Ju 88 am 18.11.1944

Diskutiere Ju 88 am 18.11.1944 im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Hallo, ich bin auf der Suche nach Informationen über einen Ju88 - Absturz. Er fand am 18.11.1944 um 18.55 etwa 2km westlich Legden unweit...

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  1. #1 Martin 2307, 28.12.2013
    Martin 2307

    Martin 2307 Flugschüler

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    Hallo,

    ich bin auf der Suche nach Informationen über einen Ju88 - Absturz. Er fand am 18.11.1944 um 18.55 etwa 2km westlich Legden unweit des Bahnhofs statt. Nach vorheriger Baumberührung stürzte die Maschine in ein Stallungsgebäude eines Adelsitzes (Haus Egelborg). Leider befand sich zur der Zeit auch eine V2-Stellung in unmittelbarer Nähe, so dass der Bereich Sperrzone war, der Brand wurde nicht von der örtlichen Feuerwehr gelöscht, sondern von der Mannschaft der v2. Daher ist auch nichts bekannt bzw aktenkundig (auch hinsichtlich Personalverlusten). Bin für jedes Puzzleteil dankbar. Legden liegt etwa im PQ HP.
     
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  3. #2 Wolfgang Henrich, 28.12.2013
    Wolfgang Henrich

    Wolfgang Henrich Space Cadet

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    AW: Ju 88 am 18.11.1944

    Ich würde mal bei luftarchiv.de nachfragen.
     
  4. borsto

    borsto Flieger-Ass

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    AW: Ju 88 am 18.11.1944

    Das sieht nach einer richtig schönen Recherche aus.

    Legden liegt nördlich von Coesfeld und westlich von Münster in Westfalen ? Ist das richtig ?.
    Am 18. 11. 1944 wurde Münster am Tage von Einheiten der RAF bombardiert. Die Starts in England erfolgten etwa 12:30 - 13:00 Uhr (Chorley, 1944, S. 488). Vom Zeitrahmen her dürfte das Ereignis um 18:55 Uhr nicht mit diesem Einsatz einhergehen.

    Am gleichen Tag, in den britischen Archiven als 18/19 November 1944 vermerkt, fand ein Angriff des Bomber Command auf die Öl-Destillieranlagen in Wanne-Eickel statt. Bei diesem Angriff starteten die Bomber in England etwa zwischen 15:40 Uhr und 16:40 Uhr. Es ist durchaus möglich, das dieser Angriff eine Abwehrreaktion deutscher Nachtjagdverbände nach sich zog und eine Ju-88 infolge dessen zu Boden ging.

    Jetzt zu der V 2. Soweit mir bekannt ist, lagen im November 1944 die Abschusseinheiten der V 2 in der Nähe von Hermeskeil/Nohfelden/Saarland.

    borsto
     
  5. Winter

    Winter Fluglehrer

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    AW: Ju 88 am 18.11.1944

    Hallo,

    das ist einer der Verluste, welchen ich bislang nicht zuordnen kann; vor ziemlich genau 10 Jahren gab es einmal eine diesbezügliche Anfrage im "Jägerblatt", welche aber nicht beantwortet wurde. Ein Nachtjagdverlust liegt nicht vor, ebenso gib es da nix beim KG 6 oder dem LG 1.

    Eine britische Maschine war es nicht, die Gefallenen aus dem Raum Legden/Ahaus liegen fein säuberlich sortiert in Block 23 in Reichswald.

    Die V2-Stellung passt schon, die 3./485 schoß aus Egelborg.

    Gruß, Winter
     
  6. #5 Junkers-Peter, 30.12.2013
    Junkers-Peter

    Junkers-Peter Space Cadet

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    AW: Ju 88 am 18.11.1944

    Da gibts noch zig andere Verbände oder Dienststellen, die infrage kommen können: Aufklärer oder C-Schulen/Blindflugschulen, die noch Ende 1944, wenn auch sehr eingeschränkt, Flugbetrieb auf Ju 88 hatten oder FlÜG, Flug einer Fliegerhorstkommandatur, einer Schleuse, einer Reparaturwerft und und und. Wenn die Besatzung unverletzt ausgestiegen ist, wirds fast unmöglich, was ausfindig zu machen.

    Wünsche viel Spaß bei der weiteren Recherche.

