Fliegerhorst - Metallfunde

Diskutiere Fliegerhorst - Metallfunde im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Liebes Forum, meine tägliche Pendelstrecke führt mich an einem alten Fliegerhorst vorbei. Vor einigen Jahren hat man damit begonnen, alle...

Tomcat_81

Kunstflieger
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Liebes Forum,
meine tägliche Pendelstrecke führt mich an einem alten Fliegerhorst vorbei. Vor einigen Jahren hat man damit begonnen, alle relevanten Flächen zu überbauen und alle Bestandsgebäude "umzuwidmen" - mit schwerem Herzen habe ich die monatlichen Veränderungen beäugt. Als damit begonnen wurde, den Außenbereich um die letzten verbliebenen Flächen und Hallen umzugraben, rückte vorher der Räumdienst an und ging mit allem Metallischen, was da noch im Boden steckte, ziemlich brachial per Kleinbagger um.

Ich war froh, als in den Containern dann hauptsächlich Lochbleche (Marston Matting ), Bodenanker, Ketten und Rohre lagen. Bei einigen Klein- und Kleinstteilen, die liegengeblieben waren, war ich mir aber nicht sicher, ob das nicht doch einmal Teile von Flugzeugen gewesen sein könnten, deshalb habe ich die vor der Entsorgung bewahrt und erst einmal im Keller eingelagert. Bei unserem Umzug in diesem Jahr kamen sie nun wieder zum Vorschein. Der betreffende Fliegerhorst war von 1936 bis 1945 in militärischer Benutzung, in dieser Zeit waren alle gängigen Flugzeugtypen der Luftwaffe dort zu Gast. Nach 1945 wurde der Flugplatz als Gefangenenlager benutzt und dort verbliebene Flugzeuge zusmmengeschoben und verschrottet, später war der Platz dann unter amerikanischer Verwaltung.

Die folgenden Metallteile kamen auf den heute überbauten Teilen des unbefestigten Rollfeldes zum Vorschein und müssen bis 1945 wohl entweder tiefer gelegen haben ( denn in der Anfangszeit des Gefangenenlagers wurde zum Wetterschutz von den Gefangenen deutschen Soldaten tief gegraben, um zumindest ein wenig Schutz vor den Elementen zu haben) oder kamen später dazu. Es ist also alles möglich, vom landwirtschaftlichen Gerät vor 1936 über Teile von Flugzeugen, Wartungstechnik, amerikanischem Rasenmäher oder Fernmeldetechnik ...
Vielleicht kann das ein- oder andere Teil ja doch identifiziert werden.

Ich möchte mit zwei Teilen beginnen, die zumindest recht charakteristisch sind und die ich am ehesten in die Zeit des Zweiten Weltkriegs stecken würde -
eines der wenigen Aluminium-Teile, sogar mit Nieten und einer Nummer (wohl 89 S 98048 L )
sowie ein kurzer Bolzen mit der Aufschrift 2,5 und dem Durchmesser von 27mm, der mich an die Flügelbolzen der BF-109 träumen ließ.
Wer kann mich hier desillusionieren?

Vielen Dank,
Tomcat
 
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Jubernd

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Zunächst einmal eine allgemeine Einschätzung: Solche Teile lagen und liegen in Werks- oder Flugplatznähe massenhaft herum. Bei uns sehen solche Alu-Bruchstücke stets so aus, als ob sie von Schrottsammlern zerschlagen und wegen ihrer geringen Größe nicht mitgenommen worden sind. Vielleicht kann jemand mit der Nummer etwas anfangen. Es dürfte sich nicht um übliches Dural-Winkelmaterial, sondern um eine Druckguss-Legierung handeln. Verwendungszweck unbekannt. Auch der Bolzen kann vielseitig verwendet worden sein. Vielleicht hat noch jemand eine Idee?
Grüße
 
Kenneth

Kenneth

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Ist es ein Geheimnis, um welchen Fliegerhorst es sich handelt?
 

