FLIEGERHORST LIPPSTADT/LIPPERBRUCH

Diskutiere FLIEGERHORST LIPPSTADT/LIPPERBRUCH im Alte Flugplätze Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; 1934 begann man in Lipperbruch mit einem Segelflugplatz. Bereits 1935 wurde dieser Platz zu einem Fliegerhorst ausgebaut. Sparsam war man dabei...

Moderatoren: Skysurfer
  1. #1 MAX54, 10.02.2010
    Zuletzt bearbeitet: 11.02.2010
    MAX54

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    1934 begann man in Lipperbruch mit einem Segelflugplatz.
    Bereits 1935 wurde dieser Platz zu einem Fliegerhorst ausgebaut.
    Sparsam war man dabei keinesfalls.Feste Steinbauten und recht grosszügige Hallen (Hangars) wurden errichtet.
    Wie damals teils üblich, verlief die Start und Landebahn so, dass sie von den Bauten umgeben war, wie auch in Dortmund.
    Schon 1940 wurde dieser Flughafen mehrfach bombardiert.
    Am 14.April 1944 und am 15.Oktober 1944 wurde der Platz dann durch Bomben schwer beschädigt.
    Zu Ostern 1945 besetzten dann die Amerikaner den Fliegerhorst Lippstadt.
    Sie besetzten erst auf Ostern meinen Heimatort Geseke, kommend aus Richtung der Wewelsburg und Paderborn, und rückten dann nach Lippstadt weiter vor.
    Von Westen, aus Richtung Dortmund, Unna über Werl, rückten zu gleicher Zeit die Engländer nach Lippstadt vor.
    Dieses zusammentreffende Ereignis in Lippstadt wird auch in der HISTORY als Schliessung des Ruhrkessels bezeichnet.

    Bereits im Juni 1945 übergaben die Amerikaner den Engländern den Flugplatz.
    Diese bauten die teils zerstörten und auch gesprengten Gebäude wieder auf und betrieben anschliessend den Fliegerhorst.

    Nach recht kurzer Zeit verliessen die Engländer den Flugplatz wieder und richteten sich in den Flakkasernen in Lippstadt ein, die dann den Namen CHURCHILL BARRACKS trugen.

    1957 übernahm dann die Bundeswehr das Gelände, die dort auch Fallschirmspringer ausbildete.Zuvor war noch eine Zollbeamtenschule einquartiert.
    Als die Bundeswehr vor Jahren den Standort wieder aufgab, wurden die Gebäude für Flüchtlinge, Umsiedler usw. genutzt.

    Leider gibt es nur sehr wenig historisches Bildmaterial, worum ich mich aber noch bemühen werde.

    Auch zu meinem Heimatort Geseke (12Km entfernt von Lippstadt) gehörte seinerzeit ein Fliegerhorst, der Störmeder-Fliegerhorst.
    Dieser Horst war ein ganz besonderer Flugplatz.Die Engländer haben ihn ständig aus der Luft gesucht.Gefunden haben sie ihn erst Ende 1944.
    Der Platz war ganz speziell angelegt und ausgerüstet.
    WALTER SCHEEL, der ehemaliger Bundespräsident, war dort im Krieg stationiert.
    Über diesen Platz werde ich später mal berichten.

    Das erste Bild zeigt das Kommandogebäude mit dem Tower.
     

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  3. MAX54

    MAX54 Astronaut

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    Ehemaliges Offizierscasino.
    Man sieht schön an den Gebäuden, wie der Baustil im 3.Reich war.
     

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  4. MAX54

    MAX54 Astronaut

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    Eingangsbereich eines Kasernengebäudes.
    Wie damals üblich, grosszügige Deckenverkleidungen, indem meist mittig ein Hakenkreuz eingearbeitet wurde.
    Der Treppenaufgang ist ebenfalls noch ORIGINAL mit alten Wandstrahlern.
     

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  5. grinch

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    Kleines Detail. Walter Scheel war kein Pilot. Er war Offizier der Luftnachrichtentruppe, Adjutant und flog einige Einsätze als Bordfunker.
     
  6. grinch

    grinch Space Cadet

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    Doppelpost, bitte löschen.
     
  7. MAX54

    MAX54 Astronaut

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    Ich kenne ihn nicht persönlich, aber in unseren Archiven der Stadt Geseke steht geschrieben, dass er auch als Pilot im Einsatz war.
    Dann hat er eben gefunkt.Er war in jedem Fall bei uns am Horst im Einsatz.
     
  8. #7 aaron73, 18.02.2010
    aaron73

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    Fliegerhorst Störmede

    Über den Fliegerhorst Störmede gibt es ein gut recherchiertes und aussagekräftiges Buch von Helmut Mauermann. Der Autor hat sich viel Mühe gegeben und ein vielseitiges, umfassendes und differenziertes Buch erarbeitet.
    Leseempfehlung!
     
