Junkers Ju-88 G6 Ju 88 G-6 (4R+EP) 6./NJG2, Fritzlar, 1945

Diskutiere Junkers Ju-88 G6 Ju 88 G-6 (4R+EP) 6./NJG2, Fritzlar, 1945 im Vom Original zum Modell Forum im Bereich Modellbau; Schönen guten Tag, eine Frage an die Nachtjäger-Experten bezüglich der Ju-88G6 (4R+EP). Diese Kennung findet sich auf einem Decalsbogen von...

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  1. #1 Roman Schilhart, 08.01.2016
    Roman Schilhart

    Roman Schilhart Astronaut

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    Schönen guten Tag,
    eine Frage an die Nachtjäger-Experten bezüglich der Ju-88G6 (4R+EP).
    Diese Kennung findet sich auf einem Decalsbogen von Authentic (72-26):
    http://www.modellversium.de/kit/artikel.php?id=8508
    Leider ist die zugehörige Beschreibung recht dürftig - vor allem was das Tarnschema betrifft.
    Da finden sich nur Halbansichten.
    Meine zentrale Frage bezieht sich auf die dunkleren Streifen, die über die Standardtarnung (RLM75/76) gemalt wurden.
    Der Decal-Hersteller empfiehlt RLM82 (Hellgrün).
    Ich habe ein Foto der Originalmaschine gefunden:
    http://www.asisbiz.com/il2/Ju-88/NJ...s-Ju-88G-6.NJG2-(4R+EP)-Fritzlar-1945-01.html
    Darf ich um eure Einschätzung bitten, was denkt ihr?
    Welche Farbkombination sollte diese Ju-88G tragen?

    Danke für eure Mithilfe,
    Roman
     
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  3. #2 syrphus, 08.01.2016
    syrphus

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    Hallo Roman,

    welches Grün es nun wirklich war, wird wahrscheinlich nicht zu 100% zu klären sein.
    Bei anderen Ju88 G-6 Nachtjägern werden die unterschiedlichsten Grüntöne als Mäandermuster angegeben:
    • die 4R+BR soll ein Muster von RLM74 grüngrau besessen haben
    • die in der Schweitz gelandete C9+AR soll ein Muster von RLM81 Dunkelgrün getragen haben, wobei die Farbangabe nicht stimmt, denn RLM81 ist Dunkelbraun; Dunkelgrün wäre RLM83 (Schreibfehler?); andere Quelle meinen es wäre ein Muster aus RLm81 und 82 gewesen
    • bei der R4+SA sollen die Streifen des Mäanders RLM82 (Olive)Grün gewesen sein
    • der ehemalige Nachtjäger und dann als Misteluntergestell verwendete allerdings G-1 9C+ES soll ebenfalls mit RLM82 übersprüht worden sein
    • wobei es bei der G-1 9W+DL wiederum RLM81 gewesen sein soll

    Wie man sieht, gibt es die verschiedensten Angaben. Vielleicht stimmen alle, denn schließlich hat man in der Truppe alles benutzt, was greifbar war und so hatten gerade die G-6 Nachtjäger sehr individuelle Muster.
    Fest steht aber laut Bild der Maschine, dass die Streifen um einiges dunkler waren als die RLM75 Flecke, denn diese sind auf dem Bild nur schwer erkennbar. Aber das Grün war noch hell genug, dass sich das HK auf dem Leitwerk deutlich abhob. Aus dieser Sicht würde ich von meiner Farbtabelle her auch auf RLM82 tippen.
     
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  4. #3 Roman Schilhart, 08.01.2016
    Roman Schilhart

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    Na das ist doch eine kompetente Antwort.
    Vielen herzlichen Dank für die Expertise!
     
  5. #4 syrphus, 08.01.2016
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    Nur noch zur Ergänzung:
    Auch Hasegawa geht bei dem Mäandermuster der 3C+DA von RLM82 aus.

    Ich denke, so falsch ist das nicht
     
  6. #5 syrphus, 08.01.2016
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    Noch eine Ergänzung.
    Ich hatte es die ganze Zeit im Gefühl, dass von der Maschine auch ein Bild von der anderen Rumpfseite existiert. :headscratch:
    Ich habe es gefunden :!:: in Krzysztof Janowicz Junkers Ju88 Vol III Kagero 15 Seite 81 findet sich die linke Bugseite des Flugzeugs. Somit wird die Richtung der Streifen auf dieser Rumpfseite so bestätigt, wie Authentic Decal sie angibt. Jedoch geht der dunkle Streifen am Bug nur bis zur Vorderkante Kabine und nicht bis über die Antennenhalterung hinaus.
    Die Fotos zeigen dann aber auch, dass die Streifen auf dem Rumpfrücken ihre Richtung ändern. Sie verlaufen auf beiden Rumpfseiten von vorn oben nach hinten unten. Demnach dürfte diese Interpretation des Streifenverlaufs für die linke Seite nicht richtig sein. Deshalb bietet wahrscheinlich Authentic Decals wohlweislich auch keinen Bemalungsplan.
     
