Hubschrauberabsturz in BaWü

Diskutiere Hubschrauberabsturz in BaWü im Flugunfälle und Flugunfallforschung Forum im Bereich Luftfahrzeuge allgemein; Das System ist ja nicht dafür gedacht, das "Laien"es fliegen, sondern geschulte und speziell fuer diesen Typ unterwiesene Piloten. Mast bumping...
pok

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Astronaut
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Nix neues bei den Robinsons, ist ja bekannt.
Und wird nicht der letzte sein.

Ein anfälliges System in der Hand von Laien wird schnell zur tödlichen Falle.

Normalerweise müssten die Robinsons endlich mal gegroundet und wie auch immer, nach- oder umgerüstet werden.

Das System ist ja nicht dafür gedacht, das "Laien"es fliegen, sondern geschulte und speziell fuer diesen Typ unterwiesene Piloten.
Mast bumping kann man mit so einigen Fluggeraeten herbeifuehren und nicht nur bei denen dieses Herstellers.
 

arneh

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Das System ist ja nicht dafür gedacht, das "Laien"es fliegen, sondern geschulte und speziell fuer diesen Typ unterwiesene Piloten.
Naja, die Grenze zwischen 'Laien' und 'Vollprofis' enthält eine riesig große 'Grauzone' dazwischen. Und da tummeln sich eben die meisten.
Und dann kommt noch der Faktor 'Mensch' und seine Risikobereitschaft quasi als dritte Dimension dazu. Im hiesigen Fall sieht es aber eigentlich weniger nach Übermut aus, als nach einer überzogenen Ausweichreaktion auf was auch immer!? Vogel? Sonne geblendet und das Windrad erst spät gesehen und einen Schreck gekriegt? Eingreifen ins Steuer durch Passagier, falls Doppelsteuerhorn installiert? Irgendwas im Cockpit runtergefallen und danach gebückt? Versucht zu Fotografieren, etc. pp. Die Liste an Möglichkeiten ist sehr lang und wir werden wohl leider nie erfahren, was genau zu dem fatalen Manöver geführt hat. Wie schon öfters in der Vergangenheit bei Robinson Mast Bumping Ereignissen (Die trugen längst nicht alle die Handschrift eines versuchten Kunstflugs)
Mast bumping kann man mit so einigen Fluggeraeten herbeifuehren und nicht nur bei denen dieses Herstellers.
Ja, es gibt aber einen wesentlichen Unterschied zu den anderen Hubschraubern mit halbstarrem Rotorsystem. Das sind die weiter außen und auf einer tieferen Ebene als das Kippgelenk (Teeter Hinge) liegenden Schlaggelenke (coning Hinges), die zusätzlich ein individuelles Kippen des Blattes gegenüber dem Kopf erlauben. Da gab es schon Untersuchungen, die den Schluß nahelegen, dass dies zu einer merklich geringeren Eigenstabilität und damit Dämpfung der Kippebene im unbelasteten Zustand des Systems führt. Wohl bemerkt: So lange die Zelle mit vollem Gewicht unter dem Rotor baumelt ist alles Paletti. Tut sie das nicht (z.B. weil man schnell gegendrückt, nachdem man vor Schreck die Nase steil hoch gezogen hat), ist die Schwelle, ab der der Rotor durchs Cockpit und den Schwanz sägt, ziemlich gering.
 
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arneh

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Hast du überhaupt eine Ahnung was beispielsweise Flugschulen oder Pipelinekontrollfirmen im Jahr an Flugstunden auf Robinson loggen?
Was sagt das über das inhärente Risiko des Musters in anderen Flugprofilen aus?
Pipelinekontrolle und Flugschule fliegen nicht nahe an Vne Cross Country und werden durch Turbulenzen oder eine plötzlich vor der Frontscheibe auftauchende Kanada Gans dumm erwischt...
 

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Ermittlungen der SA eingestellt...

