Lackierung der Verdichter an Jumo 004

Diskutiere Lackierung der Verdichter an Jumo 004 im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Gentlefolks, irgendwann im letzten Jahr habe ich mal in irgendeinem Zusammenhang die Einfärbung der Verdichter bei Jumo-004-Triebwerken erwähnt...

Hans Trauner

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Gentlefolks,
irgendwann im letzten Jahr habe ich mal in irgendeinem Zusammenhang die Einfärbung der Verdichter bei Jumo-004-Triebwerken erwähnt. Ein sehr gut informierter Forumit hat daraufhin sogar die Farbbezeichnung /Lackbezeichnung der Lackierung genannt - ich war irrtümlich von einer Art Eloxierung ausgegangen. Ich hab die Erweiterte Suche nun eine Stunde gequält, finde den Thread aber nicht wieder. Bin für jede Hilfe dankbar....

H.
 
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xingu

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könntest du doch unter deinen Beiträgen im Profil finden...oder :headscratch:
 

78587?

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Gentlefolks,
irgendwann im letzten Jahr habe ich mal in irgendeinem Zusammenhang die Einfärbung der Verdichter bei Jumo-004-Triebwerken erwähnt. Ein sehr gut informierter Forumit hat daraufhin sogar die Farbbezeichnung /Lackbezeichnung der Lackierung genannt - ich war irrtümlich von einer Art Eloxierung ausgegangen. Ich hab die Erweiterte Suche nun eine Stunde gequält, finde den Thread aber nicht wieder. Bin für jede Hilfe dankbar....

H.

Lese bitte nochmal den Beitag "19" , damit du nicht durcheinander kommst. Ich hab da Verdichter für TL-Triebwerk, als auch die Läufer der Verdichter für Kolbenmotoren genannt.

:!:
 
Junkers-Peter

Junkers-Peter

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Ich habe mich ja nun sehr ausgiebig mit dem 004 befasst und muss sagen, dass in dem verlinkten thread teilweise ganz schöner Käse steht. So wurden die Verdichterschaufeln nicht geschmiedet, sondern kopiergefräst. Und mit den Werkstoffen gehts auch ganz schön durcheinander. Der Verdichter wurde teilweise aus Stahl gefertigt, so dass diese Teile natürlich auch nicht eloxiert gewesen sein konnten.

Näheres ist zu lesen in Jet & Prop 1/14 mit Schwerpunkt Flugerprobung des Jumo 004. Anbei ein Foto eines Jumo 004 beim Einbringen auf einen Prüfstand mit Messwaage des Otto-Mader-Werkes in Dessau.

Viele Grüße
Peter
 
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Friedarrr

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Ich würde vermuten wollen, dass die Verdichter sehr wohl geschmiedet wurden, aber eben anschließen die Feinbearbeitung durch Fräsen/Kopierfäsen und anschließender Nachberabeitung/Versäubern/polieren... stattfand. Das eben wie teilweise auch heute noch. Vorteile des Schmiedens sind nicht nur um Struckturverlauf zu suchen, sondern ggf. auch in der Zerspanungszeit(Werkzeug)? (Heute schaut das komplett anders aus...! )
 

Hans Trauner

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Junkers-Peter, wenn die die Verdichter nicht eloxiert waren, wie kam dann dieser Farbton zustande?

78587?, ich war nur beim Textschreiben durcheinander was Farbe und Eloxieren anbelangt. Ich hab das dann schon wieder in die richtige Reihenfolge gebracht.
 

78587?

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Ich würde vermuten wollen, dass die Verdichter sehr wohl geschmiedet wurden, aber eben anschließen die Feinbearbeitung durch Fräsen/Kopierfäsen und anschließender Nachberabeitung/Versäubern/polieren... stattfand. Das eben wie teilweise auch heute noch. Vorteile des Schmiedens sind nicht nur um Struckturverlauf zu suchen, sondern ggf. auch in der Zerspanungszeit(Werkzeug)? (Heute schaut das komplett anders aus...! )

dem würde ich mich anschliesen :TOP:

Wenn man Stückzahlen machen will, dann ist das gänige Praxis, spart auch Rohmaterial.


