Diesmal scheint es jedoch deutlich ernsthafter zu sein, da nun ein US-Triebwerk tatsächlich zur Verfügung steht.
Ich muss allerdings offen sagen, dass ich im indischen Programm nicht besonders tief drin bin.
Ich verfolge es nicht aktiv, sammele keine systematischen Informationen dazu und analysiere es auch nicht so gründlich und kontinuierlich wie das türkische Programm.
Was ich bislang wahrgenommen habe, ist vor allem, dass in der Vergangenheit viele Ankündigungen gemacht wurden, die letztlich nicht über einen Papier-Launch hinausgingen.
Daher fällt es mir schwer, aktuell eine wirklich fundierte und objektive Einschätzung abzugeben.
Was mich allerdings stutzig macht, ist die Frage, mit welchen Subsystemen sie den Prototyp überhaupt betreiben wollen.
Verfügen sie bereits über ein eigenes AESA-Radar, funktionierende EW/ECM-Systeme, einen zentralen Hauptrechner mit Fly-by-Wire-Architektur, Missionscomputer und die nötige Softwareintegration?
Beim Triebwerk kann ich nachvollziehen, dass es aus dem Ausland stammt – das ist selbst für technologisch sehr fortgeschrittene Länder eines der komplexesten Subsysteme eines Kampfflugzeugs. Auch bei der Türkei ist dieser Weg nicht anders gewählt worden.
Wenn jedoch die übrigen Kernsubsysteme nicht verfügbar oder nicht ausreichend integriert sind, ergibt es wenig Sinn, überhaupt mit einem Prototypen zu beginnen. Ohne Avionik, Software und Systemarchitektur existiert keine echte Plattformkontrolle.
Der Tejas ist hierfür ein warnendes Beispiel: Bis heute gilt er als eine Art dauerhaftes „Beta-Flugzeug“, weil nie vollständige Souveränität über die Plattform – insbesondere bei Avionik, Software und Sensorfusion – erreicht wurde.