Inversion

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Flugi

Flugi

Alien
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Heute über Thüringen.
Die seit ein paar Tagen herrschende Hochdruckwetterlage ist in dieser Jahreszeit meist auch eine Inversionswetterlage.
Bodennahe Kaltluft kann sich aufgrund der tiefstehenden Sonne, tagsüber nicht mehr erwärmen und so auch nicht mehr aufsteigen und am Durchmischungsprozess in der Atmosphäre teilnehmen.
Bei normalen Wetterlagen nimmt die Temperatur mit der Höhe so über den Daumen auf 100m um 1°C ab.
Bei der obigen Wetterlage nimmt die Temperatur erst einmal zu.
Auf diesem Bild ist die untere kalte Schicht gut zu erkennen. Der gerade Strich im Hintergrund ist nicht etwa der Horizont, dies ist die Luftmassengrenze. Der richtige Horizont liegt etwas tiefer im Dunst.
Unten links ist ein Teil von Gotha zu erkennen mit Blickrichtung Erfurt.
 
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Peter

Peter

Space Cadet
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Kann ich nur bestätigen, Gestern war dazu bei uns noch bestes Flugwetter mit der von Segelfliegern so beliebten Wellenbildung.
Ich war daher Gestern bei mehreren F-Schlepps ebenfalls öfters auf ca. 5000 ft und es war ein herrlicher Anblick, bei ca. 1000 mtr. durchsteigt man die Schichtgrenze und hat anschließend die herrlich klare und ruhige Luftmasse.

Leider konnte ich diesen Anblick nie lange genießen, ein Nachteil des Schlepp-Piloten :(

Die Segelflieger konnten sich immerhin über zwei Stunden im Höhenband von ca. 1300 bis 1700 mtr. in der Welle halten, bis Ihnen die Füße zu kalt wurden :FFTeufel:
 
Barrie

Barrie

Testpilot
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Sehr schön!

Danke für diese kleine "Exkursion" in die praktische und angewandte Meteorologie, Flugschreiber! Schade nur, daß das Lila der Aerosolansammlung unter der Inversion nicht so gut 'rauskommt ...

Ich erlaube mir, hier für die geschätzte Leserschaft ein wenig Hintergrundinformation hinzuzufügen:
Da Hochdrucklagen mit einem Absinken der Luftmassen* verbunden sind, und sich Luft beim Absinken erwärmt, kommt die ursprüngliche Schichtung der Luft mit einem sanften Abnehmen der Temperatur von ca. 0,65 °C pro 100 m Höhe durcheinander. Wenn gleichzeitig die Kalte Luft aufgrund ihrer höheren Dichte in tiefere Gefilde wie Tallagen abfließt und sich dort sammelt, so hat man eine richtig ausgeprägte Umschichtung (= Inversion) der Temperaturverhältnisse.
Und weil warme Luft nur so lange aufsteigen kann, wie sie wärmer ist als ihre Ugebung, ist meist an der Inversionsoberkante Schluß, da hier drüber ja die warme Luft "lauert". Im Endeffekt hängt dann der ganze Dreck unter der Obergrenze und trübt recht effektiv die Sicht.

Dieses "gebremste Aufsteigen" von warmer Luft entspricht einer "Stabilisierung" der Atmosphäre, was ja nichts anderes bedeutet als eine Verginderung von thermischer Durchmischung. Diese Stabilität ist wiederum eine Grundvoraussetzung für Wellenbildung, da ein System nur dann schwingen kann, wenn eine rücktreibende Kraft (Stabilität!) im Spiel ist.

Barrie :)


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* Absinken der Luft und (auf der Nordhalbkugel) Drehung im Uhrzeigersinn -- Eselsbrücke: "Reindrehen einer Schraube"; beim Tiefdruckgebiet wird "die Schraube 'rausgedreht' :cool:
 
Gabi

Gabi

Space Cadet
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Mein Bild ist zwar schon ein wenig älter, aber ....
Zu sehen ist ebenfalls eine Inversionswetterlage und oben raus guckt das Riesengebirge. Die Aufnahme entstand ungefähr über dem "Airfield Cottbus/Neuhausen", die Sicht über der Inversion beträgt gute 120 km.
Grüße an alle harten Winterflieger, die das Knieplanchette im Oktober nicht einmotten :D
 
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