.
 
Friedarrr

Friedarrr

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Der Farbton der Verdichter ist schon interessant, ich möchte noch reinwerfen das auch Stähle passiviert (Überbegriff) werden können (heute auch noch..) und es kommen durchaus solche Färbungen dabei heraus!?
 
Junkers-Peter

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Sicher wurden die Rohlinge irgendwann mal geschmiedet, aber das entscheidende Verarbeitungsverfahren war dann das Kopierfräsen. Verarbeitung ähnlich der Luftschrauben.

Welchen Farbton meinst du, Hans?
Der Verdichterteil aus irgendeinem Spaßmuseum ist doch sicher nur angemalt, damits schön bunt aussieht. Verbastelte Museumsstücke kann man doch nicht zu einer seriösen Forschung hinzuziehen. Die Laufschaufeln bestanden aus Leichtmetall und waren oberflächengeschützt.

Die Leitschaufeln bzw. Leitkränze Stufen 5 bis 9 sind später in der Serie auf Stahl umgestellt worden. Zeitpunkt und Anzahl mir nicht bekannt.

Viele Grüße
Peter
 
Christoph West

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Der Verdichterteil aus irgendeinem Spaßmuseum
Museen die solche Teile zum besserem Verständnis für nicht Fachbesucher farblich hervorheben generell als Spaßmuseen zu bezeichnen, finde ich unangebracht.
 
xingu

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die Schaufeln waren, wenn überhaupt, nur geschmiedet und nachpoliert...eine Eloxierung oder sonstige galvanische Behandlungen würde die Struktur und Belastbarkeit des Materials verändern (meist negativ) und z.B. bei Belastung des Triebwerks sogar abplatzen und zu Triebwerksschäden führen...
 
Junkers-Peter

Junkers-Peter

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Die Schaufeln wurden, wie bereits von Hilmar erwähnt, am Ende noch eloxiert. Vorher geschmiedet, kopiergefräst, geschliffen und dann noch poliert. Kannste glauben, xingu. :TD: Es gibt da überlieferte Fertigungsverfahren. Da platzt auch nichts ab. Das ist ja nur eine hauchdünne Oxydschicht, die fest mit dem Dural/Pantal usw. verbunden ist.

Zu dem genauen Eloxierverfahren müsste ich Originalunterlagen wälzen, wozu ich aber im Moment keine Lust habe. In der populären Fachliteratur steht dazu nichts.

@C. West
Tut mir leid, wenn sich die hiesigen Museumsfetischisten auf den Schlips getreten fühlen sollten. Wünsche weiterhin frohes Museumspotten. Hast du vielleicht auch was Konstruktives anzubieten. Vielleicht ein paar schöne Fotos von Jumo 004 aus Museen? :FFTeufel:


Viele Grüße
Peter
 
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xingu

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Die Schaufeln wurden, wie bereits von Hilmar erwähnt, am Ende noch eloxiert. Vorher geschmiedet, kopiergefräst, geschliffen und dann noch poliert. Kannste glauben, xingu. :TD: Es gibt da überlieferte Fertigungsverfahren. Da platzt auch nichts ab. Das ist ja nur eine hauchdünne Oxydschicht, die fest mit dem Dural/Pantal usw. verbunden ist.

diese Eigenschaften in Verbindung mit der Tatsache, das erst seit 1933 in Deutschland industriell in kleinen Mengen eloxiert wird, sprechen gegen eine Anodisierung von hochbeanspruchten Triebwerksschaufeln...wenn es überlieferte Fertigungsverfahren gibt, nehme ich es natürlich gerne an, nicht aber weil es jemand erwähnt...

