GPS

Diskutiere GPS im Navigation, Flugfunk u. Verfahren Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Jungs (die Mädels halten sich ja sehr zurück), schließt mal bitte Wissenslücken: - Stimmt es dass die Satelliten des GPS dem amerikanischen...
Jan

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Space Cadet
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Jungs (die Mädels halten sich ja sehr zurück), schließt mal bitte Wissenslücken:
- Stimmt es dass die Satelliten des GPS dem amerikanischen Militär unterstehen/gehören? Dieses hätte zur Folge, dass jedes GPS unterstütztes Fahr-/ Flugzeug vom Militär geortet und katalogisiert werden könnte.
In einem Kriegsfalle könnten die Militärs also auch die Satellitennutzung einschränken/aufheben, alle zivilen und auch fremde militärische (?) Flugzeuge wären demnach fast blind?

- Was ist der Unterschied zum NAVSTAR System?
- Hat noch eine Nation ein eigenes System, ausser Russland, z.B. mit GLONASS ?
 
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HenningOL

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Zum Gps kann ich soviel beitragen das es den USA gehört - wenn die also wollen geht nichts mehr. Seltsame Daten habe ich zur Zeit des Kosovos selbst mitbekommen...
Was allerdings das angeht das sie jedes Fahrzeug das GPS nutz orten könne wäre mir das neu...

CU
Henning

PS: Aus dieses Grund sind unsere "Freunde" auch garnicht froh darüber das Europa sein eigenes System ins All werfen will
 
BadCompany

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Testpilot
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Hmm,

eigentlich funktioniert das GPS IMO so, dass der Nutzer eines solchen Navigationsgerätes Daten (von den Satelliten) empfängt, es werden aber keine Daten gesendet. Somit dürfte der Nutzer eigentlich nicht ortbar sein. Es stimmt, dass zur Zeit noch solche GPS-Systeme vom amerikanischen Militär abhängig sind, aber z.B. Europa arbeitet gegenwärtig am eigenen GPS-System Galileo.
 
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René

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GPS ist ein Satelliten-Navigationssystem welches vom us-amerikanischen Verteidigungsministerium betrieben wird. Die Hauptkontroll-Station befindet sich in Colorado Springs/USA.
Die Satellitenflotte besteht aus 24 Satelliten. Sechs Umlaufbahnen in 20 000 km Höhe.
Das russische GLONASS-System ist etwas ungenauer aufgrund der niedrigeren Zahl an Satelliten.
Wer GPS verwendet ist von den Amerikaner abhängig. Eine Abschaltung ist jederzeit möglich. Außerdem kann die Genauigkeit für die private Nutzung heruntergefahren werden (wurde im Golfkrieg 1991 praktiziert). Vgl. Infosat 173.
Ob damit eine Katalogisierung von Fahr-/Flugzeugen möglich ist, weiß ich nicht.
 
Jan

Jan

Space Cadet
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gut, schließen wir die Ortung vielleicht mal aus.
wer weiss.
Es wird ja auch immer behauptet, Handys, die "nur" auf Empfang sind, sind auch zu orten.
Aber sonst passt es ja...
GLONASS soll auf 15 m genau sein!?
 
René

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Original geschrieben von Jan
gut, schließen wir die Ortung vielleicht mal aus.
wer weiss.
Es wird ja auch immer behauptet, Handys, die "nur" auf Empfang sind, sind auch zu orten.
Nun ja. Mit einem GPS-Receiver und einem passenden Handy sowie weiterem Equipment ist es kein Problem Fahrzeuge zu orten. Das sollte jeder Bastler hinkriegen. :eek:
 

