Japanische Flugzeuge mit Butanol betankt?

Diskutiere Japanische Flugzeuge mit Butanol betankt? im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Hallo liebe Flugzeugnarren, ein Kollege erzählte mir, dass die japanischen Flugzeuge im 2. WK aufgrund des Mangels an fossilen Treibstoffen mit...

Moderatoren: mcnoch
  1. #1 kallem3, 31.08.2007
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    Hallo liebe Flugzeugnarren,

    ein Kollege erzählte mir, dass die japanischen Flugzeuge im 2. WK aufgrund des Mangels an fossilen Treibstoffen mit Butanol (einem Alkohol, der durch Fermentation gewonnen wurde) geflogen waren und daher die weitaus höheren Reichweiten als die US-Flieger erreichen konnten.

    Kann jemand bestätigen, dass Butanol verwendet wurde oder hat nähere Info dazu? :rolleyes:

    Schönes WE,

    LG, Stefan
     
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  3. #2 Tiphareth, 31.08.2007
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    Hallo und willkommen im Flugzeugforum!

    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Japaner Alternativen zu fossilen Kraftstoffen suchen mussten, aber als Standard kommt es mir unwahrscheinlich vor. Reines Butanol wird es wohl auch nicht gewesen sein, aber als Zusatzstoff wird es durchaus bei Kraftstoffen verwendet.
    Die große Reichweite vieler japanischer Flugzeuge ist meiner Meinung nach eher auf Leichtbauweise und den häufigen Verzicht auf jegliche Panzerung zurückzuführen.
    Die Zero zum Beispiel wurde aus einer speziellen Aluminiumlegierung und ohne Panzerschutz und selbstversiegelnde Tanks konzipiert. Dadurch hatte A6M2 bei ähnlichen Abmessungen ein um 1200 kg niedrigeres max. Startgewicht als die F4F-4 Wildcat.
    Das wäre für mich eine einleuchtendere Erklärung für die ca. 700 km Reichweitenvorteil der A6M2.

    Soweit meine Theorien, aber vielleicht kann uns ja jemand überzeugender erleuchten ;)
     
  4. Jusia

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    Kraftstoff

    Von Butanol gibt es mehrere Sorten, eine Sorte wäre als Ottokraftstoff geeignet, ist aber hochätzend so das sich Kraftstoffleitungen, Dichtungen ect bedankt hätten. Eine Variante von dem Zeugs hat nen Flammpunkt von 23°C was gut zu Otto mit 21°C passen würde.

    Butanol wird unter anderem auch als Antiklopfmittel eingesetzt, das scheint aber wieder eine andere chemische Bindung zu sein, da liegen die Flammpunkte ein ganzes Stück höher, was ja auch erwünscht ist.

    Als Alternativkraftstoff wird schon etwas länger auch in der heutigen Zeit herumgebastelt.

    Welches Gemsisch die Japaner da ausprobiert haben weiß ich leider nicht, aber ich denke mal das bei Kohlenwasserstoffketten es viele Variationsmöglichkeiten gibt, einen Motor laufen zu lassen.

    In der Not, und in der befanden sie sich ja, hätten die sogar wenns brennen würde in die Tanks gep....

    Ist auf jeden Fall ein interessantes Thema:rolleyes:
     
  5. Jusia

    Jusia Testpilot

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    Jedoch sollte dieser Artikel:

    Blacklick OH August 30th, 2005 – Traveling 10,000 miles cross country without using gasoline in his car tank, David Ramey arrived back in Blacklick on August 17, 2005. Environmental Scientist, Agriculturalist and Inventor, Ramey drove his unmodified 1992 Buick on a 10,000-mile-Demonstration –Run without using gasoline in his tank, but instead using Butanol, a fuel alcohol.

    Butanol has lived up to all of Ramey’s expectations in performance, and surpassed all the minimum emission standards in 10 states at the EPA Emission Testing Stations where he stopped. EPA Referees were astounded by the outstanding results of the tests. EPA Test results in the 10 states duplicated the results at the Ohio EPA, Springfield test facility: With over 60,000 miles on his Buick, Butanol reduced Hydrocarbons emissions by 95%, Carbon Monoxide to 0.0%, and Oxides of Nitrogen by 37%.

    Ramey says “With the rising cost of gas, the public wants something today that will stabilize the price of fuel and replace gasoline in their cars. Folks across the nation were absolutely amazed by how simple it was to change the fuel to Butanol!”

    “Now I totally believe in Butanol!” says Ramey. “It is a reliable, clean and safe alternative fuel for the future; we’re getting better than 25 miles to the gallon. We need to be making more Butanol now.”

    After 6 years of work on a grant from the Dept. of Energy, he has developed an economical method of making Butanol by a fermentation process using corn, biomass or cheese whey. “This demonstration-test-drive was the culmination of my work to demonstrate to my colleagues that Butanol definitely works as a superior alternative fuel to ethanol,” said Ramey. “I can derive more energy from a bushel of corn, which costs less to process, and which replaces gasoline gallon-for- gallon as has been shown by this trip from coast to coast.”