Eigenschaften der Eloxal-Schicht

- Dicke: 5 - 30 my
- Dehnbarkeit: Beschränkt, Risse ab 0,4 % Dehnung
- Temperaturbeständigkeit: Ab 100° C Haarrisse

ein kleines Zitat aus einem Lehrbuch zur Geschichte :

Im größeren Maßstab wurde die Anodisierung ab 1933 vorerst nur in den USA praktiziert. In Deutschland standen zu diesem Zeitpunkt erst 4 Anlagen, aus der Schweiz weiß man von 5 Anlagen im Jahre 1939. Die erste Anlage in Österreich wurde 1951 in Betrieb genommen.
 

Hans Trauner

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Peter, wie du Museen bezeichnest ist mir schnurz. Aber selbst ich bin erfahren genug, Museumspraxis im Einzelfall und eine sachgerechte Beobachtung bei Originalstücken zu unterscheiden. Gerade deshalb habe ich für diese Frage damals den Absturz-Thread gewählt, denn grad da kann keiner irgendwas mit den bösen Museen dahervermuten. Zudem sind quasi nahezu alle Museumsstücke der Jumos in diesem weissgoldähnlichen Ton gehalten. Wäre ja dann doch etwas schräg zu vermuten, dass da weltweit einer mit dem goldenen Farbeimer rumstrolcht und die Verdichterschaufeln anstreicht.

Und um mich technisch gleich nochmal in die Nesseln zu setzen...war es nicht grad Junkers, die in dieser Technik erhebliche Erfahrung hatten? Siehe Behandlung der Innenflächen im Flugzeugbau (ja....ja...ist Alu)

H
 
xingu

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...So wurden die Verdichterschaufeln nicht geschmiedet, sondern kopiergefräst. Und mit den Werkstoffen gehts auch ganz schön durcheinander. Der Verdichter wurde teilweise aus Stahl gefertigt, so dass diese Teile natürlich auch nicht eloxiert gewesen sein konnten.
Sicher wurden die Rohlinge irgendwann mal geschmiedet, aber das entscheidende Verarbeitungsverfahren war dann das Kopierfräsen. Verarbeitung ähnlich der Luftschrauben.
Die Laufschaufeln bestanden aus Leichtmetall und waren oberflächengeschützt.
...Die Leitschaufeln bzw. Leitkränze Stufen 5 bis 9 sind später in der Serie auf Stahl umgestellt worden. Zeitpunkt und Anzahl mir nicht bekannt.
Die Schaufeln wurden, wie bereits von Hilmar erwähnt, am Ende noch eloxiert. Vorher geschmiedet, kopiergefräst, geschliffen und dann noch poliert. Kannste glauben, xingu. :TD: Es gibt da überlieferte Fertigungsverfahren. Da platzt auch nichts ab. Das ist ja nur eine hauchdünne Oxydschicht, die fest mit dem Dural/Pantal usw. verbunden ist.
Viele Grüße
Peter

ich hoffe das du nicht den Überblick über deine Antworten verlierst...:cool:
 
Junkers-Peter

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Bei Junkers wurden mindestens seit Anfang der 30er Jahre Versuche mit dem Eloxieren gemacht, besonders um das Dural für die Seeflugzeuge haltbarer gegen Salzwasser zu machen. Die Schwimmer und Leitwerksteile (Ruder) der W 34 und Ju 52 waren seit Mitte der 30er Jahre eloxiert.

Später hat Junkers mehrere größere Eloxieranlagen errichtet. Siehe die kleinen Bildchen anbei. Ein Großteil der Serie z.B. der Ju 88 wurde aus eloxierten Blechen gefertigt. Durch das Eloxieren entstand eine Oxydschicht, die härter als das Metall und stark saugfähig war und als Haftgrund für weitere Überzüge diente. Die Oxydschicht entstand durch ein Bad bei 15 V und 20°C in 20 Minuten. Danach erfolgte die Nachbehandlung: halbstündiges Kochen in verdünnter Kaliumbichromatlösung, wodurch sich erst die gelbgrüne Farbe bildete. Fehlerhafte stellen färbten sich nicht gelb.

Wenn ich Lust habe, suche ich mal nach einem dokumentarischen Nachweis für das Eloxieren der Verdichterschaufeln.

Viele Grüße
Peter
 
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Lackierung der Verdichter an Jumo 004

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