Gloster VI - WMM 1/48

Diskutiere Gloster VI - WMM 1/48 im Props bis 1/48 Forum im Bereich Bauberichte online; Gemeinhin denkt man vielleicht, dass die roten Schneiderpokal-Renner aus Italien die elegantesten Konstruktionen waren, die dieser Wettbewerb je...
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Alien
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Gemeinhin denkt man vielleicht, dass die roten Schneiderpokal-Renner aus Italien die elegantesten Konstruktionen waren, die dieser Wettbewerb je hervorbrachte. Aber dabei vergisst man die Gloster VI. Seht selbst:



Unter der Haube sollte ein 12-Zylinder Lyon W-Motor von Napier mit Turbolader arbeiteten und der passte nicht in die Doppeldecker-Zelle der bisherigen Gloster-Renner. Unwillig schwenkte der Konstrukteur Henry Folland auf einen auffallend sauber profilierten Tiefdecker um. Aufgrund seiner eigenwilligen Farbe und der im Englischen „Broad Arrow“ genannten Zylinderanordnung des Motors, bekam das Flugzeug den Beinamen „Golden Arrow“, zumal es auch noch ein Rennauto mit gleichem Motor und Namen gab: Gloster VI - Alchetron, The Free Social Encyclopedia

Zwei Exemplare wurden gebaut, aber zum Wettbewerb hat es keines geschafft, da der Turbo-Motor nicht rund lief. Schon am Tag nach dem Wettbewerb zeigte sich das enorme Potenzial der Maschine. Denn da flog George Stainforth mit N249 einen neuen absoluten Geschwindigkeitsweltrekord, der allerdings kurze Zeit später von der Supermarine S.6 überboten wurde, und somit nicht lange anhielt Gloster VI - Wikipedia.

Was die Farbgebung angeht, so gibt es gleich Widersprüche: Derek N. James schreibt in „Gloster Aircraft since 1917“, Putnam 1971:

“The construction of the two Gloster VI, N249 and N250, was completed in July 1929 and cost £25,000. N249 was painted old-gold with blue floats, and thus was bore the name Golden Arrow which the Gloster VI was given. N250 was no less gorgeously finished, having old-gold wing and tail plane, Cambridge blue fuselage, fin and struts, white floats, and natural copper coloured radiator surfaces. Described by many a being the most beautiful aeroplane of its period, the Gloster VI certainly bore every outward indication of being a winner. One newspaper reported that - 'it seems more the conception of an artist who can make and create his own lines by the stroke of a brush, than the work of a designer who is bound by the principles of engineering and the comparative inelasticity of metal and timber. The Gloster Aircraft Company has never produced a finer example of aircraft construction and it is an outstanding testimony to the high standard of their workshop practice just as the design itself is a triumph for Mr H. P. Folland and Mr H. E. Preston.'”
 
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Alien
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Bei dem Bausatz hat man höchste Erwartungen, denn er ist edel gefertigt, verpackt und hoch bepreist. Hier will ich gleich mal dokumentieren, welches Exemplar ich (erneut über FF-User Flogger, siehe Macchi M.67 - NOIX 1/48) erworben habe:



Die Bauteile (Rumpfbau und Anbringen der Tragflächen hat Flogger schon vorgenommen):



Reichlich Ätzteile, im Wesentlichen für die Kühler:



Das sind die Ätzteile für die profilierten Verspannungen (allerdings noch nicht in den benötigten Längen):



Ein Messinggussast enthält vier Einzelstreben für die Schwimmer:



Frühere Bauberichte gibt es z.B. hier:

https://cs.finescale.com/fsm/modeling_subjects/f/2/t/124017.aspx
Gloster VI, Wiener Modellbau Manufactur 1:48 von Bernhard Schrock
 
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Wieder ein spannender Treppenwitz der Geschichte - in der "Need for Speed" - wenn ich @urig und @Albatros D.Va Euch bei den Rennsemmeln so folge, bin ich immer auf der 1/72er Modellsuche rsp. bei meinem Popotreten, mit denen auch mal voranzukommen und zu präsentieren.
... und ich bleibe dann im kleineren Preissegment mit viel modellbauerischer Handarbeit.
Ich bleibe neugierig hier und bei den anderen Baubesprechungen - viel Spaß und gute Ergebnisse.

Mit Modellbauers Gruß Klaus
 
Albatros D.Va

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Oh, die nächste Rennsemmel und was für eine schöne! :thumbsup:
 
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Was dem WMM-Bausatz komplett abgeht, aber unbedingt notwendig wäre, ist eine Angabe zum richtigen Abstand der Schwimmer zueinander, sei es als Zahl oder in Form einer Zeichnung! Also mache ich als erstes 1:48-Kopien der Dreiseitenrisse und dann eine passende Helling:



Sehr positiv sehe ich die Möglichkeit, das Applizieren Foto-geätzter Kühler üben zu dürfen! Dies ist ja auch ein Grund für mich, diesen Bau schon zu beginnen, bevor die bereits begonnene Macchi M.67 fertig ist.



Gebogen habe ich auf einem vier Mal gefalteten Mikrofasertuch. Die Messing-Materialstärke liegt bei 0,15 mm.



Gebogen wurde so lange bis die Dinger plan auf der gekrümmten Oberfläche anliegen. Dann wurde mit Sekundenkleber geklebt und auch gleich die Randspalte „verspachtelt“:



Ebenso am Rumpf:

 
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Ein tolles Vorbild, ein höchst anspruchsvoller Bausatz! Zumal die WMM das Gerät (wie üblich) zunächst selbst gebaut hat und so präsentiert, dass es schwer zu toppen sein wird. Das wird eine esondere Erfahrung, danke für Deinen wie immer gründlichen Bericht!
 
