Kritische Situationen beim Fliegen? Was ist passiert?

Diskutiere Kritische Situationen beim Fliegen? Was ist passiert? im Privatfliegerei & Flugsport Forum im Bereich Einsatz bei; Hallo an die Community. Dachte mir hier gibts auch ein paar Privatflieger und sicher hat jeder von uns schon mal kritische Situationen erlebt,...

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  1. #1 phantombjoern, 01.10.2008
    phantombjoern

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    Hallo an die Community.
    Dachte mir hier gibts auch ein paar Privatflieger und sicher hat jeder von uns schon mal kritische Situationen erlebt, aus denen andere lernen können...
    okay natürlich sind wir alle die Besten, aber vllt traut sich doch mal jemand....

    Also ich hatte schon mal nen ziemlich teueres Erlebnis bei dem leider eine ziemlich neue PA28 in Mitleidenschaft gezogen wurde.
    Zu den umgebenden Faktoren:
    Stress zu Hause und den Willen den Flug durchzuziehen!
    Ich hatte geplant an einem Samstag zu einem Kumpel zum Geburtstag zu fliegen. Maschine war gechartert und ich hatte die Türklinke schon in der Hand als ich zum Platz rausgerufen wurde weil es Probleme mit einer Maschine gab. Da ich eh auf dem Weg war es sich allerdings um meine Maschine ging war ich schon etwas beunruhigt. Nebenbei habe ich mich um die Technik der Maschinen gekümmert....
    Dort angekommen musste ich feststellen das irgendeiner unserer großartigen Vereinskameraden und Überfliegern scheinbar eine Batterie auf dem hinteren Sitz transportiert hat. Diese ist wohl ausgelaufen und die Säure hat sich bis in die Zelle vorgearbeitet und war über die Steuerseile gelaufen.... dementsprechend habe ich die Maschine an die Kette gelegt.
    Nun hies es nen Flieger organisieren, denn ich wollte ja zu nem Geburtstag.
    Also geschaut was mit der zweiten Maschine los ist und mit dem Piloten Kontakt aufgenommen. Der wollte 4 Rundflüge an dem Tag abarbeiten.
    Nach langem Hin und her haben wir uns geeinigt er macht 2 Stück davon und verschiebt den Rest auf den Sonntag. Die Maschine ist jeweils vollgetankt an mich bzw am nächsten Tag an ihn zu übergeben. Ok zum vereinbarten Termin stand die Maschine da, ich durfte nur tanken:mad: und langsam ging das Zeitfenster zu... Zum Glück lag ein günstiger Rückenwind an und ich bin den Flug angetreten und habe Zeit gutgemacht.....
    Nun komme ich zu meinem Zielplatz (der früher mal mein Heimatplatz war) und melde mich ca 20NM vorher an. Aufgrund von Startbegrenzungen fragt mich INFO ob ich mit Rückenwindstarts auf der 23 vertraut bin.:?! Im Prinzip ja aber ich will ja Remain over night machen.... Okay dann mal los sagte er.
    Ich also rein in die Platzrunde und jeden Leg gemeldet ohne nochmal über die Aussage Rückenwind starts auf der 23 nachzudenken. Im Endanflug auf die 23 liegt ein Baugebiet das man ziemlich hoch überfliegen soll damits kein Ärger mit den Bewohnern gibt also 600" einhalten und danach gehts mächtig abwärts... Also schön geslipt und kurz vor der BAhn wieder gerade gezogen......Blick auf den Fahrtenmesser:eek: 82kts :FFEEK: ui ganz schön viel denke ich noch und versuche sie aufzusetzen... nach der Hälfte der Bahn erster Bodenkontakt...:eek: 68kts auf dem Fahrtenmesser.... nun eine kurze Beschreibung was innerhalb von Sek durch meinen Kopf schoss. Zunächst hab ich voll in die Bremsen getreten und 2Striche von 15m auf die Bahn gemalt. :eek: ca 62kts auf der Uhr und was kommt da am Ende der Bahn??? Die Dachreiter der Bahnbegrenzung, ein Schafzaun, ein paar weisse Strassenbegrenzungspfähle, ein Feldweg und direkt dahinter ein frisch gepflügtes Feld... Bei der Geschwindigkeit mittlerweile ca 58kts wird das definitiv kein gutes Ende geben.... also Hebel nach ganz vorn, Klappen eine Stufe rein und hoffen das es klappt kurz vorm Ende der Bahn mächtig gezogen. und gleich wieder nachgedrückt um sie nicht auszustallen. Jedoch als die Fläche im Augenwinkel über die Dachreiter geht tuts nen Schlag :?! :?! :?! Also beim Tower bescheidgesagt das er mal schauen soll ob mein Fahrwerk es noch tut und einen low Flyby gemacht, als die Segelflieger an dem Bahnende über Funk durchsagten: Jupp du hast die Dachreiter umgenagelt sind weggeflogen. Naja dachte ich wenn die Weggeflogen sind kann nicht viel sein und vom Tower kam auch das das Fahrwerk ok scheint.... Also nahm er mich diesmal auf der 05 rein und es war ne super weiche Landung.... ok bei dem Adrenalinspiegel kein Wunder. Dummerweise musste ich feststellen das es nicht das Fahrwerk war (ausser den zwei Bremsplatten hatte es nicht gelitten) welches den Dachreiter getroffen hat. Es war das Höhenleitwerk und das sah aus als wenn irgendwer mit enm Baseballschläger bearbeitet hatte und der Heckkonus war um ca 3-5cm verzogen. Im Prinzip ne Story die mit Glück gut ausgegangen ist aber vermeidbar gewesen wäre wenn man den Stress und die Missverständnisse herausgefiltert hätte.....

