Klemm Kl 35D Spezial, D-EDEX Wolf Hirth – Huma 1:72

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Da ich gerade im „Klemm-Fieber“ bin, mache ich mit diesem Thema hier weiter.

Nach meinem Eindruck wird die Klemm Kl 35 modellbauerisch etwas stiefmütterlich behandelt, obwohl es der meistgebaute Klemm-Typ ist und auch noch einige als Oldtimer an Flugtagen anzutreffen sind. Die Maschine entstand 1935 im Auftrag des RLM als Schulflugzeug. Hauptabnehmer war dementsprechend die Deutsche Luftwaffe. Mehrere hundert Exemplare wurden aber auch an zivile Nutzer und in andere Länder geliefert [1].

Laut Scalemates.com [2] haben sich vier Bausatzhersteller dem Typ angenommen. Ich habe den Huma-Bausatz schon länger rumliegen und trage mich mit dem Gedanken, auch den 15 Jahre neueren (!) von AZ Model [3] zu kaufen. Nach meinem Eindruck ist der neue Bausatz nicht unbedingt um Klassen besser als der alte, so dass man den alten nicht gleich wegschmeißen muss.

Das Huma-Modell einfach so zu bauen wie es ist, macht aber vermutlich keine Freude am Endprodukt, da es einfach zu grobschlächtig ist. Also führt nichts an Verbesserungen der Substanz vorbei. Wenn man schon zu „schnitzen“ anfängt, dann sollte es sich allerdings auch lohnen. Daher die Idee, ein Einzelstück zu machen: Den Einsitzer von Wolf Hirth, den dieser sich 1957/58 aus einer Kl 35D umbauen ließ, damit er wieder selber (ohne Passagier) fliegen durfte.

Details zur Geschichte der D-EDEX kann man in [4]-[7] nachlesen. Demnach entstand die Maschine durch Austausch des 4-Zylinder HM 504 Motors durch einen 6-Zylinder HM 506. Da letzterer laut Wikipedia um 331 mm länger ist als der alte, sollte die Motorhaube im Modell um ca. 4,6 mm länger sein. Weiter zu beachten ist, dass der HM 506 im Jahre 2011 gegen einen Walter Minor ausgetauscht wurde, um die Maschine wieder in die Luft zu bekommen. Dadurch hat sich die Frontpartie nochmals geändert. Bei den Bildern, die ich gefunden habe, gibt es also drei Gruppen: Hirths Original aus dem Jahre 1958, zu dem ich Bilder in [5], [8] und [9] gefunden habe, die Maschine vor 2011 und die Maschine nach 2011.

Der Rumpfstrak weist in der Seitenansicht einen kleinen Knick zwischen Rumpf und Motorhaube auf, was meine oben angestellte Vermutung bezüglich eines um die Länge des Motors vorgenommene Verlängerung bestätigen würde. Den vorderen Sitz des Schulflugzeugs hat man beim Einsitzer wohl einfach nur verschlossen. Über den hinteren Sitz gab es eine tropfenförmige Haube. Diese ist aber nur auf den ältesten der Fotos zu sehen. In Neueren findet man ein offenes Coupé, dem man aber noch den „Fußabdruck“ der Haube hinter dem Sitz ansieht. Ganz zu Beginn war das Spornrad noch unverkleidet, später schon.

Quellen:
  1. Klemm Kl 35 – Wikipedia
  2. klemm 35* - Scale Modeling Search
  3. Volker Helms: Klemm Kl 35D Luftwaffe, AZ Model AZ7505 in 1.72, Klemm Kl 35D Luftwaffe - AZmodel - 1/72
  4. D-EDEX, das Flugzeug von Wolf Hirth | Klemm-Flieger-Forum
  5. Klemm 150 oder Kl 35D Spezial, Fliegermagazin 3/99 und 5/99
  6. Heiko Müller: Neues Herz für Hirths Klemm, Klassiker der Luftfahrt 2011-04, S. 38-39
  7. Erstflug nach Motorumbau | D-EQAX
  8. Air Pictorial 1958-10 Air Pictorial 1958-10
  9. Peter F. Selinger: Segelflugzeuge. Vom Wolf zum Mini-Nimbus, Flugzeugbau bei Schempp-Hirth und Wolf Hirth 1935 bis heute, Motorbuch-Verlag Stuttgart, 1978
  10. Plastik Modell 1973-05
  11. Manfred Klause: Nach 50 Jahren fliegt sie immer noch! Flugzeug 1985-01, S. 40-44
  12. Stefan Stein: Die Klemm KL 35, Modell Fan 1992-08, S. 8-10
  13. Andrea Brenco: Klemm 35, Model Wings 1999-08, S. 4-6
Bausatz:
Der laut Scalemates.com [2] 1980 erschienene Huma-Bausatz wurde schon in [11][12][13], etc. vorgestellt. Beworben wurde er seinerzeit mit einem Bild der D-EYGR beim Deutschlandflug 1938. Ein Vorbild, das mich reizt. Vermutlich wird die Sache so ausgehen, dass ich diese Maschine aus dem AZ-Model-Bausatz baue.

