen Pinselhaare leider nur wenig Farbe ab, das Ergebnis auf dem 2. Bild ist etwas dünn, also auch hier muss das Ganze 2-3x erfolgen.
 
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Da der Grund hier eher in der Winzigkeit der Teile zu sehen ist, ärger ich mich nicht lang und wechsel zu einer mehr versprechenden Farbe und Oberfläche.

Hier bei der Cockpitinnenwand läufts wieder mit 2 einfachen Aufträgen per Stift und einer 20 minütigen Trocknungspause dazwischen. Der glatte Auftrag passt.
 
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Als nächstes sind die Minisitze dran. Grau rundherum ist schon aufgetragen. Spannend wird, wie sauber ich mit den Stiften das olivgrün der Sitz- und Rückenpolster auftragen kann. Die Sitze sind ca 9mm hoch, 5mm breit und 4mm tief und die Abhebung der Polster maximal 0,5 mm breit... :whistling:
 
Gilmore

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Interessant, was Du uns hier berichtest. Für bestimmte Anwendungen sind die Stifte sicher eine gute Alternative. Aber für ein ganzes Modell wohl eher nicht geeignet. Mal sehen, wie sich dieses Verfahren für größere Flächen eignet.
 
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Bei den Sitzen konnte ich mit der vorderen Faserspitze des Stifts gut die Polsterkanten streichen.

Dass etwas Farbe teils über den Rand ging, liegt auch hier daran, dass bei Kontakt immer Flüssigkeit nachläuft. Vielleicht geht dies mit mehr Übung in der Handhabung noch besser - aktuell wird etwas Überstand an der Farbgrenze einfach wieder nachgegraut.
 
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In der Cockpitwanne wurde inzwischen dunkles Wash aufgetragen und bereinigt. Dadurch wurde wie erwartet das abgelagerte Weiß in den Vertiefungen durch passende dunkle Färbung ersetzt.

Die Washing-Flüssigkeit von ak verträgt sich gut mit der Stiftfarbe, ebenso das zum Reinigen genutzte White Spirit.
 
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Die übrigen Fahrwerksbeine und Schächte sind ebenfalls geweißt, ohne Probleme (vlt. hab ich jetzt auch einfach ein bißchenmehr Übung..). Foto kommt nach der 2. Farbschicht
 
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