Inversion

Diskutiere Inversion im Privatfliegerei & Flugsport Forum im Bereich Einsatz bei; Heute über Thüringen. Die seit ein paar Tagen herrschende Hochdruckwetterlage ist in dieser Jahreszeit meist auch eine Inversionswetterlage....

Moderatoren: Skysurfer
  1. Flugi

    Flugi Alien

    Dabei seit:
    09.07.2001
    Beiträge:
    19.019
    Zustimmungen:
    19.298
    Beruf:
    Ruheständler mit Lizenz
    Ort:
    Thüringen
    Heute über Thüringen.
    Die seit ein paar Tagen herrschende Hochdruckwetterlage ist in dieser Jahreszeit meist auch eine Inversionswetterlage.
    Bodennahe Kaltluft kann sich aufgrund der tiefstehenden Sonne, tagsüber nicht mehr erwärmen und so auch nicht mehr aufsteigen und am Durchmischungsprozess in der Atmosphäre teilnehmen.
    Bei normalen Wetterlagen nimmt die Temperatur mit der Höhe so über den Daumen auf 100m um 1°C ab.
    Bei der obigen Wetterlage nimmt die Temperatur erst einmal zu.
    Auf diesem Bild ist die untere kalte Schicht gut zu erkennen. Der gerade Strich im Hintergrund ist nicht etwa der Horizont, dies ist die Luftmassengrenze. Der richtige Horizont liegt etwas tiefer im Dunst.
    Unten links ist ein Teil von Gotha zu erkennen mit Blickrichtung Erfurt.
     

    Anhänge:

  2. Anzeige

    Schau dir mal die beiden Links an:
    diesen Ratgeber und die Flugzeug-Kategorie

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Flugi

    Flugi Alien

    Dabei seit:
    09.07.2001
    Beiträge:
    19.019
    Zustimmungen:
    19.298
    Beruf:
    Ruheständler mit Lizenz
    Ort:
    Thüringen
    Außer von höheren Bergen (1000m) sind vom Boden aus, diese Erscheinungen nicht zu erkennen.
    Hier noch einmal ein Blick in Richtung Thüringer Wald aus etwa 2000m Höhe.
     

    Anhänge:

  4. Flugi

    Flugi Alien

    Dabei seit:
    09.07.2001
    Beiträge:
    19.019
    Zustimmungen:
    19.298
    Beruf:
    Ruheständler mit Lizenz
    Ort:
    Thüringen
    Interessant war, das meine TW-Temperaturen bei 6000ft um ca. 10°C höher lagen als bei 2000ft.
     

    Anhänge:

  5. Peter

    Peter Space Cadet

    Dabei seit:
    09.03.2001
    Beiträge:
    1.612
    Zustimmungen:
    149
    Kann ich nur bestätigen, Gestern war dazu bei uns noch bestes Flugwetter mit der von Segelfliegern so beliebten Wellenbildung.
    Ich war daher Gestern bei mehreren F-Schlepps ebenfalls öfters auf ca. 5000 ft und es war ein herrlicher Anblick, bei ca. 1000 mtr. durchsteigt man die Schichtgrenze und hat anschließend die herrlich klare und ruhige Luftmasse.

    Leider konnte ich diesen Anblick nie lange genießen, ein Nachteil des Schlepp-Piloten :(

    Die Segelflieger konnten sich immerhin über zwei Stunden im Höhenband von ca. 1300 bis 1700 mtr. in der Welle halten, bis Ihnen die Füße zu kalt wurden :FFTeufel:
     
  6. Barrie

    Barrie Testpilot

    Dabei seit:
    27.08.2002
    Beiträge:
    820
    Zustimmungen:
    33
    Beruf:
    Diplom-Physiker als Patentprüfer (in Ausbildung) b
    Ort:
    München
    Sehr schön!

    Danke für diese kleine "Exkursion" in die praktische und angewandte Meteorologie, Flugschreiber! Schade nur, daß das Lila der Aerosolansammlung unter der Inversion nicht so gut 'rauskommt ...

    Ich erlaube mir, hier für die geschätzte Leserschaft ein wenig Hintergrundinformation hinzuzufügen:
    Da Hochdrucklagen mit einem Absinken der Luftmassen* verbunden sind, und sich Luft beim Absinken erwärmt, kommt die ursprüngliche Schichtung der Luft mit einem sanften Abnehmen der Temperatur von ca. 0,65 °C pro 100 m Höhe durcheinander. Wenn gleichzeitig die Kalte Luft aufgrund ihrer höheren Dichte in tiefere Gefilde wie Tallagen abfließt und sich dort sammelt, so hat man eine richtig ausgeprägte Umschichtung (= Inversion) der Temperaturverhältnisse.
    Und weil warme Luft nur so lange aufsteigen kann, wie sie wärmer ist als ihre Ugebung, ist meist an der Inversionsoberkante Schluß, da hier drüber ja die warme Luft "lauert". Im Endeffekt hängt dann der ganze Dreck unter der Obergrenze und trübt recht effektiv die Sicht.

    Dieses "gebremste Aufsteigen" von warmer Luft entspricht einer "Stabilisierung" der Atmosphäre, was ja nichts anderes bedeutet als eine Verginderung von thermischer Durchmischung. Diese Stabilität ist wiederum eine Grundvoraussetzung für Wellenbildung, da ein System nur dann schwingen kann, wenn eine rücktreibende Kraft (Stabilität!) im Spiel ist.

    Barrie :)


    ________________________________

    * Absinken der Luft und (auf der Nordhalbkugel) Drehung im Uhrzeigersinn -- Eselsbrücke: "Reindrehen einer Schraube"; beim Tiefdruckgebiet wird "die Schraube 'rausgedreht' :cool:
     
  7. Flugi

    Flugi Alien

    Dabei seit:
    09.07.2001
    Beiträge:
    19.019
    Zustimmungen:
    19.298
    Beruf:
    Ruheständler mit Lizenz
    Ort:
    Thüringen
    ...das hasst Du noch schöner erklärt wie ich! :) Ich hatte schon so meine Zweifel, ob ich das halbwegs richtig beschrieben habe. Danke :TOP:
     
  8. Anzeige

    Hallo

    Schau dir doch mal die Luftfahrt-Kategorie an

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  9. Gabi

    Gabi Space Cadet

    Dabei seit:
    03.06.2001
    Beiträge:
    2.118
    Zustimmungen:
    2.076
    Beruf:
    Flugleiter
    Ort:
    JWO
    Mein Bild ist zwar schon ein wenig älter, aber ....
    Zu sehen ist ebenfalls eine Inversionswetterlage und oben raus guckt das Riesengebirge. Die Aufnahme entstand ungefähr über dem "Airfield Cottbus/Neuhausen", die Sicht über der Inversion beträgt gute 120 km.
    Grüße an alle harten Winterflieger, die das Knieplanchette im Oktober nicht einmotten :D
     

    Anhänge:

  10. Flugi

    Flugi Alien

    Dabei seit:
    09.07.2001
    Beiträge:
    19.019
    Zustimmungen:
    19.298
    Beruf:
    Ruheständler mit Lizenz
    Ort:
    Thüringen
    Hallo Gabi,
    schön von Dir auch mal wieder etwas zu hören! :)
     
Moderatoren: Skysurfer
Thema:

Inversion