Flughafen Lipezk

Diskutiere Flughafen Lipezk im Russische / Sowjetische LSK Forum im Bereich Einsatz bei; Hallo, bekanntlich gab es in Lipezk (Lipetsk) von 1925 bis 1933 eine deutsche Fliegerschule, die zusammen mit einer Einheit der Roten Luftflotte...

Sanjuscha

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Hallo,
bekanntlich gab es in Lipezk (Lipetsk) von 1925 bis 1933 eine deutsche Fliegerschule, die zusammen mit einer Einheit der Roten Luftflotte in unmittelbarer Nähe der Stadt, besser gesagt: in der Stadt Lipezk untergebracht war, samt einem Flugfeld direkt neben der Schule, das von Deutschen und Russen im Wechselbetrieb genutzt wurde.

Außerdem haben einige Jahre lang Ingenieure der Reichswehr, die monatelang in der Fliegerschule untergebracht waren, außerhalb der Stadt einen Bombenabwurfplatz nutzen können. Dort wurden Betonbomben abgeworfen, aber auch scharfe Bomben. Es ging da um die Erprobung von Zielvisieren, Abwurfvorrichtungen der Flugzeuge und anderes. Neben dem Platz gab es eine Schlucht, in der Zielscheiben für Jagdflieger aufgestellt waren, die Schießübungen mit dem MG machten (sofern die Synchronisierung funktionierte).

Weiß jemand, wo genau dieser Bombenplatz lag? Das Bodenpersonal fuhr mit Pkw dorthin, er muss also schon eine Strecke außerhalb von Lipezk gelegen haben.

Andersherum gefragt. Es gibt in Lipetsk den Internationalen Flughafen Lipezk und das (militärische) "Aviazentr Lipetsk".
Mir ist nur die Lage des Internationalen Flughafens Lipezk bekannt, nicht jedoch die Lage des Aviazentr Lipetk. Liegen beide am selben Ort?

Könnte es sein, dass der Internationale Flughafen von Lipezk in den 1960er Jahren am Ort des Bombenplatzes angelegt wurde? Immerhin war dieser Bombenplatz nicht gerade klein, und er war auf einer völlig ebenen Fläche angelegt worden (von der Schießschlucht mal abgesehen).

Kann mir jemand sagen, wo ungefähr das "Aviazentr Lipetsk" liegt? Da es dort öffentliche Flugtage gibt, wird die ungefähre Lage dieses Flugplatzes wohl kein militärisches Geheimnis sein. (Oder doch?)

Beste Grüße
Sanjuscha



russ. Luftwaffenbasis in Lipetsk
 
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Skadoosh

Skadoosh

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Ein Blick in Google Maps sollte zumindest einige der o.g. Fragen beantworten

 
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Sanjuscha

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Hallo Skadoosh,
danke für die Karte, die einiges aussagt. Hatte unter bing nachgesehen und nur den Internationalen Airport Lipezk gefunden.
Tja, wo war nun der alte Bombenplatz.
Sanjuscha
 
Jeroen

Jeroen

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Tja, wo war nun der alte Bombenplatz.
Die Bedingungen fur die deutschen damals waren eine 4000m x 4000m grossen Bombenubungsgelande nicht weiter als 50km von Lipetsk, also das beschraenkt schon die Suche....
Ein schneller Blick auf die Karte gibt her das es moglich ein (kleiner) Poligon gab nahe Lebasche nordostlich Lipetsk.
 
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eggersdorf

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Der heutige Flugplatz und der damalige Flugplatz des "Aviazentr Lipetsk" sind nicht identisch. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Flugplätze.
 
Jeroen

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Der Flugplatz die die deutschen benutzten war situiert nordwestlich der Stadt Lipetsk.
Auch der Schiessplatz war in der gleich oder nah am nordwestlichem Stadtrand von Lipetsk situiert.
Dort gab es Holzzielen.
Eine nicht zu loeschen Flugzeugbombe wurde dort auch getestet.
 