 
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... und einer vierseitigen Anleitung.



Letztere zeigt sehr schön die vielen Varianten, die Huma vorgesehen hat.

Die Qualität der Bausatzteile würde man heute als Short-Run bezeichnen, wie eine Vergrößerung zeigt. Von allem etwas: Gussgrate, Sinkstellen, Schützengräben, weiches Plastik.

 
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Klasse & Vielen Dank, Hans-Jürgen
 
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Baubericht:
Um meine Thesen zu überprüfen, habe ich die Seitenansicht der D-EDEX mit der Seitenrisszeichnung in 1:72 aus [10] überlagert. Die 4,6 mm Rumpfverlängerung habe ich als kleinen grünen Kasten vorne addiert. Und siehe da: Im Rahmen der Zeichengenauigkeit geht alles nahezu perfekt auf. Ich kann also den Huma-Bausatz mit einer längeren Motorhaube versehen, und habe damit schon einen wesentlichen Schritt des Umbaus.



Und in der Tüte „Sammelsurium I“ (Danke an Manni) finden sich mehrere 6-Zylinder-Motoren passender Länge, die zu einem Zlin Trener gehören.

 
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Beim Einrichten des (hinteren) Cockpits wird auch gleich ein „kleiner Fehler“ des Bausatzes behoben, der darin besteht, dass der Steuerknüppel aus dem Bausatz gerade ist und nicht gekröpft. Das nicht benötigte, vordere Cockpit wird verschlossen. Ein paar Details wie Pedale, hinterer Spant und Kartentasche wurden ergänzt.



Trotz Verkleidung mit Plasto-„Heilerde“ kann man schon die recht schnittigen Linien des Vorbilds erahnen.

 
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Übrigens gibt es die Klemm 32, von der Du früher schon mal "geträumt2 hast, als Resinmodell in 72 Neuauflage von Lüdemann/Classic Planes. Hab schon eine bestellt!
 
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Da fällt mir ein, dass man weitere Klemm-Typen ja auch aus der Kl 25 erhält, wenn man Motoren, Leitwerke und Dimensionen(?) variiert.
 
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Übrigens gibt es die Klemm 32, von der Du früher schon mal "geträumt2 hast, als Resinmodell in 72 Neuauflage von Lüdemann/Classic Planes. Hab schon eine bestellt!
Wenn Du sie bekommen hast, mach doch bitte eine Bausatzvostellung. Ich glaube, dass man die Klemm 32 als Basis für eine Klemm 107 gebrauchen kann.
 
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Wie schon geschrieben, sind die Bauteile typisch „Short-Run“. Das heißt inklusive grober Nacharbeiten.



Gut gemacht finde ich die Hohlkehlen am Flügelanschluss. Das schafft Platz für Klebstoff und hinterlässt nur wenig Spalt an der Außenseite.



Unten wurde der Flügel-Rumpf-Übergang mit Wachs poliert. An den Hinterkanten war aber Plasto erforderlich, weil härter.

 
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Ja, das mit den konkaven Anschlüssen ist eine gute Sache. Sollte man immer machen auch beim scratchen, dann wird alles viel einfacher
 
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„Typisch“ für Huma: die Gravuren auf Ober- und Unterseite passen nicht zusammen. Wenn man die Ruder freistellt, dann darf man auf der andern Seite einen Spalt füllen.



Beim Motor hätte ich weniger Arbeit gehabt, wenn ich mich für die letzte Variante mit Walter-Motor entschieden hätte. So aber muss mein Rohling noch mit Spachtelmasse auf mehr Höhe in der Seitenansicht gebracht werden.



Hier mal neu gegen alt. Der „alte Motor“ wird wohl mal eine Focke-Wulf Fw 44B schmücken. 1/72 Focke-Wulf Fw 44 „Stieglitz“ - Huma

 
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Ich hab’s befürchtet, dass die Bausatz-Fahrwerke zu klein und zu schmächtig sind. Eine Stellprobe bestätigt es. Ebenso die Vergleiche mit auf 1:72 verkleinerten Fotos der D-EDEX.



Also will ich aus den Fahrwerksbeinen im Foto neue schnitzen (!). Da ich keine 3mm PS-Platte habe, verwende ich 1,5 mm doppelt.

 
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Uli, das Bild, welches Du als Referenz verwendest wurde warscheinlich kurz vorm Abheben gemacht (Höhenruderausschlag). In der Phase sind aufgrund des Auftriebs, die Fahrwerke schon voll ausgefedert. Ich glaube, dass das beim Original ca 10-15cm ausmacht. Habe gerade die Huma Fahrwerke mit denen von AZ verglichen. die sind fast gleichgroß. Bei AZ sind die Puschen minimal kleiner.
Aber wie wir Dich kennen ist das kein Problem für Dich.
Grüße aus Attendorn
 
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Klemm Kl 35D Spezial, D-EDEX Wolf Hirth – Huma 1:72

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