Reinhard

Guest
NAVSTAR ist praktisch das Satellitensystem für GPS,die Bezeichnung wird heute kaum noch verwendet;ursprünglich sollten es 48 Satelliten werden,aber die erreichte Genauigkeit war besser als angenommen
Die Ortung eines GPS-Empfängers ist praktisch nicht möglich,weil es ein rein passives Gerät ist(es empfängt nur),wenn nicht zusätzlich mit aktiven Geräten gekoppelt
GPS sind eigentlich 2 unabhängige Systeme mit den gleichen Satelliten:
ein ziviles,was jeder kaufen kann und was auch leicht zu entschlüsseln ist,damit könnte man die Geräte auch nachbauen;dieses System kann jederzeit durch die USA in der Genauigkeit verschlechtert werden und das wurde bisher auch schon mindestens einmal gemacht
zusätzlich dazu gibt es das DGPS;das gleiche System wurde ergänzt durch genau vermessene Bodenstationen(z.B.in Nord-und Ostsee) um die Genauigkeit weiter zu erhöhen,aber das sind auch nur passive Geräte
Das zweite ist das militärische System;das ist nur für autorisierte Nutzer,dazu reichen die handelsüblichen Empfänger nicht.Das System ist so sicher,daß im Ernstfall
praktisch nur die USA darüber verfügen:1.braucht man einen Code,um die Geräte zu benutzen 2.nutzen einzelne Geräte keinem,der so was klaut oder erbeutet,um sowas nachzubauen
oder längere Zeit selbst zu benutzen
3.sind die Daten so tief codiert,man müßte 112 Jahre die Sendesignale aller Satelliten ununterbrochen empfangen,um das militärische System zu knacken
 
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Reinhard

Guest
Und beim Handy ist es ganz anders:
Ein GSM-Handy sendet regelmäßig,auch wenn man nicht telefoniert:Besonders beim Funkzellenwechsel(also besonders oft in sich bewegenden Fahrzeugen) und bei Veränderungen
der Empfangsleistung(die Sendeleistung wird atomatisch im Handy und in der Basisstation so niedrig wie möglich gehalten).Und von außen kann man ein Handy jederzeit veranlassen,sich zu melden.
Da ein Handy im Normalfall bei einer einzigen Basisstation
eingebucht ist,kann man so schon jederzeit das Handy auf einige km um diese Station "orten".und mit etwas Aufwand kann mit mehreren Stationen ein Handy ganz genau geortet werden.
Wenn eingebaut,ist so mit GPS und Handy ein geklautes Auto leicht aufzufinden.Und Systeme,die einen GPS-Empfänger orten können,brauchen unbedingt dazu ein mit dem GPS gekoppeltes Handy oder ein anderes Funksystem-z.B.über Satelliten.Und das gibt es auch für teure PKW und LKW.
 
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Denti

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GPS wird in der Tat von den US-Militärs betrieben, da inzwischen aber die weltweite Luftfahrt (auch der US-Airlines) zum Teil auf GPS beruht ist die Verfügbarkeit der zivilen Seite, sowie die zur Verfügung gestellte Genauigkeit vertraglich festgehalten. Alles bisher allerdings inner-Amerikanisch, also zwischen DOT und Verteidigungsministerium.

Eine Anpeilung der GPS-Empfänger dürfte sehr schwierig sein, da sie wie oben schon erwähnt reine Empfänger sind.

Die DGPS-Korrekturstationen hingegen sind natürlich aktiv, da sie ja gerade dadurch arbeiten dass sie ein Korrektursignal aussenden das die Genauigkeit eines DGPS-Empfängers (der wieder passiv ist) in den cm-Bereich bringen können.

Interessanterweise fliegt trotz der weiten und recht sicheren Verfügbarkeit von GPS noch heute ein grosser Prozentsatz an Airlinern ohne GPS und das nicht unbedingt ungenauer.

Grüsse, Denti
 
Jan

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Original geschrieben von Denti


Interessanterweise fliegt trotz der weiten und recht sicheren Verfügbarkeit von GPS noch heute ein grosser Prozentsatz an Airlinern ohne GPS und das nicht unbedingt ungenauer.

Grüsse, Denti
ach, ich dachte sowas wäre Standard?:FFEEK:
 

Reinhard

Guest
Die satelliten fliegen in etwa 36000 km über dem Äquator;anders würde das nicht funktionieren;20 000km geht gar nicht.
 

Denti

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Tatsächlich muss nicht jeder Satellit in 36.000km über dem Äquator fliegen, dass müssen nur Geostationäre Satelliten. Geostationäre Satelliten haben den Nachteil dass die Abdeckung an den Polen bzw. in hohen Breiten nicht mehr gewährleistet ist, daher nimmt man für Aufgaben die eine solche Abdeckung erfordern Satelliten mit niedrigerer Umlaufbahn.

Es gibt allerdings mindestens einen (geplanten) Geostationären GPS-Satelliten, das ist der Korrektursatellit für das WAAS (Wide Area Augmentation System) in den USA. Das WAAS ist ein Versuch die Genauigkeit von GPS für den zivilen Nutzer so weit zu erhöhen dass CAT I Anflüge allein mit GPS möglich sind. Höhere Genauigkeit kann man dann wiederum nur mit DGPS erreichen.