Tomcat_81

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Vielen Dank für Eure Antworten!
@ Jubernd: Danke für Deine Einschätzungen! Genau- der Winkel ist bei näherer Betrachtung gegossen und wohl ziemlich weich im Vergleich zum Dural. Eventuell doch Schneeschaufel statt Flugzeug ? Wandert vorerst aber wieder in die Kiste.
@ Kenneth: Nur noch zum Teil, da nur die "Champignons" in Mietraching vom BND übernommen wurden und deshalb weiterhin 'geheim' sind. Auf dem übrigen Gelände der Bad Aibling Station sind mittlerweile die DLRG, Kindergärten, Leichtbau-Paneele und eine Null-Energiestadt zu Hause.
@ Tarhe: Genau das ist mein Dilemma. Ich hoffe, dass beim Räumdienst jemand dabei war, der interessante Teile schon vorher aussortiert hatte, so denn überhaupt etwas gefunden wurde. Ich stand damals vor den Metallteilen und konnte nichts identifizieren - es blieb bei einer Schachtel mit Kleinteilen.
Viele Grüße
Tomcat
 

Tomcat_81

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Danke, Atzenstein! Dann wirds wild, denn ich hatte nicht angenommen, dass in Mietraching auch amerikanische Flugzeuge verschrottet wurden!
 
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Atzenstein

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Danke, Atzenstein! Dann wirds wild, denn ich hatte nicht angenommen, dass in Mietraching auch amerikanische Flugzeuge verschrottet wurden!
Also das kann ich dir schon mal zu 100% versichern, daß es keine deutsche Teilenummer ist. Ich schubs die Nummer mal in unsere FB-Gruppe, mal sehen was meine Spezies dazu sagen.

Und du hast Post :10:
 
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Atzenstein

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Absolut fantastisch, herzlichen Dank für Deine Arbeit! Im Moment bin ich noch voll an der Klärung des deutschen Pilotenschicksals, von dem ich in meinem anderen Beitrag berichte, aber mit Deiner unschätzbaren Hilfe ist das eine Spur!
Bitte auch meinen herzlichen Dank an Deine Jungs im Hintergrund!
Tomcat
 
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Tomcat_81

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Atzensteins geniale Fährte hat mir gezeigt, dass die Streufunde wohl mehr enthalten, als ich zunächst dachte!
Weitere Spuren einer p 47 zu finden wird schwierig, aber da ich ohnehin am Knobeln und Puzzeln bin, mach ich weiter. Für den Bolzen hat sich @tarhe 's Vermutung als richtig erwiesen, mit einem Luftwaffe-Bezug:
Hier gezeigt sind Bilder aus einer Auktion, in der Teile eines Luftwaffe-Hebekrans angeboten wurden. Passt won den Maßen und der Zahl perfekt zum Schraubbolzen!
 
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Tomcat_81

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Eine massive Kurbel ( Arm 18 cm, Griff 16 cm) weist zwar noch Reste dunkelgrauer Farbe und die Nummer 7392854 und ein Symbol (P auf Pfeil?) auf, ist aber dermaßen massiv, dass es wohl auch von keinem Flugzeug stammt.
 
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@78587? : Vielen Dank, das ergibt Sinn!
 

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Liebes Forum,
Corona hat mich lange von der Kamera ferngehalten, aber in den nächsten Tagen möchte ich Euch wieder einige der Funde vorstellen -
wieder ist alles denkbar, von landwirtschaftlicher Zugmaschine bis amerikanischem Rasenmäher!

Dieser Fund besteht offenbar aus Aluminium, eventuell sogar aus Dural.
Die Maße sind 10,5 cm x 8,8 cm, auf Bild 02 erkennt man auf 14:30 Uhr einen dort eingelassenen Eisenbolzen - mutet ein wenig wie ein Überdruckventil an.
die konkave Seite trägt eine matt-dunkelblaue Lackierung, anhand der vielen eng beieinander liegenden Löcher könnte man Nieten als ehemalige Befestigung vermuten.

Die lackierte, konkave Seite trägt ein großes "D", die unlackierte, konvexe Seite eine eingepunzte Nummer: 26718.
Für ein Rasenmäherteil wäre das schon recht aufwändig!