    Der Tag ist mein 2ter Geburtstag....:engel:
     
    pok und gero gefällt das.
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  3. Shaker

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    Plastische und gut nachvollziehbare Geschichte und vor allem ehrlich und selbstkritisch! Schön das es "nur" Materialschaden gab.
     
  4. #3 phantombjoern, 01.10.2008
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    Das Ding ist mittlerweil 3 Jahre her und ich denke schon noch drüber nach das ich ne Menge Glück gehabt habe. Beim Abflug war die Maschine komplett vollgetankt und ich hab mein holdes Weib wegen dem Stress einfach zu Hause gelassen.
    Letztendlich fragt man sich schon: hey 60kg mehr hätte der Vogel das gepackt?
    Zum Glück habe ich nachgedrückt um nicht zu stallen. An meinem alten Heimatplatz in Rendsburg zB. ist sowas ähnliches passiert. Der Pilot hat sie von der Bahn genommen und gezogen und gezogen. Tja die ist runtergeplumst zum Glück auch nur Sachschaden.
    Und vllt kann man durch Fehler anderer lernen??????
     
  5. #4 phantombjoern, 04.10.2008
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    Das war der Beginn der 05....
     

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  6. #5 phantombjoern, 04.10.2008
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    Und so sah das Gegenstück aus....
     

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  7. #6 JohnSilver, 05.10.2008
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    Von mir gibt es einen "Near Miss" zu berichten...

    Mitte der Neunziger Jahre, geplanter Flug von Schönhagen nach Münster/Osnabrück mit einer Piper Seneca eines Bekannten, der lieber auf dem Co-Piloten-Sitz Platz nahm und sich von mir fliegen ließ.
    Sichten waren gut, aber in (aus der Erinnerung) ca. 1500 ft eine geschlossene Wolkendecke, daher war geplant, den Flug nach Sicht zu beginnen und dann nach ATC-Clearance nach Instrumenten weiterzuführen.
    Nach dem Start wurde in Abstand zu den Wolken ausgelevelt und bei ATC die IFR-Freigabe beantragt. Gemäß ATC sollte ich zunächst, um schneller auf den Airway zu kommen eine Kurskorrektur nach links vornehmen.
    Gesagt, getan, Kurve eingeleitet und nach einigen Sekunden wieder ausgeleitet.
    Im selben Moment sehe ich einen Hubschrauber, der sich in gleicher Höhe schnell von rechts nähert, geschätzte Entfernung keine 200 m. Instinktiv mache ich eine Ausweichbewegung nach links unten, zum Überlegen war keine Zeit. Ich warte auf den eigentlich unausweichlichen Knall, aber wir werden "nur" durch den Rotorwash des Hubis ordentlich durchgeschüttelt, geringster Abstand waren wohl keine 20 m. Nach dem ersten Schrecken bei ATC nachgefragt, was das denn war, die hatten bis dahin noch gar nichts vom Hubi mitgekriegt, da der anscheinend seinen Transponder nicht an hatte :eek:

    Der Rest des Fluges verlief dann unspektakulär....