Jeroen

Jeroen

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Schon in 1960 gab es dort zwei Flugplatzen, eine nahe der Bahnhof/Gagarin-Strasse (Grasnarbe?) und einer mehr westlich (Betonpiste)
 

Sanjuscha

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Jetzt geht einiges durcheinander.

Der damalige Flugplatz, eher ein Flugfeld, lag direkt neben der Fliegerschule. Beides, Schule und Flugfeld, lag damals am Rand der Stadt, die Ende der 1920-er, Anfang der 1930-er Jahre viel kleiner war als heute. Das ganze hieß damals einfach Stanzija, und nicht Avia-Schkola, auch nicht Avia-Zentr.

Die russische Luftwaffen-Einheit ("Avia-Zentr"), die heute in der Stadt Lipezk stationiert ist, ist teilweise in den alten Gebäuden dieser deutschen Fliegerschule untergebracht, die davor ein Weinlager war (winny sklad). Ich war dort, habe mir alles angesehen: Wenn man vom Ploschtschad Aviatorov mit dem Fliegerdenkmal den leicht abschüssigen Weg zur Luftwaffeneinheit geht, spaziert man im Grund auf dem alten, damals geschotterten Hauptweg zur alten Fliegerschule. Da gibt es gleich oben eine bewachte Schranke, wir konnten aber als "delegazija" einfach durch, besichtigten das Luftwaffenmuseum und gingen dann die Straße hinunter. Rechts lagen früher die Wohnbaracken der Flugschüler mit einigen Sportanlagen, direkt dahinter begann schon der damalige Flugplatz. Heute stehen dort Wohnhäuser. Wenn man weiter geradeaus geht, kommt man an eine Kreuzung. Das massive Gebäude rechts an der Kreuzung, die Poliklinik, war früher das Kasino. Geht man weiter geradeaus, kommt man zu einem bewachten Parkplatz mit einem Backsteingebäude unmittelbar am Steilabhang. Das hieß damals Stabsgebäude, war es auch ganz am Anfang, später war es schlicht ein Wohnhaus für Offiziere.

Ich halte es für ausgeschlossen, dass auf diesem Flugfeld Schießübungen gemacht wurden oder gar Zielabwürfe von Bomben. Das war viel zu nah an der Stadt, außerdem gab es da Dutzende Flugzeuge, Hangars, Werkstätten. Die Waffeningenieure, die mit den Flugschülern nichts zu tun hatten, sie wohnten nur aus dem Gelände der Fliegerschule, fuhren täglich mit Kraftwagen zu dem weiter entfernten Bombenplatz mit der Schießschlucht.

Der Fund eines Blindgängers auf dem stadtnahen Flugfeld heißt nicht unbedingt, dass dort Waffenversuche gemacht wurden. Das Flugfeld wurde im Zweiten Weltkrieg mindestens einmal bombardiert, ohne große Wirkung.

Meine Überlegung war nun, dass dieser weit außerhalb der Stadt gelegene Bombenplatz später einfach zu einem größeren Flugplatz umgewidmet wurde. Eine gewisse Infrastruktur gab es ja schon, das Gelände war eben, nicht bewaldet, es gab Zufahrtswege.

Die Himmelsrichtung stimmmt übrigens: der Bombenplatz lag nördlich oder nordwestlich von Lipezk. Die Piloten brauchten vom Flugfeld, wo die Flugzeuge betankt und mit Bomben bestückt wurden, nur wenige Minuten bis zum Erprobungsplatz.

Das Buch von Martin Kaule werde ich mir bestellen, danke für den Hinweis.

Beste Grüße
Sanjuscha
 
Jeroen

Jeroen

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Meine Quellen waren D.A. Sobolew und D.B. Khatsanow Deutsche Einfluss auf der Geschichte der Russischen Luftfahrt. Dort wurde geschrieben der Schiessplatz (fur Flugzeugbomben) war am nordwestlichen Stadtrand.
Aber ich verstehe sehr dein Bedenken.
 
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