Großschiffe versenken

Diskutiere Großschiffe versenken im Wasserfahrzeuge Forum im Bereich Land- und Wasserfahrzeuge; ich habe euren tex aufmerksam verfolgt. Mich faszinieren ebenfalls die flugzeugträger. Wie sieht das eigentlich aus wenn die von torpedos...

Moderatoren: AE
  1. #1 monstera, 26.07.2010
    monstera

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    ich habe euren tex aufmerksam verfolgt.
    Mich faszinieren ebenfalls die flugzeugträger.
    Wie sieht das eigentlich aus wenn die von torpedos getroffen werder. halten die das aus? oder von raketen.
    Im Wiki hab ich gelesen dass die neuen Träger von der Ford Klasse eine spezielle doppel wand mit einem elektrischen Schutz haben werde. Halten die mehr aus als die Nimitz Klasse? Sind die Träger im Allgemeinen dann besser?
    Oder wie ?

    Thanks....:?!

    und wieviele Flugzeugträger von der Ford KLasse wird es dann geben?:confused::confused::confused:
     
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  3. #2 Air Power, 26.07.2010
    Zuletzt bearbeitet: 26.07.2010
    Air Power

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    Hallo!

    Wieviele Torpedo- bzw. Raketentreffer ein Flugzeugträger aushält hängt wohl von mehreren Faktoren ab wie etwa der Größe des Gefechtskopfes und des Einschlagsortes. Um dem Träger eine bessere "Veträglichkeit" von Torpedotreffern zu geben, besteht der Rumpf an "exponierten" Stellen aus einer doppelwandigen Stahlkonstruktion, wobei zwischen den beiden Wänden ein gewisser Freiraum herrscht, um einen Teil der Druckwelle zu abosorbieren. Gegen Raketentreffer selbst hat der Träger nur den Stahlrumpf, der auch noch mit Kevlar "gepanzert" ist. Zur Erhöhung der Überlebensfähigkeit liegen Munitions- und Treibstofflager sowie Antriebsanlagen und Reaktoren unterhalb der Wasserlinie, sodass sie im Bedarfsfall schnellstmöglich geflutet werden können um Schlimmeres zu verhindern. Also ich würde schon sagen, dass ein Nimitz-Klasse Träger einen Torpedo- oder Raketentreffer wegstecken bzw. aushalten kann.Vorausgesetzt, die Besatzung reagiert richtig und keine "sensible" Stelle wird erwischt.

    Raketentreffer gab es in der Vergangenheit schon vielfach, allerdings auf kleineren Schiffen, beispielsweise auf der USS Stark (FFG-31), die von zwei Exocet Lenkwaffen getroffen wurde. Das Schiff konnte aus eigener Kraft den nächsten Stützpunkt anlaufen und wurde wiederhergestellt. Ein anderer Fall wäre der israelische Zerstörer INS Eilat, der von ägyptischen Flugkörperschnellbooten mit SS-N-2 "Stxy" Lenkwaffen versenkt wurde (allerdings wäre hier hinzuzufügen, dass der Gefechtskopf der SS-N-2 etwa 3-mal größer ist als jener der Exocet - und es mindestens vier Treffer gewesen sein sollen).

    Auch Torpedotreffer gab es in der jüngsten Vergangenheit - auch wieder nur auf kleineren Schiffen. Bekanntester Fall dürfte hier die ARA General Belgrano sein, die im Falklandkrieg vom britischen U-Boot HMS Conqueror mit zwei Torpedos vom Typ Mk. VIII (Standardtorpedo der RN im WW II) versenkt wurde.

    Bisher hat aber noch niemand einen Nimitz-Klasse Flugzeugträger mit einem echten Torpedo oder einer echten Rakete getroffen (dafür schon vielfach bei Übungen - u.A. australische, deutsche oder schwedische U-Boote), daher kann man hier über Schadensausmaß und Überlebensfähigkeit nur spekulieren und das möchte ich an dieser Stelle vermeiden.

