g-kräfte

Diskutiere g-kräfte im Luftfahrtgrundlagen Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Ich versuche mir grade die dabei auftretenden enormen Kräfte vorzustellen... :FFEEK:
Acela

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Ich habe mal gehört, dass ein Eurofighter 6.5g im Überschallbereich halten kann.
Ich versuche mir grade die dabei auftretenden enormen Kräfte vorzustellen... :FFEEK:
 
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batman

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Gore schrieb:
Hallo,

Astronauten haben weniger g's auszuhalten als Jetpiloten, weil die Beschleunigungen geringer sind. Beim Start einer Rakete z.B. fallen an die 3g an.

Viele Grüße
Gore
allerdings gibt es da anzufügen, dass die 3g nicht kurzfristig, nicht ein paar sekunden, sondern über mehrere minuten anhalten, was gemäss einem schweizer astronauten doch ziemlich unangenehm sein soll.
meine persönliche, untrainierte erfahrung (ohne pressatmung) war bei einer 5g kurve (zw. 360 und 720°) ein wunderschöner röhrenblick mit ner anständigen grauen mattscheibe. nur wenig hätte für ne schwarze mattscheibe gefehlt.... war recht eindrücklich....
 
bregenzer

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mag zwar nicht ganz zum thema luftfahrt passen, aber immerhin zu den g-kräften.

ich war vor kurzem im europapark und dort hieß es, dass man in der größten achterbahn des parkes (silverstar) ein Gmax von 4 habe! ist das nicht etwas übertrieben? ich meine wenn "otto normalverbraucher" ein Gmax von 4,5 aushält müsste ja fast jeder während der fahrt ein blackout bekommen :?!
 

Thunderbolt

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bregenzer schrieb:
mag zwar nicht ganz zum thema luftfahrt passen, aber immerhin zu den g-kräften.

ich war vor kurzem im europapark und dort hieß es, dass man in der größten achterbahn des parkes (silverstar) ein Gmax von 4 habe! ist das nicht etwas übertrieben? ich meine wenn "otto normalverbraucher" ein Gmax von 4,5 aushält müsste ja fast jeder während der fahrt ein blackout bekommen :?!
Es wird ja nicht gesagt wie lange die 4g auftreten. Ich denke wenn es nur kurze Zeit ist sollte das kein Problem sein.
(Das Teil macht übrigens Spass :D )
 
MTheis

MTheis

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Genau, bei sämtlichen G-Belastungen kommt es auf die Daue, dieser Belastung an, ich denke selbst der ottonormalverbraucher sollte 6g für bruchteile von Sekunden ohne Probleme meistern. Was auf der Eurostar, oder auch auf der Expedition G-Force (Holidaypark) an g´s so auftritt ist halt alles viel zu kurz (meine pers. Meinung). Bei einem Schleudersitzausschuss werden auch unverhältnissmäßig hohe G-Belastungen erreicht, aber eben nur für Millisekunden, was von daher keine Allzugroßen belastungen darstellt.
 
Schorsch

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Grundsätzlich kann man zwei unterschiedliche Effekte von Beschleunigungen auf den Körper benennen:

Zum einen Verletzungen aufgrund sehr hoher Beschleunigungen. Dabei liegt die Grenze deutlich über 10G. Der Schleudersitzaustieg z. B. soll kurzfristig vertikal bis zu 20 verursachen, so dass die Wirbelsäule geschädigt werden kann.

Zum anderen Black-Out durch mangelnde Sauerstoffversorgung (wenn die Kraft vertikal, also in Richtung der normalen Gravitation wirkt). Dieser Effekt tritt zwar recht schnell ein, aber trotzdem nicht innerhalb von Sekunden. Sollte die Belastung stoßartig für einige Sekunden anhalten, würde ich solche Effekte ausschließen.
 
Yossarian

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Zur Vervollständigung der Grayout vor dem Blackout und der Redout bei negativer Beschleunigung. Dieser kann schon bei -2g auftreten. Bei -3g war es sehr rot bei mir... und der Kopf tat schön weh.
Übrigens kann bei 4,5 - 5 positiven g schon nach 4 sec der Blackout auftreten, ist natürlich individuell verschieden.
 
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Intrepid

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Wieviel G hält ein Mensch aus? Colonel John Paul Stapp schaffte den Weltrekord mit (überlebten) 43 G!
(...)

Am 10. Dezember 1954 erreichte Stapp mit einem speziell konstruierten Auto eine Geschwindigkeit von mehr als 1.000 Stundenkilometern und geht als schnellster Mann der Welt in die Geschichte ein. Bei der abrupten Bremsung wird er einer Belastung von 43 G ausgesetzt, ein Vielfaches der Erdbeschleunigung.

Das entspricht der gleichen Belastung, als wäre er mit über 100 Stundenkilometern gegen eine Wand geschleudert worden. Nach dem Experiment beginnt ein Auge zu bluten, und zehn Minuten nach seinem berühmten Rekord kann er nichts sehen. Erst später im Krankenhaus kehrt seine Sehfähigkeit zurück.

