Fliegerwerft privatisieren?

Diskutiere Fliegerwerft privatisieren? im Bundesheer Forum im Bereich Einsatz bei; Wieso wurden die Fliegerwerften und das TLZ des Bundesheer nie privatisiert? Gab es in der Vergangenheit Versuche in die Richtung? Andere...

Moderatoren: TF-104G
  1. #1 beistrich, 08.02.2015
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    Wieso wurden die Fliegerwerften und das TLZ des Bundesheer nie privatisiert? Gab es in der Vergangenheit Versuche in die Richtung?

    Andere europäische(auch neutrale) Länder haben die selben technischen Kompetenzen entweder in eine private Firma überführt oder gleich dem Haus-und-Hof-Lieferanten überlassen. Wieso nicht das Bundesheer? War das eine bewusste Entscheidung der Politik?
     
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  3. #2 netvoyager, 08.02.2015
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    Da fragst du mal die deutsche Bundeswehr zum Thema Eurofighter und Tornado Wartung, wie überwältigend "gut" das bei der Industrie funktioniert.
    Von einem Klarstand, wie bei den EF des Bundesheeres, träumt man in Deutschland nicht nur nachts.

    "Kooperative Modelle" bei denen die Industrie die Oberhand hat, degradieren die Armee in der Regel zum Bittsteller, weil wirtschaftliche Belange über die Einsatzfähigkeit der Truppe gestellt werden. Flexible Reaktionen auf erhöhte Einsatzanforderungen kosten hier hohe Extrasummen oder sind überhaupt nicht umsetzbar, weil dafür entweder zu wenig Personal vorhanden ist, oder arbeitsrechtliche Vorschriften die -dann notwendige- Mehrarbeit nicht zulassen. Letzeres lässt sich auch prima als Ausrede "vorschieben"

    Damit lässt sich sprichwörtlich "kein Krieg gewinnen".

    Insofern ist die österreichische Vorgehen, die Fliegerwerften nicht zu privatisieren, bzw. die "Befehlsgewalt" beim Militär zulassen nicht der schlechteste Weg.
     
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  4. #3 beistrich, 08.02.2015
    Zuletzt bearbeitet: 08.02.2015
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    Ja, sicher nicht der schlechteste Weg. Nur ungewöhnlich. Mir fällt gerade keine Luftwaffe in Europa ein, die zb: ein MLU an einem Flugzeug selbst durchführt.


    zum Beispiel deutsche Luftwaffe: Sie sind derzeit ein schlechtes Beispiel für vieles, dort läuft seit mehr als 15 Jahren vieles schief. Bei denen wird sogar eine EC-135 zur Fehlbeschaffung.

    Andere Länder mit stärker eingebundenen Industrie, wie die RAF, schaffen es ihre Flieger erfolgreicher zu betrieben. (soll nicht heißen, dass dieses System automatisch besser ist, besonders angesichts der Kosten)
     
  5. 7L*WP

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    In anderen Ländern bezeichnet man auch ein MLU, wie es derzeit an der 105er durchgeführt wird, noch lange nicht als MLU!:wink:
     
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  6. #5 phantomas2f4, 09.02.2015
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    phantomas2f4 Astronaut

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    Kann man denn mal erfahren, was an der SAAB 105 OE als MLU durchgeführt wird ?
    Gibt es da so etwas wie eine service life extension ( strukturvelängernde Maßnahmen ), was viel wichtiger wäre als nur "ein paar schwarze Kästen" ( Avionik ) auszutauschen ???

    Klaus
     
  7. 7L*WP

    7L*WP Astronaut

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    Soweit ich weiß, werden hauptsächlich die Kommunikations- und Navigationsausrüstung partiell erneuert!

    Strukturverlängernde Maßnahmen?
    Du weißt aber schon, dass die 105er in Bananien ihr MLU bekommen!:FFTeufel:

    Ich habe irgendwo vor ein paar Jahren einmal ein Interview mit Oberst Doro Kowatsch gelesen, wo er meinte:" Was nützen uns neue Funkgeräte wenn die Zellen und die Cockpithauben zerbröseln!"
     
  8. Cupra

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    Naja, die RUAG inner Schweiz macht an den F/A-18 auch ziemlich viel selber.....
     
  9. Lubeo

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    Weil sie vielleicht vernünftig sind?

    Schliesse mich sind netvoyager an; so lässt sich keinen Krieg gewinnen. Zumal gerade in der heutigen Kultur mit "Vetternwirtschaft" und hohen Gewinnmargen würde eine Armee dann wohl mit der Zeit finanziell ausgenommen werden. Die USAF ist da vielleicht in einigen Bereichen eine Ausnahme mit z.B. zivilen Aggressoren, aber dort läuft somanches anders.