    Der "elektrische Schutz" ist soweit ich das verstanden habe, nur auf Hohlladungsgefechtsköpfe bezogen. Dies würde gegen einige Seezielflugkörper wie etwa die russische SS-N-25 "Switchblade" vl. Sinn machen. Andere SSMs oder ASM tragen HE (High Explosive)-Gefechtsköpfe, die keine Hohlladung sind, dafür wurde das System aber auch nicht entworfen.

    Torpedos tragen jedoch soweit ich weiss keine Hohlladungsgefechtsköpfe, sondern sind dazu ausgelegt, ein Schiff zu versenken, indem sie entweder ein Loch in die Bordwand unterhalb der Wasserlinie sprengen, das Schiff vollläuft und infolge dessen untergeht oder unter dem Rumpf des tropedierten Schiffes eine Gasblase zu erzeugen, die den Auftrieb unterhalb der betroffenen Rumpfstelle vernichtet und so das Schiff auseinanderbricht.

    Geplant sind übrigens 11 Ford-Klasse-Träger, Bauzeit bis 2058.

    Ich hoffe, ich geriet nicht zu sehr OT und konnte ein paar deiner Fragen beantworten :TOP:

    Grüsse,
    Nikolaus
     
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  4. mcnoch

    mcnoch Alien
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    Um ein Großkampfschiff wie einen Flugzeugträger zu torpedieren, würde man den Torpedo so einstellen, dass er einige Meter unter dem Kiel explodiert und so die Druckwelle die mittleren Segmente des Schiffes hoch drückt, diese würden danach wieder verstärkt nach unten drücken und so im schlimmsten/besten Falle den Kiel des Schiffes und damit das ganze Schiff in drei Teile zerbrechen, so dass es sinken würde.
     
  5. bjs

    bjs Testpilot

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    In einem anderen Forum war dieses Thema schon vor längerer Zeit aktuell.

    Meine Meinung/Einschätzung: Die Methode, einem Schiff durch die Gasblase das Genick zu brechen, wird einen Nimitzträger am ehesten nicht mehr einsatzfähig aber weiterhin schwimmfähig machen. Der Rumpf wird durch die Druckwelle lokal eingedrückt oder leckgeschlagen werden, ich denke aber nicht, dass er so einfach zerbricht (ein Risiko ist natürlich die meist recht hohe Geschwindigkeit eines Trägers, die wiederum auch ein gewisser Schutz vor einem Angriff ist, aber eine Beschädigung schnell verstärkt).

    Denn: ganz nach den Regeln der Festigkeitslehre ist ein hoher Körper biegefester, als ein niedrigerer. D.h. die grosse Höhe des Trägerrumpfes im Vergleich zu beinahe allen anderen Kriegsschiffen (deren Aufbauten darf man dabei nicht mitzählen) schützt ihn vor dem Zerbrechen.

    Allerdings wird er gewaltig an Geschwindigkeit verlieren - und damit seine Einsatzfähigkeit stark herabsetzen, also Treibstoff- und Waffenladung der Flugzeuge müssen stark herabgesetzt werden, wenn der Träger zu langsam ist.
     
  6. #5 Schorsch, 26.07.2010
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    Die benötigte Energie zum "Hocheben" des Schiffes ist anhängig von der Masse des Schiffes, und ein Träger wiegt etwa Faktor zwanzig gängiger Fregatten.
    Wie auch immer, der Träger wäre nach einem Treffer wohl aus dem Gefecht, er würde wohl zurückkehren zur Basis und damit ist der Kampfauftrag des U-Boots wahrscheinlich erfüllt.
     
