Flug nach Venedig St. Nicolo

Diskutiere Flug nach Venedig St. Nicolo im Privatfliegerei & Flugsport Forum im Bereich Einsatz bei; Hallo, nachdem Gero mal wieder einen so tollen Beitrag mit 9! Seiten Bildern gebracht hat, muss ich meinem Freund heute einmal etwas...

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  1. #1 horst98, 29.08.2008
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    Hallo,

    nachdem Gero mal wieder einen so tollen Beitrag mit 9! Seiten Bildern gebracht hat, muss ich meinem Freund heute einmal etwas nacheifern.

    Mitte Juni hatten wir uns mit kleiner Crew in Augsburg bei den Munich Flyers zu einem Flug nach Venedig St. Nicolo (LIPV) auf dem Lido verabredet. Einer sollte hinfliegen und der andere (ich) zurück. An Bord war auch unser Lieblingsfluglehrer, da dies gleichzeitig unsere Alpeneinweisung und der jährliche Checkflug des Charterers werden sollte.

    Morgens um 8:00 Uhr standen wir Mitte der Woche in Augsburg und es ging nichts. IMC! Erst nach 10:00 Uhr konnten wir los. Da die Abende im Juni aber lang sind, sollte uns das nicht weiter kümmern.

    Die Mike-Bravo mit ihren Langstreckentanks und dem neuen Motor war gut gerüstet. Die zusätzliche Stunde verbrachten wir mit zusätzlicher Planung, wienern der Scheiben (auch von innen) und volltanken. Die Long Range Tanks (max Endurance 5:30) sollten uns später noch helfen ...

    Ein Blick beim Start auf EDMA zeigt den Stand der Erweiterungsarbeiten, die 4 Mio. EUR verschlingen werden und die Bahn deutlich verlängern und zusätzlichen Hangarraum schaffen.
     

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  3. #2 horst98, 29.08.2008
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    Während wir in der Luft übten sind andere Strecken für die Gefährte mit vier Rädern da:
     

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  4. #3 horst98, 29.08.2008
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    Nicht nur die Straßen waren nass. Auch der Luftraum hatte reichlich Wasser zu bieten. Hier sind wir irgendwo vor dem Starnberger See und haben den ersten Wolkenlayer bereits nach oben in rund 4500ft überwunden.

    Andeutungsweise noch noch der weitere Wolkenlayer über uns zu sehen:
     

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  5. #4 horst98, 29.08.2008
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    Das berühmte Wasserkraftwerk zwischen dem Kochel- und dem Walchensee sollten wir noch ein paar mal sehen. Unten habe ich mir schon zweimal die Technik-Ausstellung im Museum angesehen. Auch eine Wanderung um den Kochelsee ist sehr zu empfehlen:
     

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  6. #5 horst98, 29.08.2008
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    Das Wetter war nicht wirklich besser nur die Bildverarbeitungssoftware hat den Kontrast der Fotos etwas verbessert.

    Nun galt es ein Loch zu finden, das uns den Durchflug nach Innsbruck erlauben würde. Aber so richtig aufmachen wollte es nicht. Einmal mussten wir sogar kurz vor unheimlich schnell aufziehenden Wolkenbänken eine Umkehrkurve fliegen. Scharnitz, den November Punkt von Innsbruck, konnten wir sehen, flugtechnisch erreichbar war er aber nicht. Zu oft und zu schnell zogen die Wolken immer wieder zu.

    Da wir aber in einem Flugzeug saßen erschließt sich ja noch die dritte Dimension.

    Also in flachen Kurven mit maximalem Steigen nach oben. Doch drei ausgewachsene Personen mit leichtem Bauchansatz und volle Langstreckentanks machen eine C172 nicht zu einem Abfangjäger. Also kurbelten wir uns zwischen Kraftwerk und Walchensee langsam nach oben:
     

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  7. #6 horst98, 29.08.2008
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    Dann endlich hatten wir nach 30 endlosen Minuten den obersten Layer überwunden und blauer Himmel erwartete uns in FL108:
     

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  8. #7 horst98, 29.08.2008
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    Doch noch war es nicht soweit. Immer wieder quollen Türme aus der Suppe heraus und wir mussten uns in einem Slalom herum bewegen. Dabei immer hübsch Abstand von den Wolken halten. Vereisung droht und der Luftraum Echo gibt die Abstände vor:
     

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  9. #8 horst98, 29.08.2008
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    Innsbruck gibt uns die Freigabe für den Durchflug durch die Kontrollzone und wir können rückwärts durch die immer größer werdenden Wolkenlücken einen Blick auf das Inntal werfen. Hatte uns Anfangs das Eurach VOR noch redundante Positionsangaben zum GPS gegeben, mussten wir uns hinter dem ersten Alpenkamm immer mehr auf das große Garmin GPS verlassen. Die größer werdenden Wolkenlücken halfen bei der Navigation. Ohne GPS wäre das Auffinden der Ein- und Ausflugpunkte echt schwierig geworden:
     

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  10. #9 horst98, 29.08.2008
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    Sierra von Innsbruck ist die mittlerweile doch arg in die Tage gekommende Europabrücke, wie ich es zwei Wochen später mit dem Auto wieder 'erfahren' durfte:
     

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  11. #10 horst98, 29.08.2008
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    Dann endlich ist der Brenner erreicht. Ab jetzt geht es wieder 'bergab'. Doch wir müssen noch ein großes Loch für den Wiederabstieg finden. Der Fluglehrer auf dem Co-Platz wacht darüber, dass wir luftrechtlich 'clean' bleiben. Die Alpeneinweisung sollte aber noch toller werden:
     

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  12. #11 horst98, 29.08.2008
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    Dann ist die große Lücke da und über Südtirol geht es wieder unter die Ceiling. Jetzt haben wir nur noch eine Wolkendecke und es wird merklich wärmer im Flieger. Dass es draußen kalt war und dass auch die Luftfeuchtigkeit in der relativen Nähe zu den Wolken recht hoch war, zeigen vereinzelte Tropfen an den Streben. Wehe dem, der seinem GPS, dem Autopiloten und dem Höhenmesser vertraut und mit einer C172 durch die Wolken fliegen will.

