Germanwings und die Folgen ?

Diskutiere Germanwings und die Folgen ? im Ausbildung und Jobs Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Nachdem dieser schreckliche Unfall wohl aufgeklärt ist, wird vor allem ein bisher verdrängtes Problem sichtbar. Der depressive Pilot wird nicht...

Aeronaut

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Nachdem dieser schreckliche Unfall wohl aufgeklärt ist, wird vor allem ein bisher verdrängtes Problem sichtbar.

Der depressive Pilot wird nicht der Einzige gewesen sein, der an dieser Krankheit litt.

Wie geht man nun mit den anderen Erkrankten im fliegerischen Personal (Kabinencrews eingeschlossen) um? Die hohe psychische Belastung der Leute ist ja da.

Und das ist ja nicht nur ein Personalproblem der Lufthansa.
 
pok

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Space Cadet
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Das gehoert in den - absichtlich geschlossenen - Zweig des GW Absturzes. Ich persoenlich denke auch, das eine oeffentliche Dikussion ueber medizinische und Flugmedizinische Themen sich eruebrigt und das Thema geschlossen bleiben kann.
 

Michael aus G.

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leider zu weit wech von einem richtigen Flugplatz
Ich persoenlich denke auch, das eine oeffentliche Dikussion ueber medizinische und Flugmedizinische Themen sich eruebrigt und das Thema geschlossen bleiben kann.
Warum? Weil das Thema unbequem war/ist/immer sein wird? Und bis jetzt immer geleugnet werden könnte?

Der Germanwings Amok ist quasi DAS Fukushima der Luftfahrtbranche. Als fast dasselbe bei der Maschine der mosambikanischen Fluggesellschaft LAM 2013 passierte, hieß es lapidar das DAS bei uns NIE passieren könnte. Man hab schließlich mit die besten, wenn nicht gar die besten Standards der Welt....
 
Toryu

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Der Germanwings Amok ist quasi DAS Fukushima der Luftfahrtbranche.
Nö.
Für die Boulevardmedien mit Schaum vorm Mund vielleicht. Für jeden einigermaßen klar Denkenden eigentlich nicht.

Nach 9/11 wollten alle Aktionismus und jetzt erntet man die Früchte der Saat.
Zugegebenermaßen haben sich die Entfürhungen seit der Tresortür deutlich verringert und solche Dinge wie der PSA-Anschlag von 1987 werden wohl auch nicht mehr vorkommen.

Nägel mit Köpfen sind gefragt, kein wildes Konsequenzen-Gegackere.
Dafür braucht es Zeit.

Man hab schließlich mit die besten, wenn nicht gar die besten Standards der Welt....
So sieht man sich in Deutschland gerne selber.
Hat aber seit jeher wenig mit der Realität zu tun.
 
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bodo

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Dafür wird man mit Sicherheit eine Lösung finden, doch ob diese dann sinnvoll ist, darf jetzt schon bezweifelt werden. Warum? Weil es auch dann noch Leute geben wird, die durch das Raster fallen, andere aber völlig unnötigerweise im Raster hängen bleiben werden. Und weil man es bei uns wie immer ganz genau machen will, wird das Psycho-Medical natürlich für die ganze Luftfahrt eingeführt, also auch für die Sportflieger. Aber was für den Airbus-Piloten gilt muss dann auch für den Busfahrer, den Gefahrgutfahrer, den Schiffskapitän und andere Berufe geben, die viele Leute bei ihrem Selbstmord mit in den Tod reißen könnten. Ich wage mal zu behaupten, dass man sich vor Selbstmorden dieser Art nicht 100%ig schützen kann.
 