    Viele Grüße
    Peter
     
  7. Winter

    Winter Fluglehrer

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    AW: Ju 88 am 18.11.1944

    Hallo Peter,

    in einem so "frontnahem Raum" gehe ich eher weniger von einem Verlust einer Schule aus; ich habe leider nur wenige Infos zum KG 66 bzw. zu den FlÜG oder Wekustas vorliegen.

    Wie auch immer - wenn es beim Absturz Tote gegeben hat, liegen diese auf einem der Friedhöfe in genannten Raum.

    Es würde mich generell interessieren, woher die Typenangabe "Ju 88" stammt, da mir das zum zweiten Mal im Zusammenhang mit diesem Verlust über den Weg läuft...

    Gruß

    Winter
     
  8. borsto

    borsto Flieger-Ass

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    AW: Ju 88 am 18.11.1944

    Guten Abend !

    Jetzt mal ganz krumm gedacht. Kann das nicht ein Kurzschuß einer V2 aus den benachbarten Stellungsräumen gewesen sein ?.

    An genau jenem 18. 11. 1944 stürzte eine V2 (Gerät Nr. 20097), abgeschossen von der 1., 3. oder 4./ Art. Abt. 836 aus dem Raum Hermeskeil in meinem Nachbarort auf flaches Feld. Der Schaden war mittelmäßig, doch das Interesse der Jugendlichen beträchtlich. Das Kriegstagebuch dieser Einheit ist noch beim BA/MA vorhanden und dort sind die Kurzschüsse und deren Ursachen (wenn möglich) pedantisch aufgeführt.

    Da die Geheimhaltung dieser Waffeneinsätze sehr streng gehandhabt wurde, wäre es nicht unbedingt verwunderlich, wenn dieses Ereignis als Flugzeugabsturz nach außen publiziert wurde und es in Wiklichkeit eine V2 war, die dort eingeschlagen ist.

    Die Quellenlage beim BA/Ma in Freiburg für die 1. - 3./836 ist sehr gut, warum nicht für die 1. - 3./485 ?.

    Die Bücher "V2-Gefrorene Blitze" von Wofgang Gückelhorn/Detlev Paul) und
    "Hitlers Geheimwaffen im Westerwald" von Uli Jungbluth helfen bestimmt weiter.

    Beste Wünsche !

    borsto
     
  9. #8 Martin 2307, 31.12.2013
    Martin 2307

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    AW: Ju 88 am 18.11.1944

    Erstmal vielen Dank für Eure Antworten:)

    Die Anfrage damals im Jägerblatt kam übrigens auch von mir:) Führte zu rein gar nix.

    Was die V2 betrifft, die gabs hier reichlich, da habe ich für Euch auch nen sehr guten Link:

    www.norbert-lammers.de/V2.pdf‎

    Daher stammt auch die Info, dass es sich bei der Maschine um eine Ju88 handeln soll, die Angabe stammt aus dem KTB der III/485, die von hier aus auf Antwerpenn schoss. Ein Kurzschuss kann ausgeschlossen werden,es gab zwar einen, aber der war wesentlich später. Seinerzeit war Albert Speer zur Inspektion anwesend und erlebte, wie ein Gerät direkt in die Stellung zurückfiel, im inneren des FEuerleitpanzers. Es gab dabei zwei Tote, die im Übrigen NICHT in Legden beerdigt wurden.

    Über den Flugzeugabsturz habe ich seinerzeit mit dem Schlossherrn gesprochen, der davon wusste. Angeblich existiert ein Bild, auf dem das Heck zu sehen ist, wie es aus dem Dach der Stallung ragt. Leider war es trotz intensiver Suche bis heute nicht auffindbar.

    Ich hab zwar ein Aufklärerphoto vom 19.11.44, das genau den Bereich zeigt, aber auch durch nachbearbeiten, ist darauf nix weiteres zu erkennen.

    Vielleicht helfen Euch ein paar Auszüge aus der Polzeimeldung, die ich auszugsweise wiedergebe:

    ".......von der Besatzung konnte bisher nichts geborgen werden(...) Der zuständige Fliegerhorst wurde durch die militärische Luftwache (Uffz.Kölker oder Hölker, schwer lesbar) benachrichtigt." (Anmerkung. Vermutlich war der Uffz Angehöriger der Flugwache, die östlich Legden im sogen. Görtfeld zu finden war)."Personen, ausser der Flugzeugbesatzung, von der noch nichts näheres bekannt ist, kamen nicht zu Schaden."