Inhaltlich keine Überraschung.
Der Artikel im Link ist durchaus lesenswert, wenn auch nur zur Erheiterung: "Die Rotoren des Hubschraubers hatten die Masten über der Unglücksstelle berührt und der Helikopter war daraufhin abgestürzt. "

Primärquelle: Staatsanwaltschaft Mosbach
Nach dem Gutachten des seitens der Staatsanwaltschaft beauftragten Flugunfallsachverständigen, das in Übereinstimmung mit den Erkenntnissen der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung steht, dürfte als Absturzursache ein Manövrierfehler des Piloten bei Auftreten eines sog. low-G-Moments in Gestalt einer vorübergehenden Schwerelosigkeit anzusehen sein, in dessen Folge es zu einem sog. mast-bumping, einem Kontakt des Hauptrotors mit dem Masten, und hiernach zum Absturz des dadurch nicht mehr steuerbaren Fluggeräts kam.
Die Formulierung "mit dem Masten" ist allerdings kein Standarddeutsch (ist ja auch BW) und könnten den oben zitierten falschen Satz begünstigt haben.

mfg
 
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arneh

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Der Artikel im Link ist durchaus lesenswert, wenn auch nur zur Erheiterung: "Die Rotoren des Hubschraubers hatten die Masten über der Unglücksstelle berührt und der Helikopter war daraufhin abgestürzt. "
Wobei man der Fairness halber sagen muss, dass es nicht ganz einfach ist, einem Laien verständlich das Thema 'Mast Bumping' zu erklären und das die Rotorwelle der 'Mast' dabei ist. Der Begriff wird da halt seitens der BfU Leute gefallen sein und der Autor konnte zwar den Begriff aufschnappen, aber nicht einordnen, was damit gemeint war.
 

nuggen

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Bastelbuden R22, R44 und R66. Die Dinger gehören gegroundet.

Wieviele tödliche Unfälle müssen noch passieren damit dieses Jugend-forscht-Projekt endlich beendet wird?

Eine Schande. Seit den 90er sitzen die Behörden in der ersten Reihe und glotzen sich das an.
 
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The Duke

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Den Bericht hast du offensichtlich nicht gelesen, @nuggen?
 

arneh

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Bastelbuden R22, R44 und R66. Die Dinger gehören gegroundet.
Auch wenn ich durchaus immer mal kritische Anmerkungen im Rahmen ungeklärter Luftzerleger angebracht habe, ist das sicherlich überzogen.
Ich finde einen guten Schritt, dass man jetzt Kameras installiert. Das könnte sehr nützlich sein, um herauszufinden, ob es Situationen gibt, wo es auch ohne relevantes Fehlverhalten des Piloten zu solchen Ereignissen kommt und um einfach besser zu verstehen (und dann auch besser schulen zu können), wie Piloten sich ggf. in eine Situation hineinmanövrieren, wo es dann zu dem fatalen Ablauf kommt.
In dem hiesigen Fall sieht es ja nach einem 'Push- Over' Manöver aus. Aber es wird sich wohl nicht mehr herausfinden lassen, wieso es dazu kam. Der Flug zeigt bis zu dem Zeitpunkt keinerlei Tendenz zu 'Kunstflugeinlagen'. Auch da hätte eine Kamera im Cockpit sicherlich wertvolle Hinweise geliefert.
 
Kenneth

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Bastelbuden R22, R44 und R66. Die Dinger gehören gegroundet.

Wieviele tödliche Unfälle müssen noch passieren damit dieses Jugend-forscht-Projekt endlich beendet wird?

Eine Schande. Seit den 90er sitzen die Behörden in der ersten Reihe und glotzen sich das an.
Es sind über 11,000 Exemplare von diesen Hubschraubern gebaut worden. Die Anzahl der Unfälle - und die geflogene Flugstunden - müssen dazu in Verhältnis gesetzt werden, um einen aussagekräftigen Beleg von der „Gefährlichkeit“ dieser Typen zu bekommen. Gleichwohl muss ich (mit vollem Doppelmoral) sagen, daß niemand mich (oder meine Familie) in einen Robinson reinkriegt.
 