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  7. #6 Roman Schilhart, 08.01.2016
    Roman Schilhart

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    Das sind ja sehr interessante Details.
    Das Buch müsste ich mir besorgen.
    Wie sieht es mit den Motorenabdeckungen aus?
    Die werden im Decalsbogen "dunkel" angezeigt - also RLM82?
    Gibt es einen Hinweis ob das beide Motorengehäuse betrifft oder nur das Linke (wie hier exerziert: http://modelingmadness.com/scott/axis/luft/ju/ju88g.htm)?
     
  8. #7 syrphus, 08.01.2016
    syrphus

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    also nach der Bugansicht zu urteilen, ist es genau anders herum, das linke Triebwerk erscheint hell und das rechte dunkel.
    Ich schick Dir mal eine PN.
     
  9. #8 Augsburg Eagle, 08.01.2016
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    Eindeutig. Und noch dazu sind die Nase und der linke Spinner sehr hell (der rechte fehlt).
     
  10. KlausJ

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    Ich hätte ein Foto, das möglicherweise auch die gesuchte Maschine zeigt, zumindest mit identischer Farbgebung. Wenn du mir eine PN mit deiner eMail-Adresse schickst, kann ich es dir als Anhang senden.

    Grüße
    Klaus.
     
  11. #10 syrphus, 09.01.2016
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    Gibt es wirklich noch mehr Bilder? :FFEEK:
    Das ist ja interessant. Linke oder rechte Seite? Oder kann man sogar etwas von der Oberseite sehen, denn deren Farbgebung liegt bislang noch recht im Dunklen.
     
  12. #11 KlausJ, 09.01.2016
    Zuletzt bearbeitet: 09.01.2016
    KlausJ

    KlausJ Fluglehrer

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    Das Bild entspricht in der Perspektive fast genau dem aus dem von dir genannten Kagero15-Heft, also von schräg vorne-links.

    Es ist jedoch zu einem anderen Zeitpunkt aufgenommen, es stehen amerikanische Soldaten davor und die vorderen Klappen unter dem rechten Motor sind offen. Auf der linken Tragfläche (soweit man das sieht) liegt ein Netz o. ä. Das Interessante ist aber, dass die Auflösung etwas besser ist. Das Tarnschema ist identisch und auch die Propellerhaube des rechten Motors fehlt. Beim Hintergrund (Gebäude, Bäume) bin ich mir nicht ganz sicher, ob das gleich ist.

    Grüße
    Klaus

    PS: Ich habe jetzt nochmal nachgesehen: Das Bild stammt aus dem Buch "Junkers Ju 88", von Ron Mackay aus der Crowood Aviation Series, Seite 165

    PSS: @Roman Schlihart: Da du im Eingangsbeitrag schon auf die Seite Asisbiz verweist, ist dir sicherlich die dazugehörige Beschreibung ("Junkers Ju 88G 6./NJG2 (4R+EP) Fritzlar 1945 01; Photo 01: Photographed at Fritzlar in Germany in 1945, this Ju 88G of 6./NJG2 with the operational code 4R+EP had a most unusual camouflage. Disregarding the dark patch on the tail, which is merely a piece of camouflage netting, the rest of the machine visible in this view has been camouflaged in a disruptive pattern of what is probably 76 and 75. Very few examples of this scheme have been observed, but it is thought that the uppersurface of the wings and tailplane were finished in a similar manner.") und die Interpretation bekannt?
     
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  13. #12 Roman Schilhart, 10.06.2016
    Zuletzt bearbeitet: 10.06.2016
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    Nochmals vielen Dank für die wertvollen Informationen an alle Beteiligten!
    Ich bin jetzt beinahe in der Endfertigung, die Grund-Camo (RLM75/76) ist lackiert.
    Nun sollen die grünen Streifen drüber.
    Hier stellt sich die Frage:
    - in welche Richtung laufen die Tarnstreifen der Tragfläche?
    Laut Authentic Decals (zeigt nur linke Tragfläche) von vorne-links nach rechts-hinten (siehe Bild).
    Das entspricht nicht dem Muster des Rumpfes:
    - diese Streifen laufen von vorne-oben nach hinten-unten.
    Um eine fließende Tarnfläche zu erzeugen müssten sie genau umgekehrt verlaufen!
    Oder sind die Linien getrennt? Oder ist Authentic's Angabe spiegelverkehrt? Gibt es eine Ansicht der Tragflächen auf einem Foto?
    Ich hoffe ich habe mich halbwegs verständlich ausgedrückt .... um diesen Sachverhalt nochmals grafisch darzustellen, unten noch ein Bild einer gebauten Ju-88 in diesem Muster.
    Wir sehen, der Farbverlauf der Tragflächen entspricht (im Groben) den Angaben von Authentic.
    Die Streifen am Rumpf hingegen sind offenbar falsch - sie sollten vom Rücken nach hinten-unten laufen.
    Weil der Bastler die Streifen verdreht hat, passen sie aber zum Linienfluss!
    Ähm, was ist hier jeztz die ultima ratio ....
    besten Gruss aus Wien
    Roman
     

