Junkers Dessau nach 1946

Diskutiere Junkers Dessau nach 1946 im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Mir fiel gerade ein CIOS-Report vom Februar 1948 in die Hände, die eine Aufstellung von angeblich in Dessau 1947 produzierten Flugzeugen enthält....

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  1. hzoe

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    Mir fiel gerade ein CIOS-Report vom Februar 1948 in die Hände,
    die eine Aufstellung von angeblich in Dessau 1947 produzierten Flugzeugen enthält.
    Stutzig macht auf jeden Fall die Angabe der 220 Ju52 Transports.
    Mir scheint der CIA mit dem Report von seinen Agenten genarrt worden zu sein
    oder hat jemand mehr Informationen zu dieser angeblichen Dessau-Produktion?


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    Den Kommentar auf der Seite unten hattest Du mit Absicht nicht gezeigt?
    Man bedenke auch das diese Leute mehrheitlich Deutsche aus der SBZ waren die sich mit derartigen "Information" ein kleines Zubrot verdient haben. Wie ich das immer wieder gelesen habe hat die CIA wirklich nicht alles geglaubt! Da waren auch noch andere Quellen. Erst der grosse Überblick hat immer für Klarkeit gesorgt.
     
  4. hzoe

    hzoe Berufspilot

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    In den Quelltexten ist Einiges ausgeschwärzt. Was drunter steht, weiß ich auch nicht.
    Immerhin interessant, daß sowas jahrelang als "Secret" eingelagert wurde.
    Beste Grüsse,
    Horst
     
  5. Freund

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    Nach rund 70 Jahren sind derartige Notizen bedeutungslos. Wir alle wissen heute dass keine Ju-52 nach Kriegsende mehr in Deutschland gebaut wurden.
     
  6. Freund

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    Da gibt es allerdings noch eine undeutliche Notiz die jedoch nicht Dessau aber wesentlich die Ju-52-Thematik betrifft. Sowjetische Ju-52 wurden 'nach Kriegsende' in Deutschland mit neuen/unverbrauchten Motoren ausgestattet!?
     
  7. #6 Junkers-Peter, 22.08.2017
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    Na ja, bedeutungslos? Immerhin kann man sich über die Sinnhaftigkeit von Geheimdiensten so seine Gedanken machen.:biggrin:

    Stutzig macht mich aber, dass denen die Deportation der gesamten Junkersmannschaft (mehrere tausend Mann mit Kind und Kegel) nach Russland im Oktober 1946 komplett entgangen sein muss. Denn seitdem war Schicht im Schacht in Dessau. Da war nichts mehr los. Sozusagen Grabesstille, was Flugzeugbau anging. Nach der Deportation begann der Abbruch fast aller Werksanlagen.
     
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  8. #7 AGO Scheer, 22.08.2017
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    Eben, Peter: Wie überall in der SBZ.
    Dieser Bericht taugt nur als extremes Beispiel für frühe "Fake News".
     
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  9. #8 ColdWar, 22.08.2017
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    Irrtum! Hatten die gut mitbekommen bzw. erfahren, sogar schon im Vorfeld das dies geschehen wird.
     
  10. 78587?

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    Informationsbeschaffung, dürfte zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar nicht so schwer gewesen sein, jeder konnte doch zum "andern" und schauen was er macht: Militärverbindungsmission – Wikipedia

    .
     
  11. hzoe

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    CIA wusste (zumindest laut deren Reports) ziemlich genau, was in Podberesje ablief. Es gibt Berichte über die EF131, EF132 und Walli und Elli. Später auch zur EF140 und EF150, teilweise mit Zeichnungen (die aber real nichts mit den Originalen zu tun hatten) sogar Namenslisten deutscher Luftfahrttechniker in Moskau und die Organisationsstruktur des OKB-1 und OKB-2. Die Berichte fangen aber erst 1948 an und enden 1952. Später drehen sich die Berichte um Dresden und den Wiederaufbau der Junkerswerke.

    Von dem, was ich bisher gesehen habe, ist das oben wirklich ein selten, kompletter Ausrutscher an Fake-News. Der CIA hat sie offensichtlich für korrekt gehalten, ansonsten wäre sie nicht in einen Report gewandert.

    Wer selbst etwas "frühe Fake News" erforschen will, hier ist der Link:
    Welcome to the CIA Web Site — Central Intelligence Agency
    Dann in die Library und dort in den Reading Room
    Dort verstecken sich die Reports unter "Freedom of Information Act"

    Gruß, Horst
     
  12. #11 eggersdorf, 23.08.2017
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    Und wie soll der CIA an diese Information gelangt sein wenn die betreffenden Leute in der Sowjetunion waren?
     
  13. #12 AGO Scheer, 23.08.2017
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    Das war "unter der Hand" der Alliierten ein Geschacher um Entwurfsingenieure und Konstrukteure.
    Die entgingen dem mehr oder weniger freiwilligen Zwang zur "Neuanstellung" nur durch Flucht nach Dänemark (Nordroute) oder die sog. "Rattenlinie" des Vatikan z.B. nach Argentinien.

    Namenslisten (Wer ist wo) zum Kontaktaufbau und Arbeitsanbahnung kursieren aber auch unter den deutschen Entw.Ing. und Konstr.
    (Selbst ich habe so eine.)
    Da sollten dann auch die Geheimdienste genau gewusst haben, wer wo ist. Zumal auch offene Verhandlungen geführt wurden.
     
  14. Freund

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    Wie bitte? Und das 1946/47? Kannst Du das mal belegen bzw. eine Quelle dafür aufzeigen?
     