Was kann das sein?
 
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Tomcat_81

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Und noch ein besonderes Stück - das einzige, das ich von Anfang an als einem Flugzeug zugehörig identifizieren konnte.

Länge ca. 30 cm, ca. 25 cm breit, aber so dreidimensional gefaltet, dass es immer noch mehr Knödel als Blech ist.

War beim Auffinden vollständig zusammengefaltet (der Räumdienst hatte es auf der Wiese "vergessen" und nicht beim Rest abgelegt), aber die Nietlöcher und das extrem harte Aluminium liessen keinen Zweifel zu.

Nachdem @Atzenstein das p47-Teil identifiziert hat und noch zusätzlich einen Bezug zu einer abgestürzten Maschine aufgezeigt hat, die laut MACR-Report exakt in diesem Bereich heruntergekommen sein musste, habe ich das Blechteil aufgefaltet und war erstaunt, eine grellrote Markierung zu finden, die ein kreisrundes Loch umschloss und in eine dunkelgrüne Farbfläche übergeht, die im Foto weit heller wirkt, als sie ist ...

Bei längerer Suche habe ich einen Bereich an verschiedenen P47 D gefunden, der eine solche Markierung zu tragen scheint. Zur P47 D "Stump lifter", die hier abgestürzt ist und von Atzenstein identifiziert wurde, könnte das nach einer Fotografie dieser Maschine passen. War ebenfalls eine Maschine in natural-aluminium mit dunkelgrünem anti-glare-stripe vor dem Cockpit.

Ich bin mir aber unsicher, ob diese Markierung nicht eher eine Zugangsklappe umschliessen würde anstatt nur eines perforierten Blechs- auf anderen Bildern scheint das so. Wer weiß mehr?

Viele Grüße
Tomcat

Quellen:
Bild einer P47d aus
Stump lifter aus
 
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Atzenstein

Atzenstein

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Dieser Fund besteht offenbar aus Aluminium, eventuell sogar aus Dural.
Die Maße sind 10,5 cm x 8,8 cm, auf Bild 02 erkennt man auf 14:30 Uhr einen dort eingelassenen Eisenbolzen - mutet ein wenig wie ein Überdruckventil an.
die konkave Seite trägt eine matt-dunkelblaue Lackierung, anhand der vielen eng beieinander liegenden Löcher könnte man Nieten als ehemalige Befestigung vermuten.
Die lackierte, konkave Seite trägt ein großes "D", die unlackierte, konvexe Seite eine eingepunzte Nummer: 26718.
Hi
sieht für mich stark nach Flugzeug aus, mein Bauch tippt auf Motorbereich; von der Farbgebung her tendiere ich allerdings zu "Deutsch".
Mit der 26718 kann ich jedoch momentan nichts anfangen, wenn es deutsch wäre, dann ist es auf alle Fälle keine Teilenummer. Ist da links von der Nummer noch ein Stempel oder sieht das nur auf dem Photo so aus?
Ich habe das Teil mal bei uns in der FB-Gruppe gepostet, in der Annahme das du damit einverstanden bist.

Das Teil mit dem roten Rahmen könnte wirklich der Rahmen auf den Flugzeug-Bildern sein.
Meinst du mit "rundem Loch" das welches auf "Al-sheet3.jpg" rechts zu sehen ist, mit einem Durchmesser von etwa 12 mm? Wenn ja, dann könnte das ein Loch für einen Schnellverschluß deiner vermißten Zugangsklappe sein.
Ich verstehe allerdings dein "Ich bin mir aber unsicher, ob diese Markierung nicht eher eine Zugangsklappe umschliessen würde anstatt nur eines perforierten Blechs " nicht so wirklich. Wie sollte deiner Meinung ein Blech aussehen, welches man mir Gewalt aus seiner Nietverbindung gerissen hat? Und die Warnrahmen sind in der Regel auf der Strukturseite aufgemalt und seltener auf den Zugangsklappen selbst.
 
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