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Den überschüssigen Kleber neben den Messingblechen kann man mit solchen Silikonpolierern bequem beseitigen:



So eine große Abweichung zwischen Höhenleitwerksanschluss und der Dicke des Leitwerks kommen jetzt doch eher unerwartet. Da rechtzeitig bemerkt, kann ich die Flächenanschlüsse vor dem Kleben dünner schaben.

 
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Irgendwie sehen sich die Dinger ,egal welches Land , der entsprechenden Rennsaisons ganz schön änlich.
 
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Irgendwie sehen sich die Dinger ,egal welches Land , der entsprechenden Rennsaisons ganz schön ähnlich.
Das ist so wie in der Formel 1. Stand der Technik und Ziel waren bei diesen ja zeitgleichen Konstruktionen identisch. Die Physik sowieso...
Aber über die Jahre hat sich doch viel getan: kannst Du hierüber in #11 ein wenig erkennen.
 
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Hier mal ein Blick auf die Hinterkanten der Kühlerflächen. Etwas Spachtelbedarf bleibt. Ich hoffe aber noch auf Unterstützung bei der Grundierung mit Füller.



Die Idee ist nun, vor dem Grundieren und Lackieren alle Kühler zu maskieren, damit man deren Ränder gut in die Oberfläche integrieren kann und keine Klebstoffreste auf dem fertigen Lack bekommt.



Das heißt dann aber auch, dass ich mir konkrete Gedanken über die Farbgebung machen muss.
 
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So verratzt und abgekämpft wie in den Bildern aus http://www.profil24-models.com/model-kits-modeles-reduits/modules/psblog/uploads/1394030122.jpg muss mein Modell nicht werden.

Früher dachte ich, die Maschine wäre in Königsblau und Silber, ähnlich zur S.6, so dass man gleich sieht, dass dies eine englische Maschine ist. Aber die Realität war wohl eine andere. Derek N. James habe ich weiter vorne in #1 schon mal wörtlich zitiert. In seinem Buch „Schneider Trophy Aircraft 1913-1931“ Putnam 1981 schreibt er

Colour: Cambridge blue floats, remainder old-gold, with regulation RAF rudder stripes and black serial number N249. This aircraft was named Golden Arrow. Old-gold wings and tailplane, Cambridge blue fuselage, fin and struts, white floats, regulation RAF rudder stripes and black serial number N250.”

WMM interpretiert diese Angaben so:



Ein klarer Widerspruch! Blöderweise kann ich weder WMMs noch Dereks Angaben in historischen Fotos nachvollziehen.

Cambridge Blue (colour) - Wikipedia ist ein grünstichiges Sky Blue mit den RGB-Koordinaten (133, 176, 154). Hier mal mein Vergleich mit ein paar Gunze-Mischungen (aus dem WWW):



Hier sind ein paar neuere Darstellungen, die ich für die plausibelsten halte: Gloster VI Schneider Trophy racing float plane from 1929. Briefly held the world absolute speed record. - ricardo kuhn (patineto) Daher denke ich, dass mein Modell so werden sollte. Mit den blauen Streifen an der Schwimmerspitze bin ich nicht einig. Das war eher rot wenn man die SW-Fotos interpretiert.

 
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Bei dem S/W Foto im obigen link glänzt der Rumpf ziemlich stark. Die waren sicher alle hochglanzpoliert, aber das könnte schon auch metallic sein. Goldig, vielleicht?
 
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Ja, das sehe ich auch so.

Aber was ist mit den anderen beiden? Dort ist der Rumpf dunkel und matt, die Schwimmer hell und am Leitwerk steht (zumindest einmal) N249. :84:
 
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Dass ist schon eine Aufgabe, Farbrescherchen an Geräten, die alle naselang verändert und umlackiert wurden. Siehe auch hier in #63.
Aber am Ende ist es doch immer eine Entscheidung zwischen "was gefällt mir am Besten" oder doch "welche Doku ist überzeugender".
Guten Erfolg!!
 
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Das Problem kennen wir zur Genüge. Kaum hat man sich die plausibelste aller Möglichkeiten zurecht gelegt. Kommt was Neues.
 
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Nachdem mein Modell also silberne Schwimmer erhalten soll, kann ich diese schon mal unabhängig vom Rest vorbereiten. Dadurch bleibt die Unterseite des Fliegers bis zum Zusammenbau voll zugänglich.

Schwimmerösen liegen als Ätzteile bei. Die hinteren muss man biegen, damit sie doppelte Wandstärke bekommen. Die vorderen sind nur in einfacher Stärke da und an der Spitze des Modells sehr gefährdet (Bruch & Verlust). Sie kommen daher erst ganz zum Schluss an ihren Platz. Vermutlich werde ich sie durch dickeres PS-Sheet ersetzen, wie bei meinen anderen Modellen?



Grundierung in Glanzschwarz zur Vorbereitung des Metall-Finishs:



Hier nach Fertigstellung mit Gunze Aluminium Polierlack, Future-Glanzlack, Ölfarben-Washing und roten Decalstreifen, damit Niemand in den laufenden Propeller greift:

 
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Zurück zum Rumpf. Jetzt wird’s grauslich! @Swordfish: Bitte wegschauen! Die Auspuffreihen muss ich wieder freilegen, um sie mit Ätzteilen verzieren zu können.



Dafür kann WMM nichts. Axel hat alles für einen Abguss der Form verspachtelt, bevor er mir das angefangene Modell schickte.



Mein erster Versuch mit dem Zahnarztbohrer führt zu massiver „Karies“: :cursing:



Auch die erste Auspuffblende erweist sich als fragil: :evil:



Könnte aber gerade noch durchgehen? :84:

 
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