Jumo 213 und DB 603

Diskutiere Jumo 213 und DB 603 im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Zum Kriegsende hin hat man ja immer über den Kraftstoffmangel berichtet. Wie war denn die Verfügbarkeit an hochwertigen Schmierstoffen? Gabs da...
lutz_manne

lutz_manne

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Entscheidend für die Lebensdauer eines Motors ist - mal abgesehen von einer ausgereiften Grundkonstruktion - gerade auch die Güte der verwendeten Materialien/Zulieferteile usw. sowie sorgfältiger Zusammenbau und Einstellung, daran haperte es ja in den letzten Kriegsjahren gewaltig...
Zum Kriegsende hin hat man ja immer über den Kraftstoffmangel berichtet. Wie war denn die Verfügbarkeit an hochwertigen Schmierstoffen? Gabs da Spielräume? So nach dem Motto: Schmierstoff A = 100h Laufleistung; Schmierstoff B = 60h Laufleistung ?!
 
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Gandalf

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Sagen wir mal so: analog zum Sprit dürfte es mit der Qualität der Schmierstoffe sicher auch nicht mehr zum Besten gewesen sein. Gut möglich, dass es da gewisse Vorschriften bzw. Einschränkungen gab.

Im Rennsport waren früher übrigens sogenannte „Einlauföle“ weit verbreitet. Dazu nahm man bewusst billige, eher minderwertigere Schmierstoffe, um ein schnelles aufeinander einlaufen entscheidender Kontaktstellen (z. B. Kolbenringe) zu ermöglichen. Erst nach ein paar hundert Kilometern wurde dann auf das spezielle Rennöl gewechselt.

liegrü
Gandi
 

78587?

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analog zum Sprit dürfte es mit der Qualität der Schmierstoffe sicher auch nicht mehr zum Besten gewesen sein
Das Gegenteil war der Fall.

Die Chemische Industrie war führend, in der Herstellung von "synthetischen" Schmierstoffen, gewonnen meist aus "Ätylen".
Da man die Eigenschaften dieser "Ester" Schmierstoffe genau steuern konnte, verdrängten diese die rein Mineralischen Öle. Im Sommer ´44 gab es dazu auch eine Anweisung, dass in den Motoren von Kampflugzeugen der Luftwaffe, nur noch Schmierstoffe zu verwenden sind, welche aus Mischöl 1:1 oder Voll-Synthese bestehen, bezeichnet wurden diese als "S3" oder "SS906".
Die Mineralischen, sollten nur noch für Motoren ab zb AS410 und kleiner verwendet werden.
Von den Mengen war ausreichend vorhanden, da nur bedingt von Importen abhängig, und auch in kleineren Werken hergestellt werden konnten.
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Doppelnik

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interessant, in der DDR hingegen wurden Schmierstoffe aus Kohle gewonnen und diese waren eher minderwertig, ich hatte vermutet dass dieser Ansatz auf Kriegstechnik beruhte, aber dem war dann wohl nicht so.
 
Gandalf

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Das Gegenteil war der Fall.

Die Chemische Industrie war führend, in der Herstellung von "synthetischen" Schmierstoffen, gewonnen meist aus "Ätylen".
Da man die Eigenschaften dieser "Ester" Schmierstoffe genau steuern konnte, verdrängten diese die rein Mineralischen Öle. Im Sommer ´44 gab es dazu auch eine Anweisung, dass in den Motoren von Kampflugzeugen der Luftwaffe, nur noch Schmierstoffe zu verwenden sind, welche aus Mischöl 1:1 oder Voll-Synthese bestehen, bezeichnet wurden diese als "S3" oder "SS906".
Die Mineralischen, sollten nur noch für Motoren ab zb AS410 und kleiner verwendet werden.
Von den Mengen war ausreichend vorhanden, da nur bedingt von Importen abhängig, und auch in kleineren Werken hergestellt werden konnten.
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Ah ja, aber werden nicht viele (alle?) heutigen Warbirds wieder mit Einbereichs-Mineralöl betrieben, oder stimmt das so nicht?
 
