Forscher-Heli stürzt in der Schweiz ab

Diskutiere Forscher-Heli stürzt in der Schweiz ab im Flugunfälle und Flugunfallforschung Forum im Bereich Luftfahrzeuge allgemein; ZERMATT VS – Das Ziel der vier Forscher war die höchst gelegene Hütte in Europa. Doch auf dem Weg dorthin stürzte ihr Helikopter gestern Mittag...

Moderatoren: mcnoch
  1. #1 n/a, 06.06.2010
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 06.06.2010
    n/a

    n/a Guest

    ZERMATT VS – Das Ziel der vier Forscher war die höchst gelegene Hütte in Europa. Doch auf dem Weg dorthin stürzte ihr Helikopter gestern Mittag im Monte-Rosa-Massiv ab.

    Sowohl das vierköpfige Forscherteam, bestehend aus zwei Deutschen und zwei Schweizern, als auch der Pilot des Air-Zermatt-Helis wurden beim Absturz verletzt. Offenbar zogen sich zwei der fünf Personen sehr schwere Verletzungen zu. Sie befinden sich in Spitälern in Aosta und in der Schweiz.
    Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Zur Zeit des Absturzes wehte aber ein kräftiger Wind und der Himmel war Wolken verhangen. Der Unfall ereignete sich auf Schweizer Gebiet in einer Höhe von rund 4550 Metern. Und Tatsache ist auch, dass ein voll beladener Helikopter auf einer Höhe von über 4000 Metern sehr schwierig zu steuern ist.

    Die Wissenschafter, Mediziner und Techniker der Universität Heidelberg, wollten in der Regina-Margherita-Hütte ihre Forschungen zum Phänomen Höhenkrankheit betreiben. Die auf der Spitze der Signakuppe erbaute Hütte steht genau auf der Grenze zwischen der Schweiz und Italien.




    Quelle: http://www.blick.ch/news/schweiz/bern/heli-knallt-in-hightech-berghuette-148440
     
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  3. #2 _Michael, 06.06.2010
    _Michael

    _Michael Space Cadet

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    Die Angaben sind noch etwas widersprüchlich, teilweise ist davon die Rede, dass der Helikopter nur mit dem Piloten besetzt war und auch nur dieser verletzt wurde. Könnte es womöglich sein, dass die Wissenschaftler gar nicht im Helikopter waren, sondern von Trümmerteilen getroffen wurden?
     
  4. n/a

    n/a Guest

    Ich habe zur Zeit keine bessere Quelle. Ja könnte sein.
     
  5. 1qay

    1qay Fluglehrer

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    05.06.2011 | SA 315B Lama | HB-XND | Monte Rosa Hütte, Zermatt CH | Kollision HR

    .
    Der Unfallbericht der Lama HB-XND ist publiziert, welche im Juni vor einem Jahr bei der neuen Monta Rosa Hütte einen Unfall hatte:


    Mike


    p.s.: gute bebilderung des unfallortes ab seite 14....16.
     
  6. Beast

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    Unfallbericht Monte Rosa Hütte

    Bestan Dank für das Posten. :TOP:
     
  7. Wumpe

    Wumpe inaktiv

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    "Ein geeigneter Landeplatz befand sich ca. 30 Meter von der Hütte entfernt."

    Wieder ein Unfall, welcher hauptsächlich dem Vorzug der Bequemlichkeit vor der Sicherheit geschuldet ist.
     
  8. 1qay

    1qay Fluglehrer

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    .
    Aus meiner Betrachtungsweise sind zwei mögliche Szenarien ausschlaggebend, selbstverständlich innerhalb einer Bandbreite auf Grund von Unbekanntem:


    1.) Ganz auf hart ist der Pilot voll für diesen Unfall verantwortlich. Er sass im Gerät, er streifte die SAC-Hütte.

    Ihm war es freigestellt, die Aussenlandung auf der offiziellen Steilplattform zu machen, dort das Material wie auch die PAXen auf zu nehmen (jaja, ihr müsst jetzt zuerst das gesamte Material diese 30m zur offiziellen Landestelle tragen, erst dann nehme ich auch auf, lasse die Unterlast einhängen und fliege dann zu Tale... => Achtung: Kundendruck/-vorstellung, Vorstellung der Einsatzleitung und/oder Firmenleitung, ...).