  15. #14 Junkers-Peter, 23.08.2017
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    Ich kann dir grad auch nicht folgen, René. In Russland waren die komplett abgeschottet von der Außenwelt und Kontakte nach Deutschland waren sehr stark eingeschränkt. Ich hatte noch Kontakt zu etlichen Zwangs-Russland-Arbeitern und deren Kindern, aber von dortigen Verbindungsaufnahmen mit "Fremdmächten" habe ich noch nie gehört.

    Nach der sukzessiven Rückkehr der Leute ab 1952/53 nach Deutschland sah das natürlich anders aus. Da sind viele gen Westen durchgereist, etliche aber auch erst nach dem Ende des DDR-Flugzeugbaus ab 1961.
     
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  16. hzoe

    hzoe Berufspilot

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    Unterschätzt die Geheimdienste der damaligen Zeit nicht. Die haben noch nicht täglich ihren Parlamenten öffentlich berichtet und der Agentenverkehr von West nach Ost vv lief fließend und außerhalb der Dienste unkontrolliert.

    Anfänglich scheint der CIA feste Kontakte in Dessau genutzt zu haben.
    Die Briefkanäle aus Russland hat die CIA natürlich angezapft, siehe z.B. Report über Gerlach vom März 1947

    Die detaillierten Informationen über deutsche Wissenschaftler und Ingenieure, sowie Organisationen gehen etwa 1949/50 los.
    Ich vermute mal, dass diese Reports aus Befragungen zurückgekommener Deportierter stammen.
    Ich hab mal eine Beispielseite unten angehängt.

    Interessant finde ich, dass CIA schon 1949 große Teile der Organisation inkl. Personal des OKB-1 auflisten konnte
    Als Beispiel unten mal ein Extrakt Department 5 und 6 des OKB-1.
    Der Report von 1949 beschreibt jede Abteilung in dieser Form.

    Das Meiste kann man aber getrost als "Hörensagen" einstufen (siehe "200 Ju52 in Dessau 1947 gebaut")
    Lohnen tut sich ein Blick in die CIOS-Reports aber auf jeden Fall.


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  17. #16 AGO Scheer, 24.08.2017
    Zuletzt bearbeitet: 25.08.2017
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    Hallo Kollegen,
    Beispiel:
    Schaumburg/ bei Bad Münder: Dort hatte K. Tank unfreiwillig "englische" Unterkunft gefunden. Er, Naumann, Hiel (als deutscher Unterhändler mit kommunistischem Hintergrund) und "Atom SS"-Richards reisten am 04. 09. 1946 in die SBZ (!) nach Berlin und wurden von General Kurzewallow, Davidenko und dem NKWD Chef Lukianow empfangen. Ziel: Verhandlungen bezüglich Tanks Arbeit für die Russen (...) . Dumm aber, dass der Atomforscher Richards auf einer eigensinnigen Tour durch Mecklenburg vorab schon mal unfreiwillig von Russen "einkassiert" wurde. Da bekamen die anderen Herren "kalte Füße" und dampften wieder zu den Briten ab. Ungeachtet dessen liefen diese Verhandlungen ergebnislos weiter. Unterhändler Hiel verschwand unterdessen (wegen des geplatzten Deals?) in NKWD-"Gasthäusern" und seine Eltern, die aus der Westzone extra nach Berlin/Karlshorst gereist waren, um den Sohn frei zu bitten, wurden wegen Spionage verhaftet. Mutter Hiel kam frei, Vater Hiel aber teilte das Schicksal des Sohnes und verschwand dann auch im Gewahrsam des NKWD. Tokajew, der nach 1948(?) nach England floh, spielte im Personalroulette als Schlüsselfigur eine wichtige Rolle.

    Das alles lief doch gerade zu der Zeit mitten in Deutschland nicht ohne die Geheimdienste...nur waren die der USA und die der UdSSR offensichtlicher effizienter bei der "Personalsicherung", als der Rest der Vereine.

    Zur Nordroute: Einige der von Tank zunächst auch für Russland "vorgesehenen" Mitarbeiter reisten, wie Tank, geheim und inkognito erfolgreich über Dänemark aus. Aber z.B. Prof. Thalau (MTT) und Klages (FW) wurden geschnappt und den Engländern übergeben. Nach kurzer Haft gelang beiden die "Ausreise" über den Vatikan nach Perons Argentinia.

    Die Hiel-Story hat der "Spiegel" 1949 veröffentlicht. Die Realität ist oft spannender als jeder Roman.

    Mein Beitrag oben war wegen der Formulierung "offene Verhandlungen" äußerst missverständlich. Sorry!!! Ich editiere das aber nicht, damit keine neuen Missverständnisse aufkommen. "Offen", im Sinne von "öffentlich" oder "transparent" lief da gar nichts.
    Und Peter hat völlig Recht, in Russland waren die Junkers-Leute völlig abgeschottet. Es kam ja auch nicht jeder Mitarbeiter wieder heil (oder überhaupt) nach Hause.
    Da konnten die etwa dreißig Mitarbeiter, die Tank nach Russland holen wollte, froh sein, dass der Deal platzte und es dann Cordoba wurde...
     
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    Hallo

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  19. #17 eggersdorf, 25.08.2017
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    Da wird ein "jet turbine plant" im Raum Krasnogorsk erwähnt, weiß jemand was damit gemeint sein könnte?
     
  20. #18 Volodymyr, 25.08.2017
    Zuletzt bearbeitet: 25.08.2017
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