    Als kleine Anmerkung: Theoretisch hatte der Hubi Vorflugrecht, da von rechts kommend, aber er war für mich aufgrund der Kursänderung nach links unmöglich zu erkennen, da bei einer Linkskurve durch die Flügel der Seneca der Sichtbereich nach rechts im toten Winkel lag. Ob bzw. warum der Hubi mich nicht gesehen hatte bzw. einen anderen Kurs einschlug ist mir bis heute ein Rätsel.
     
  8. gero

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    Hochdecker / Tiefdecker

    Hallo,
    ich hab da etwas ähnliches erlebt:

    Gestartet in einem Hochdecker auf einem fremden Platz, auf dem zu diesem Zeitpunkt recht viel los war. Der Türmer sagte mir am Funk ich solle die Platzrunde möglichst schnell mit einer Rechtskurve verlassen und auf die Ortschaften achten. Hab ich gemacht. Als ich am Rollhalt mein Runup machte scharrte hinter mir ein Tiefdecker mit den Füßen. Dieser startete unmittelbar nach mir und bekam die gleiche Türmerbitte über Funk.
    Ich melde mich ab und gehe wie geplant auf Strecke. Melde mich auf der FIS-Frequenz an. (Ich kenne einige, die das aus Prinzip nicht tun, ich mach es eigentlich meistens) Sekunden später am Funk: "Unmittelbar bei Ihnen ist noch eine Maschine. Gehört die zu Ihnen?" Mein Co und ich verrenken uns die Köpfe, und richtig, rechts hinten neben uns (5 Uhr) , leicht höher, der besagte Tiefdecker. Schneller als wir. Ich denke, er hatte uns nicht in Sicht....
    Ich hab erst mal die Höhe konstant gehalten und meinen Kurs langsam nach links geändert.
    Irgendwann war dann der Puls auch wieder normal.

    Was lernt uns (mir) das?

    Man kann nie genug nach draußen sehen.
    Man müßte hinten Augen haben.
    Es ist gut, wenn noch jemand die Augen offen hält (z.B. FIS)

    gero
     
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    Hallo

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  10. #8 phantombjoern, 06.10.2008
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    So eine Tiefdecker Hochdecker Situation hatte ich auch schon...
    Wir trafen uns durch Zufall mit zwei Vereinsmaschinen auf Wyk und haben dann beschlossen zum Tanken nach Tonder zu fliegen und das in Formation.
    eine C172, ne Regent und ich in ner PA 28. Da die Regent nen PorscheTrw drin hat ist die losgegangen wie Seuche und ward schnell nicht mehr gesehen.
    Also sind wir in Formation weiter und da der Pilot der Cessna wusste wo der Platz angeblich war, habe ich mich etwas tiefer rechts hinter ihn gesetzt. wir haben uns dann auch auf der Quasselfrequenz 123.45 kurz abgesprochen...
    Nunja irgendwann sagte er dann, das wir bald ankommen und der Platz rechts von uns liegen müsste (da hätte ich schon hellhörig werden müssen) Also hab ich kurz mal nach rechts rausgeluschert und als ich wieder zum Lead schaue war der wech....:EEK: :FFEEK: Hab dann sofort Vollgas und nach oben weggezogen, weil er nicht wie erwartet links über mir war... nach 100Füssen Steigflug bin ich dann langsam nach Links eingekurvt und siehe da er war stumpf nach rechts unten gesunken....Und da er sich ja so gut auskannte (ein typischer Fall von ich kenn mich hier aus und brauche keine Karte :?! ) fliegt er dann ne Segelflugplatz an :eek: Naja hab ihm dann kurz mal gesagt das er etwas weit westlich ist und bin dann weiter. Mit dem bin ich nie wieder Formation geflogen...:HOT: <== ich nach der Landung mit dem Fliegerkollegen
     
  11. #9 Quax2000, 18.10.2008
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    bin letztes Jahr bei Sturm Kyrill mit nem A320 auf die 24 in CGN angeflogen. 60 kts Wind in 2000ft dazu kräftige gusts und Turbulenzen, so extrem dass die Instrumente kaum noch ablesbar waren.

    Beim Abflug aus Malaga in Richtung Küste hatten wir bei bereits tiefstehender entgegengerichteter Sonne plötzlich traffic auf dem TCAS direkt voraus. Das Display zeigte eine Entfernung von weniger als 1 NM und gleiche Höhe ! Ebenfalls keine sehr angenehme Situation !
     
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