Funkkontakt abgebrochen - Deutsche Eurofighter fangen Flugzeug ab (Sachsen-Anhalt, 10.06.2022)

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Deutsche Eurofighter der Luftwaffe haben am Freitagmorgen ein Flugzeug im Luftraum Halberstadt in Sachsen-Anhalt abgefangen. Eine zivile Propeller-Maschine hatte den Funkkontakt zur Flugverkehrskontrollstelle verloren, die Eurofighter starteten zur Überprüfung des Flugzeugs, erklärte ein Sprecher der Luftwaffe auf Anfrage. Für den Piloten dürfte es ein ziemlicher Schock gewesen sein, zwei Eurofighter plötzlich neben sich zu haben – der Fall ging aber gut aus.

Luftwaffe reagiert mit Eurofightern auf Alarm
„Um 6.30 Uhr begann der Einsatz, nachdem der Quick-Reaction-Alert ausgelöst wurde“, so der Sprecher. Bei dem Quick-Reaction-Alert, startet eine schnelle Eingriffstruppe der Luftwaffe, genannt „Alarmrotte“, und reagiert auf Situationen und mögliche Bedrohungen.
Vom Flugplatz in Laage bei Rostock starteten die zwei Eurofighter des Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“, sagte der Sprecher: „Die Eurofighter starten grundsätzlich zu zweit.“ Das Control and Reporting Center (CRC) der Luftwaffe beobachtete den Flug und lotste die Eurofighter zur richtigen Stelle.

Aufgefallen war das zivile Flugzeug, weil es plötzlich keinen Funkkontakt mehr zur Flugverkehrskontrolle gab. „Der Luftraum ist einfach gesagt in Raster eingeteilt“, erklärte der Sprecher, „beim Wechseln von der einen in die andere Zone gab es keinen Kontakt mehr.“ Nachdem auch nach längerer Zeit kein Kontakt mehr zu dem Flugzeug aufgebaut werden konnte, stiegen die Eurofighter zur Überprüfung in die Luft.

Eurofighter überprüfen zivile Propeller-Maschine
„Die Eurofighter wurden zu einer Sichtidentifizierung gerufen“, so der Sprecher der Luftwaffe – einer Überprüfung des Flugzeugs und des Piloten, bei der ermittelt werden soll, ob ein Problem oder eine Gefahr besteht.

Die Luftwaffen-Jets nehmen dabei das Flugzeug regelrecht in die Zange und verständigen sich via Kopf- und Handzeichen mit dem Piloten. Im Fall am Freitagmorgen machten die Jet-Piloten auf den Kommunikationsverlust aufmerksam – wobei es ein relativ großer Schock für den Hobby-Piloten gewesen sein dürfte, dass plötzlich Kampfjets neben den Propeller-Maschine fliegen. Die Eurojets begleiteten den Hobby-Piloten noch bis zur Landung.

Luftwaffe: „Sind gut vorbereitet“
Der Einsatz für die Luftwaffe und das Eurojet-Geschwader ist nicht ungewöhnlich: „So etwas passiert schon mal, meistens gibt es mehrere dieser Fälle im Jahr“, sagt der Sprecher der Luftwaffe – es sei business as usual.
Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine betonte der Sprecher, dass die Piloten der Luftwaffe auf alle Situationen vorbereitet seien. „Unsere Piloten trainieren regelmäßig und haben eine mehrjährige Ausbildung hinter sich“, so der Sprecher.
Zum Training nutzten die Piloten auch diesen Vorfall am Freitagmorgen: Nach der Überprüfung und der Identifikation des zivilen Flugzeugs machten die Eurofighter noch einen Trainingsflug. Gegen 8 Uhr landete das Jet-Duo wieder auf dem Flugplatz in Laage. (mab)
 

Redrum

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Einfach die Finger von der PTT lassen und man hat sein privates Air-to-Air-Shooting. Was kostet denn sowas?
 
