F-16 TAI Özgür II (Kampfwertsteigerung)

Diskutiere F-16 TAI Özgür II (Kampfwertsteigerung) im Jets Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Da sich das Projekt von TAI namens Özgür II (Liberty II) in der Endphase befindet, und Block 30 Maschinen geupgradet werden und teilweise wurden...
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Da sich das Projekt von TAI namens Özgür II (Liberty II) in der Endphase befindet, und Block 30 Maschinen geupgradet werden und teilweise wurden (kompletter Abschluss 2026).
Möchte ich euch das Upgrade im F-16 Flugzeug vorstellen, das die Türkei als Ersatz für die F-16 Block 70/72 Upgrade einsetzen möchte (auch türkische Block 40/50 Maschinen werden geupgradet ab 2026/27 bis 2030) als überbrückung und Redundanz zusammen mit den modifizierten Eurofighter, bis TAI KAAN Flächendeckend in der Flotte Einsatzbereit ist.

Anmerkung: Die Türkei wird weder die neuen 40 F-16 Block 70 Maschinen erhalten noch 79 Block 70 Upgrade Kits (Türkei ist beim Großteil des Deals kompett ausgestiegen) für die vorhandenen Maschinen, da der US Senat durch israelische und griechische Lobbygruppen das blockiert bzw. mit strategischen Einschränkungen wie elektronisches Geofencing (unmodifizierbare IFF und keine elektronische Waffenaufschaltung und Freigabe) im System, und nur so verkaufen möchten. Für den eingeschränkten Einsatz in den Ägäis, Mittelmeer und Levante. Die Türkei lehnt diesen Rüstungsdeal mit der USA unter diesen Konditionen komplett ab, und geht nun einen eigenen Weg.


Was ist die Logik vom F-16 Özgür Projekt, und worin unterscheidet sie sich z.b von indischen Lizenzbau Su-30MKI
  • Indien (Autorisierter Lizenzbau): Indien arbeitet mit dem Segen und der offiziellen technischen Dokumentation aus Moskau. Russland lieferte die Blaupausen, den Quellcode und die Rohmaterialien. Indien baut oder baute die Jets in Lizenz nach und darf mit russischer Unterstützung eigene oder israelische/französische Systeme (wie Elta-Radare oder BrahMos-Raketen) über offizielle Schnittstellen einpflegen. Russland bleibt jedoch der Systemintegrator im Hintergrund. Das Problem dabei jedes Software & Hardware Upgrade oder integration von neuer Munition muss über mehrere Stakeholder zur Zertifizierung ins Su-30MKI System über französisch/Israelische und russische Subsysteme = keine operative Hoheit.

  • Türkei (Eigenmächtige Entkernung): Das ÖZGÜR-Projekt erfolgt ohne die Genehmigung, Kooperation oder den Quellcode von der USA & Lockheed Martin. Sie kann auch keine neuen F-16 in Lizenz herstellen, da die USA die Software nicht öffnen, kooperieren türkische Konzerne wie ASELSAN und TAI nicht mit dem Hersteller, sondern ersetzen das amerikanische System komplett durch ein eigenes. Es ist kein modifizierter Lizenzbau, sondern ein unautorisierte Generalüberholung und modifizierung der vorhandenen Flugzellen und ein nahezu komplett Austausch von allen elektronischen Systemen an einer westlichen Plattform = operative Hoheit.
Das ÖZGÜR-Projekt ist das nationale Modernisierungsprogramm der türkischen Luftwaffe für ihre F-16-Flotte. Im Kern handelt es sich um eine „avionische Herztransplantation“: Der verschlossene US-amerikanische Missionscomputer, IFF, EW/ECM, Radar, Kabelverbindungen wird komplett herausgerissen und durch ein von ASELSAN entwickeltes System samt Glasfaser Verbindungen und nationalem Quellcode ersetzt.

Der Hintergrund: Geopolitischer Zwang

Das Projekt entstand nicht nur aus Innovationsgeist, sondern vor allem aus strategischer Notwendigkeit:
  • Das F-35-Aus & Sanktionen: Nach dem Kauf des russischen S-400-Luftabwehrsystems wurde die Türkei 2019 aus dem F-35-Programm ausgeschlossen und mit CAATSA-Sanktionen belegt. Die F-16 musste plötzlich viel länger als geplant das Rückgrat der Luftwaffe bilden.
  • Die US-Blockade: Die Beschaffung von neuen F-16 Block 70 und Modernisierungskits aus den USA wurde jahrelang vom US-Kongress als politisches Druckmittel blockiert siehe meine Anmerkungen zum Block 70 Deal.
  • Überalterung der Flotte: Die älteren F-16 Block 30 und 40 näherten sich dem Ende ihrer strukturellen Lebensdauer (8.000 Flugstunden). Ohne ein tiefgreifendes Upgrade drohte der Luftwaffe ab Ende der 2020er Jahre eine kritische Fähigkeitslücke.
Die Logik: Drei strategische Säulen

