Man muss aber auch klarstellen, dass die US-Systeme wie F-22/F-35 mit ihren Stealth, Netzwerkkrieg und Datalinks Link 16/22, MADL usw. nie unter echtem Druck standen mit Gegnern mit funktionierenden Aufklärung, Radar, EW/ECM. Die ganzen Konflikte und Kriege nach dem Zweiten Weltkrieg, in denen die USA gegen ihre Gegner antraten, waren in Bezug auf Streitkräfte und Technologie absolut asymmetrisch. Ob Irak, Afghanistan, Syrien oder teilweise Iran – sie alle verfügten weder über eine funktionierende und halbwegs moderne Flugzeuge, Drohnen, Luftabwehr noch über eine flächendeckende Infrastruktur innerhalb ihrer Streitkräfte. Das einzige Mal, wo sie wirklich auf die Nase gefallen waren, war Vietnam, weil dort die nötige Technologie (zumindest damals) wie Präzisionsbomben, Nacht- und Wärmebildsysteme mit Lasermarkierungen im Flugzeug im Dschungel noch in den Gedanken (Träumen) der Ingenieure waren und ihr Krieg überwiegend am Boden mit Unterstützung durch Hubschrauber und Bomber (CAS/COIN) geführt wurde. Durch den Bodenkrieg wurde der Konflikt symmetrisch, und entscheidend war dann der Überlebenswille der Vietcong gegenüber den US-Streitkräften.
Ein demokratischer Staat (mal mehr, mal weniger, je nach Epoche) wie die USA kann einen solchen symmetrischen Zermürbungskrieg das gilt auch heute (War of Attrition) aufgrund politischer Propaganda und der öffentlichen Meinung politisch und gesellschaftlich selten lange durchhalten – siehe Rückzug aus Vietnam.
Wars of Choice (Kriege der Wahl): Vietnam, Irak 2003, Afghanistan. Hier kollabiert der politische Wille der USA schnell, sobald die Kosten (Sargreffen im Fernsehen, Milliardeninvestitionen ohne sichtbaren Fortschritt) den wahrgenommenen Nutzen übersteigen. Die Geduldsspanne der Öffentlichkeit ist kurz.
Wars of Necessity (Existenzkriege): Wenn eine Demokratie direkt angegriffen wird (siehe die USA nach Pearl Harbor im Zweiten Weltkrieg oder aktuell die Ukraine), kann sich eine enorme gesellschaftliche Resilienz und Mobilisierungskraft entwickeln.
Die USA sind nur dann überlegen, wenn sie wissen, dass es fast nichts kostet (Menschen und Material).
Ein intakter Staat mit funktionierenden Streitkräften und Infrastruktur würde auch sie vor sehr sehr großen Probleme stellen. Egal wie überlegen die Systeme erstmal sein mögen durch die vorherigen Konflikte.