Heizung im Bomber

Diskutiere Heizung im Bomber im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Hallo, da mir hier schon des öfteren meine Fragen so gut beantwortet wurden, muß ich mich mit einer neuen an Euch wenden. In Karsten Porezag...

Moderatoren: mcnoch
  1. #1 Deichgraf, 03.09.2003
    Deichgraf

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    Hallo,
    da mir hier schon des öfteren meine Fragen so gut beantwortet wurden, muß ich mich mit einer neuen an Euch wenden.
    In Karsten Porezag "Geheime Kommandosache" S. 397 wird ein Zeitzeuge so wiedergegeben: "...Später erfuhren wir, die Alliierten hatten die Auspuffgase ihrer Bomber zurück in die Flugzeugrümpfe geleitet. Sie hatten unsere UR-Geräte offensichtlich ausspioniert und damit zwei Vorteile erreicht: Ihre Maschinen waren für deutsche Ultrarot-Geräte nachts nicht mehr erkennbar, und mit den heißen Auspuffgasen konnten sie das Innere der Bomber....hervorragend heizen..."
    Nun ist der erste Satz sicherlich anders zu interpretieren als er so da steht. Aber meine Frage ist: Gab es solch eine Art der Heizung wirklich, und wenn ja, wo sind die Auspuffgase dann ausgetreten? Sicherlich nicht am Heck - das war ja schon besetzt.
    Ich hoffe, ihr könnt mir helfen.

    Grüße

    Jürgen
     
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  3. Jan

    Jan Space Cadet

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    auf einem Riss einer Bristol Beaufighter kann ein solches Gebilde erkennen.
    Vom rechten Motor führt ein Warmluftschlauch durch die Kabine, aber in den hinteren Bereich.
    Er wird als "Waffenheizung" bezeichnet, endet im letzten Drittel.

    Wie die Einspeisung erfolgt ist mir nicht klar, dort Auspuffgase einzusetzen wäre ja grob fahrlässig, da muss sicher eine Wärmetauscher vorsitzen.

    Ob damit die Auspuffgase und deren Temperatur wesentlich reduziert wurden bezweifele ich bei dem "Schläuchlein".
     
  4. AMIR

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    Derartige Heizungssysteme gab es schon vor dem zweiten Weltkrieg, aber auf irgendwelche Reduktion von Wärmestrahlung nach aussen hatte die sicherlich keinen Einfluss.

    Interessanterweise haben wir eine solche Vorrichtung an einer AT-6 in Eggebek entdeckt. Wir konnten uns das zuerst nicht erklären, denn wir sahen nur, wie ein relativ dünnes Rohr durch das Auspuffrohr der AT-6 geführt wurde, und dieses dünne Rohr dann offensichtlich in die Führerkabine mündete. Wir konnte aber nicht erkennen, ob in diesem Rohr ein geschlossener Wasserkreislauf enthalten war, oder einfach nur die Luft, welche evtl. von vorne in das Rohr strömte, durch den heissen Auspuff erwärmt wurde. Die Idee an sich, einfach, aber genial ...
     
  5. Husar

    Husar Flieger-Ass

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    Ableitung von Motorwärme zur Beheizung der starr eingebauten Bordwaffen und der Munitionskästen war wohl Standard. Aber einen Bomber zu beheitzen? Bei den B-17 u. B-24 mit ihren oftmals offenen Seitenständen zog es doch wie Hechtsuppe in den Rumpf, da hätte es ja einer Zentralheizung bedarft um es einigermaßen warm zu haben. Die Berichte von Erfrierungen der Bordschützen sind doch Legion!!! Bei der RAF wird es sicher nicht anders gewesen sein.
    Infrarot zur Feinderkennung, wurde doch mit der Do 17 Kauz II als Nachjäger durchgeführt und meines Wissens nicht sehr erfolgreich(?!)
     
  6. #5 tigerstift, 03.09.2003
    tigerstift

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    also die abgase haben die da bestimmt nicht durchgeleitet.

    ich denke eher wie das auch bei kleineren sportmaschinen gemacht wird, über einen wärmetauscher.
    dabei wird stauluft durch leitbleche um den auspuff herumgeführt. dabei erwärmt sich die luft und du hast ein herrliches warmluftgebläse. funktioniert natürlich nur bei laufenden motor;)
     

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  7. #6 quarter, 03.09.2003
    quarter

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    Das ganze funktionier nach dem Prinzip der Umlufttauschung. Also so wie oben beschrieben. Über im Abgasstrom gelagerte "Heizbirnen" wird die aufgenommenen Wärme im Luftaustasch Prinzip, also ähnlich der Stauwärme, durch den Luftstrom ins Innere transportiert. Die kann allerdings nur mäßig geschehen. Warum? Nun fragt mal alteingesessene, eingefleischte Käfer Fahrer, die haben mit dieser Art der "Heizung" zeitlebens gekämpft.:D
     
  8. #7 Kenneth, 03.09.2003
    Kenneth

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    Alleine der Wortlaut des Textes läßt Zweifel über die technische Kenntnisse bzw. die Seriösität des Autors aufkommen:

    1) "Ultrarot" gibt es nicht; es gibt Ultraviolett (Licht) und Infrarot (Hitze) an den Enden des Spektrums.