Die Philosophie hinter ÖZGÜR folgt einer eiskalten Realpolitik- und Kosten-Nutzen-Rechnung:

1. Ausbruch aus der „Black Box“ (Souveränität)

Wer den Quellcode des Missionscomputers kontrolliert, kontrolliert die Einsatzfähigkeit des Jets. Bei den originalen US-Maschinen darf die Türkei ohne Freigabe aus der USA weder die Freund-Feind-Erkennung ändern, noch eigene Waffen integrieren oder die taktische Datenbibliothek/Bedrohungsbibliothek updaten.
Die Logik: Mit dem ÖZGÜR-Computer entscheidet allein die Türkei, wer als Feind markiert wird und wohin der Jet fliegen kann – völlig immun gegen Software-Abschaltungen aus der Ferne (Geofencing).
2. Radikale Kosteneffizienz

Die Entwicklung eigener Hochtechnologie (wie des MURAD GaN-AESA-Radars) ist anfangs teuer, bricht aber das Monopol der USA. Als die Amerikaner die Preise und die politischen Konditionen für die Viper-Upgrades massiv anhoben, hatte die Türkei durch den Erfolg von ÖZGÜR I & II (Block 30) die Hebelwirkung, die Beschaffung von 79 US-Modernisierungskits Ende 2024 offiziell zu stornieren. Das Geld fließt nun komplett in die eigene Wirtschaft (ÖZGÜR II für Block 40/50).

3. Das vernetzte Ökosystem (MUM-T)

Die Türkei hat sich zu einer Drohnen Spezialisten entwickelt (AKINCI, Aksungur, KIZILELMA, ANKA-3, TB2/TB3) entwickelt. Lockheed Martin hätte niemals den US-Quellcode modifiziert, um türkische Drohnen direkt von einer F-16 aus steuern oder zu koordinieren.
Die Logik: Durch das eigene System wird die F-16 zum fliegenden Gefechtsstand, der via Link 16 & T-Link nahtlos mit nationalen Drohnen, Kriegsschiffen und Bodenstationen in das Aselsan HAKIM 100 Netzwerk verschmilzt.
Was beinhaltet das Özgür Upgrade zum Vergleich zur F-16 Block 70/72

System / FeatureF-16 ÖZGÜR II (Türkei)F-16 Block 70/72 Viper (USA)
Halbleiter-Basis des RadarsGalliumnitrid (GaN): Höhere thermische Belastbarkeit, größere Reichweite bei gleicher Modulgröße, bessere Energieeffizienz. Bekommt Daten durch mehrere dezentrale Plattformen basierend auf der gleichen MURAD Radar PlattformGalliumarsenid (GaAs): Ältere Halbleitergeneration des AN/APG-83; immer noch modern sehr robust und bewährt, aber geringere Leistungsdichte als GaN. Wird ausgeglichen durch die Erfahrung und Know How von US Radartechnologien und Algorithmen
Radar-SpezialmodiMultimode & Elektronischer Angriff (EA): Die AESA-Antenne kann direkt als gerichteter Störsender gegen feindliche Radare genutzt werden. Zusätzlich erweiterbar durch ECM-Pods.Reine Radar- und SAR-Modi. Dedizierter elektronischer Angriff nur über externe ECM-Pods möglich.
EW-Autonomie (Threat Library)Vollständig autonom: Die Bedürfnisdatenbanken des FEWS-Systems können von der Luftwaffe jederzeit selbst editiert und geupdatet werden.US-kontrolliert: Updates für das Viper Shield-System erfordern die Freigabe und Programmierung durch die USA.
Manned-Unmanned Teaming (MUM-T)Nativ integriert via T-Link: Direkte Datenfusion im HAKIM 100 Netzwerk und Befehlskette zu unbemannten Systemen wie ANKA-3, AKINCI und KIZILELMA.Eingeschränkt: Primär auf Link 16 ausgelegt; MUM-T mit nicht-US-Systemen erfordert erlaubnis und komplexe Brücken-Gateways.
Cockpit-Ergonomie & HMDModernisiert: Enthält digitale und mechanischen Instrumentenkonsole, aufgerüstet mit mehreren großen hochauflösenden Farb-MFDs.
TULGAR HMD Multicolor Display mit High Off-Boresight Look-and-Shoot, integrierte Nachsicht, Flugdaten & Status,
3D-Audio Missile Warning System mit
Geräuschunterdrückung (ANR), Daten und
Sensorfusion von Radar und Statusdaten vom Netzwerk im Display aus dem TAI KAAN Programm
Modernisiert: Mit mehreren großen hochauflösenden Farb-MFDs und eine
Center Pedestal Display (CPD): Ein massiver 6x8-Zoll-Zentralbildschirm für optimierte Lageübersicht (Sensorfusion).
JHMCS II HMD Multicolor Display mit High Off-Boresight
Look-and-Shoot,
Flugdaten & Status, optional Nachtsichtgerät Fähig
FlugsicherheitPassiv / Warnend: Nationale Geländewarnsysteme (TAWS) und digitale Audio-Warnungen, jedoch kein automatisches Abfangen wie Auto-GCAS bei G-LOCAuto-GCAS: Automatisches System, das bei Bewusstlosigkeit des Piloten (G-LOC) die Flugsteuerung übernimmt und den Jet abfängt.
Freund-Feind-Erkennung (IFF)Milli IFF Mode 5 (Stand-alone/Verschlüsselt): Arbeitet plattformübergreifend mit nationalen Krypto-Schlüsseln und NATO-Verbund.Mode 5 NATO Standard: Voll interoperabel im NATO-Verbund, jedoch US-Schlüssel-abhängig.
F-16 TAI SLEP (Service Life Extension Program / Yapısal İyileştirme Projesi)