  7. #6 Intrepid, 27.07.2010
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    Du weist aber, dass bei den amerikanischen Trägern im Gegensatz zu den Trägern anderer Nationen der Rumpf von der Statik her betrachtet mit dem Hangardeck endet und die Decks 01, 02 und das Gallerydeck zu den Aufbauten zählen? Das Flugdeck ist sozusagen das Dach des dritten Aufbaudecks. Das Hangardeck ist das Main Deck, dann geht es nach unten weiter mit 1., 2. und 3. Deck, 1. Plattform, 2. Plattform und der Boden.
     
  8. bjs

    bjs Testpilot

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    Ja, aber er ist immer noch erheblich höher, als z.B. ein Kreuzerrumpf.
     
  9. V-ger

    V-ger inaktiv

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    Ein Paar Hinweise diesbezüglich....

    Alle Träger der USN ab USS Nimitz (CVN-68) haben etwa 5000t Kevlar zum Schutz wichtigster Strukturteile.

    Während der Seeschlacht von Midway im Juni 1942 erhilt USS Yorktown zwei Torpedo- und mehrere Bombentreffer (für Bilder siehe hier http://www.history.navy.mil/photos/events/wwii-pac/midway/mid-8.htm ). Das Schiff hatte damals eine Verdrängung von etwa 27000t aber eine sehr gute Konstruktion des Unterwasserbereichs. Yorktown bekam 30° Schlagseite und wurde zuerst von der Besatzung verlassen. Als das Schiff nicht sank kamen wieder Reparaturmannschaften an bord und es gab gute Aussichten es zu retten - bis es von drei oder vier weiteren Torpedos eines japanischen U-Boots getroffen wurde (wenige Tage später).

    Das Schwesterschiff USS Hornet wurde während der Schlacht von Santa-Cruz versenkt. Allerdings....das Schiff erhielt zuerst einen Bomben- und zwei Flugzeugtreffer (das war noch vor "Kamikaze-Zeiten"). Nachdem Schleppversuche gescheitert waren musste Hornet aufgegeben und versenkt werden. Die Begleitzerstörer trafen es mit neun Torpedos und über 300 Granaten vom Kaliber 127mm - und Hornet ging immer noch nicht unter. Erst vier weitere japanische Torpedos haben zu einer Versenkung geführt…

    Neben dem Ausbildungsstand der Besatzung ist es vor allem die Konstruktion des Schiffrumpfs sowie das Vorhandensein widerstandsfähiger Feuerbekämpfungsanlagen die wichtigste Voraussetzung für eine derartige Widerstandsfähigkeit. USS Wasp (CV-7) war fast genauso groß wie Yorktown und Hornet jedoch deutlich leichter. Dem Schiff mangelte es vor allem an passiven Schutzmaßnahmen im Rumpf. Wasp sank nach nur einem Torpedotreffer welcher einen Brand der Flugzeugbenzintanks verursachte....

    Das erste von zwei Exocets die trafen ging praktisch quer durch den Rumpf und flog auf die andere Seite raus. Die zweite Exocet detonierte und verursachte den Hauptschaden in dem der unverbrauchte und durch den Schiff verteilte Treibstoff der ersten Rakete in Brand gesetzt wurde…

    Nicht vergessen: der in Größe und Konstruktion vergleichbare Zerstörer HMS Sheffield wurde 1982 von einem einzigen Exocet außer Gefecht gesetzt - obwohl die Rakete nicht explodierte. Ein durch den unverbrauchten Raketentreibstoff verursachter Brand ließ das Schiff vier oder fünf Tage lang brennen bevor die Crew aufgab...

    Der ältere Zerstörer HMS Glamorgan dagegen wurde durch eine schnelle Wende von ähnlichem Schicksal gerettet. Durch die Neigung des Schiffes traf die Exocet zwar den Hubschrauberhangar. Die Detonation verursachte aber relativ leichte Schäden.

    HMS Conqueror feuerte drei Torpedos. Zwei traffen ARA Belgrano und eins einen der Begleitzerstörer. Das letzte Torpedo detonierte aber nicht.

