LAPL machen trotz Diabetes?

Diskutiere LAPL machen trotz Diabetes? im Privatfliegerei & Flugsport Forum im Bereich Einsatz bei; Hallo, erstmal ein Hallo an alle Freunde der Luftfahrt, ich bin neu in diesem Forum - aktuell weil mir eine Frage in den Fingern brennt: Ich...

Micky65

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Hallo,

erstmal ein Hallo an alle Freunde der Luftfahrt, ich bin neu in diesem Forum - aktuell weil mir eine Frage in den Fingern brennt:

Ich interessiere mich sehr für die Fliegerei, bin langjähriger Simulatorpilot :-) und hätte wirklich Interesse, den LAPL zu machen. Schnupperflüge habe ich auch schon ein paar gemacht und das war eindeutig etwas für mich.

Leider bin ich seit 2 Jahren mit einer Diabetes Typ1 "gesegnet", die mich im stolzen Alter von 52 Jahren ereilt hat. Ich bin sehr gut eingestellt, habe einen HbA1c von 6.0-6.2 und habe ein Glucose Monitoring-System.
Keinerlei Probleme mit Unterzuckerungen gehabt bislang (außer in der Anfangsphase, als ich noch nicht gut eingestellt war). Betreibe auch Sport (Laufen) und habe das Diabetesmanagement im Griff und kann das auch nachweisen.

In den USA hat die FAA wohl vor ein paar Jahren die Bestimmungen geändert, so dass man unter diesen Bedingungen (eigentlich sogar bei schlechteren Werten) den Flugschein machen kann. Die EASA ist dieser Hinsicht noch nicht tätig geworden, glaube ich.

Kann ich die Sache (Flugschein) damit vergessen oder sollte ich trotzdem versuchen ein LAPL-Medical zu bekommen?

Grüße, Micky
 
gero

gero

Alien
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Einstellung der Werte und ein spezialgutachten sind nötig. Insulintherapie ist ein no-Go.
Der Fliegerarzt sollte alle Deine Fragen beantworten…

gero
 

Micky65

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Also wenn Insulintherapie (alle Typ1-Diabetiker brauchen Insulin), dann "No-Go" (d.h. auf keinen Fall LAPL machbar?) und ich kann mir das Geld für den Fliegerarzt sparen?
 
bodo

bodo

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Typ 1 ist eines der wenigen Ausschlusskriterien:
VO(EU) 1178/2011 MED.B.095 (Ärztliche Untersuchung und/oder Beurteilung von Bewerbern um Tauglichkeitszeugnisse für LAPL) schrieb:
MED.B.095 AMC 5
(d) Diabetes mellitus
(1) The use of antidiabetic medications that are not likely to cause hypoglycaemia should be acceptable for a fit assessment.
(2) Applicants with diabetes mellitus Type 1 should be assessed as unfit.
(3) Applicants with diabetes mellitus Type 2 treated with insulin may be assessed as fit with limitations for revalidation if blood sugar control has been achieved and the process under (e) and (f) below is followed. An OSL limitation is required. A TML limitation for 12 months may be needed to ensure compliance with the follow-up requirements below. Licence privileges should be restricted to aeroplanes and sailplanes only.
Da hat der Fliegerarzt leider auch keinen Ermessensspielraum. Die einzige Möglichkeit, die du hättest, wäre der Erwerb einer Lizenz für ein Luftsportgerät der 120kg-Klasse. Für diese ist kein Medical erforderlich, es darf aber noch nicht festgestellt worden sein, dass du untauglich bist (120 Kg-Klasse Medical durch die Hintertür ja oder nein? - Ultraleichtfliegen Forum - ulForum.de). Ob das dann für dich noch Sinn macht kann ich natürlich nicht beurteilen. Im Segelflug wird für Piloten ohne vorhandene Segelfluglizenz ganz normal bis zur Alleinflugreife geschult, der Alleinflug selbst erfolgt dann auf dem 120kg-Luftsportgerät. Ich weiß allerdings nicht, ob und wo das jemand auch ausbildet. Wie es bei den motorisierten 120kg-ULs aussieht kann ich leider nicht sagen.
 
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Micky65

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Danke für das posten der Vorschrift, das war mir bislang nicht bekannt.
Tja, das sind schlechte Aussichten - da kann ich nur hoffen, dass die Vorschriften (wie in den USA) mal an den medizinischen Fortschritt angepasst werden.
Versteht mich nicht falsch - die Flugtauglichkeit ist immer ein Individualfall und mit Unterzuckerungen ist nicht zu spaßen, deshalb müssen die Rahmenbedingungen sehr streng gefasst werden. Aber mit kontinuierlichem Glucose-Monitoring kann man Unterzuckerungen heutzutage komplett vermeiden.