Kenneth

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Mit der Playback-Funktion in FR24 findet man an dem Tag, Ort und zu dem (etwas ungewöhnlichen) Zeitpunkt eine Piper PA-28 Dakota (G-DAKA), die einen Flug von Polen nach Belgien macht. Zwischen Stassfurt und Halberstadt ist keine Aufzeichung, nur eine gestrichelte Linie. Transponderausfall? Wenn sie IFR unterwegs war bzw. sich VFR bei "Information" angemeldet hatten, und auch die Funkverbindung abbricht, dann ist es doch recht gut wenn jemand nachschaut? Auch wenn es vielleicht an einem unbeabsichtigt betägigten Avionik-Schalter lag, und gleich zwei Eurofighter etwas Overkill sind...
 
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jackrabbit

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Moin,

... und gleich zwei Eurofighter etwas Overkill sind...
da man einen QRA-Start versucht mit einem anschließenden Übungsflug zu kombinieren, ist es doch okay.
Außerdem was wäre denn die Alternative?

Grüße
 
Kenneth

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Wenn man daraus eine Übung macht, dann ist es ja OK. Eine Polizeihubschrauber wäre eine andere Möglichkeit.
 
T6G

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Bin ja gespannt, ob jemand die Fragen aus #3 und #4 beantworten will und kann.
 

Redrum

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Wenn das Kommunizieren schon ein Problem darstellt, möchte ich nicht wissen, wie solche Amateure aus einer echtem Notsituation heraus kommen wollen...
 
Kenneth

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Kann an einem falsch gerasteten Frequenz, technische Probleme, oder einer aus was auch immer für einen Grund ausgelösten Sicherung liegen. Wer eine (relativ gesehen, komplexe und teure) SR22 fliegt bzw. fliegen darf, gehört normalerweise nicht in der Kategorie „Amateure“. Das Funkgerät stellt selten das Herauskommen aus „einer echtem Notsituation“ dar.
 
ostseh

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da man einen QRA-Start versucht mit einem anschließenden Übungsflug zu kombinieren, ist es doch okay.
Außerdem was wäre denn die Alternative?
Die Richthofen und Steinhoff fliegen bei uns den ganzen Tag. Und wenn kein solches Ziel, dann Zieldarsteller oder TopAces. Da ist die PA28 so gesehen preiswerter..
 

2022

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Ich frage, wie ein Blickkontakt/Handzeichen funktioniert, wenn des Jägers Vmin erheblich größer ist als die Fluggeschwindigkeit des Mysteriösen?
 
I/JG8

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Ich frage, wie ein Blickkontakt/Handzeichen funktioniert, wenn des Jägers Vmin erheblich größer ist als die Fluggeschwindigkeit des Mysteriösen?
Beim Ansteuern ziviler Luftfahrzeuge sind Blickkontakt/ Handzeichen nicht vorgesehen. Die Zeichen gem AIP ENR 1/57 ff. werden mit Positionslichtern, Querruderausschlägen und Fahrwerk gegeben. Deshalb auch immer eine Rotte, einer signalisiert, einer überwacht die Reaktion darauf. Und eine Geschwindigkeitsdifferenz lässt sich auch durch fliegen von Manövern ausgleichen.
 

2022

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Vielen Dank fuer die kompetente Antwort! -

Erinnert mich etwas an einen Vorfall vor etwa 4o Jahren.

Learyet oder Citation flog führerlos über Deutschen Luftraum und durch Belgien (?).

Die QRA ging derart dicht ran, dass die Besatzung erkennen konnte, dass der Single-Pilot ohnmächtig in den Gurten hing.
 
gero

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Wenn VFR einer ohne Abmeldung von der FIS-Frequenz verschwindet, wird doch nicht gleich die Alarmrotte geschickt, ich hab das schon öfter mitbekommen, dass FIS vergeblich jemanden ruft. Und das kann verschiedene Gründe haben, nicht nur fehlende Praxis.

gero
 
ostseh

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Wenn VFR einer ohne Abmeldung von der FIS… . Und das kann verschiedene Gründe haben, nicht nur fehlende Praxis.
gero
Stimmt! Entgegen Flugplan 200m sinken statt retour zu machen und dann in die Brocken-Antenne.. Also fast alle Gründe..
 
GorBO

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Stimmt! Entgegen Flugplan 200m sinken statt retour zu machen und dann in die Brocken-Antenne.
Dann sollte man aber, wie generell wenn einer bei FIS ohne Abmeldung verschwindet, die SAR losschicken.
Ein EF kann nur über den rauchenden Trümmern kreisen und seine Beobachtung weitergeben.
 
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