Ernst Dietikon

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Ich wage mal zu behaupten, dass man sich vor Selbstmorden dieser Art nicht 100%ig schützen kann.
Dies nicht nur in der Luftfahrt. Man stelle sich den Buschaffeur vor, der den Bus absichtlich in eine Mauer fährt. Andere versuchen sich mit Gas umzubringen und sprengen dabei ganze Häuser in die Luft. Das Risiko ist in allen Fällen aber nicht besonders hoch, was nicht heisst, dass man nicht alles tun soll, um es zu reduzieren. Aber hochkochen wie die Boulevardpresse sollte man es auch nicht.

Wie ich heute im Radio hörte sterben jährlich etwa 1.5 Mio. Menschen bei Strassenverkehrsunfällen. Hier hat man ein echtes Problem.

Gruss
Ernst
 

Michael aus G.

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Intrepid

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Als fast dasselbe bei der Maschine der mosambikanischen Fluggesellschaft LAM 2013 passierte, hieß es lapidar das DAS bei uns NIE passieren könnte.
Und jetzt weiß man, das auch ein aufwändiges Auswahlverfahren nicht davor schützt.

Man sollte jetzt in Ruhe überlegen, wo Verbesserungsporenzial besteht. Die schnellen Maßnahmen lagen schon lange vor dem Unglück auf dem Tisch und wurden bereits ungesetzt (genauso wie seinerzeit die Regeln für TCAS, für die auch erst ein Unglück geschehen musste).

Zusätzlich fürchten müsen sich jetzt Menschen mit Depressionen, sollten sie unter Generalverdacht geraten. Dabei war der Narzissmus wohl eher das Problem und nicht die Depression.
 
mig-jet

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Es bleibt immer nur der Gesundheitszustand an dem Tag wo der Pilot beim Arzt war in den Akten vermerkt. Man kann heute kerngesund die Arztpraxis verlassen und schon am nächsten Tag an einem Herzinfarkt sterben.
Eine Möglichkeit zum Minimieren dieses Problemes wäre eine Datenbank indem sämtliche Arztbesuche ( und nicht nur beim Fliegerarzt ) abgespeichert wären. So könnte der Fliegerarzt beim Abrufen der Dateien sich ein Gesamtbild über den Piloten machen, kann mir aber gut vorstellen dass das nicht zu realisieren ist ( Datenschutz, Berufsgeheimniss...).
 
pok

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Genau und gerade Verkehrspiloten koennen sich als Privatpatienten recht einfach im Ausland unter Verheimlichung ihres Berufes in aerztliche Behandlung begeben.
 
WaS

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Ein ausgezeichneter Artikel, dessen Lektüre gar nicht oft genug empfohlen werden kann.

Auch wenn ich seinem Tenor zustimme: Die 2-Personen-Regel ist offenbar nicht nur aus aktuellem Aktionismus entstanden; hier erfährt man u.a., wo sie schon vorher galt: klick. Ist kein großer Aufwand und sollte allen Beteiligten ein gutes Gefühl verschaffen - könnte ich mir vorstellen. Zumindest schadet sie nicht. Oder haben die Praktiker im Cockpit bzw. der Kabine dazu eine andere Ansicht?
 
jockey

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Nachdem dieser schreckliche Unfall wohl aufgeklärt ist, wird vor allem ein bisher verdrängtes Problem sichtbar.

Der depressive Pilot wird nicht der Einzige gewesen sein, der an dieser Krankheit litt.

Wie geht man nun mit den anderen Erkrankten im fliegerischen Personal (Kabinencrews eingeschlossen) um? Die hohe psychische Belastung der Leute ist ja da.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/pilot-der-alptraumberuf-a-1026534.html
Nicht alles ist Gold was glänzt...Da tun sich Abgünde auf, die arg bedenklich sind.
 