    Und das wäre?
     
  10. #9 airframe, 09.02.2015
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    Bei der 105 heißt MLU ja auch "Mitleidupdate"
    Die Werften privatisieren? Hörts auf den Teufel an die Wand zu malen. :FFTeufel:
     
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  11. #10 netvoyager, 09.02.2015
    Zuletzt bearbeitet: 09.02.2015
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    Die deutsche Luftwaffe hat an der F-104, der F-4 und dem Tornado alle Modifikationen selbst in eigenen Werften eingerüstet. Der letzte Tornado, der letztes Jahr die militärische Instandsetzung in Erding verlassen hat war z.B. ein ASSTA 3 Upgrade.
    Fast alle fabrikfrischen IDS-Tornados wurden zuerst von der Industrie in Manching nach Erding geflogen, um dort in zweimonatigen Aufenthalten wichtige Teile der Bewaffnungsanlage einzurüsten, die in der Produktion nicht mehr eingeplant werden konnten.

    Grundsätzlich wurde immer ein Anteil an die Industrie vergeben. Dieser Anteil wurde im Laufe der Jahre immer größer, weil die Industrie immer wieder die "Entlassungskeule" ausgepackt hat und mit dem Verlust von Arbeitsplätzen drohte. Mittlerweile gibt es keine eigene Depotinstandsetzung kompletter Flugzeuge bei der Bundeswehr mehr. Die Fähigkeiten gehen unwiederbringlich verloren.
    Das Ergebnis findet man aktuell nahezu täglich in den Medien.

    Während der Einsätze über Ex-Jugoslawien wurden bei der militärischen Flugzeug- und Triebwerksinstandsetzung seinerzeit relativ unproblematisch einfach über Nacht die Schlagzahlen hochgefahren, um ausreichend einsatzklare Flugzeuge und Triebwerke zu haben.
    Heute geht das nur noch gegen Einwurf kleiner Münzen bei den "Industriepartnern" mit wochenlagem Vorlauf, wenn überhaupt.

    Eine eigene Fliegerwerft zu haben, die auch komplexe Aufgabenstellungen ohne fremde "Hilfe" erledigen kann ist auf keinen Fall ein Nachteil.
    Wenn sie entsprechend ausgelastet ist, ist ihr Betrieb auch rentabler als eine Industriepartnerschaft. Bei der Bundeswehr hat man die fehlende Rentabilität auch erst durch verstärkte Verschiebung der Aufgaben an die Industrie erzeugen müssen. Vorher war die eigene Instandsetzung bei allen Berechnungen immer wirtschaftlicher.
     
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  12. #11 beistrich, 10.02.2015
    Zuletzt bearbeitet: 10.02.2015
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    Das stimmt, bei dem MLU der Saab-105 geht es weniger um Lebensverlängerung sondern um den sichereren Betrieb bis (geplant) 2020 sicherzustellen. Vornehmlich geht es um IFR. Von der derzeitigen 18 werden nur 12 dem MLU unterzogen und die letzten 6 sollen im VFR abgeflogen werden.

    Soweit ich weiß:

    - teils neue Avionik
    - teils Cockpit updatet
    - Verkabelung erneuert


    "Du Werner, ich hätte da eine Idee... " :FFTeufel:
     
  13. 7L*WP

    7L*WP Astronaut

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    Antwort vom Werner:"Gerald, du kluges Bürscherl du!!! Aber du weißt eh. Es darf uns nichts kosten und es darf auch keine Wählerstimme verloren gehen...
    ...und wenn es funktioniert sagen wir, dass es meine Idee war!":FFTeufel::FFTeufel:
     
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  15. Cupra

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    Wartun, Instandsetzung, Updates etc. Dazu die Testflüge bevor sie wieder an die Truppe zurück gehen etc. Das gleiche auch bei den F-5... die PC Trainer werden glaub beim Hersteller selber gewartet.

    Wobei die RUAG ja auch irgendwie nen halb staatlicher Konzern ist.
     
  16. #14 sixmilesout, 14.02.2015
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    Jetzt setzt man erstmal wieder Geld in den Sand und bezahlt ein MLU. In den nächsten Jahren kommt dann die Evaluierung eines neuen Fliegers und man kommt dann drauf, das Geld für die Anschaffung neuer Flieger fehlt. Genau der teil, der zuvor als MLU an der Saab 105 verpulvert wurde.

    Wetten? :FFTeufel:
     
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