  9. MAX54

    MAX54 Astronaut

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    Ich weiss.Das Buch kenne ich natürlich.
    Eigentlich wollte ich seinerzeit über "STÖRMEDE" ein Buch schreiben.Bin schon in den sechziger Jahren damit angefangen am Platz selbst zu fotografieren und auch Material zu sammeln.
    Mein Vorteil ist und war, unser Nachbar, ein Herr Brandt, war die ganze Zeit im Krieg am Fliegerhorst "STÖRMEDE" beschäftigt.So hatte ich auch INFOS aus erster Hand bekommen.
    Ja, man darf eben nicht solange pennen, wie ich.
    Das Buch ist jetzt nun mal geschrieben.Für dieses Forum bleibt natürlich somit noch viel Spielraum, etwas darüber zu veröffentlichen.

    Netten Gruss,
     
  10. #9 aaron73, 21.02.2010
    aaron73

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    Na denn mal los! Ich erinnere mich daran, mit meinem Vater milit. Manöver der Engländer dort besucht zu haben. Beeindruckend war der langsame Überflug eines Senkrechtstarters entlang der Strasse Richtung Störmede.

    Die Lage des Flugplatzes war und ist aber auch wirklich beeindruckend schön und luftfahrtechnisch geschickt gewählt. Der Ausblick von dort oben Richtung Süden gehört zu meinen absoluten LieblingsHeimatAusblicken.

    Schade ist und bleibt natürlich, dass dort oben nie wieder Luftfahrt in irgendeinem Sinne stattfinden kann. Dafür ist Paderborn-Lippstadt einfach zu sehr gewachsen und der alte Flugplatz liegt mitten in der Kontrollzone.

    Aber vielleicht haben die Eindrücke von dort oben dazu beigetragen, dass ich inzwischen selbst begeisterter Luftsportler geworden bin. Stell Deine Bilder und Kommentare über den Platz doch online! Dann bleibt das Flugwesen dort zumindest im Netz irgendwie aktiv!
     
  11. n/a

    n/a Guest

    Grinch hat Recht (und in einem kleinen Teil Unrecht ;)). Walter Scheel war Nachrichtenoffizier seines Verbandes, als der Aufruf kam, dass sich diese Leute doch bitte freiwillig als Bordfunker melden sollten, wenn sie denn Interesse hätten. Es meldete sich daraufhin nur der Oberleutnant Scheel. Die braunen Abzeichen der Luftnachrichtentruppe wurden gegen die gelben der Fliegenden Besatzungen getauscht und Scheel war Besatzungsangehöriger. Scheel war somit nicht "nur" Luftwaffen-Fernmelder, aber Pilot war er auch nicht.

    Bekannt geworden ist eine Geschichte über ihn, als er mit einer Bf 110 unterwegs war, die starke Beschussschäden hatte einstecken müssen. Es regnete in Ströhmen und der Pilot hatte wohl Probleme, die Maschine überhaupt in der Luft zu halten, sodass er meinte, "machen Sie sich fertig zum Absprung", worauf Scheel nur gesagt haben soll, "aber Herr Oberleutnant, bei dem Wetter", woraufhin der Pilot die Maschine dann doch gelandet haben soll. :TOP:

    So erzählt vom vor drei Jahren verstorbenen Wolfgang Falck in seiner Autobiographie Falkenjahre.
     
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    Hallo

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  13. n/a

    n/a Guest

    Laut Dr. Kurt Braatz war das das damalige System der Wehrmachts-Luftwaffe. Man hat einen zentralen Fliegerhorst angelegt, das dürfte in diesem Falle Lippstadt gewesen sein und dann noch sogenannte Feldflughäfen um diesen gut ausgebauten Fliegerhorst herum. Die waren nicht so gut ausgestattet, aber auch nicht für so viele Flugzeuge ausgelegt wie die Fliegerhorste. Dass sie versteckt wurden war klar, sollten doch die Flugzeuge des "großen Bruders" disloziert werden können, wenn die Alliierten mal wieder diesen Flugplatz bombardieren.

    Ein anderes Beispiel ist etwa der ehemalige Heeresfliegerhorst Mendig, der im Dritten Reich unter dem Namen "Niedermendig" betrieben wurde und den Alliierten bekannt war. Als Ausweichplatz fungierte da unter anderem das heutige Segelfluggelände Mönchsheide bei Bad Breisig. Die Mönchsheide sollte sogar mit Anflugbefeuerung etc. aufgerüstet werden, um auch bei schlechtem Wetter als Ausweichplatz anfliegbar zu sein.
     
  14. #12 aaron73, 26.10.2011
    aaron73

    aaron73 Flugschüler

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    Bilder vom Flugbetrieb?

    Na kommt FlugzeugFreunde, hat denn keiner Bilder vom Fliegerhorst Lippstadt Lipperbruch? Lohnt sich eventuell ein Blick ins Archiv der Stadt?
     
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