Interview mit sowj. B-25-Piloten

Diskutiere Interview mit sowj. B-25-Piloten im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; http://lend-lease.airforce.ru/english/articles/dudakov/dudakov.htm B-25 wurden schon 1941 geliefert ?

Reinhard

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Ich bin da auch schon drüber gestolpert und hab auch keine rechte Meinung dazu.
Es gibt einige Hinweise auf Lieferungen schon 1941,z.B. hier:
http://lend-lease.airforce.ru/english/articles/geust/aircraft_deliveries.htm
http://www.airpages.ru/uk/b25rus.shtml
Im März 1942 sollen 72 B-25 in der SU einsatzbereit gewesen sein.
1942 sollen auch schon 101 B-25 über den Iran die SU gelangt sein.

Wenn man sich aber die Produktionszahlen der B-25 ansieht,war da eigentlich 1941/42 noch gar
nichts für die SU übrig.
 
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Scheint wohl zu stimmen:
http://de.wikipedia.org/wiki/North_American_B-25
...
Ebenfalls als Folge der Lend-Lease-Vereinbarung erhielt die Sowjetunion ab Oktober 1941 insgesamt 870 B-25 der Versionen B, C und J. Die Flugzeuge wurden auf dem Seeweg (Persische Route) verschifft oder direkt über die Alaska-Sibirien-Route (ALSIB) eingeflogen
...
 

bart II

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In "US Aircraft in the Soviet Union and Russia" von Gordon und Komissarow ist von zwei B-25B zu lesen, die am 20.12.1941 per Schiff in Murmansk eintrafen. Diese beiden Exemplare, die ja erst flugfähig gemacht werden mußten, wären demnach die ersten sowjetischen B-25. Größere Zahlen an B-25 erreichten die SU erst Anfang 1942. Der Pilot dürfte also mit seinen Erinnerungen bezüglich der genauen Zeiträume ein wenig daneben liegen.
 
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Nach dem Beginn des Krieges in der Sowjetunion wurde der Vertreter des amerikanischen Präsidenten, Harry Hopkins im Juli 1941 in die UdSSR entsandt.

Dort wurde u.a. vereinbart, dass die UdSSR in die Liste der Staaten für Lieferungen im Rahmen des Lend and Lease Act aufgenommem wird.

Dementsprechend reiste im September 1941 eine Gruppe sowjetischer flieger unter Leitung des Testpiloten Michael Gromov in die USA um entsprechende Flugzeuge auszuwählen.

In ihrer Order war die Boeing B-17 mit hoher Priorität versehen.

Die Amerikaner verweigerten aber die Inspizierung bzw. Lieferung der B-17 und boten im Gegenzug die Bomber NA B-25 und Martin B-26 an.
Während die Marauder von den Sowjets abgelehnt wurde, ist die Mitchell über ihre Leistungsgrenzen hinaus getestet worden.

(Die von Gromov geflogene Maschine musste nach dem Flug wegen zahlreicher gerissener Nieten komplett instand gesetzt werden.)
Anfangs wollten die Sowjets noch beide Flieger geliefert haben, so drei B-26 und zwei B-25, im Verlauf des Aufenthalts wurde dann aber eine Lieferung von 5 B-25B vereinbart.

Die ersten beiden B-25C trafen als Decksladung an Bord des sowjetischen Frachters Dekabrist mit dem Konvoi PQ-6 am 20. Dezember 1941 in Murmansk an.
Der Frachter hatte seine wertvolle Fracht am 6. November 1941, also noch vor Kriegseintritt der USA, erhalten.

Am 5. März 1942 waren diese ersten beiden Mitchell dann auf dem Kratovo Flugplatz einsatzbereit.

Alle fünf B-25B wurdn zu Ausbildungszwecken in Kirovabad und Ivanovo eingesetzt.
Eine Maschine wurde später das persönliche Reiseflugzeug von Oberst Ilja Masuruk, dem Kommandeur der ALSIB Transportroute.

Die ersten NA B-25C erreichten die UdSSR später über die "persische Route".
Piloten der Pan American Airways flogen die ersten 72 Machinen im März 1942 in den Iran.

Foto YG (B-25C)

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Während die Marauder von den Sowjets abgelehnt wurde, ist die Mitchell über ihre Leistungsgrenzen hinaus getestet worden.

(Die von Gromov geflogene Maschine musste nach dem Flug wegen zahlreicher gerissener Nieten komplett instand gesetzt werden.)
Dazu gibts eine nette Anekdote im Buch über die B-25 von Jerry Scutts:

The Russian was an outstanding pilot who thought nothing of stunting directly over Washington and holding the medium in a 90-degree bank. The American crews hat never seen anything like it, and had to admit that their comrade-in-arms was as Lawson put it, 'A wild man, but one hell of a flyer'.
Kurzübersetzung: Dem russischen Piloten machte es nichts aus, seine Stunts direkt über Washington zu fliegen, wobei er die Maschine in 90 Grad Schräglage hielt. Die amerikanischen Crews hatten so etwas noch nie gesehen und mussten über ihren Waffenbruder zugeben: Ein wilder Kerl, aber ein höllisch guter Flieger. :FFTeufel:
 
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Habe noch mal ein wenig in meinen Unterlagen gesucht.

Hier die persönliche Maschine von Oberst Masuruk in Ladd Field in Alaska.

Rechts daneben eine DC-3 die ursprünglich für die Aeroflot Ende der dreißiger Jahre angekauft wurde.
Das Foto ist auf den September 1942 datiert.

Beide Maschinen brachten die erste Gruppe von sowjetischen Piloten nach Alaska.

Foto AWR

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