Frage zu Bordbüchern

Diskutiere Frage zu Bordbüchern im Verkehrsflugzeuge Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Als Laie was den "Papierkram" des Fliegens angeht, habe ich folgende Fragen: An Bord eines Flugzeugs ist ja ein Bordbuch zu führen, in dem alles...

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  1. #1 bakerman, 03.03.2011
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    Als Laie was den "Papierkram" des Fliegens angeht, habe ich folgende Fragen:
    An Bord eines Flugzeugs ist ja ein Bordbuch zu führen, in dem alles mögliche festgehalten wird. Wie wird das Führen eines Bordbuchs heute gehandhabt, kann man sowas irgendwo einsehen? Wo kommen die hin, wenn das Flugzeug verschrottet wird?

    Beispiel: Flugzeug X, Baujahr 1985, heute als Frachter bei mittlerweile dem 6. Betreiber im Einsatz mit aktuell TT 55.000 bei 22.000 Landungen.

    Wie sieht so ein Bordbuch heutzutage aus, wie damals, welche Sprache muss sein, Papierform, EDV-Form wie auch immer. Wie gesagt ich habe keinen Schimmer davon, kenne nur alte handgeschriebene Luftwaffen-Bordbücher.
    Da ich mich intensiv mit einigen speziellen Prop-Frachtern befasse, die z.T. an die 50.000 Landungen hinter sich haben, müsste das ja ein "dicker Brocken sein".
     
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  3. an-12

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    Dem Mann kann geholfen werden

    Also: Grundsätzlich gibt es heutzutage die Möglichkeit die Techlogs (Bordbücher) elektronisch zu führen. Teilweise zeichnen moderne Flugzeuge die entsprechenden Daten wie Triebwerkslaufzeiten, Flugzeiten und Blockzeiten etc. selber auf. Diese werden dann nach dem Flug ausgelesen. Bei einem Besitzerwechsel werden diese Daten dann dem neuen Besitzer übergeben.
    Bei älteren oder kleineren Flugzeugen erfolgen die Einträge ins Log nachwievor manuell. Grundsätzlich müssen alle Logs von der Wiege bis zur Bare aufgehoben werden und folgen dem Flugzeug von Besitzer zu Besitzer. Wenn das Flugzeug verschrottet wird und alle Eigentums- oder Haftungsfragen geklärt sind, kommen auch diese Dokumente in den Schredder. Die Techlogs und die Lebenslaufakte des Flugzeuges sind immer Bestandteil wenn ein Flugzeug verkauft wird. Beides zusammen kann in Papierform locke einige 100kg und den einen oder anderen Kubikmeter ausmachen.

    Ich hoffe das hilft erstmal. So long,

    Axel
     
  4. #3 tigerstift, 08.03.2011
    tigerstift

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    Im zivilen Leben sehen Borbücher meistens fast genauso aus wie im militärischen.
    Allerdings gibt es weit aus mehr Variationen, die von Betreiber zu Betreiber verschieden sind.
    Aber grundsätzlich Teilt sich ein Logbuch in ein Flight- und ein Technical Logbook. Im Flight Logbook werden alle operationell relevante Daten eingegeben. Also Flugzeiten des ensprechenden Leg, Enteisungsdaten, verantwortlich Luftfahrzeugführer, Kraftstoffdaten und besonderheiten die vom Flugzeugtyp abhängen.

    Im Technical Logbook werden alle Daten zum technischen Stand des entsprechenden Flugzeuges festgehalten und beinhalten viele variablen die auch wieder vom Betreiber abhängen. Bei Passagierflugzeugen kommen meist noch verschiedene Logbücher für die Kabine vor...
    Zum Beispiel im Cabinlog werden Kabinendefekte festgehalten, oft kommt auch noch ein Logbuch für das Entertaiment System dazu. Da die Systeme mittlerweile sehr komplex werden und deshalb seperat festgehalten werden.

    Oft müssen eingaben auch doppelt geführt werden, da viele Airlines auch schon im digitalen Zeitalter angekommen sind aber auf Anweisung der Luftämter immer noch die Papierversion geführt werden muss.
    Ich als Mechaniker muss generell doppelte Eingaben machen. Also im Flugzeug das Techlog, Cabinlog usw.... ausfüllen. Danach vorm Laptop oder im Büro aulles wieder in die verschiedenen Systeme meiner Kunden einpflegen.

    Die sogenannten Logslips werden heutzutage meist digitalisiert gespeichert und ein ganzes Flugzeugleben archiviert. Wenn ein Flugzeug dann ausgemustert wird, ist es ein muss, diese Daten noch 30 Jahre aufzubewahren.

    Alles in allen ein riesen Papierkrieg bzw Festplatten und Magnetbandkrieg.
     
  5. grinch

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    Es gibt keine verbindliche Art und Weise wie Bordbücher auszusehen haben und zu führen sind. Weder national noch international. Es gibt aber bestimmte Punkte die natürlich nachweispflichtig sind. Wie der Betreiber das umsetzt ist im Prinzip seine Sache. Deshalb geht es gerade bei international betriebenen Fliegern im Laufe ihres Lebens ganz schön durcheinander. Wer eine ältere gebrauchte Kiste kauft, kann da schon mal einen Kleintransporter voller Papiere beladen :)

    Ich denke für dich wäre die L-Akte, also der technische Lebenslauf das interessante. Dort werden Angaben wie Betriebszeiten, Landungen, Instandsetzungen über die gesamte Lebenszeit des Luftfahrtzeuges geführt.
    Bordbücher geben Angaben über die tägliche Nutzung, also Flugzeiten, Landungen, Störungen, Landeorte usw. Die technisch wichtigen Angaben werden in die L-Akte überführt. Es ist auch möglich Techlog und Flightlog in einem Dokument/Buch zu führen. Es gibt auch Engine Logs, Cabin Logs, Equipment Logs.

    Wird ein Flieger verschrottet werden diese betrieblichen Dokumente noch eine Weile aufbewahrt und dann geschreddert. Die Aufbewahrungszeit ist international unterschiedlich geregelt und hat sich mit der Veränderung der Vorschriften mehrfach verändert.
     
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