12pepe34

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Auch wenn ich durchaus immer mal kritische Anmerkungen im Rahmen ungeklärter Luftzerleger angebracht habe, ist das sicherlich überzogen.
Ich finde einen guten Schritt, dass man jetzt Kameras installiert. Das könnte sehr nützlich sein, um herauszufinden, ob es Situationen gibt, wo es auch ohne relevantes Fehlverhalten des Piloten zu solchen Ereignissen kommt und um einfach besser zu verstehen (und dann auch besser schulen zu können), wie Piloten sich ggf. in eine Situation hineinmanövrieren, wo es dann zu dem fatalen Ablauf kommt.
In dem hiesigen Fall sieht es ja nach einem 'Push- Over' Manöver aus. Aber es wird sich wohl nicht mehr herausfinden lassen, wieso es dazu kam. Der Flug zeigt bis zu dem Zeitpunkt keinerlei Tendenz zu 'Kunstflugeinlagen'. Auch da hätte eine Kamera im Cockpit sicherlich wertvolle Hinweise geliefert.
Klasse Entscheidung Kameras im Cockpit zu installieren. Jetzt kann man nach einem Unfall wenigstens den Horror und die Panik im Fluggerät anschauen wenn's runter geht... Ironie aus!
Besser wäre es, diese lumpigen und gefährlichen Dinger aus dem Verkehr zu ziehen.
 

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Ich glaube, es würde mehr bringen, wenn man unfähigen Privat-Piloten verbieten würde, Robbies zu fliegen.

mfg
 

arneh

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Klasse Entscheidung Kameras im Cockpit zu installieren. Jetzt kann man nach einem Unfall wenigstens den Horror und die Panik im Fluggerät anschauen wenn's runter geht... Ironie aus!
Diese Kameraaufzeichnung wird (hoffentlich) nur die Untersuchungsbehörde zu Gesicht bekommen. Die wühlen sich ohnehin vor Ort durch Trümmer und den verheerenden Anblick der Verunglückten (Außerdem müsste man mit der Logik in Airlinern die Cockpit Voice Recorder auch abschaffen). Es wird ihnen aber die Arbeit deutlich leichter machen und würde helfen, entweder tatsächlich einen gewissen Modus zu identifizieren, wo so ein Unfall passiert, ohne das ein Verstoß gegen die beschriebenen Betriebsgrenzen stattgefunden hat. Dann kann man entweder die Betriebsgrenzen anpassen oder versuchen das Problem (von dem man heute noch nicht weiß) technisch zu lösen.
Oder, wenn es durch leichte Verstöße gegen die Betriebsgrenzen hervorgerufen wird, kann man verstärkt in der Schulung darauf eingehen oder bestimmte Manöver untersagen (z.B. bestimmte VRS Recovery Trainings).
Besser wäre es, diese lumpigen und gefährlichen Dinger aus dem Verkehr zu ziehen.
Auch wenn ich das Entsetzen über die durchaus gegebene Möglichkeit, dass sich das Gerät in der Luft selbst zerlegt teile (und mich deswegen freiwillig selber eher nicht reinsetzen würde), geben die Statistiken eine derart drastische Forderung dann eigentlich auch wieder nicht her. Es fliegen knapp 10.000 von den Dingern rum und pro Jahr erwischt es weltweit aktuell meist so 1 - 2 mit dem genannten Unfallablauf (Mast Bumping + Luftzerlerger).
Die Tödliche Unfallrate beim R-44 war lange Jahre rund 50% höher als bei anderen Hubschraubern der Klasse, da waren aber die bruchgefährdeten Tanks mit hochbrennbarem Avgas (die viele überlebbare Unfälle zu tödlichen machten) stärker dran beteiligt als die Anfälligkeit für Mast Bumping. Das wurde mit der 2013 Nachrüst Direktive deutlich verbessert.
 
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Adjuster

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Außerdem müsste man mit der Logik in Airlinern die Cockpit Voice Recorder auch verbieten.
Alle Voicerecorder mit denen ich bisher zu tun hatte haben eine Möglichkeit für den Pilot, diesen zu löschen.
das kann man natürlich nach einem Fatalen Unfall nicht mehr.
 

12pepe34

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Was für ein Vergleich...:thumbdown:
 
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