    ARA Belgrano war ein Kreuzer der USS Brooklyn Klasse, der noch 1938 gebaut wurde. Diese Schiffe waren schon immer für ihre Empfindlichkeit auf Torpedotreffer bekannt. So wie schon einige der Schwesterschiffe bei verschiedenen Schlachten um Guadalcanal 40 Jahre davor verlor auch Belgrano durch einen Treffer den ganzen Bug. Durch den zweiten wurden die Maschinenräume geflutet...

    Die modernen Torpedos haben allerdings auch deutlich effektvollere Gefechtsköpfe. Tests der Mk.48 (Standardtorpedo der US Angriffs-U-Boote) zeigten dass ein einziger Treffer üblicherweise zur kompletten Zerstörung des Ziels in der größe einer Fregatte oder Zerstörers führt.
    Beispiel:
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/51/Mark_48_Torpedo_testing.jpg

    Nicht desto trotz bei Treffern auf deutlich größeren Schiffen wie Tanker erwiesen sich nicht nur die Exocets als deutlich weniger effektiv. Die Iraker feuerten über 600 Exemplare während des Krieges mit dem Iran. Vor allem gegen Tankerschiffe. Nur fünf davon wurden versenkt und weniger als 50 abgeschrieben - und dann meistens aus Versicherungs-bezogenen Gründen. In vielen Fällen versagte das Gefechtskopf nach dem Einschlag in die dicke Außenwand des Tankerschiffrumpfes.

    Große Tanker - etwa 100.000 bis 200.000t - erwiesen sich auch sehr widerstandsfähig gegen Minen (siehe den Fall Texaco Caribbean im Persischen Golf 1987). Ein Paar Tanks wurden geflutet aber das Schiff blieb fahrtüchtig. Zum Vergleich, die neueren Träger der Nimitz-Klasse verdrängen etwa 105.000t...
     
  10. #9 Sczepanski, 22.09.2010
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    das mit der Unempfindlichkeit der Tanker hat aber auch konstruktionsbedingte Grundlagen (und dabei geh ich nicht unbedingt auf die Doppelhülle ein):
    die Schiffe sind so groß (der Maschinenraum ist soweit vom Bug entfernt), dass ein Treffer nur einige Abteilungen der Tanker zerstören kann; Raketen die auf Wärmestrahlung reagieren treffen den Maschinenraum - und der wird dann halt geflutet, das wars aber auch ...
    der Rest ist unbeschädigt und bildet nicht - wie bei einem Kriegsschiff - eine hochkomplexe, empfindliche und vollgestopfte Anlage sondern besteht aus einzelnen abgeschlossenen Kammern und bleibt schwimmfähig, wenn nicht direkt einTreffer in einen Tank erfolgt und dort Feuer ausbricht ...
     
  11. V-ger

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    Die Größe der Schiffe spielt eine Rolle. Das ist sicher. Aber es gibt auch dazu viel Details. ZBsp. vor allem das Rohöl aber auch das schwere Heizöl ("Mazut") mindert die Auswirkung der Detonation.

    Sonst hängt die "Entscheidung" ob die Waffe den Bug Aufbauten oder sonstige Teile des Schiffes treffen wird von der Funktionsweise des Suchkopfes. Manche Waffen suchen den Teil des Schiffes der die meiste Radarstrahlen reflektiert. Andere suchen den ersten Teil von Links oder von Rechts je nachdem wie ihre Radarsuchköpfe scannen.

    Ganz im Gegenteil: iranische Luftangriffe auf versch. Tanker im I Golfkrieg haben gezeigt dass ein einziger Sidewinder-Treffer einen 200.000dwt Tanker zum Schrott verarbeiten kann. Durch das Feuer im Maschinenraum der sich dann auf die Aufbauten am Heck des Schiffs ausbreitete. Vorrausgesetzt die Rakete lenkte auf den durch die Hitze des Maschinenraumes erwärmten Teil des Rumpfes. Durch ihren kleinen Durchmesser und hohe Geschwindigkeit schlug die Sidewinder des öffteren gar einen Doppelrumpf durch. Eigentlich wurden mindestens genauso viele Tanker durch iranische Sidewinders "versenkt" (etwa fünf), wie durch irakische Exocets.