    Eisansatz wird ihn sicher zu Boden bringen.
     

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  13. #12 horst98, 29.08.2008
    Zuletzt bearbeitet: 30.08.2008
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    Dann ist das Etschtal unter uns und nicht enden wollende Weinfelder begleiten unseren Weg nach Süden - Venedig wir kommen!
     

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  14. #13 horst98, 29.08.2008
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    Alpenfliegen bedeutet auch das Fliegen nahe an Bergen. Es ist schon toll, wenn man unterhalb des Bergkamms fliegt. Aber aufgepasst - Auf- und Abwinde können einen Eintonner mit nur 160PS leicht in Schwierigkeiten bringen. 600ft/min ist keine wirklich große Steigrate, wenn die Hälfte durch Abwinde zu Nichte gemacht wird. Auch die Wahl der Flugroute in einem engen Tal will gelernt sein. Eine ordentliche Umkehrkurve braucht Platz!

    Auch Orientierung muss man haben. Der Einflug in ein enger werdendes Tal mit Ceiling kann schnell in der Katastrophe enden ...
     

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    gero gefällt das.
  15. #14 horst98, 29.08.2008
    Zuletzt bearbeitet: 29.08.2008
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    Dann kommt die Po-Ebene in Sicht. Wir waren schon vorgewarnt. Viel Dunst und Feinstaub reduzieren die Sichten gewaltig. Das ist aber nicht wirklich schlimm, Die Po-Ebene gehört den Militärs und die General Aviation hat sich maximal bis 2000ft aufzuhalten. UL-Fliegerei ist in Italien wohl ganz interessant. Maximal 500ft GND sind zulässig. Was bei uns die Mindesthöhe ist, ist dort für die ULs das Maximum. Am Wochenende wird aber wohl nicht verteidigt. Da darf der UL-Pilot immerhin 1000ft hoch fliegen.

    Um Venedig zu erreichen muss man über die Rote Route 1 auf 2000ft einfliegen (frei nach Jagd auf Roter Oktober ;-) ). Man meldet sich an und wird völlig wahllos zwischen verschiedenen Frequenzen und Zuständigkeiten hin und her gereicht. Eines ist allen gemeinsam. Schnelle Sprache und schlechtes Englisch. Aber nach dem zweiten Kontakt hat man das Itenglisch drauf und man kommt eigentlich ganz gut zurecht. Nur die angegebenen Meldepunkte sind nicht einfach zu finden. Einmal konnte uns auch die Jeppesen Karte nicht weiter helfen. Padua East steht halt nur auf der Flugplatzkarte. Gut, dass wir das Jeppesen Kit für 46 EUR gekauft hatten.
     

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  16. #15 horst98, 29.08.2008
    Zuletzt bearbeitet: 30.08.2008
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    Po-Ebene Fliegen ist alles andere als beruhigend. Wo soll man landen, wenn der Motor aussetzt? Alles ist voll gebaut und wo keine Straße oder Haus steht, wächst Wein. Keine einfache Sache. Auch VFR ist nicht leicht, denn überall gibt es gleichgroße Straßen, Eisenbahnen und Flüsschen. Das große Garmin hilft auch hier wirklich weiter.

    Kennt Ihr den folgenden Witz? Ein Fallschirmspringen springt aus dem Flugzeug und zieht den Schirm. Der Griff reißt ab. Darufhin zieht er den Ersatzschirm und auch hier reisst der Griff ab. Nun schickt er ein Stoßgebet gegen Himmel: "Heiliger Antonius hilf!" Da erscheint eine riesig große Hand und fängt ihn auf und eine überirdische Stimme fragt: "Welchen heiligen Antonius meinst Du? Den von Padua oder von Oberpfaffenhofen?" " Natürlich den von Padua!" Darauf hin dreht die Hand sich ohne Worte um und entlässt den Springer auf den weiteren Weg zur Erde.

    Nun, wir sind knapp oberhalb der Basilika von Padua und brauchen den heiligen Antonius nicht wirklich. Unser neuer Motor schnurrt wie am Schnürchen mit 120kts auf dem Weg nach Venedig.
     

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  17. #16 horst98, 29.08.2008
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    Dann endlich ist nach gefühlten 10 Pflichtmeldepunkten die Lagune erreicht. Noch einen Haken nach Norden und Venedig liegt vor uns:
     

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  18. #17 horst98, 29.08.2008
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    Als Kind war ich oft bei Venedig an der Adria. Dass die ganze Lagune aber mehr wie unser Wattenmeer bei Flut aussieht, war mir nicht bewusst. Am Horizont links ist Venedig schon zu erahnen:
     

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  19. #18 horst98, 29.08.2008
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    Halligen? Die Venezier sind härter:
     

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  21. #19 horst98, 29.08.2008
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    Hier kommen sich die Reichen wild vor:
     

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  22. #20 horst98, 29.08.2008
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    Immer dichter kommen wir nach Venedig und die Bebauung nimmt jeden verfügbaren Quadratmeter gefangen:
     

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