Experiment: Marine-Tornado 1/144 "nur" mit Acrylmarker-Stiften gestalten (?)

Diskutiere Experiment: Marine-Tornado 1/144 "nur" mit Acrylmarker-Stiften gestalten (?) im Jets bis 1/72 Forum im Bereich Bauberichte online; Nachdem die Sticks, ein HUD und eine NavKarte des WSO am Arbeitsplatz platziert wurden, senkte sich die Cockpitverglasung final herab. So konnte...
Erico

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Den Unterrumpfträgern folgten die Funktionsbehälter an den äußeren Stationen und die Fahrwerke, dann die Reifen. Bisher nix kaputt gemacht :w00t:
Wenn der Kleber durchgetrocknet ist, steht der Tornado morgen das erste Mal auf seinen eigenen Füßen.
 
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Erico

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Die Scheinwerfer an den Fahrwerken sind beim Vorbild sehr markant. Mit gezogenem klaren Gießast sind schnell 3 Scheiben der nötigen Durchmesser geschnitten und eingeklebt. Zunächst alu rundherum mit Ausnahme des Glases lackiert, am Schluss wird das Gehäuse noch weiß und das Glas wird mit nem Tropfen Future dargestellt.
 
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Den Stift der Oberseitenfarbe basaltgrau habe ich mir in der letzten Hälfte des Projekts quasi hinters Ohr geklemmt - dauernd wollte irgendetwas damit ausgebessert werden: Eine abgekratzte Vorderkante der Höhenleitwerksflosse, 2 linke Finnen der Tanks (die ich zur Hälfte falsch rum, weil so am Gießast, weiß lackiert habe), der obere Übergang beider Höhenleitwerke, weil etwas Kleber glänzend durchschien, die Montagestellen der Innenpylone nachgebessert usw usf..
 
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Nun folgen noch kleine Details wie die farblichen Tupfer an den Leuchtmitteln, Gebrauchsspuren hier und da und dann ist mein "Miniprojekt" (die 130 Beiträge werde ich reißen) bald abgeschlossen.
Ein Fazit zu den Stiften und ne kleine Zusammenfassung der Feststellungen folgt, damit Interessierte an den Acrylmarkern nicht alle Bauphasen einzeln durchlesen müssen.
Der Marinefliescher sagt schon mal Gut Nacht :hello:
 
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Erico

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Hallo zusammen,
das Fazit zur Farbgestaltung mit den Acrylmarkern fällt für mich wie folgt aus:

POSITIV:
  • sehr schnelle und einfachste Anwendung: Stiftkappe ab, Malen / Lackieren, Stiftkappe wieder drauf, fertig!
  • kein Umrühren / Aufschütteln / Verdünnen, keine Reinigung erforderlich wie bei Pinsel oder Airbrush.
  • gute Farbgestaltung vor allem bei Kleinteilen direkt am Gießast und bei kleineren Flächen (Antennen, Räder, Sitze, Steuerknüppel, Leuchten, etc).
  • die Acrylfarbe ist jeweils echte Modellbaufarbe (hier ak und mit RAL-Übereinstimmung) und deckt (außer weiß) bereits nach einer Schicht.
  • die Stiftfarbe trocknet bereits nach 2 Minuten auf der Oberfläche matt aus und ist ohne Anlösen erneut lackierbar nach ca. 30 Minuten
  • Reifenfelgen lassen sich durch die stetige Farbabgabe gut ausfüllen, da eine Art Flüssigkeitsspiegel entsteht, der sich glatt verteilt.
  • gute Farbkontrolle durch den fülligen Stiftkörper und die weiche und trotzdem stabile Stiftspitze, man kann freihändig auch Details gestalten.
  • auch glatte Kanten lassen sich gut gestalten, zB. Cockpitrahmen (Überständer der Farbe lassen sich auf Klarteilen mit Zahnstocher leicht abkratzen)
  • bezogen auf das verwendete Stifte-Set ist die Farbpallette (RAL) ordentlich, wenn natürlich auch nicht für sämtliche Tarnschemen komplett.
  • hier musste ich beim konkreten Modell zB. bei der Oberseitenfarbe (Basaltgrau) Kompromisse machen, da das Original etwas heller ausfällt.

