Fragen zu damaligen Sicherungsstaffeln der (Bundes-)Luftwaffe

Diskutiere Fragen zu damaligen Sicherungsstaffeln der (Bundes-)Luftwaffe im Vom Original zum Modell Forum im Bereich Modellbau; @Steven Du könntest auch mal hier schauen. Müsstest du dich aber anmelden. BW Hieroglyphen - Taktische Zeichen der Bundeswehr -...
Steven

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@Tracer
Vielen Dank für die Erklärung und deine Rechercheaktivität 👍
@Augsburg Eagle
Habe mich angemeldet und muss noch frei geschaltet werden. Dann schaue ich mir das mal an.
@hajo
Auch dir danke für deine Aktivität (im Hintergrund) 😊
 
Steven

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Also Leute, mir sollten die Informationen reichen, baue ja schließlich nicht den gesamten Fuhrpark der Sicherungsstaffeln :biggrin: Also für "damals" weiß ich grundsätzlich Bescheid, für die aktuelle Kennzeichnung mancher Fahrzeuge habe ich auch grundsätzliche Kenntnis.
Wäre noch toll, wenn jemand ein Foto von einem Dingo 1 (irgend)einer Sicherungsstaffel (KFOR, ISAF) mit taktischem Zeichen hätte. Aber das bleibt wohl ein Traum :squint:

Habt vielen Dank für eure Beteiligung!!:thumbsup:
 
Tracer

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Wo soll es bei KFOR eine LwSichStff gegeben haben? Bei ISAF waren die Objektschutz-Dingos mit dem grünen ISAF-Wappen, sowie der Bundesflagge markiert. Kein Mensch brauchte in AFG taktische Zeichen.
 
Steven

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@Tracer
Hatte gedacht, dass die LwSichStff alle Bw-Objekte im Auslandseinsatz schütz(t)en, also auch ohne Luftwaffenbezug...
 
Tracer

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Um Gottes Willen. Woher sollten die Soldaten denn kommen? Das Objektschutzregiment hat den Auftrag Fliegerhorste der Luftwaffe im Einsatzgebiet zu sichern - deutlich mehr Kapazitäten darüber sind nicht vorhanden. Feldlagerschutz ist eine TSK- und Länderübergreifende Aufgabe gewesen. Klar hat man zum Beispiel in MeS Objektschutzkräfte der Lw vorgehalten, diese waren auch außerhalb in der Blue Box unterwegs, ging es aber an die Verteidigung, so wurde salopp gesagt auf jeden zurückgegriffen.
Die Sicherungsstaffeln des kalten Krieges waren zusammen mit den ihnen zugewiesenen v-gestellten Einheiten, bestehend aus Reservisten, sowie den Grundausbildungskompanien der damaligen LwAusbRgt für die Sicherung des Verteidigungsbereiches um den Fliegerhorst herum verantwortlich. Die Einheiten waren damals im Objektschutzplan klar zugewiesen, Einsatzräume erkundet. Die Kompanien der Ausbildungsregimenter wussten auch um ihre Kriegsstationierungsobjekte.
Ich habe das Glück die alten Pläne aus Fürsty mitsamt aller Karten zu besitzen. Das war alles sehr genau ausgeplant.
 
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Buettner

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Das war alles sehr genau ausgeplant.
Damit man eine Vorstellung davon bekommt, wurde es ähnlich, analog oder anders umgesetzt im Vergleich zu den Sowjetischen Luftstreitkräften in der DDR?
 
Tracer

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@Buettner ich schau morgen, was am aussagekräftigsten ist. Bezogen auf Zerbst finde ich im Vergleich zur Platzverteidigung von Fürsty es bemerkenswert, dass die Sicherung so nah am Schutzobjekt ist. Die Bw hatte da deutlich größere Radien gezogen - allein die 20mm Zwillingsflak lag ja gut 1-2km vor dem Platz.
 