    Tanks gefüllt mit Treibstoffen (besonders schweren Treibstoffen, wie Rohöl oder Mazut) wirken "besser" als leere Tanks da leere Tanks oftmals gefährliche Restgase beinhalten. Es mag sich "verrückt" anhören aber sogar Treibstofftanks gefüllt mit Kerosin und "getoppt" mit Feuer-hemmenden Gasen tragen zu passiven Schutzmaßnahmen bei.
     
  12. #11 LFeldTom, 25.09.2010
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    Man möge mir das ungläubige Fragen nachsehen - aber meinst Du wirklich Sidewinder ??? Nicht eher Silkworm (die dann auch gar nicht mehr sooo schlank wären) ?

    Gruß,
    Tom
     
  13. #12 Air Power, 25.09.2010
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    Waren definitiv Silkworms! Die Sidewinder ist meines Wissens nach eine reine AAM, die nicht wie etwa die RIM-7 "Sea Sparrow" über eine Bodenangriffsfähigkeit verfügt!

    Siehe auch den entsprechenden Wikipedia Artikel
    Zeitungsartikel über einen Silkworm-Angriff auf einen Tanker (NY Times)
    Artikel über einen Silkworm-Angriffe auf Tanker und ein Kuwaitisches Ölterminal (Times Magazine)

    Grüsse,
    Nikolaus
     
  14. #13 RindVieh, 25.09.2010
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    Woher weiß der IR Sucher ob das Ziel fliegt oder nicht? :?!
    In meinem Hirn sind durchaus irgendwo Verbindungen zu Berichten in denen Sidewinder gegen andere Arten von wärmestrahlenden Zielen eingesetzt wurden. Fängt bei der Sonne an und hört bei einem LKW auf :D
     
  15. #14 Air Power, 26.09.2010
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    Es ging mir mit meiner obigen Aussage eigentlich nur darum, die Tatsache richtigzustellen, dass es keine Sidewinder waren, die zur Beschädigung der Tanker im 1. Golfkrieg geführt haben, sondern Silkworm-Lenkflugkörper. Dies habe ich auch belegt.

    Ein IR-Suchkopf kann (meines Wissen nach jedenfalls) nicht unterscheiden, ob das Ziel fliegt oder nicht, aber er kann sehr wohl die intensivere Wärmequelle - und da würde ich die Triebwerke eines Bandits (unter normalen Umständen) jetzt doch vor die IR-Emissionen eines LWK reihen - erfassen. Dass der IR-Suchkopf durchaus andere wärmeabstrahlende Ziele erfassen kann, ist wohl jedem bewusst. Mittlerweile gibt es aber durchaus Methoden, den Zielerfassungsprozess etwas selektiver zu gestalten. Die Zielerfassung über JHMCS wäre ein gutes Beispiel dafür.

    Wenn eine Sidewinder unerwünschterweise die Sonne anpeilt, dann kann man wohl kaum von einem Einsatz sondern maximal von einem Fehlschuss sprechen. "Einsatz" gegen LKWs...erfolgte dieser gezielt oder zufällig? Meiner Meinung nach wäre der reguläre Einsatz der Sidewinder gegen LWKs auf die Dauer doch ein etwas teurer Spaß (85.000 $ pro Lenkwaffe) nur um das zu erledigen, was man genausogut mit ein paar Granaten aus der Bordkanone erledigen kann.

    Es gibt übrigens auch Tests mit einer Luft-Boden Sidewinder in der Rolle einer leichten ASM und zur Panzerabwehr. Hier und hier nachzulesen.

    Grüsse,
    Nikolaus
     
  16. #15 RindVieh, 26.09.2010
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    Ja, vielen Dank.