(...)
Quelle: ZDF
 

koehlerbv

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Die Frage ist zu "eindimensional" gestellt. Sie müsste vielmehr lauten: Wieviel g hält ein Mensch wie lange aus.
Beim SAS (Apollo-Rettungssystem) der Saturn V waren 19 g Spitzenbelastung eingeplant. Kurzzeitigst eben.
 
MTheis

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Hi
Hatte dieser Typ Colonel John Paul Stapp sich nicht in den Sandhaufen schießen lassen, wo er von über 1000km/h mit dem enormen Bremsweg von 13m zum stehen kam?
 
AE

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Alien
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MTheis schrieb:
Hatte dieser Typ Colonel John Paul Stapp sich nicht in den Sandhaufen schießen lassen, wo er von über 1000km/h mit dem enormen Bremsweg von 13m zum stehen kam?
Bei den g-Belastungen muss natürlich unterschieden werden, welche hält der Mensch mit und ohne Hilfsmitteln bei geringen Verletzungen aus und bei welchen g-Kräften ist er noch über einen längeren Zeitraum reaktionsfähig um ein Flugzeug / Raumschiff zu steuern.

Im Filmwar zu sehen, dass Herr Stapp auf einen Schienenwagen geschnallt wurde. Als Auto kann man das Gestell beim besten Willen nicht bezeichnen. Per Raketenantrieb erfolgte die Beschleunigung. Sein Kopf wurde mit Helm speziell gehaltert, um Verletzungen der Wirbelsäule zu vermeiden. Er selbst rechnete mit seinem Erblinden. Er hatte tagelang in seinem Haus mit verbundenen Augen trainiert, um sich blind zurechtfinden zu können. Tatsächlich war er nach dem Test sehunfähig und erst einige Tage später besserte sich das Ganze. Die Bremsung endete an den Gleisen in einer riesigen Sand-/Wasser/Was-auch-immer-wolke.

Beim Schuß eines Menschen aus einer Zirkuskanone treten Kräfte von 9 g (Start), Flugbahn 0 g und 12 g (Landung) auf.
 
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Hunter75

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MTheis schrieb:
Hi
Hatte dieser Typ Colonel John Paul Stapp sich nicht in den Sandhaufen schießen lassen, wo er von über 1000km/h mit dem enormen Bremsweg von 13m zum stehen kam?
Sandhaufen???War das nicht ein Wasserbecken auf dem der Schlitten gebremst wurde ;)
 
HorizontalRain

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Acela schrieb:
Ich versuche mir grade die dabei auftretenden enormen Kräfte vorzustellen... :FFEEK:
@ Acela

Nur zum Verständnis: Es ist unerheblich, ob die 6,5g im Unterschall- oder Überschallbereich gezogen werden, die Belastung ist immer die gleiche! Errechnen lässt sich das Lastvielfache unter der Annahme einer gleichförmigen (Geschwindigkeit = konstant) und horizontalen (kein Höhengewinn, -verlust) Kurve recht einfach: Lastvielfache = 1 geteilt durch den Kosinus (cos) der Schräglage.
Etwas anders verhält es sich mit dem Kurvenradius (wenn man unterstellt, dass das Lastvielfache "genutzt" wird eine Kurve zu fliegen). Da hier die Geschwindigkeit oberhalb des Bruchstriches im Quadrat eingeht, spielt, ein konstantes Lastvielfaches (im Vergleich Unterschall - Überschall) vorausgesetzt der Ausdruck unter dem Bruchstrich (Erdbeschelunigung g 9,81m/s2 multipliziert mit der Wurzel des Lastvielfachen zum Quadrat minus 1) keine Rolle - der Kurvenradius wird im Überschallbereich, unter der Bedingung gleicher Lastvielfacher immer größer sein!

HR
 
Schorsch

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In diesem Thread habe ich dazu kurz was geschrieben.
http://www.flugzeugforum.de/forum/showthread.php?t=26743

Und zitiere mich selbst:
Es gilt die stark vereinfachte Gleichung: R=V²/g * 1/sqrt(n²-1)

n: Lastvielfache
R: Kurvenradius
V: Fluggeschwindigkeit
g: Erdbeschleunigung (10m/s², für Haarspalter 9.806m/s²)

Nun kann man sich in etwa ausrechnen, was mit wieviel "g" zu machen ist.

Man kann auch den ominösen Hängewinkel in Relation zum Lastvielfachen und mit obiger Gleichung zum Kurvenradius stellen.
Das ganze hat mit Aerodynamik oder Raketenwissenschaften an sich wenig zu tun, sondern ist einfache Physik der Oberstufe.
Eine Herleitung kann bei Bedarf noch geliefert werden.


----------------------------------
P.S.: Die Faszination für "g-Kräfte" war mir immer ein Rätsel, aber diese Diskussionen finden hier regelmäßig statt.
 
Thema:

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