Friedarrr

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@Buettner ich schau morgen, was am aussagekräftigsten ist. Bezogen auf Zerbst finde ich im Vergleich zur Platzverteidigung von Fürsty es bemerkenswert, dass die Sicherung so nah am Schutzobjekt ist. Die Bw hatte da deutlich größere Radien gezogen - allein die 20mm Zwillingsflak lag ja gut 1-2km vor dem Platz.
Auf den meisten LW- Plätzen min . Bremgarten, Lechfeld, Memmingen... war die "nahe" Platzverteidigung direkt auf dem Platz. Die Kampfstände und z.T. Gruppenkampfstände (1x Zwiesola, 2x Kampfstand 1x Unterstand) waren am Platzrand eingerichtet. Auch die Roländer und später Patriot waren auf Übungen im Platz. Die 2mm Zwilling gingen schon in den 80er/90er weg!

Besonderheit; Memmingen hatte kurze Zeit einige Schützenpanzer Kurz im Bestand der Platzverteidigung.
Einige Unterstände waren im Flugbereich verteilt, links und rechts der Abgasauslässe der Shelter waren Kampfstände, bis Ende der Nuklearen- Rolle waren direkt seitlich vor den Sheltertoren Kampfstände betoniert mit Zinnen...Auf dem Geschosswall des LFZ- Schießstand war ein gut ausgebauter Beobachtungsstand mit Zwiesola und Kampfständen...
Es war von Platz zu Platz natürlich immer den Örtlichkeiten entsprechend...
 
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Tracer

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@Friedarrr das ist korrekt. Die primäre Platzverteidigung wurde innerhalb der Platzgrenzen durchgeführt, da dort die Masse des Personals diente und den Auftrag ausführte.
Innerhalb der Liegenschaft - und das war ja in der Regel bei allen Liegenschaften so - waren zusätzlich die sogenannten "empfindlichen Punkte" definiert. Sei es das Geschwader WOC, Staffelgefechtstände, Fernmelde- oder andere Versorgungseinrichtungen usw. Diese wurden innerhalb der Liegenschaft nochmals mittels Sperren und S-Draht geschützt und durch Posten gesichert.

An der Platzgrenze entlang lagen die ausgebauten Stellungen. Diese dort befindlichen Kampfstände und im Fliegerhorst verteilten ZwiSoLa-Stellungen wurden durch Teile der Sicherungsstaffeln, sowie durch Kategoriepersonal besetzt. In der Regel ist das Vorfeld der Zaungrenze auch die sogenannte Sicherungslinie, bei der der Gegner auf alle Fälle gestoppt werden muss.

Für Fürsty sah die Verteidigung des Platzes bis 1990 folgendes vor - der Plan wurde bereits 1993 ad acta gelegt, heruntergestuft und ist nicht mal mehr VS, sondern war Papiermüll - Schutzfrist längst abgelaufen.

Im V-Fall für den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck mit dem JaboG 49 zusätzlich zur Verfügung stehende Kräfte zur Platzverteidigung:

  • FlakBttr 249 mit 12x Flak 20mm verteilt auf 4 Flak-Einsatzstellungen außerhalb des Platzes, innerhalb der Sicherungslinie.
  • SBInstStff 49 mit Mob-Verstärkung
  • LwSichStff JaboG 49
  • LwSichStff 5149
  • LwFersStff 5149 (Feldersatz)
  • LwSichStff FlgHGrp FFB
  • 6./LwAusbRgt 2 (sollte Budel, NL sein)
  • LAZ 200/JaboG 49 (Feldlazarett 200)
  • LwSanStff JaboG 49 mit Mob-Verstärkung

Infanteristischer Objektschutz mittels:
  • Sicherung des Fliegerhorsts aus vorbereiteten Feldbefestigungen innerhalb des Fliegerhorsts (Stellungen auf dem Overlay sind noch zu bauen):
  • Überwachung des Einsatzraums, sowie der Nachschubwege zwischen Fliegerhorst, TACAN Mammendorf und Munitionslager mittels "Mobiler Einsatzkommandos" (MEK) in Stärke 0/1/5, sowie Streifen im Einsatzraum.
  • Schutz "empfindlicher Punkte" innerhalb des Fliegerhorsts mittels Sperren und Posten
  • Zugang in den Einsatzraum und Fliegerhorst über Kontrollpunkte
  • Verteilung ZwiSoLa MG 3 (20 Stück) innerhalb des Fliegerhorsts
  • lageangepasst Shelterposten


Größe des Einsatzraumes mit Raumverantwortung. Die dicke schwarze Linie um den Fliegerhorst ist die "Sicherungslinie", der Bereich darin ist unter allen Umständen zu verteidigen.