    Das man bei einem Schuss in die Sonne nicht von einem "Einsatz" sprechen sollte klar sein.
    Ob man nun einen LKW mit einer teuren Sidewinder oder mit einer teuren LGB zerstört ist, abgesehen davon das ich keinen Beweis für den Einsatz habe, aber letztendlich auch egal, denn beides ist teuer.
    Aber der Preis scheint ja des Öfteren im Hintergrund zustehen.

    Ich bin auch kein IR-Lenkwaffenexperte, aber eine frühere all-aspect-IR-AAM könnte man sicherlich auf den Auspuff eines Tankers aufschalten, wenn die auch Frontal auf einen Jet möglich ist, der nicht mit Nachbrenner fliegt. Viel kann ich leider nicht dazu sagen, da ich keinerlei Fakten habe.

    Aber JHMCS + AIM-9X mit einem beschriebenen Einsatz aus den 80ern ( und vermutlich Technik aus den 60ern/70ern) in Verbindung zu setzen, oder zu vergleichen, halte ich für unangemessen.

    Ich wollte mit meinem voran gegangenen Beitrag nur erwähnen, dass ich es nicht für unmöglich halte eine IR-Lenkwaffe auf einen Tanker zufeuern. Ob nun der Sprengkopf etwas ausrichtet oder nicht ist dabei gar nicht gesagt.
    Ich habe deinen Beitrag und die verlinkten Artikel gelesen und fand sie gut.
     
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  17. V-ger

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    Ja, ich meine die AIM-9J/P Sidewinder wie damals im Einsatz bei der IRIAF.

    Die HY-2 Silkworm is eine vollkommen andere Waffe. In China auf Basis der P-15 Termit aka SS-N-2 Styx entwickelt und hergestellt. So fern bekannt wurde die HY-2 von beiden Kriegsparteien eingesetzt. D.h. auch von den Irakern. Die Iraner trafen damit aber lediglich einen kuwaitischen Tanker und die Waffe wurde definitiv niemals mit ihren F-4 Phantoms kompatibel gemacht (sie wäre auch "eine Spur" zu massiv dazu).

    Abgesehen davon...bis auf ein Paar Ausnahmen bei modernen Luft-Luft Raketen gibt es eigentlich keine "reine Luft-Luft Raketen". So lange das Lenkmechanismus mit benötigten Zieldaten versorgt wird lenkt sich die Waffe auf das Ziel. Punkt. Genau aus derartigen Gründen konnten zBsp. Sidewinders gegen Tanker...Sparrows selbst gegen Osa Raketenboote.... Exocets für Angriffe auf grosse Landziele… R-60s gegen Panzer....TOWs als Luft-Luft-Raketen usw. eingesetzt werden.
     
  18. #17 Air Power, 28.09.2010
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    Hast du eine oder noch bessere mehrere Quellen, um deine Aussage zu belegen? Ich habe bei meiner Internetrecherche bisher nichts gefunden. Das wundert mich dann doch ein wenig, da ja der "erfolgreiche" Einsatz einer Sidewinder gegen einen Tanker doch etwas Spektakuläres und somit Erwähnenswertes wäre.

    Es wurden mindestens zwei Tanker getroffen, hinzu kommt noch der Treffer eines kuwaitischen Ölterminals (Quellen siehe meinen obigen Post).
     
  19. V-ger

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    Einerseits: Internet ist wirklich fern davon alle Informationen zu beinhalten.

    Anderseits: Einsatz der Sidewinders gegen Tanker wurde im Buch "Iranian F-4 Phantom II Units in Combat" von Farzad Bishop & Tom Cooper noch im Jahre 2003 erwähnt....

    OK: Sungari am 16. Oktober 1987 und Sea Isle City Tag später.

    SS Sungari wurde abgeschrieben. Die SS Sea Isle City habe ich vergessen - da das Schiff schon im Hafen war. Das Schiff wurde aber repariert und das war's auch was den iranischen Einsatz der HY-2 betrifft.