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  14. #13 syrphus, 12.06.2016
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    Leider habe ich bisher noch kein Bild der Maschine finden können, auf dem man die Tragflächenoberseiten sieht. Aber das die Variante des oben abgebildeten Modells nicht stimmen kann, hatten wir schon thematisiert. Die Streifen auf der Rumpfseite sind in die falsche Richtung aufgebracht, davon ausgehend sollten sie Streifen auf den Tragflächen auch falsch sein, wenn man annimmt, dass sie die Tarnung der Rumpfseiten fortsetzen. Außerdem sind die Motorverkleidungen bei dem Modell genau verkehrt herum bemalt. Links müsste die Verkleidung hell sein, rechts dunkel.
    Wenn man weiterhin beachtet, dass die Streifen auf beiden Rumpfseiten gleichsinnig verlaufen, sollte die Richtung der Streifen auf der rechten und linken Tragfläche ebenfalls spiegelbildlich sein. Sollten, müssten, könnten ... alles nur Vermutungen so lange kein Foto auftaucht.
     
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  15. #14 Roman Schilhart, 13.06.2016
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    Danke für die Einschätzung, es bleibt offenbar einiges an 'Interpretationsmöglichkeiten' bezüglich der Bemalung.
     
  16. #15 Roman Schilhart, 10.08.2016
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    Sie nimmt Gestalt an....

    Mit den Farblinien am Rumpf bin ich noch nicht ganz zufrieden, sie sollten breiter sein.
    Korrekturen sind unterwegs.
     

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  17. BOBO

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    Auch wenn es an dieser Stelle etwas spät ist, möchte ich meine Darstellung zu dieser interessanten Maschine loswerden, ich besuche gerne diese Seite, weil man zu den Bildern so gut wie immer die Fotokopien präsentiert bekommt.

    Diese Ju 88-G6 ist allem Anschein nach im Standard-Jäger Grundanstrich (RLM74/75/76 oder RLM75/76) an die Truppe ausgeliefert worden. An der Front wurde die Maschine den örtlichen Gegebenheiten und Einsatzzwecks farblich angepasst, so dass mit RLM76 die Maschine aufgehellt wurde und einige Flecken mehr oder weniger stark als Restflecken übrig blieben. In einem weiteren Anstrich wurde die Maschine mit einer dunkleren Farbe (vielleicht RLM72 oder RLM81 oder 83) wieder abgedunkelt.

    Bei der Deutschen Luftwaffe gab es keinen Standardanstrich für ein- oder mehrmotorige Nachtjäger. Damit sind alle Anstriche für solche Maschinen in der Nachtjagd individuell und ein Unikat. Bei der originalgetreuen Wiedergabe ist für viele Kit-Bastler nicht einfach zu entscheiden, welche Farbe zuletzt drauf muss. (siehe dazu auch meinen Kommetar an dieser Stelle).
     
  18. #17 syrphus, 14.08.2016
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    Zitat aus "Oberflächenschutzverfahren und Anstrichstoffe der deutschen Luftfahrtindustrie und Luftwaffe 1935 - 1945, Michael Ullmann, Bernard & Graefe Verlag Bonn 2000 (da der Autor anmerkt, Originalmaterial verwendet zu haben, gehe ich von der Richtigkeit der Angaben aus):

    Zum Jahreswechsel 1942 / 1943 erschienen die ersten Nachtjäger in einem Anstrich RLM76 über alles, auf dem Flecken in RLM 75 aufgetragen waren. Dieser Anstrich blieb der Standardanstrich für Nachtjäger bis zum Ende des Krieges.
    ...
    Von dem Anstrich RLM76 mit wolkenförmigen Flecken RLM75 gab es zahlreiche Varianten, ...
    Ab Ende 1944 wurden auch bei Nachtjägern die Farben RLM81, 82, 83 zur Tarnung der Oberseite eingesetzt. Sie wurden einzeln oder auch zusammen auf die in RLM76 gehaltene Oberseite in Flecken, Feldern oder auch mäanderförmigen Mustern aufgetragen. (Seite 110/111)


    Also gab es wohl einen Standard. Dieser bezieht sich auf die Farben, nicht auf Lage und Größe der Flecke, Felder oder Muster. Auch die Reihenfolge des Farbauftrages ergibt sich daraus: RLM76, dann RLM75 in Flecken, dann RLM81, 82, 83. Die letzten vier Farben wurden sehr individuelle aufgetragen und geben jedem Flugzeug demnach ein individuelles Muster, dass logischer Weise nur von der Farbwahl einem Standard (Vorschrift) entspricht.
     