    Weiter eine Meldung vom 22.11.44:

    "Aufstellung der gefundenen Sachen, des am 18.11.1944 abgestürzten Flugzeuges:

    1. 1 Füllhalteretui mit zerbrochenen Füllhalter und Bleistift
    2. 1 Pistole mit 12 Schuss
    3. 1 Paar Mannschaftsschulterklappen
    4. 1 Koppel
    5. 1 stark angebrannte Landkarte
    6. 1 Flugzeugführertasche (verbrannt)
    7. 1 Taschenbuch (stark verbrannt)
    8. 2 Notizbücher
    9. 1 Brief an Frau Barthold*
    10. 1 Dreieck
    11. 1 Knemeier
    12. 1 Stück Kleiderstoff

    Vorstehende Gegenstände habe ich heute von der Ortspolizeibehörde Legden übernommen.

    Hackethal, Uff
    Fliegerhorst Kommandantur Rheine"


    * versuch über die Adresse was zu erfahren, war erfolglos, da die Adressbücher in Bad Homburg durch Kriegseinwirkung verloren gingen.
     
  10. #9 Augsburg Eagle, 31.12.2013
    Augsburg Eagle

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    AW: Ju 88 am 18.11.1944

    Interessante Infos.
    Ich bin aber mal so frei und korrigiere Deinen Link:
    http://www.norbert-lammers.de/V2.pdf
     
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  12. borsto

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    AW: Ju 88 am 18.11.1944

    @Augsburg Eagle !

    Super infos !

    Vielen Dank !

    borsto
     
  13. #11 Martin 2307, 01.01.2014
    Martin 2307

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    AW: Ju 88 am 18.11.1944

    Lassen sich aus der Aufstellung der Gegenstände irgendwelche Rückschlüsse ziehen?Ich denke, wenn die Besatzung überlebt hat, hätte es doch ausgereicht, die Sachen auf dem Dienstweg nach Rheine zu schicken? Zum anderen wundert mich, dass eine Koppel,eine Pistole und Schulterklappen gefunden wurden - die wären doch bei nem Ausstieg "am Mann gewesen". Ich weiss von anderen Abstürzen hier, dass nur jemand vom Fliegerhorst hier auftauchte, um die sterblichen Überreste der Besatzung abzuholen. Allerdings war dann auch ein Totenpass dabei, in dem ein Arzt bescheinigte, dass nichts gegen die Überführung einzuwenden ist. Zudem musste war dann auch eine Bescheinigung vom örtlichen Bestatter dabei, dass die Leichen ordnungsgemäß eingesargt worden sind ( ich weiss aus einem anderen Fall, dass der Sarg verschraubt und verlötet wurde. Ein Familienangehöriger erinnerte sich, dass sie angewiesen wurden den Sarg, der zuhause aufgebahrt wurde, nicht zu öffnen. Sie habens dennoch versucht, es drang aber dabei sehr starker Treibstoffgeruch hervor, dass man von weiteren Versuchen absah).


    Nebenbei, die Maschine durchschlug das Dach des zweigeschossigen Stallungsgebäudes und fing sich erst in einer massiven Betondecke "und setzte wohl infolge Brennstoffexplosion das Gebäude in Brand". Auffällig, dass dieser Uffz Hackethal am 22., also viertage nach dem Absturz hier auftaucht. Hätte man - gerade weil ja eine Wehrmachtseinheit vor Ort war - die Wertsachen nicht darüber nach Rheine schicken können, warum geht so was über eine zivile Zwischenstation? Geht man davon aus, dass die "Hütte" mächtig gebrannt hat, wird auch die Mannschaft der V2 ihre liebe Not gehabt haben, den Brand zu löschen, ich denke, die werden sich drauf beschränkt haben, dass der Brand nicht überspringt, da im nahen Schloss, keine fünfzig Meter weiter, deren San-Bereich war und diese alten Gebäude ja wie Zunder brannten. Auf den Luftbildern vom 19.11. ist bereits keine Rauchentwicklung o.ä. mehr zu sehen. Geht man davon aus, dass die Besatzung an Bord war, wird die Bergung aufgrund der Absturzsituation (Einsturzgefahr des Gebäudes, schwer und umständlich zugänglich) nicht im handumdrehen gegangen sein und u.Umständen ein, zwei Tage gedauert haben.Dann wäre um den 20/21.11 eine entsprechende Mitteilung an den Fliegerhorst gegangen sein, sodass am nächsten/übernächsten Tag jemand von dort hier auftauchte?
     
Moderatoren: mcnoch
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