Das von TAI durchgeführte F-16 SLEP erhöht die Zelllebensdauer durch den gezielten Austausch und die Modifikation von bis 1500+ mechanischen Komponenten von 8.000 auf 12.000 Flugstunden bis weit in die 2040er Jahre. Im Fokus dieses tiefen strukturellen Eingriffs steht der Austausch der zentralen Hauptrumpfspanten FS 341 und FS 479 gegen neu CNC-gefräste Bauteile aus der hochfesten, risszähen Aluminiumlegierung 7050-T7451. Parallel dazu werden die oberen und unteren Längsträger verstärkt sowie die hochbelasteten Flügelwurzel-Beschläge aufgeweitet, neu ausgebuchst und mit Titanbolzen spielfrei fixiert. Ermüdungsgefährdete Außenhaut-Panels im Bereich der M61A1-Bordkanone und der Hauptfahrwerksschächte werden komplett ersetzt. Verfahrenstechnisch detektiert TAI Mikrorisse im Gefüge vorab mittels zerstörungsfreier Wirbelstrom-, Röntgen- und Ultraschallprüfung. Um zukünftige Brüche zu verhindern, werden alle kritischen Bohrungen mittels Kaltverfestigung im Split-Sleeve-Verfahren unter plastischer Aufweitung mit Druckeigenspannungen versehen, bevor die Zelle zum Schutz und zur Reduzierung des Radarquerschnitts eine radarabsorbierende RAM-Spezialbeschichtung erhält.


Cockpit der F-16 Özgür II (früherer Prototyp)


Aselsan MURAD AESA Radar (100A für Drohnen 110A für die F-16)



Aselsan FEWS (Fighter Electronic Warfare Suite)



Aselsan TULGAR


Die F-16 ÖZGÜR II & TAI Hürjet mit den Drohnen dient der türkischen Rüstungsindustrie als das zentrale fliegende Testbett (Avionics Testbed) für das nationale Kampfflugzeug TAI KAAN. Da es extrem riskant und teuer ist, völlig neue Subsysteme direkt in einem Prototypen der nächsten Generation zu debütieren, werden ein teil der Schlüsseltechnologien auf der bewährten F-16-Plattform im realen Flugbetrieb zur Serienreife gebracht.

Der wichtigste Bereich ist das MURAD AESA-Radar: Die zugrundeliegende Galliumnitrid-Halbleitertechnologie (GaN) und die Softwaremodi (wie SAR-Bodenkartierung und Multi-Ziel-Verfolgung) werden auf der F-16 flugvalidiert; für den KAAN wird dieses Radar später lediglich physisch mit mehr Modulen (360° AESA) und auf eine größere Antennenfläche mit deutlich mehr Sende-Empfangs-Modulen hochskaliert. Auch der Nationale Missionscomputer (MGB) und das dazugehörige Betriebssystem (OFP) dienen als direkte Software-Basis, um die grundlegenden Algorithmen der Sensorfusion zu testen, bevor sie in die hochkomplexe, mehrfach redundante Rechnerarchitektur des KAAN integriert werden. Darüber hinaus werden das TULGAR-Helmsystem, Komponenten der elektronischen Kampfsuite (FEWS) und das taktische Datennetzwerk T-Link (insbesondere für das Manned-Unmanned Teaming mit autonomen Begleitdrohnen) auf der F-16 und TAI Hürjet im Überschallbereich kalibriert.

Der größte Erfolg von ÖZGÜR Programm ist nicht, eine bessere F-16 als die US Block 70 zu schaffen (Die USA kennen ihr Flugzeug besser als jeder andere Betreiber). Der größte Erfolg ist, wenn jede in ÖZGÜR entwickelte Code Zeile später in abgeänderter Form direkt in KAAN übernommen werden kann und dadurch Entwicklungszeit, Kosten und Risiken erheblich minimiert.
 
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