Junkers Ju 88 Torpedoflieger A-14

Diskutiere Junkers Ju 88 Torpedoflieger A-14 im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Moin Ich habe als Zivilmodellbauer - der im Moment mal wieder etwas länger in die "Fliegerei" abschweift - eine dumme Frage. Und zwar geht es...

Moderatoren: mcnoch
  1. #1 PeterLepold, 11.01.2010
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    Moin

    Ich habe als Zivilmodellbauer - der im Moment mal wieder etwas länger in die "Fliegerei" abschweift - eine dumme Frage. Und zwar geht es um eine Junkers Ju 88 A-14/A-17 Torpedoflieger.

    Ich habe vor nach einer (genialen) Romanvorlage (Titel: "Er flog an meiner Seite") eine A-14 zu bauen, denn das ist mir die wahrscheinlichste Version über die darin berichtet wird.

    Mein Kenntnisstand bisher: Die A-17 hatte nur drei Mann Besatzung, im Roman sind aber vier Mann drin, Flugzeugführer, Beobachter, Bordmechaniker, Funker (also kann es nur eine A-14 sein).
    Die Maschine bzw. die Besatzung um die es im Roman geht, flog beim KG 26 Löwengeschwader.

    Nun suchte ich mir einen Wolf im www um Vorlagen für eine A-14 zu finden, da ich die aus der 1:48'er A-4 von Revell bauen möchte (geht das überhaupt???).

    Im Detail suche ich die Unterschiede zwischen A-4 und A-14. Die A-14 hat eine stärkere Panzerung und ist ohne Sturzflugbremsen, war mit Jumo 211 J-Motoren ausgestattet und hatte ein zusätzliches MG/FF.

    Sieht man im Modell die stärkere Panzerung? Und wenn ja, wie/wo ist die anzubringen?

    Was sind sonst noch optische Unterschiede zwischen A-4 und A-14?? Wäre super, wenn mir jemand helfen könnte.

    Ich konnte zudem erfahren, dass ein hier tätiger Herr Peter Achs ein sehr guter Kenner der Ju 88 ist, vielleicht kann er mir weiterhelfen?

    Grüße und Danke
    Peter
     
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  3. #2 Junkers-Peter, 11.01.2010
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    Hallo Peter :D,
    mit der Baureihe A-14 bist du erstmal auf dem falschen Dampfer. Die unterschied sich von der A-4 nur durch eine sogenannte Cuto-Nase von der A-4. Die Cuto-Nase war eine Ballonschneidevorrichtung an der Kanzel und an den Tragflächennasen. Hat mit Torpedo also nix zu tun.
    Aber KG 26 deutet schon eindeutig auf Torpedomaschinen hin. Es gab zwei Ausführungen der Ju 88 mit Torpedoausrüstung. Einmal die Ju 88 A-4/LT (=Lufttorpedo) und die A-17.

    Unterschiede Ju 88 A-4 zu A-4/LT waren (soweit mir das jetzt einfällt):
    - Wulst an der rechten Seite der Kanzel für das Bediengestänge des Torpedos
    - je ein Lastenträger PVC 1006 B innen für das Torpedo anstelle der normalen Lastenträger
    - keine Sturzflugbremsen
    - meistens Starthilfsraketen
    - oft Funkmessgerät FuG 200
    Die A-17 hatte darüber hinaus keine Bodenwanne, sondern den Einstieg, wie ihn auch die Ju 88 S und T besaßen. Funkhöhenmesser FuG 101 war auch oft eingebaut. Unterschiede gabs auch in der Bedienung des Torpedos. Aber das muss dich ja nicht interessieren.

    Es gibt auch ein gut geschriebenes Sachbuch zum Thema: Rudi Schmidt „Achtung Torpedo los! – Der strategische und operative Einsatz des Kampfgeschwaders 26“.
    Schmidt war Staffelkapitän und später Gruppenkommandeur der II./KG 26.

    Viele Grüße
    vom hier mitunter tätigen Peter Achs :TD:
     
  4. AG52-P

    AG52-P Astronaut

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  5. #4 PeterLepold, 12.01.2010
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    Hallo Peter (hört sich an, als würde ich mich mit mir selber unterhalten, oder du dich mit dir :?! )

    Vielen Dank für die ausführliche Information, die mir schon mal im Bezug A-14 bzw. A-4 sehr weitergeholfen hat.
    Demnach bin ich tatsächlich auf eine falsche Info gestoßen, denn in dieser steht (ich zitiere):

    Bzgl. dieser Info (Schiffszielbekämpfung) bin ich davon ausgegangen, dass es sich nur um eine A-14 handeln kann. Aber da bin ich dann dem falschen Pferd aufgesessen.

    Eine A-17 kann es sowieso nicht sein, da wie gesagt im Roman von vier Mann Besatzung die Rede ist. Dann ist es wohl die A-4/LT.
    Die Lastenträger und die Startraketen sollten kein Problem sein zu besorgen, und ich denke, zwei Torpedos werde ich auch auftreiben können. FuG200 kann man selber bauen.
    Nur der Wulst für die Torpedobedienung ist mir ein Rätsel, wie der genau aussieht.

    Falls jetzt noch jemand ein Bild von einer A-4/LT hätte, auf dem man zumindest den Wulst sieht, dann wäre ich sehr dankbar :TD: ...!

