Horten 229 Tragflächenbeplankung?

Diskutiere Horten 229 Tragflächenbeplankung? im Vom Original zum Modell Forum im Bereich Modellbau; Hallo, ich hätte da gern mal ein Problem. Ich wollte mal wieder etwas bauen, da fiel mir die Horten in die Hände, also mal geschaut was der...

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    Hallo, ich hätte da gern mal ein Problem.
    Ich wollte mal wieder etwas bauen, da fiel mir die Horten in die Hände, also mal geschaut was der Revell Kit zu bieten hat.
    Sieht ja ordentlich aus, aber was mir ins Auge stach, sind die glatten Tragflächen mit wenig Gravuren. Ok, der Flieger besteht im Original ja aus Holz und das wurde entsprechend verspachtelt, also im Endeffekt sehr glatt. Nun hatte ich mir überlegt den Flieger ohne Lackierung zu bauen, also im Holzkleid.
    Wie würde dann die Beplankung aussehen?
    Nach diesem Bild würde das so aussehen
    [​IMG]
    Quelle:http://www.albentley-drawings.com

    Macht für mich irgendwie nicht so viel Sinn, die Platten diagonal auf die unteren Spanten zu legen.
    Auf diesem, leider recht undeutlichen Bild, sieht das für mich schon schlüssiger aus. Alle Platten sind in der Längsrichtung der darunter liegenden Spanten aufgebracht.
    [​IMG]
    Quelle:http://www.krilebg.net

    Auf diesem Bild sind deutlich quer Spachtelstellen zu sehen, aber die Beplankung läuft in Längsrichtung der Spanten. Warum wurde da quer gespachtelt?
    [​IMG]
    Quelle:https://www.fiddlersgreen.net/models/Aircraft/Horten-HoIX.html


    Eure Meinung ist gefragt.
     
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  3. #2 Friedarrr, 25.10.2009
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    So wie es aussieht wurden da nicht nur die einzelnen Beplankungsfugen/stöße verspachtel, sondern auch die Befestigungen auf den Rippen und Holmen! Ob diese Befestigung mit Niete gschah kann ich nicht aussagen (wohl aber möglich)
    Also die querverspachtelten Bereiche müssen nicht, aber können Fugen sein.
    Weiter gibt es wohl unterschiedliche Ausführungen zwischen den verschiednen V- Mustern! Da kommt es drauf an welche Maschine die Bauen möchtest.

    Aber mit Maik haben wie hier einen der sich mit der 229 schon ziemlich tiefgreifend beschäftigt hat und bestimmt noch was beitragen kann!
     
  4. Maik

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    Das ist gar nicht so einfach. Die drei Bilder die du zeigst stammen von 3 unterschiedlichen Versionen. Mit dem Revell Bausatz lässt sich ohne größere Änderungen nur eine Ausführung V 3 bis V 5 bauen. Diese Ausführungen wurden bei der Gothaer Waggonfabrik entwickelt.

    Das unterste ist die noch bei Horten gebaute V 1. Die längs verlaufenden Spachtelstellen laufen entlang der Flügelrippen., die quer verlaufenden scheinen zumindest teilweise dem Hilfsholm zu folgen, der bei der V 1 evtl. etwas anders konstruiert war als bei der V 3. Einige davon, weiter oben sind aber wohl eher Stöße unterschiedlicher Sperrholzplatten.

    Das mittlere Bild zeigt die V 2 die ebenfalls bei Horten gebaut wurde. Die Tragflächenkonstruktion müsste weitgehend der der V 1 entsprochen haben, zumindest hatte die V 2 noch diese vielen Rippen, deren Anzahl bei der V 3 von GWF dann halbiert wurde.

    Das Obere ist eine der Zeichnungen, die Arthur Bentley wohl nach den Originalplänen erstellt hat. Das Problem dabei ist jedoch – es sind keine Pläne von der Flügelbeplankung vorhanden. Zumindest im Deutschen Museum in München wo der komplette Plansatz ist, sind diese Pläne nicht zu finden. Es gibt lediglich Pläne zur Beplankung des Mittelstücks und der Flügelnasen, die sind aber nicht sehr detailliert. Vermutlich hat Al Bentley sich daher an Fotos orientiert. Das zweite Problem ist, dass die Tragflächen die die Amerikaner erbeutet hatten noch unvollständig waren. Sie wurden, wie das Mittelstück unter amerikanischer Regie komplettiert, es scheint auch nicht das richtige Holz verwendet worden zu sein, da offenbar unterschiedliche Holzarten und –stärken zum Einsatz kamen. Es gibt ein Foto von der V 3 in Freeman Field auf dem man im Hintergrund einen der Flügel an eine Wand gelehnt sieht (Al Bentley selbst macht mich darauf aufmerksam) – da fehlt ein Stück aus der Beplankung.