Die "Sicherungslinie" wurde durch die Sicherungskräfte zusätzlich mittels Sperren (auch Panzerabwehrminen) und anderer Mittel verstärkt und Lücken geschlossen. Hier mal Teile des Sperrenplans. Erkennbar auch die Raumverantwortung der 4 Verteidigungssektoren außerhalb der SL.


Zusätzlich gab es noch Pläne zum Schutz des Platzes gegen Luftlandungen durch Versperren der Taxiways und der Landebahn usw. und natürlich wurden andere Eventualitäten eingeplant. Die Sicherungskräfte waren beispielsweise nicht im Fliegerhorst, sondern in Kriegsstationierungsobjekten im Einsatzraum untergebracht. Sei es Gaststätten, Turnhallen, Gemeindesäle usw. Da der Einsatzraum auch die Stadt Fürstenfeldbruck beinhaltete wären bestimmte Bereiche zusätzlich verkehrsberuhigt, oder mittels Parkverbot usw. durch die Polizei beruhigt worden.

Zum Schutz vor Tieffliegern war vorgesehen:

  • Tiefflugwarnung per GCA und SHORDIS
  • Luftraumbeobachter-Trupps eingesetzt bei Olching (Bahnbrücke), sowie auf dem Fernmeldeturm Schöngeising
  • 12x 20mm Flak Zwilling in 4 Stellungen + Scheinstellungen innerhalb der Sicherungslinie bei Tag. (Rückverlegung innerhalb des Platzes in der Bodenverteidigung)
  • 20x MG 3 Zwillingssockellafette (ZwiSoLa) innerhalb des Platzes Tag/Nacht
  • 8x MG 3 auf Drehringlafette auf Kfz
  • 48x MG 3 im Objektschutz
+ STAN-Waffen wie G3, MPi usw.

Je nach Luftbedrohung und Auftrag des Geschwaders war eine BASE CAP als Möglichkeit eingeplant worden.


Insgesamt standen an Kräften für den infanteristischen Objektschutz zur Verfügung:
  • Erst- und Zweitverwender Objektschutz: 450 Mann
  • Kategoriepersonal 1: 117 Mann
  • Zugeführte Kräfte: 852 Mann
  • Feldersatz + 1. und 2. Auffüllung: 323 Mann

@Buettner ich denke die Pläne waren für die einzelnen Objekte auf beiden Seiten der Grenze ziemlich ähnlich. Imposant sind dennoch die blanken Zahlen, wenn man bedenkt wie viel Stacheldraht und Verbrauchsmaterial benötigt wurde. Der Kräfteansatz für so einen großen Bereich ist auch sportlich, aber alter Grundsatz - wer alles sichert, sichert nichts. Also müssen Schwerpunkte gebildet werden.

Das war´s als kleine Exkursion weg vom taktischen Zeichen, hin zun zur "praktischen" Umsetzung des Aufgabenbereichs der Luftwaffensicherungstruppe bis 1990.
 
Anhang anzeigen Anhang anzeigen Anhang anzeigen

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Dito.... das selbe, nur eben im MFG 2
Und unsere 76er hatten noch die 40mm Bofors aka "Kartoffelwurfmaschine" :biggrin:
 
Steven

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@Friedarrr, Tracer
Sehr schöne, ausführliche Einblicke!!

LwSichStff 5149 ist dann also eine von den nichtaktiven Staffeln...
 
Buettner

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@Buettner ich denke die Pläne waren für die einzelnen Objekte auf beiden Seiten der Grenze ziemlich ähnlich. Imposant sind dennoch die blanken Zahlen, wenn man bedenkt wie viel Stacheldraht und Verbrauchsmaterial benötigt wurde.
Stacheldraht(-hindernisse?) gingen aus dem Plan vom Flugplatz Zerbst nicht hervor.
Danke für die detaillierte Erläuterung!
 
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