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    Damit hast Du eigentlich schon den gesamten "Standard" aus diesem Buch für die Deutsche Nachtjagd zitiert, mehr gibt es nicht dazu. Auch Herr Ullmann hat auf meine Anfrage darauf mit Achselzucken geantwortet.

    Und es steht nichts davon, dass diese Maschinen so aus den Werkshallen an die Front ausgeliefert wurden. :FFEEK:
    Es bestärkt vielmehr das Auftauchen von Nachtjagdanstrichen, die erst an der Front als Anstrich-Unikat von den Staffelmalern erstellt wurden. Nicht umsonst haben mir das z.Bsp. vom JG300 so erzählt.
    Es wurden auch keine Flecken aufgetragen, sondern dies sind Restflecken von der Aufhellung mit RLM76, ergo andersrum kann man das Abdunkeln ebenso erreichen und in weiteren Kombination.




    ABGEDUNKELT: linkes Ju-88-SLW AUFGEHELLT: rechte Ju-88


    Anhänge:



    Um es kurz zu machen, nimm Dir 'ne Kupflupe und schau Dir dann alle bekannten Nachtjäger und Nachtsichtschutzanstriche an, mit der Frage im Kopf, welche Farbe kommt als letztes drauf. Dann beantwortet sich die ganze Sache wie von selbst.

    Damit ist das Thema für mich abgeschlossen.
     
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  21. #19 syrphus, 14.08.2016
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    Schade, das das Thema damit abgeschlossen ist. Ich habe irgendwie mit der Geschichte ein Problem sowohl von der logischen Seite als auch vom Verständnis her.
    Wenn die Nachtjäger werksseitig mit RLM76 gespritzt waren, woher kamen dann dunkle Restflecke wenn mit RLM76 aufgehellt wurde? Auf dem gezeigten Bild würde das aber für die linke Maschine bedeuten, sie wurde erst mit RLM76 aufgehellt, um sie dann wieder mit Mäanderstreifen abzudunkeln?
    Und warum tragen alle mir bekannten G-6 unabhängig von ihren individuellen Mustern und unabhängig von ihrer Einheit einen einheitlichen hellen Grundton? Haben alle Truppen sich abgesprochen, alle aus den Fabriken kommende Maschinen erst mal mit RLM76 aufzuhellen? Ich versteh es nicht. Aber damit werd ich wohl leben müssen.
     
  22. #20 juergen.klueser, 14.08.2016
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    Ich hab mal versucht, die Verwirrung durch Lektüre des Nachtjäger-Kapitels in Merrick/Kiroff zu lüften. Doch auch dieses Werk beschreibt im sehr ausführlichen Kapitel die "üblichen" Variationen. Es wird zwar vom Standard 76 mit Mottles gesprochen, doch dann klargestellt, dass eigentlich nur die Verwendung von 76 einem gewissen "Standard" entsprach.

    Gründe werden angerissen, aber selbst in diesem Werk nicht stichhaltig dargestellt. Statt von "aufhellen" und "abdunkeln" wird erläutert, dass in späteren Phasen die Farben sehr dünn aufgebracht wurden. Dadurch schienen vorher aufgebrachte Werksanstriche durch. Anscheinend wurden Teile für Bomber und Nachtjäger oft noch bis zur Truppe hin durchmischt. Ausserdem wurde die Reihenfolge des Farbauftrags nicht einheitlich vorgeschrieben. Das ergibt sehr unterschiedliche Effekte.

    Ein weiterer Aspekt: Wenn Maschinen relativ ungedeckt abgestellt werden mussten, war die helle Tarnung tödlich. Daher wurde bei diesen Einheiten eine Tarnung gegen Sicht von oben bei Tag aufgebracht. Hierfür gab es keine einheitliche Vorgehensweise - eben einheitenweise.

    Ein sicher spannendes Kapitel sind diese NJ-Tarnungen. Man muss sich aber wie bei manchem anderen damit abfinden, dass manches nicht deutsch-bürokratie-geeignet gemacht wurde, oder zumindest heute nicht mehr als solches erkennbar ist. Ich finde diese Vielfalt jedenfalls extrem reizvoll. Und Deine Ju, Roman, ist ein spitze Vertreter! :TOP:
     
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