Tester U3L

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interessant, in der DDR hingegen wurden Schmierstoffe aus Kohle gewonnen und diese waren eher minderwertig, ich hatte vermutet dass dieser Ansatz auf Kriegstechnik beruhte, aber dem war dann wohl nicht so.
Das eine schließt das andere nicht aus.
Man kann es direkt auf Basis der nach dem Fischer-Tropsch-Verfahren aus der Kohle erhaltenen Ausgangsstoffe katalytisch additiv herstellen, d.h. entsprechende Grundöle (z.B. Guppe III) mit einer mehr oder weniger definierten Kettenlänge nach Wunsch produzieren, oder halt noch längerkettige Abfallprodukte (z.B. Teer) wieder cracken, um die Ketten wieder zu kürzen, um flüssige Aussgangsprodukte für z.B. Schmieröle zu erhalten.
Am Anfang stand in diesem Fall dann auch die Kohle.
 

78587?

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Ah ja, aber werden nicht viele (alle?) heutigen Warbirds wieder mit Einbereichs-Mineralöl betrieben, oder stimmt das so nicht?
Darüber gab es schon Gesprächsstoff, nachdem diese Erkenntnisse auftauchten. Die Technischen Lieferbedingungen für diese "Synthese-Stoffe" sind verfügbar, man könne also wieder neu "Brauen".:biggrin: Man müsste diese dann aber auch Testen, nur.....mit welchen Motoren ? Damals hat Rechlin die Erprobung gemacht, und dann auch Freigegeben. Dann doch lieber bei schon bewährtem bleiben.
Gab auch noch weitere Synth-"Öle" die für die Luftwaffe, und die Industrie freigegeben waren, Hydraulik-Öle, Einlauföle, Tieftemperatur-Öle, Schutzöle, Fette...


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Junkers-Peter

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Wer vergammelten Motorenschrott sammelt -> hier ist die Gelegenheit. Bitte zuschlagen:

Das ist insofern interessant, als es die ersten Jumo 213 E-Teile sind, die ich in 20 Jahren ebay dort gesehen habe. Wäre interessant zu wissen, wo der ausgebuddelt worden ist. Preise sind auch moderat. :biggrin:

Ladergehäuse, leider unvollständig und komplett ohne Innereien:


Ladeluftkühler im Bestzustand:


Und hier noch diverse Kleinteile:


Hier die links. Ich habe mit dem Angebot übrigens nichts zu tun.
 
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Sens

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Das Gegenteil war der Fall.

Die Chemische Industrie war führend, in der Herstellung von "synthetischen" Schmierstoffen, gewonnen meist aus "Ätylen".
Da man die Eigenschaften dieser "Ester" Schmierstoffe genau steuern konnte, verdrängten diese die rein Mineralischen Öle. Im Sommer ´44 gab es dazu auch eine Anweisung, dass in den Motoren von Kampflugzeugen der Luftwaffe, nur noch Schmierstoffe zu verwenden sind, welche aus Mischöl 1:1 oder Voll-Synthese bestehen, bezeichnet wurden diese als "S3" oder "SS906".
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Von den Mengen war ausreichend vorhanden, da nur bedingt von Importen abhängig, und auch in kleineren Werken hergestellt werden konnten.
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Schon 1943 konnte nur knapp die Hälfte der benötigten Mengen geliefert werden und bis zum Kriegsende sollte sich dieses Versorgungsproblem immer weiter verschärfen.
 

78587?