    Vielen Dank noch mal an meinen Namensgenossen...

    Grüße
    Peter


    P.S.:
    Man hatte mir den Tipp dazu gegeben, ein Hr. Peter Achs ist der Kenner der Ju88. Und nach sehr kurzer Suche fand ich dich hier "tätig".... :D



    Danke auch dir, diese Bilder hatte ich schon bei meiner Suche gefunden.
     
  6. #5 JohnSilver, 12.01.2010
    Zuletzt bearbeitet: 12.01.2010
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    Bittesehr. :)

    Beschrieben ist das Foto übrigens als A-17 und wie man sieht, fehlt ja auch die Gondel. :rolleyes:
    Aber dafür würde ich ohne Weiteres meine Hand ins Feuer legen, dass Peter Achs hier Recht hat!

    Die Maschine soll übrigens von der 8./KG 26 sein.

    Quelle: Sea Eagles, Volume two, Chris Goss, Seite 132

    Beste Grüße,
    Robert
     

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  7. #6 Junkers-Peter, 12.01.2010
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    Das da oben ist eine A-4/LT.
    Eine A-17 sieht so aus::TD:
    (Ach so, anscheinend war auch meistens eine Flammenvernichtungsanlage vorhanden)
     

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  8. #7 albatros32, 23.01.2010
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    Hallo Peter !
    Kürzlich habe ich das 1/72 Modell der Ju-88A-17 Torp. gebaut.
    (Um dem zu erwartenden Aufschrei zu entgehen:
    Ich weis, daß Italerie seinen "Standardbausatz" nur an die A-17 Version angepaßt hat, aber ich bin mit der "Gesamtsituation" zufrieden !:TD:)

    Auffälligste Unterschiede zum Bomber wären die beiden Torpedoträger, welche breiter und länger als die Bombenracks sind ,sowie der "Wulst" zur Aufnahme des Steuergestänges der Torpedozielvorrichtung.
    Ich hoffe Form und Anbringung sind aus der angehängten Bauplankopie zu erkennen !?
    Markant wäre im Falle der A-17 noch das fehlen der Bodenwanne!

    Ein Umbau in 1/48 oder 1/32 sollte also möglich sein.....
    Viel Spaß dabei, Albatros
     

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  9. #8 Greenheart, 26.01.2010
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    Ich habe das Buch (Titel: "Er flog an meiner Seite") vor langer Zeit gelesen. Nochmal Jahre später auch das Buch über das KG 26. Ich glaube mich zu erinnern, dass die letzten Einsätze dieser im Buch beschriebenen Torpedofliegergruppe in der Realität 1944-45 sogar mit Ju 188 geflogen wurden.

    Im Sinne des Bordschützen Alfred Laworski : Haltet die Ohren steif, Ihr Filzläuse.
     
  10. #9 rabapla, 08.02.2010
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 07.11.2010
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    Vorschlag zum Bau in 1:48
    Revell A-4 + Dragon Ju 188 A für Torpedoträger und Torpedos, Verkleidung für Steuerung etc.
    = Ju 88 A-4/torp (inkl. Gondel)
     
  11. #10 PeterLepold, 17.02.2010
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 07.11.2010
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    So werde ich das machen, die Teile von der Ju188 habe ich schon, auch die Starthilferaketen.



    Nö, von der 188 ist keine Rede in dem Buch. Auch am Schluss nicht, als Helmig und Torstege den letzten Einsatz flogen waren es "normale Ju88-torp".


    Vielen Dank an alle für eure Hilfe...!

    Grüße und genau wie Greenheart in den Worten Laworski's sagte: Haltet die Ohren steif, Ihr Filzläuse...............:TD:

    Peter
     
  12. #11 Junkers-Peter, 17.02.2010
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    Doch, doch. Das KG 26 flog ab Spätsommer 1944 auch mit Ju 188 A-3, der Torpedoversion der Ju 188.
     
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    Hallo

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  14. #12 PeterLepold, 18.02.2010
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    Hallo Peter

    Glaube ich dir ohne jeden Zweifel, jedoch war im Buch keine Rede von Ju 188. Die spezifischen Typen werden darin eh nur sehr spärlich behandelt, in der Hauptsache geht es um die beiden Freunde Helmig und Torstege, die von der Fliegerschule zum KG26 kommen und dort den Krieg erleben...!
    Auch ist keine Kennung erwähnt, da muss ich dann halt "spekulieren".
    Da im Buch öfter mal die Ju 88 genannt wird, will ich halt die bauen. Wäre irgendwo die Ju 188 erwähnt worden, dann wäre es kein Problem, da es die Kiste ja gibt.

    Grüße
    Peter
     
  15. #13 Degalus, 18.02.2010
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    Rudi Schmidt mit "Achtung -Topedos Los!" gibt da Auskunft. Ab August 1944 wurde das KG26 mit Ju188 A-3 ausgerüstet.
    Auch wenn die Freunde Helmig und Torstege ein Buch geschrieben haben, ist es nicht grad als Historisch korrekt zu betrachten. Ansonsten ist das "Lexikon der Wehrmacht" eine gute I-Net Adresse.
    Viel Spaß beim Bauen.

    Gruß Degalus
     
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