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Jumo 004

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Diese Debatten über depressive Piloten sind relativ sinnlos. Viele Menschen, die an Depressionen leiden, begeben sich gar nicht erst zum Arzt und sind somit buchmäßig kerngesund. Der Arbeitgeber hätte da keine Chance, den Arbeitnehmer wegen gesundheitlicher Bedenken aus dem Verkehr zu ziehen. Solche Ereignisse können auch nicht durch durch die jetzt beschlossenen Schnellschussmaßnahmen ausgeschlossen werden. Hier wären vielmehr die Kollegen gefragt, denen ein geändertes Verhalten/Zurückziehen des Betroffenen auffällt. Aber auch das ist bei den ständig neu zusammengewürfelten Besatzungen eher schwierig. Das einzige, was in solchen Fällen eventuell ein deutlich höheres Maß an Sicherheit bringen könnte, wäre wohl die Möglichkeit, in Krisenfällen eine Kontrolle des Flugzeuges von außen zu übernehmen.
 
A380

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Alptraumberuf Pilot

Ja der SPIEGEL, das übliche blablabla :stupid::stupid::stupid:

Ach nee, die armen Piloten !

Wenn ich

a) meinen Job gut gelernt habe ( jeder hat irgendwo Ausbildungskosten, die er selbst tragen muss )
b) meinen Job gut ausführe
c) bereit bin, mich weiterzubilden und immer wieder Neues zu lernen
dann
-- kann mich niemand mobben
-- kann ich mich behaupten und auch durchsetzen
-- werde ich meinen beruflichen Weg konsequent gehen können.

Wenn ich krank bin, bin ich krank und kann deswegen nicht oder nicht mehr fliegen.

Aber deswegen gleich einen "Alp-Traum-Beruf" draus zu machen :headscratch::headscratch::headscratch:

Wenn ein Pilot davon spricht, sollte er sofort seinen Sitz in Reihe 00 räumen und sich was anderes suchen :HOT:

P.S. Ich habe während meines beruflichen Lebens 3 verschieden technische Abschlüsse gemacht und keinen davon bereut !
 

Wind Shear

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Es bleibt immer nur der Gesundheitszustand an dem Tag wo der Pilot beim Arzt war in den Akten vermerkt. Man kann heute kerngesund die Arztpraxis verlassen und schon am nächsten Tag an einem Herzinfarkt sterben.
Eine Möglichkeit zum Minimieren dieses Problemes wäre eine Datenbank indem sämtliche Arztbesuche ( und nicht nur beim Fliegerarzt ) abgespeichert wären. So könnte der Fliegerarzt beim Abrufen der Dateien sich ein Gesamtbild über den Piloten machen, kann mir aber gut vorstellen dass das nicht zu realisieren ist ( Datenschutz, Berufsgeheimniss...).
Sobald das klar ist, gehen dann Piloten mit Problemen nicht mehr zum Arzt. Ich denke nicht, dass das zu einer Besserung der Situation führen würde.

Zum Thema Depression in diesem Zusammenhang empfehle ich folgenden Brief der deutschen Gesellschaft für Psychatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde.

https://www.dgppn.de/fileadmin/user_upload/_medien/download/pdf/stellungnahmen/2015/2015-04-02_Stellungnahme_DGPPN_BVDN_BVDP_Flug_4U9525_final.pdf
 
Augsburg Eagle

Augsburg Eagle

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Bavariae capitis
Alptraumberuf Pilot

"hohe Arbeitsbelastung, Mobbing und Angst vor Jobverlust wegen Krankheit"
Nichts gegen die Arbeitsbelastung von Piloten. Die mag teilweise wirklich hoch sein.
Aber die sollen sich doch mal mit einem Loader an einem Flughafen oder mit einer Krankenschwester unterhalten.

Jeder hat in seinem Beruf Stress oder andere "Unannehmlichkeiten". Aber der überwiegende Teil hat seinen Beruf frei gewählt.
Und der ebenso überwiegende Teil wusste, das sein Job nicht nur aus Pausen mit gelegentlichen Arbeitseinlagen besteht.

P.S.: Ich bin zwar "nur" Metallbaumeister (HWK) aber ich mache meinen Job in der Gebäudetechnik in MUC gern. Obwohl ich oft "Stress" habe.
 
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