    Er hätte nur darauf bestehen müssen:
    Er ist verantwortlich - er hat solange er fliegend für diesen Auftrag unterwegs ist, das letzte Wort.




    2.) Nun denn, da gibt es noch weitere Punkte, die im Unfallbericht ziemlich klar angedeutet sind:

    Jetzt ohne zu wissen, wie lange der Pilot für diese Firma fliegt, wie gut die firmeninterne Kommunikation/Zusammenarbeit funktioniert. Ab dem Zeitpunkt, ab dem er den angeforderten Flughelfer nicht bekommt (abgewiesen wird), steht er unter einem gewissen Druck. Gemäss der Einsatzleitung ist der Hüttenwart ein erfahrender Flughelfer für diese Flüge (kennt der Pilot diesen schon, hat er schon mit ihm zusammen gearbeitet?). Wäre auch einigermassen logisch, da dieser höchstwahrscheinlich schon für längere Zeit diesen Job inne hat, es dadurch ziemlich sicher nicht das erste Mal gewesen war, dass er einen Heli eingewiesen, ev. sogar Unterlasten ein- und ausgehängt hat - aber ob sie sich gegenseitig schon kennen, das kann aus dem Unfallbericht nicht gelesen werden (vermute da: eher weniger, denn auf das wird nicht eingegangen, keine Erwähnung diesbezüglich).

    Und auf seine Frage bezüglich herumliegende Gegenstände im unmittelbaren Bereich der vorgesehenen Holzplattform, bekommt er zur Antwort: "Alles im Grünen, hab es im Griff, kannst kommen" - grob übersetzt.

    Und ab diesem Zeitpunkt verlässt sich der Pilot anscheinend voll auf den Hüttenwart - Abstände - loses Material im Landebereich (hobla: aufwirbelndes Isolationsmaterial und Jacke) - er, der Hüttenwart, ist erfahren gemäss EL - er ist ein gestandener, einheimischer Bergler vor Ort - ... ==>...der Erwartungsdruck kann steigen !

    Ein zusätzlicher Strich, durch seine fliegerischen Rechnung, könnte ihm noch die Downwash-Strömungsverhältnisse in diesem 'Innenbereich' gemacht haben.
    Der Report schreibt etwas von "der Heli begann zu schwanken".
    Klar, er befindet sich in der Luft, instabil über drei Achsen. Da reicht ein kleiner Wind, um ein wenig zu wackeln. Doch so nah neben einem Gebäude ist eine recirculation IGE-Gefahr (Wirbelwindstadium IGE - In Ground Effect) doch eine nicht zu unterschätzende Gefahr.



    Ein Riesenglück noch, für den Hüttenwart:
    Der stand, gemäss Report, 50cm vor der Nase des schwebenden Heli als er sich umdrehte (Wind, Staub, ...), dann krachte es. Dass dieser dabei nichts abbekommen hat ist nicht wirklich selbstverständlich. Ich könnte mir ganz gut vorstellen, dass er, nach dem BÄNG, zuerst einmal ungläubig ;) auf den auf der Seite liegenden Helikopter schaute, dann tief durchatmen um dann schleunigst sich um den Piloten zu kümmern ... !!!


    Mike
     
  9. mariob

    mariob Fluglehrer

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    Hallo,
    Das war es was mich als erstes schockierte, im Sinne von schockieren - Irrsinn das da nicht mehr passiert ist. Wenn ich sowas lese ist ein bißchen wie danebenstehen.....
    Aber auch schade um die Lama. Ein Klassiker weniger.

    Edit:
    Wie ist das bei solcher Umgebung, der doch dann sehr inhomogene Abwind sorgt doch dann sicherlich auch für inhomogene Auftriebsverhältnisse unter der Rotordisc? Das ist doch nicht so einfach auszugleichen?