    .........uns doch noch mal darüber nachdenken lassen.................
     
  6. #5 kallem3, 05.09.2007
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    Hallo Leute,

    vielen Dank für eure Hilfe. Der Hintergrund meiner Anfrage kommt genau aus der Richtung, die ihr eingeschlagen habt.
    Ich schreibe eine Diplomarbeit bei einem bayrischen Automobilkonzern zum Thema Butanol, daher bin ich mit den chemischen Details recht gut vertraut. Ein Professor an der Uni gab mir den Tipp mit BuOH in den japanischen Fliegern und ich wollte dem nicht so recht glauben. Er meinte, dass die Japaner ja keinen Zugang zu fossilen Treibstoffen hatten und daher gezwungen waren BuOH einzusetzen.

    Ich hätte mich klarer ausdrücken sollen, da BuOH nur als primärer Alkohol, als 1-Butanol als Kraftstoffalternative gesehen wird. Als Antiklopefmittel kommt meines Wissens tertiärer BuOH zum Einsatz, der aber beliebig mit Wasser mischbar ist und somit als Kraftstoff ausscheidet.

    @Jusia: Meines Wissens hat Ottokraftstoff einen Flammpunkt von -40 °C.

    Gut zu wissen aber, dass es wohl eher der Leichtbau war, als ein toller Kraftstoff. ;)
     
  7. AE

    AE Alien
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    http://www.ebv-oil.de/german/documents/sdb_vk_2004.pdf
    Nach diesem Sicherheitsdatenblatt liegt der Flammpunkt von Euro Super unverbleit <-20°C

    1-Butanol Flammpunkt ca. +35°C
    http://www.bionity.com/lexikon/d/1-Butanol
    aber 2-Buthanol schon 25°C
    alles Ca.-Werte, da nach verschiedenen Quellen unterschiedliche Zahlen gehandelt werden
    http://www.gifte.de/Chemikalien/1-butanol.htm und
    http://www.hedinger.de/bilder/6/1-Butanol_v004.pdf
    für 1-Butanol ca. 29°C

    Sehr aggressiv, greift diverse Kunststoffe, Aluminium, Kautschuk, Erdalkali an. Für Standardmotoren eher nicht geeignet.
    Aber interessante Treibstoffe gab es schon z.B. C-Stoff(57 % Methylalkohol, 30 % Hydrazinnhydrat und 13 % Wasser)-T-Stoffmischung (80 %iges Wasserstoffperoxyd) der Me-163 und das Zeug war aggressiv, gefährlich, explosiv.

    Flugzeugtreibstoff war in Japan 1940 knapp, wurde aus den USA importiert. Das Embargo an Treibstoff beschleunigte die Aggression nach Süden um eben diesen zu erhalten.

    "Die Geschichte von Kyowa Hakko reicht bis zur Gründung der Kyowa Chemical Research Laboratories ins Jahr 1937 zurück. Mit dem Ziel der synthetischen Herstellung von Flugzeugtreibstoff mittels Fermentation und Synthese von Zucker begann das Labor mit Tests zur kommerziellen Nutzung des neuen Aceton-Butanol-Fermentationsverfahrens." Eventuell ist das eine Richtung zum Suchen?
     
  8. Jusia

    Jusia Testpilot

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    Jusia wieder mal nicht aufgepasst..........logisch unter 21 °C.........

    aber da war ich ja auch schon drüber weg........interessant ist die Geschichte hinter der überuntereinundzwanziggrad...............die Jungs die mit Butanol durch die Gegend fahren.............

    Da ich kein Chemiker bin.........und son Standardtanker wie die meisten hier...............glaube ich fast das..............wenn ich die Butanolgeschichte lese........wir ganz schön ver...scht werden...............kann das?

    Also wenn die ihr Autochen mit Butanol fütttern.......warum zum Teufel sollen dann die Japaner nicht damit geflogen sein?

    Darum geht es doch..........oder? Der Flammpunkt ist ja wohl shiteegal......*gg* "echt Jusia, wollteste wieder mal einen raushängen lassen ......"
     
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  10. 78587?

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    Die Japaner hatten vier Lizens-Anlagen zur Erzeugung von syntetischen Treibstoff, nach dem Fischer-Tropsch-Verfahren in Betrieb.
    Lizensgeber war die Ruhrchemie.
    Als Rohstoff braucht man dazu nur Kohle.
    Deutschland hingegen, konnte über 9 Anlagen verfügen, die 1940 bereits 600000t Flugbenzin erzeugten.


    Gruss
     
  11. #9 Tiphareth, 07.09.2007
    Tiphareth

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    Ich glaube die Ausgangsfrage ist nicht nur, ob die Japaner Butanol benutzt haben, sondern ob das Butanol der Grund für die hohen Reichweiten japanischer Flieger war.
    Meine Meinung dazu siehe Beitrag Nr. 2 ;)
     
Moderatoren: mcnoch
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