GPS ist bei neuen Verkehrsflugzeugen der Standard, ältere arbeiten noch oft mit Navigation nach IRS und DME/DME bzw. DME/VOR. Das reicht aus um eine RNP von 0.5 einhalten zu können. RNP ist die Required Navigation Performance und die Zahl dazu meint einen Radius in NM der in 95% der Zeit eingehalten wird.

Grüsse, Denti
 
Shadow

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Mal ein paar Infos...

Die 24 Satelliten kreisen zu je 8 auf 3 Bahnen auf 20.165 km Höhe. Die Empfänger arbeiten rein passiv und messen die unterschiedlichen Laufzeiten der Signale vom Satelliten. Je mehr Satelliten ich sehe, desto genauer ist meine Berechnung, auch dreidimensional.

Die Trägerfrequenzen sind 1575,42 Mhz und 1227,60 MHz. GPS arbeitet in zwei verschiedenen Modi, ein ziviler und ein militärischer. Der zivile Mode benutz eine Pseude-Noise-Sequenz von 1023 Bit Länge und gibt daher einen Gewinn von ca. 30 dB. Die militärische PN-Sequenz ist länger und daher genauer aber geheim :)

Da der zivile Modus so gut ist, daß er auch für militärische Operationen der Gegenseite benutzt werden kann, werden beide Modi in der Regel mit Rauschen verschlechtert. Während des Golfkrieges wurde -bevor die erste Bombe fiel- GPS wieder von dem Rauschen befreit. Die Langzeitmessungen am Institut haben einen 'Verschlechterungs-Faktor' von ca. 10 ergeben.
 
Shadow

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Zum Thema GSM!

Sobald ein Handy eingeschaltet wird, muß es sich in der Zelle anmelden. Wird es nicht benutzt und steht auf Empfang, so gibt es trotzdem eine Kommunikation zwischen Handy und Zelle. Das könnt ihr ganz einfach überprüfen, indem Ihr mal ein Handy z.B. neben den Fernseher legt. Der Krach im Lautsprecher des Fernsehers von Zeit zu Zeit ist unüberhörbar. ;)

Die Netzbetreiber bieten auch einen Dienst zur Lokalisierung von Handys bzw. GSM-Modulen an. Für private oder gewerblich Zwecke muß jedoch eine Genehmigung des Eigentümers vorliegen. Wie hier die Rechtslage bei der Polizei oder anderen Institutionen ist, überlasse ich Eurer Phantasie :D
 
Flugi

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..das habt Ihr richtig schön erklärt hier!:) Einiges war mir bereits bekannt und der Rest hat dazu beigetragen eine Erklärung zu finden, warum ich bis jetzt immer mein Flugziel erreicht habe!;)
 

hubidubi

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Original geschrieben von Shadow
Mal ein paar Infos...

Die 24 Satelliten kreisen zu je 8 auf 3 Bahnen
Meiner Meinung nach sind es 6 Bahnen zu je 4 Satelliten.
Zur Zeit ist es so, dass auch die zivilen Anwender in den Genuss der militärischen Genauigkeit kommen, da die Amerikaner die künstliche Verfälschung des zivilen Signals abgeschaltet haben. Das heisst, mit jedem handelsüblichen GPS-Empfänger lässt sich die Position auf 15-30 m genau bestimmen.
Übrigens ist es so, dass der P-Code (der geheime militärische Code) nicht nur den Amerikanern vorbehalten ist. Durch entsprechende Vertäge mit dem DoD (Departement of Defense) wird die Verwendung dieses Codes mit anderen Armeen geregelt.

Gruss, hubidubi
 
Shadow

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Original geschrieben von hubidubi
...
Zur Zeit ist es so, dass auch die zivilen Anwender in den Genuss der militärischen Genauigkeit kommen, da die Amerikaner die künstliche Verfälschung des zivilen Signals abgeschaltet haben. Das heisst, mit jedem handelsüblichen GPS-Empfänger lässt sich die Position auf 15-30 m genau bestimmen.
...
Gruss, hubidubi
Ein Gerät, welches mit der 1023 Bit langen PN-Sequenz arbeitet, kann nicht so gut sein, wie ein Gerät mit der längeren Sequenz! Immer vorausgesetzt, daß auch genügend Zeit zur Verfügung steht, da die Korrelation entsprechend länger dauert.
 
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