Und bei Diabetes Typ 2 wird eine "OSL-Limitation" vorgeschrieben - d.h. ein Sicherheitspilot muss immer dabei sein, oder?
Da kann man sich dann auch den Flugschein sparen und weiter "Schnupperflüge" machen, da braucht man kein Medical.
Vielleicht mache ich das - bis sich die Rechtslage ändert. Macht mir auch viel Spaß auf der Cessna 172.
 
bodo

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Testpilot
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Tja, das sind schlechte Aussichten - da kann ich nur hoffen, dass die Vorschriften (wie in den USA) mal an den medizinischen Fortschritt angepasst werden.
Ich würde mir da nicht allzuviele Hoffnungen machen. Die LAPL-Vorschriften sind ja noch nicht wirklich alt und im Vergleich zu den Vorschriften für Tauglichkeitsklasse 2 in einigen Punkten schon deutlich weniger rigeros. Vermutlich sind sie dem deutschen Luftfahrtbundesamt (das immer wieder zeigt, dass sie ungern solche weniger strenge Regeln mitgeht) sogar viel zu lax. Ich kenne die US-Vorschriften nicht, aber möglicherweise ist es für dich ja auch eine Option, eine US-Lizenz zu erwerben und damit in Deutschland zu fliegen. Aber da kennen sich andere hier im Forum sicher besser aus.
 

jackrabbit

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Hallo,

Ich kenne die US-Vorschriften nicht, aber möglicherweise ist es für dich ja auch eine Option, eine US-Lizenz zu erwerben und damit in Deutschland zu fliegen.
um damit die deutschen Vorschriften zu umgehen, aber am Sachverhalt nichts ändern?
Das ist ja ein interessanter Tipp. :mellow:

Grüsse
 
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atlantic

atlantic

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Hallo,



um damit die deutschen Vorschriften zu umgehen, aber am Sachverhalt nicht zu ändern?
Das ist ja ein interessanter Tipp. :mellow:

Grüsse
warum nicht ? Wenn die deutschen mal wie üblich zu viel wollen, dann ist ein Ausflaggen des Scheines immerhin eine sinnvolle Option.
Ich kenn etliche die schon lange ihr Medical und ihren Schein in Nachbarländer umgeschreiben haben, dank EASA ist da einiges möglich.
 
Kenneth

Kenneth

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Hallo,



um damit die deutschen Vorschriften zu umgehen, aber am Sachverhalt nichts ändern?
Das ist ja ein interessanter Tipp. :mellow:

Grüsse
Die deutschen Medical-Vorschriften UL/LAPL/PPL sind vollkommen überzogen. Mir wurde vom Fliegerarzt gesagt, als ich 50 wurde, dass ich eine komplett neue, flugmedizinische Augenuntersuchung bräuchte, sollte ich eine neue Brille brauchen (habe -1.5 Dioptrien auf beiden Augen). War ein Grund, warum ich die aktive Fliegerei an den Nagel hängte.
 

jackrabbit

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Hallo,

Die deutschen Medical-Vorschriften UL/LAPL/PPL sind vollkommen überzogen.
okay, das habe ich jetzt verstanden, allerdings finde ich die Umgehung von Vorschriften nicht den richtigen Weg.
(ist aber wohl beruflich bedingt, da ich mit gewerblichem Personenverkehr/ Gütertransport zu tun habe)

Grüsse
 
TRIGS

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Ich würde nicht direkt wegen einer Krankheit die Gedanken an einen LAPL oder PPL fallen lassen.
Ein Kumpel von mir hat nur noch einen Lungenflügel, bis vor 3 Monaten noch mit Sauerstoffgerät rumgerannt.
Hat vom Fliegerarzt und LBA keinerlei Einschränkungen oder Auflagen im Rahmen eines LAPL bekommen.
 
Kenneth

Kenneth

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Hallo,



okay, das habe ich jetzt verstanden, allerdings finde ich die Umgehung von Vorschriften nicht den richtigen Weg.
(ist aber wohl beruflich bedingt, da ich mit gewerblichem Personenverkehr/ Gütertransport zu tun habe)

Grüsse
Ich sehe keine Umgehung darin, daß eine andere, gleichwertige Behörde, realistischere und vernünftigere Maßstäbe für die Ausübung der gleichen Tätigkeit setzt.
 

jackrabbit

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Hallo,

Ich sehe keine Umgehung darin, daß eine andere, gleichwertige Behörde, realistischere und vernünftigere Maßstäbe für die Ausübung der gleichen Tätigkeit setzt.
ja, es kommt halt auf die Grenzen an, wo vernünftig aufhört bzw. beginnt, was ich in diesem Fall aber nicht beurteilen vermag.

Wenn jemand seinen verlorenen (Auto-)Führerschein in Tschechien wiedererlangt, wird die Argumentation allerdings eine ähnliche sein.
EDIT: wobei dieses Beispiel hinkt, da ich schrieb, dass der Führerschein mal „weg“ war, was mit dem Medical hier nicht der Fall wäre.

Grüsse
 
Alex

Alex

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Aktuell läuft hier eine Initiative betroffener Piloten, die unter anderem eine Petition gestartet haben. Der Aerokurier hat hier bereits darüber berichtet: Petition: Fliegen mit Diabetes Typ 1
 

Micky65

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Danke für den Petitions-Link, werde ich umgehend unterzeichnen!

Hier ist die offizielle Richtlinie der FAA für den Medical mit Diabetes und Insulinbehandlung. Absolut sinnvoll was da angefragt wird:

Dank CGM (Kontinuierliche Glukosemessung) kann man eigentlich nicht mehr in die Unterzuckerung fallen (außer man will es).
Natürlich ist jeder Körper anders, deshalb muss man für die letzten 6 Monate nachweisen, ob man Unter- oder starkes Überzucker hatte.
Sogar mit der klassischen "Pieks-Messung" kann man fliegen, die FAA liefert genaue Anweisungen, was zu tun ist, welcher Snack einzunehmen ist usw..

Inzwischen kann man sogar einen Medical Class 1 bekommen (kommerzieller Pilot) - in UK auch, habe ich gelesen.
 
Thema:

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