Kerosinmangel

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Intrepid

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Ein bisschen Sachlichkeit ohne Ideologie täte jetzt gut. In Deutschland wird im Unterschied zu den Ländern rings um relativ viel Kerosin raffiniert, so dass Deutschland Kerosin exportiert (unglaublich aber wahr; Deutschland exportiert die Hälfte des im Land produzierten Kerosins, obwohl es zwei Drittel des eigenen Bedarfes importiert; hängt damit zusammen, dass die Nähe der Raffinerien zum nächsten Großflughafen unabhängig von Landesgrenzen betrachtet werden muss). Und auf Kerosin gibt es keine CO2-Abgaben, der gewerbliche Luftverkehr ist Energiesteuer-befreit.

Die EU ist ein einheitlicher Wirtschaftsraum und wenn in der EU Kerosin rationiert werden muss, geschieht dies europaweit und nicht auf nationaler Ebene.

Nachtrag: Energiesteuer (also Kerosin besteuern) versus Luftverkehrsabgabe (in einer neuen Form, dass für die Relationen ein Zuschlag erhoben wird, wofür es Alternativen wie gute Schnellzugverbindungen gibt und keine Zuschläge, wo das Flugzeug das einzige Fernreisemittel ist) ist Teil der politischen Debatte. Eine andere Idee ist ein europaweit geltendes durchgehendes Ticketsystem und Schlafwagen für die Bahn, um sie konkurrenzfähig zu machen. Oder die Bahn von der Energiesteuer befreien, sie muss nämlich zahlen. Das sind so die Diskussionspunkte, sozusagen „Waffengleichheit“. Die Bahn ist weder privilegiert noch gut organisiert. Sie hat halt das Pech, dass sie schon erfunden wurde, als Europa noch aus kleinsten staatlichen Einheiten bestand. Und der Luftverkehr wurde schon früh ähnlich wie Seeverkehr und Telefonie/Post international geregelt. Ein Schnellzugnetz so einfach zu nutzen und pünktlich wie in China wäre ein Traum. Vielleicht schafft es mal der Hyperloop, der in Meereshöhe den Luftwiderstand auf den gleichen Wert senken soll wie ihn Flugzeuge in Reiseflughöhe überwinden müssen.
 
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Alpha

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Sachlich betrachtet ist da eben die Luftverkehrsteuer in Deutschland, die eine Bahn nicht zahlt (und in unseren Nachbarländern nicht oder viel geringer existiert) - politisch wird diese auch mit "Umwelt" begründet, ob man das glaubt ist jedem selbst überlassen.

Wesentlich ist aber, dass Bahn und Flugverkehr wichtige aber völlig unterschiedliche Teile der Infrastruktur eines Staates sind. Es gibt eher kleine Überschneidungen, aber die Hauptlast ist komplett anders - Streckenbedingt oder Zeitbedingt. Das eine ersetzt das andere nicht.

Die Bahn macht außerdem jedes Jahr massive Verluste, die stets vom Staat getragen werden - das ist natürlich eine recht offene Subvention. Airlines dagegen müssen profitabel operieren.

Eine moderne, offene Gesellschaft hat eben Mobilitätsbedarf, der auf verschiedenen Wegen erfüllt wird.

Und zur Knappheit: das ist etwas eine Glaskugeldiskussion und auch nicht von einer "echten" Angebotsknappheit ausgelöst sondern einer eher kurzfristigen Problematik der Logistik einer Engstelle. Ähnlich "Schiff steht im Suezkanal quer" vor nicht allzu langer Zeit. Da muss man jetzt nicht den Rückfall der Gesellschaft zur Fortbewegung in der Kutsche als Lösung sehen... ;)
 

alois

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Naja, wenn man das System als ganzes nimmt, dann dürfte auch der Luftverkehr für den Steuerzahler defizitär sein. Es gibt kaum einen Airport der Profite macht. Fraport dürfte wohl einer der sehr wenigen sein, die Gewinn machen. Sämtliche Provinzflughäfen machen definitiv Verluste, die von der Allgemeinheit getragen werden. Nimmt man alle defizitären Flughäfen weg, bleibt nicht mehr viel übrig in Deutschland um mal weg zu fliegen.
 

Phalc

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Die Subvention von 44 Regionalflughäfen betrug 2025 50 Millionen Euro. Die Einnahmen aus der Luftverkehrsteuer allein betrugen etwa 2,1 Milliarden Euro. Das "System Luftverkehr" ist für den Steuerzahler eher nicht defizitär.
 
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jackrabbit

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Die Subvention von 44 Regionalflughäfen betrug 2025 50 Millionen Euro. Die Einnahmen aus der Luftverkehrsteuer allein betrugen etwa 2,1 Milliarden Euro. Das "System Luftverkehr" ist für den Steuerzahler eher nicht defizitär.
yep, die Luftverkehrssteuer wurde von den 84,0 Mio. Passagieren bezahlt.
 
Intrepid

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... Es gibt kaum einen Airport der Profite macht. Fraport dürfte wohl einer der sehr wenigen sein, die Gewinn machen ...
Die Zahlen schwanken je nach Untersuchung. Ganz Europa betrachtet gelten 3 bis 5 Mio. Passagiere/Jahr oder Fracht in equivalenter Menge als Grenze zwischen profitabel und defizitär.

In Deutschland ist es nochmal anders, weil viele Regionalflughäfen meinen, eine Kontrollzone mit entsprechend hohen Flugsicherungskosten haben zu müssen, wo es auch ein günstigerer AFIS tun würde. Im Ausland ist man da schlauer. Liegt im wesentlichen daran, dass einmal etablierte Strukturen schlecht wieder abzubauen sind, betrifft ja auch unseren bodengebundenen ÖPV mit seinen vielen Verkehrsverbünden, die man alle zusammenlegen könnte. Aber dann würden viele Pöstchen wegfallen.

Kerosin für nicht gewerblichen Flugbetrieb kostete heute übrigens 3,13 Euro ... das ist dann brutto mit Energiesteuer. Netto ohne Energiesteuer dürfte der Liter Kerosin aktuell knapp über 1 Euro kosten. Vor dem Iran-Krieg waren es 50 Cent.
 
Alpha

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In Deutschland ist es nochmal anders, weil viele Regionalflughäfen meinen, eine Kontrollzone mit entsprechend hohen Flugsicherungskosten haben zu müssen, wo es auch ein günstigerer AFIS tun würde.
Flugverkehr mit Verkehrsflugzeugen ist ohne Kontrollzone keine gute Idee. Die Geschwindigkeiten sind zu hoch, die Anflugverfahren und betrieblichen Verfahren unpassend. "See and avoid" zeigt sich regelmäßig als unzuverlässiges Konzept. Sicherheit sollte da wichtiger sein.
 
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Kerosinmangel

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