    Ich kann Dir gerne Fotos zusenden, auf denen Details der Beplankung der V 3 zu sehen sind.
     
  5. Maik

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    Ich habe lediglich noch eine Übersichtszeichnung vom Flügel gefunden, auf der einige Linien anscheinend die Sperrholzplatten andeuten sollen. Der Plan ist vom 7.9.1944 und GWF hat ständig Änderungen an der Ho 229 vorgenommen, so dass nicht sicher gesagt werden kann ob dies auch mit der endgültigen Ausführung überinstimmt, aber es scheint zumindest grob zu den Fotos zu passen. Der Verlauf des Holms und des Hilfsholms ist ebenfalls erkennbar.

    Ab V 4 sollte übrigens zwischen dem Querruder und den inneren Klappen, die schließlich beide als Landeklappen ausgebildet werden, sollten ein kleiner Steg ("Endkasten") ausgebildet werden. Auch das Revell Modell hat diesen Steg, während bei der V 3 die Ruder noch durchgehend über die Flügelhinterkante verteilt waren, etwa so wie es auch auf dieser Zeichnung zu sehen ist (die Ruder/Klappen selbst sind nicht abgebildet).

    Zeichnung 8-229.F500 "Flügel" vom 7.9.1944 (Ausschnitt)
     

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  6. #5 Herr_Bpunkt, 31.10.2009
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    Hallo,
    ich wusste gar nicht dass in München Originalpläne existieren-ich dachte alle wären nach Amerika verfrachtet worden. Woher stammt denn der hier gezeigte Originalplan? Gibt es noch mehr davon online? Ich kannte bisher nur ein Paar auf der Cockpitinstrumente-Seite, aber nur für das Cockpit und die Kanzel... Und existieren auch noch genauere Pläne der V2 als die Übersichtszeichnung von Arthur Bentley?

    Den Revell-Bausatz hab ich auch mal gebaut, aber die Nasenform stimmt im Vergleich zu Originalfotos wohl eher gar nicht, das hat mich enttäuscht...
     
  7. #6 Maik, 31.10.2009
    Zuletzt bearbeitet: 31.10.2009
    Maik

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    Die Amerikaner haben meines Wissens inzwischen so ziemlich alle Originaldokumente aus ihren Beutebeständen zurückgegeben, so auch die Ho 229 Pläne an das Deutsche Museum. Die haben dort auch 2 Rollen Mikrofilm - die sind einfacher zu handhaben als die großen Originalpläne, die aus konservatorischen Gründen sowieso nur sehr ungern herausgegeben werden. Die Pläne sind aber ein ziemliches Durcheinander von V 2, V 3- 5 und V 6, und es ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar zu welcher Version die gehören. Sie sind nicht wirklich komplett, es gibt einige Lücken. Von der V2 sind ca. 25 Zeichnungen, vorhanden. Hauptsächlich der Katapultsitz, Teile zur Haube, und das Bugfahrwerk.

    Kopien einzelner Pläne gibt es auch im Horten Archiv von Herrn Edward Uden, die kann man relativ bequem auf dem Postweg bestellen, sie sind aber nicht billig und qualitativ auch nicht so toll. Besser ist es sich die Pläne selbt im Deutschen Museum zu kopieren, aber da muss man persönlich erscheinen.

    Der gezeigte Ausschnitt ist von einer Kopie die ich dort gemacht habe, mehr als das und die Pläne von der Cockpitinstrumente-Seite auch dürfte es online nicht geben.
     
  8. Rolle

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    Ei, vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort. Bleibt also nur die V3.
    Bilder dazu wären natürlich sehr toll.
    War die V3 mit oder ohne Bewaffnung? Die würde ich gerne weglassen.
     
  9. #8 Herr_Bpunkt, 01.11.2009
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    Von der Möglichkeit dort Pläne einzusehen habe ich noch nie gehört.
    Wie geht das, im Deutschen Museum Pläne zu kopieren? Muss man dafür eine Ausrüstung mitbringen? (wie kopiere ich Mikrofilm?)
    Und Wo muss man sich anmelden? Entfallen dafür Kosten?
     
  10. Damage

    Damage Flieger-Ass

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    In München musst du dich Anmelden, Ausrüstung ist alels vorhanden.
    Weiteres findest du hier --> Link
    Gruß

    Jörg
     
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    Hallo

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  12. Maik

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    Für die V 3 war noch keine Bewaffnung vorgesehen.
     
  13. Bernd2

    Bernd2 Astronaut

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    Gib mir doch mal per PN deine Mail-Adresse. Ich habe ein Buch, das sich mit den Horten-Entwürfen und -Flugzeugen beschäftigt. Auch einige Fotos von den V-Maschinen sind da drin. Ich möchte diese Bilder aber nicht hier veröffentlichen, weil ich damit mit Sicherheit gegen ein Copyright verstosse. Kopien an Privat dagegen dürften eher in Ordnung sein.
     
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