    Zum Vergleich hier ein Paar der Schiffe die durch Sidewinders angegriffen wurden und dessen Namen mir spontan einfallen: Gaz Fountain (explodiert und versenkt), Pacific Protector (abgeschrieben), al-Manakh (schwere Schäden), Caribbean Breeze (abgeschrieben), Oriental Importer (versenkt) etc. Die Liste streckt sich über insgesamt etwa 15-20 Tanker von denen fünf versenkt oder abgeschrieben wurden (alle 1984-1985).
     
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  21. beat

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    Ich sehe es eigentlich gleich wie @Air Power: im Internet müsste so etwas zu finden sein. Und ich glaube, Du verswechselst da ein paar Dinge. Die Iraner waren schon kreativ in der Nutzung von Waffen im sogenanten "Tanker Krieg", aber primär mit anderen Waffen. Die psychologische Wirkung war zwar vorhanden, aber die effektive Wirkung im Ziel war begrenzt, d.h. nur gegen kleine Ziele wirksam. Der Sprengkopf einer Sidwinder ist doch auch lediglich knapp 10 kg schwer, damit "kratz" man höchstens an einem grossen Tanker. Und auch die Reichweite ist sehr begrenzt.



    "Because Iran did not have many effective anti-ship cruise missiles during 1984-1986, it was forced to use creative tactics when targeting ships. For example, Iran used air-to-surface missiles intended to attack armored land vehicles, including Mavericks and AS 12s — much smaller targets than even relatively small ships. Anti-armor missiles are designed to penetrate thick plating on tanks, an irrelevant ability for attacks on ships. Iran's attacks caused little physical damage to ships, but successful hits on ships' accommodation areas sometimes killed or wounded crew, interrupting transits.

    Later in the Tanker War, Iran's missile arsenal expanded to include relatively ineffective Sea Killer anti-ship cruise missiles.[iv] In 1987, Iran deployed Chinese CSSC-2 ‘Silkworm' missiles with much larger warheads, Iran's first effective anti-ship cruise missiles."
     
  22. #20 Air Power, 01.10.2010
    Air Power

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    Zunächst einmal will ich festhalten, dass es mir ganz konkret um den Einsatz der Sidewinder gegen Tanker geht. Dass die AIM-9 gegen kleinere Schiffe mit Erfolg eingesetzt werden kann will ich auch nicht bewzeifeln.

    Ich habe beim Googlen unter anderem diese Website hier gefunden, die die Aussagen von V-Ger bestätigt.

    Man findet aber beim Googeln der Namen der Tanker auch andere Berichte, die allerdings die Sidewinder-Theorie nicht unterstützen:

    und hier noch ein zweiter:
    Zusammenfassend:

    Die Quellenlage ist definitiv widersprüchlich - das ist nicht von der Hand zu weisen.

    Dennoch (und das ist jetzt meine persönliche Meinung):
    Ich stimme mit der Annahme von @beat überein, dass es sich bei den Flugkörpern, mit denen die Schiffe angegriffen wurden, um AGM-65 "Maverick" Luft-Boden-Flugkörper gehandelt hat.
    Der Einsatz einer Maverick macht meines Erachtens nach auch mehr Sinn als der einer Sidewinder. Zum einen ist die AGM-65 für den Bodenangriff konzipiert worden, zum anderen ist auch der Sprengkopf um einiges größer. Die Mavericks gibt es des Weiteren auch mit IR-Suchkopf.

    Ich lasse mich jedoch auch gerne eines Besseren belehren! Allerdings nur, wenn die Quellenlage eindeutig ist.

    Dies ist auch mein letzter Post zu diesem Thema - da es hier ja eigentlich um Flugzeugträger geht waren die letzten Beiträge (auch die meinigen) OT genug.

    Grüsse,
    Nikolaus
     
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