    Gruß
    Mario
     
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    Hallo

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  11. #9 1qay, 12.10.2011
    Zuletzt bearbeitet: 12.10.2011
    1qay

    1qay Fluglehrer

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    Mario,

    Bei so einem Wirbelwindstadium IGE/Recirculation IGE geht die Luftmasse nicht mehr sauber von oben nach unten durch die Rotordisk und seitlich weg, da diese z.B. auf Grund eines gleich daneben stehenden Gebäudes, oder auch nur einer Hecke, nicht 'normal' waagerecht dem Boden entlang um den Heli 'wegfliessen' kann - eben zurück nach oben um gleich wieder in die Diskebene zu strömen - recirculation.

    Ev. zu Beginn entsteht ein einseitiges (auf der Hindernisseite) 'stärkeres' Luftpolster, welches nicht einfach wegfliesst, dadurch nach oben 'gedrückt' wird um gleich wieder in die Rotordisk hineingeführt/gesogen zu werden.

    • eher Schwammiges verhalten des Sticks - kein wirklich gefühlter Druckpunkt mehr
    • schlingernder/schwankender/bockiger Heli
    • es könnte auch nur noch runter gehen
    • ganz gut möglich, dass der Heli geradewegs eher gegen das Hindernis zudriftet, ohne wirklich etwas dagegen machen zu können - also dass ein Gegensteuern wirkung zeigt
    ==> ...ein wenig(viel ;)) einfach ausgedrückt, aber bildlich vermutlich einigermassen nachvollziehbar.


    Es ist z.B. auch eher auf einer Rasenfläche mit hohem Gras (irgendwo im Gelände) ein Wirbelwindstadium IGE zur erreichen, als auf einer grossen Betonfläche (Flugplatz). Falls sich das Luftpolster, durch die grössere Boden-/Grasreibung, dichter/höher sich aufbauen kann, bleibt man plötzlich eher in einer 'verwirbelten 'Luftblater/-masse' stecken. Wenn nur schon Bodenunebenheiten (z.B. ein Graben) auf einer Seite kurz nach der Rotordisk ansteht, das reicht vielleicht schon um die Luftmasse mehr wieder nach oben anstatt auf die Seite zu führen/leiten - dann wiederum hinunter auf die Rotordisk etc...

    Ziemlich theoretisch und sehr bildlich/vereinacht dargestellt. Aber durchaus feststellbar, wenn's dann plötzlich bockig(*) wird, und weit und breit kein Wind gubt oder nahe liegende Gebäudeteile da sind.
    Apropos Wind: Der macht es vielfach auch 'bockig', doch bei anstehendem Wind ist eine Recirculation IGE eher weniger gegeben, da ja die Luftmasse schon als Ganzes dem Heli 'vorbei zieht'.

    (*) ...im Feld ist das nicht so ein problem, auch wenn dieser Recirculation-Ansatz plötzlich ansteht. Es beginnt zu bocken - wie schon erwähnt - es treibt einem vielleicht auf eine Seite und vermutlich ist man/frau ;) im Normalfall schnell wieder draussen. Wenn es dann aber in der unmittelbare Nähe eines Gebäudes ist, dann...


    Mike

    p.s.: ist grundsätzlich schwierig, solche effekte zu irgend etwas eindeutigem zuzuteilen.
     
  12. mariob

    mariob Fluglehrer

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    Hallo,
    und danke für die Ausführungen, Wirbelringstadium, Recirculation IGE, Vortex, wieviele Namen es für diese Erscheinung gibt, ist schon fast unglaublich. Theoretisch ist mir das schon einigermaßen klar, aber in der Anwendung haperts halt durch die Anwesenheit von 0 Praxis:D.
    Daher ist mir dieses Kopfzurechtrücken sehr angenehm, in meinem Beruf spart mir das immer viel Zeit und sorgt dafür das ich mich in solchen Fällen mit Riesenschritten der Problemlösung nähere:). Das ist auch das, was ich unter der vielbeschworenen Teamfähigkeit verstehe. Hat man aber nicht oft.
    Also, danke und viele Grüße ins Outback oder heißt das bei Euch nicht so?

    Gruß
    Mario
     
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