    2) Wenn man, dem Wortlaut nach, Abgase in den Rumpf leitet, dann würde die Besatzung an eine Kohlenmonoxidvergiftung sterben.

    Auch wenn man die Abgase zu 100% einen Wärmetauscher zuführen würde, dann hätte man eine derartige komplexe Menge an Rohrleitungen im Flugzeug, dass die Idée bereits am Reißbrett sterben würde. Außerdem vermute ich, daß eine derartige Ausnutzung der gesamten thermischen Energie in den Abgasen die Besatzung regelrecht "verbraten" würde. Vor allem die USAAF setzte elektrisch beheizbare Anzüge ein, um die Besatzungsmitglieder warm zu halten.

    Abgesehen von den bereits erwähnten Wärmetauscher ist mir nur bekannt, dass man diverse Vorderkanten eines Flugzeugs mit den Abgasen erhitzt hat, um sie zu enteisen. In wie weit diese Idée in der Praxis umgesetzt wurde ist mir unbekannt.

    Könnte es sein, dass der Autor die Vorrichtungen meint, die an Abgasrohren eingesetzt wurden, um die daraus kommenden Flammen zu unterdrücken, damit die Flugzeuge bei Dunkelheit nicht so leicht sichtbar waren?
     
  9. #8 Deichgraf, 04.09.2003
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    Hallo,
    das sind ja Recht interessante Antworten. Danke!

    Das wissen WIR mit dem zeitlichen Abstand von 58 Jahren. 1944/45 wurde der Ausdruck aber benutzt. Google mal.

    Das ist eine interessante Idee! Du meinst Flammenvernichter?
    Aber das IR-Problem wird doch damit auch nicht gelöst? - soll heißen, das Flugzeug bleibt wegen der immer noch vorhandenen Wärmeenergie weiterhin sichtbar.

    Grüße

    Jürgen
     
  10. #9 EDGE-Henning, 04.09.2003
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    EDGE-Henning Space Cadet

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    Nun, diese Sache gibt es in einer Ähnlichen Form bei LKW-Muldenkippern. Da werden die Auspuffgase durch die Kipp-Mulde geblasen. Das verhindert im Winter ein Anfrieren des Ladegutes. Dafür werden ion der Lade-Mulde keine Extra-Rohre verwendet, sondern der Boden ist "Durchlöchert ", also es werden Freiräume innerhalb der Muldenwand als "Rohre" Genutzt. Dabei Erwärmt sich die Kippmulde. Da im Transportgewerbe auch Gewicht=Kosten ist, dürfte es auch nicht so Schwer sein. Eher Leichter und Stabiler.
     
  11. #10 AE, 07.09.2003
    Zuletzt bearbeitet: 07.09.2003
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    Also noch ein paar Beiträge für @Deichgraf(Hauke Hein?).
    Anbei ein Bild der auf dem Reißbrett gestorbenen Anlage.
    B-29 Bei einem großen Flugzeug gibt es Abwärme in interessanter Größenordnung. 4 Sternmotoren a 1,6 MW, ein kleines Kraftwerk.
    67 ist der Wärmetauscher, 151 Zwischenkühler, 69 Kabinenheizgerät.
    unter Nr. 71 befindet sich der Kriechtunnel zwischen Kockpit und Schlafkojen (die schwere Arbeit der Piloten; von wegen, die kommen ausgeschlafen von der Arbeit).
     

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    Hallo

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    Bei den Maschinen mit offenen MG-Kanzeln hat das ganze keinen Wert, aber bei der B-29 geht das gut. Hat aber mit Verringerung der Infrarotabstrahlung nichts zu tun.
    Kockpitheizung s. Nr. 13
    Quelle: " Bomber des zweiten Weltkriegs" Herausgeber David Donald Bechtermünzter Verlag
     

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  14. #12 AE, 07.09.2003
    Zuletzt bearbeitet: 07.09.2003
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    Die Enteisung der Tragflächenvorderkanten mit Rauchgasen hat einen entscheidenden Nachteil, die Rohrleitungen müssen sehr groß sein, Kleine setzen sich mit unverbrannten Partikeln zu. Es wird Warmluft verwendet.
    Bei dieser He-177 wurde ebenfalls ein Wärmetauscher eingesetzt um die ferngesteuerten Waffenstände und die Tragflächen beheizen zu können.
    256 Vorderkantenwarmluft, 265 Warmluftleitung, 259 Ölkühler

    Bei der B-17 wurden die Tragflächenvorderkanten mit Enteisungsmatten belegt, keine Spur von einer gemütlichen Heizung.
     

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