EINSCHRÄNKUNGEN:
  • mit der Stiftspitze erreicht man im Vergleich zu Pinsel und Airbrush nicht jede tiefe Bauteil-Stelle (hier zB. bei den Triebwerkseinlässen).
  • (Tipp: man kann sich hier behelfen, indem man die Stiftfarbe auf einen Pinsel aufträgt und dann damit die Engstelle bemalt...)
  • durch die schnelle Trocknung der Farbe sieht man auf mittleren und größeren Flächen gelegentlich die einzelnen Verstreichungs-Linien.
  • bei mir trat der Effekt auf der dunklen Oberseite nach dem Klarlackauftrag hervor, lässt sich durch Mattversiegelung aber weitgehend zurückführen.
  • Wichtig!!! => die zu bemalenden Bauteile sollten für eine gute Farbbindung zuvor hell (und seidenmatt bis matt) grundiert werden.
  • bei dreidimensionalen Bauteilen sammelt sich ansonsten die aufgetragene Farbe an Vertiefungen und Kanten und man muss mehrfach bemalen.
  • bei meinem kleinen 1/144er Tornado gelang die Lackierung auch auf den flächigen Bauteilen gut und ich bin zufrieden mit den Stiften.
  • bei Maßstäben ab 1/72 dürfte aber der Eindruck einer (je nach Farbe) teils streifigen Oberfläche stören und zudem der Stift bald leer sein!
  • hier liegen die Vorteile einer Airbrush-Lackierung von Rumpf- und Tragflächen (Zeitersparnis / Handling / Oberflächengüte) auf der Hand.
  • trotz einer stetigen Entwicklung durch verschiedene Anbieter dürfte nicht jede Original-Farbe als Stift am Markt verfügbar sein.
  • umgekehrt gibt es gerade in Sets einige Stift-Farben (bei mir zB. WWII - German/RAF/USAF), die der Modellbauer zT. gar nicht nutzt.

GESAMTBETRACHTUNG:
Für die geschilderten Anwendungsbeispiele sind die Acrylmarker eine tolle und schnelle Alternative zu althergebrachter Modellbaufarbe. Gerade die vielen Kleinteile am Gießast freuen sich über die blitzschnelle Gestaltung. Mich hat dies zB. an manchem Feierabend motiviert, auch mal nur ein paar Minuten ans Modell zu gehen und sich auch über kleine Fortschritte beim Bau zu freuen.

Ich hoffe, Euch hier einen guten Eindruck zu den Möglichkeiten der Stifte und allgemein dem Bau des Mini-Tornado gezeigt zu haben!

Der Toni wandert in Kürze ins Rollout, aber gerne können hier weitere Erfahrungen zu diesen oder anderen Modellbaustiften ergänzt werden.

Ich danke Euch für die Tipps und Hinweise zu diesem Bericht.

Beste Grüße und viel Freude beim Modellbau.

Eric
 
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bolleken96

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Danke für deinen hochinteressanten Bericht!
 
Tracer

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Puh, ich hab mich jetzt über sieben Seiten mit Kommentaren zurückgehalten, weil ich echt hin- und hergerissen war. Ich wusste nicht, wie ich dieses Projekt einschätzen sollte. Ein Modell mit Stiften zu bemalen... Und irgendwie kann ich dem noch immer nichts abgewinnen, aber auf der anderen Seite sieht dein Tornado eigentlich ziemlich geil für nen 144er aus. Nur das Dunkelgrau ist für mich echt zu dunkel. Aber wie willste auch Stifte aufhellen. Also in Summe ein interessanter Bericht, ich denke der Stifteinsatz ergibt in gewissen Bereichen Sinn. In diesem Sinne danke für die Mühe!
 
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Danke, wieder viel gelernt! Als verschworener 72er glaube ich, Deine Erfahrungen bei Kleinteilen einsetzen zu können. Was mich da etwas irritiert ist der Gedanke, dass gerade Kleinteile auch eine große Farbvarianz haben - will ich wirklich soviele Stifte haben, von denen ich manche oft, viele selten nutze? und wie lang bleiben die funktionsfähig? Mischen geht ja wohl eher nicht...
 
Moquai

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Erstmal möchte ich mitteilen das ich dein Modell richtig gut finde, welches (abgesehen von den Gravuren) auch als 1/72 durchgehen könnte! 👍

Ich nutze überwiegend Gunze Aqueous Farben, und mit diesen haben die Töne der AK Stifte oft wenig zu tun!
( Welcher Hersteller nun richtig liegt 🤷🏻)
Zuerst war ich auch skeptisch, inzwischen nehme ich die AK's aber gerne um mal Teile des Cockpits etc auf die schnelle ( vor-) zu malen.

Top zum bemalen von Reifen!

Ein weiterer Einsatzzweck :
Klebe-/Spachtelstellen kurz mal überstreichen um Fehler besser sichtbar zu machen!
 
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Experiment: Marine-Tornado 1/144 "nur" mit Acrylmarker-Stiften gestalten (?)

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