Indien verliert Rakete nach dem Start

Diskutiere Indien verliert Rakete nach dem Start im Raumfahrt Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Erneuter Rückschlag für Indiens Raumfahrtprogramm: Bereits 47 Sekunden nach dem Abheben vom südindischen Raumfahrtzentrum Sriharikota verloren...

Moderatoren: mcnoch
  1. wollex

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    Erneuter Rückschlag für Indiens Raumfahrtprogramm:

    Bereits 47 Sekunden nach dem Abheben vom südindischen Raumfahrtzentrum Sriharikota verloren die Behörden die Kontrolle und die Rakete ging im Nachthimmel in Rauch und Flammen auf. An Board befand sich der Kommunikationssatellit GSAT-5P

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    Bildquelle und Artikel: http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/indische-rakete-kurz-nach-dem-start-explodiert-/3680516.html

    Artikel mit Video: http://www.tagesschau.de/ausland/indien560.html

     
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  3. #2 flieger28, 27.12.2010
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    Imposantes Bild. Sieht aber nicht direkt nach Nachthimmel aus, oder?
     
  4. #3 Chopper80, 27.12.2010
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    Warum Nacht? Zumindest scheint die Sonne...

    Auf dem Video ist bei ca. 0:15 zu sehen, wie sich anscheinend einer der Booster vorzeitig von der Rakete trennt.

    C80
     
  5. wollex

    wollex Space Cadet

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    Nein, ganz und gar nicht ... wenn ich richtig gelesen habe, erfolgte der Start um 16:04 Ortszeit.

    Wie ich auf "Nachthimmel" gekommen bin, weiss ich auch nicht :?!

     
  6. mcnoch

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    Die Untersuchungen gehen jetzt zwar erst richtig los, aber man hat aus der Telemetrie schon ein recht klares Bild, was den Ablauf der Dinge anbelangt. Ab ca. 30 Sekunden nach dem Start verzeichneten die Systeme zunehmend heftiger werdende Ausschläge in den Sensoren für die Bestimmung der richtigen Fluglage. Der Bordcomputer hat dauraufhin versucht die Flugbahn zu korrigieren. 47 Sekunden nach dem Start brach dann die Kommunikation zwischen Bordcomputer und den vier L40 Boostern ab. Die Rakete wich in den folgenden Sekunden immer stärker von der Bahn ab, bis sie durch die strukturelle Fehlbelastung auseinander zu brechen begann, zuerst der am stärksten belastete Booster, dann die Oberstufe. Daraufhin erfolgte dann die - verspätete - Sprengung, die die drei restlichen Booster freigesetzt hat, die dann weitergeflogen sind. Da auch die Oberstufe weitergeflogen ist, hat die Sprengung wohl nicht wie gewünscht funktioniert, lediglich der Treibstoff des Satelliten ist an seinen bunten Abgasen gut erkennbar.

    Um die verspätete Sprengung gab es etwas Diskussionen, wie immer in diesen Fällen, aber manchmal kann man mehr über die Ursache lernen, wenn man etwas länger wartet, was da oben passiert. Letztendlich ist es immer nur im Nachhinein zu klären, ob das etwas größere Sicherheitsrisiko die zusätzlichen Erkenntnisse aufwiegt.
     
  7. mcnoch

    mcnoch Alien
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    Man weiß schon etwas mehr zur Ursache. Die eingesetzte Nutzlast lag um 180 kg höher als bei der letzten Mission. Um diese höhere Last in die Umlaufbahn zu bringen war auch extra Treibstoff erforderlich.
    Zwar reichte die Schubkraft der Rakete für diesen Start aus, aber die Masse der Rakete lag demnach schon außerhalb der Steuerfähigkeit der Rakete. Als die Rakete mehr als 4° von ihrer Flugbahn abzuweichen begann, konnte dies nicht mehr korrigiert werden. Daraufhin begann dann die Rakete auseinander zu brechen. Die Verbindungskabel zur Steuerungseinheit scheinen dabei mit als erstes zerrissen zu sein.
     
  8. mcnoch

    mcnoch Alien
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    Die ISRO hat nun bekanntgegeben, dass man als Folge aus den häufigen Fehlschlägen dieses Raketentyps eine andere Raketengeneration für das seit 2008 laufende Programm für die bemannte Weltraumfahrt suchen muss. Von sieben Starts der GLSV waren vier klare Fehlschläge, eine Mission hat nicht so ganz geklappt und nur zwei waren erfolgreich. Vielleicht eine gute Entscheidung.
     
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  10. mcnoch

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    Der erste Zwischenbericht der Untersuchungskommission spricht - leider erwartungsgemäß - davon, dass es keine grundlegende Designfehler in der Rakete gebe.

    http://www.space-travel.com/reports/No_Major_Flaw_In_Failed_GSLV_F06_999.html

    Die Erfahrung zeigt, dass man grundlegende Fehler meist erst sehr viel später findet oder versteht und nicht dadurch, dass man Baupläne mit Bauausführung abgleicht.
    Wenn man nicht wirklich alles in Frage stellt, sondern nur auf Gesichtswahrung aus ist, wird man mögliche grundlegende Fehler leider nicht finden und Fehler wiederholen.
     
  11. mcnoch

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