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Schon 1943 konnte nur knapp die Hälfte der benötigten Mengen geliefert werden und bis zum Kriegsende sollte sich dieses Versorgungsproblem immer weiter verschärfen.
Denke nicht, das wegen Mangel an Schmierstoffen irgend jemand nicht Starten konnte.
Diese benötigten "Planzahlen" waren sehr großzügig ausgelegt, und Verluste und Lieferengpässe mit eingeplant. Diese Liefervorschauen, beinhalten auch die "geplante" erhöhte Ausbringung der Industrie an Flugzeugen. Nur, wurde das nie erreicht, zudem bestand ein wirklicher Mangel an Flugzeugführer, die dann auch die berechneten Flugstunden gar nicht erbringen konnten, selbst wenn die Maschinen dazu vorhanden gewesen wären.
Mal eine Zahl heraus gesucht, im August ´44 haben die Werke 5800t Schmierstoffe der Luftwaffe zur Verfügung gestellt, davon war etwa 1/3 reines Mineralöl. Diese Menge entsprechen etwa 640000 Liter.
Herstellung ist das eine, der Transport das andere. Mir hatte ein ehemaliger Flugzeugführer mündlich berichtet, sie lagen im Frühjahr ´45 kurzeitig mit ihren FW190 im Raume Fürth. Aufgrund der Treibstofflage und des schlechten Wetters, bekam er und zwei Kameraden die schriftlichen Befehle, einen im Tanklager Oerlenbach bereit stehenden Zug mit "C3" zu überführen. Die haben tatsächlich eine ganze Woche gebraucht, für diese gut 100km. Fahren nur bei Nacht, keine Lok verfügbar, Umwege, Tagsüber Tarnung, etc.

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Jubernd

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Wer vergammelten Motorenschrott sammelt -> hier ist die Gelegenheit. Bitte zuschlagen:

Das ist insofern interessant, als es die ersten Jumo 213 E-Teile sind, die ich in 20 Jahren ebay dort gesehen habe. Wäre interessant zu wissen, wo der ausgebuddelt worden ist. Preise sind auch moderat. :biggrin:

Ladergehäuse, leider unvollständig und komplett ohne Innereien:


Ladeluftkühler im Bestzustand:


Und hier noch diverse Kleinteile:


Hier die links. Ich habe mit dem Angebot übrigens nichts zu tun.
Hat sich denn bei diesen Preisen schon die Oberfinanzdirektion eingeschaltet?
 
Junkers-Peter

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Ich denke, dass solche Fragen hier für uns keine Rolle spielen. Mir gings nur um die Dokumentation der Jumo 213 E-Teile.

Und tut mir leid, Hilmar, dass da auch 211-Teile dabei sind. Aber der thread hier ist schon so oft ins OT abgedriftet, dass das zu verkraften ist. :biggrin:
 
lutz_manne

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Ich glaube sogar das runde Glas eines Scheinwerfers(?) auf den Fotos gesehen zu haben. :-) Ohje. hihi
Könnte man den einem Flz-Typ zuordnen?

Oben rechts...
 
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Jubernd

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Ich denke, dass solche Fragen hier für uns keine Rolle spielen. Mir gings nur um die Dokumentation der Jumo 213 E-Teile.

Und tut mir leid, Hilmar, dass da auch 211-Teile dabei sind. Aber der thread hier ist schon so oft ins OT abgedriftet, dass das zu verkraften ist. :biggrin:
Im vorliegenden Fall handelt es sich wohl um Material, das nicht zur Restauration, sondern nur zur Ausstellung geeignet ist. Aber die Preise sind unverschämt. Wir hatten schon vor Jahrzehnten alle Bergungen eingestellt. Sämtliche Motoren stehen in Museen und Ausstellungen. Niemand hat sich daran persönlich bereichert oder die Bergungskosten eingefordert. Private Angebote von Motoren zu horrenden Preisen riefen damals die OFD auf den Plan, die auf Bundeseigentum beharrte. Die Frage ist rechtlich nie endgültig geklärt worden, aber sie behindert bis heute weitere legale Aktivitäten. Bei allem Verständnis für die Dokumentation- wir sollten auch hier keine Werbung für solche Anbieter machen.
 
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