Lizenzen für Flugzeugmuster deutschen Ursprungs in Frankreich?

Diskutiere Lizenzen für Flugzeugmuster deutschen Ursprungs in Frankreich? im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Ein guter Bekannter in Frankreich würde gerne wissen, ob für Flugzeugmuster deutschen Ursprungs, die während der Besetzung Frankreichs dort "im...

L1049G

Flieger-Ass
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Ein guter Bekannter in Frankreich würde gerne wissen, ob für Flugzeugmuster deutschen Ursprungs, die während der Besetzung Frankreichs dort "im Auftrag" Deutschlands gebaut wurden und nach der "Liberation" unter französischer Regie dort weitergebaut wurden (Siebel 204, Ju 52, Me 108, um nur einige zu nennen), irgend eine Form von Lizenz erworben wurde.

Meine persönliche Vermutung: Nach Jahren der Besetzung und da sich der Zusammenbruch des Deutschen Reichs im Laufe des Jahres 1944 bereits abzeichnete, wurde ziemlich sicher in Frankreich keine einziger Gedanke an die Lizensierungsfrage verschwendet.

Aber interessant wäre es doch, wenn jemand etwas Offizielles zu dem Thema wüßte.

Gerhard
 
FREDO

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Sowas gab es dort genausowenig, wie später in der CSR. Und selbst wenn der Wille dagewesen wäre, an wen hätten Gebühren gezahlt werden können? Die Firmen waren aufgelöst, liquidiert... Da hat man sich das besser gespart.
 

Simon Maier

Testpilot
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Hallo,

nach dem, was F damals (und nach dem Krieg die letzten 35 Jahre zuvor) mit D alles erlebt hat, kann man auch gut verstehen, dass man dort keine Anstalten gemacht hat, an irgendwen Linzenzgebühren zu zahlen. Die Welt nach dem Krieg war halt eine andere wie die Welt heute.

Es gibt ja auch Spekulationen dass u.a. die Nachkriegs-Fighter F-86 und Mig-15 einen gewissen deutschen Einfluss (aus Erkenntnissen deutscher Forschung) hatten, sofern das zutrifft gilt aber hier halt auch - the winner takes it all.
 

Ju52archiv

Fluglehrer
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Hallo Gerhard,

folgendes aus meine Unterlagen:

Lizenzbau ausschließlich für die deutsche Wehrmacht bis einschließlich 1944 von 602 Stück Ju52/3mg10e und 3mg14e bei der französischen Firma Ateliers Aeronautiques de Colombes ohne Mengenbeschränkung.
Ab 1945 Übernahme der Produktionsstätten durch Frankreich von Felix Amiot (SECM-Amiot = SECMAM) und Herstellung von 415 weiteren Maschinen auf Grundlage der 3mg10e bis Dezember 1948.

Über ausstehede Lizenzgebühren von Frankreich bis 1944 und danach ist mir nichts bekannt.

Die Lizenzgebühren von Spanien waren nicht abbezahlt. Hier wurde für die Lizenz für den Jumo211 1,3Mio RM und für die Ju 52 1,5Mio RM festgelegt. Die letzte Rate im 4. Quartal 1945 für beide Lizenzen wurde nicht bezahlt. Es waren 156000 RM und 250000 RM. Dies geht aus einem Briefwechsel vom 11.10.1948 hervor. Hier wird auch auf die Problematikk hingewiesen, wie an das fehlende Geld zu bekommen wäre. Insgesamt 5 DIN A4Seiten.

Da Frankreich ja für die Nazi-Regierung produziert hat kann ich dir hier nicht mit Zahlen dienen,ich gehe aber davon aus, dass das abgegolten war. Offene Forderungen waren ja dem Gesetz Nr 53 der US Militärregierung unterworfen.

L. G.

Bernd
 
Junkers-Peter

Junkers-Peter

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Ich komme immer nur auf 516 bis 1944 in Frankreich produzierte Ju 52, davon 200 g10e und 316 g14e. Anbei ein Beispiel aus dem Flugzeug-Programm vom 15.12.44. Die erste Spalte zeigt die gesamte zu liefernde Zahl, die zweite Spalte, die bis zum 30.11. gelieferten Flugzeuge und die dritte Spalte, die ab 1.12. zu liefernden Flugzeuge. Da das Ju 52-Programm Mitte 1944 ausgelaufen war, waren keine Flugzeuge mehr zu liefern. In dem Ausschnitt nicht zu sehen: 22 g14e wurden vor der Ablieferung zerstört, aber im Nachhinein als programmgemäß abgeliefert behandelt und vom RLM bezahlt.

Auch einige frühere Programme listen immer nur die 200 g10e und 316 g14e auf.

Viele Grüße
Peter
 
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Ju52archiv

Fluglehrer
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Servus in die Runde

die Originalunterlagen muß ich suchen, aber ich habe folgende Daten für mich extrahiert:

1942: 40 Stück
1943: 321 Stück
1944: 241 Stück

Zusammen= 602 Stück

Die genaue Zuordnung zu 3mg10e und 14e muß ich passen, dazu muß ich erst noch ins Militärarchiv bevor ich meine Daten sage, denn da kann ich nicht mit 100% miteden. Ich habe nämlich den 180xxx Block bei mir als 3mg8e laufen und das geht mir gegen die Infos die ich sonst habe.

In meiner Werknummernliste habe ich auch gerade eben einmal die Amiot Ju 52 herausgezogen. Hier komme ich auf 609 Stück.

Folgende Blöcke:

Amiot 10001-10150
Amiot 10394-10406
Amiot 180341-180360
Amiot 180501-180552
Amiot 640041-640080
Amiot 640161-640210
Amiot 640401-640420
Amiot 640491-640500
Amiot 640591-640640
Amiot 640691-640700
Amiot 640741-640760
Amiot 640981-641040
Amiot 641181-641250
Amiot 641361-641410

Excel sei Dank, braucht man da keinen Taschenrechner.

Durch Bombenabwurf auf den Flugplatz Villacoublay bei Amiot am 05.02.1944 vor Auslieferung beschädigt oder zerstörte ju 52 waren die Seriennummern 10396 - 10406, also 11.

Ferner sind/sollen weiter Ju 52 als AAC1 tituliert worden sein, die nicht der normalen Taktstraße "entfleucht" sind. Die AAC1 Seriennummer 1001-1038 sollen/sind reparierte original Ju 52, die dann als AAC1 ausgeliefert wurden. Hier habe ich aber nur einen Bericht aus Frankreich und den habe ich nicht von zweiter Quelle bestätigt bekommen und da ich weder Französich kann, noch die Franzosen mit mir in Englisch/Deutsch komunizieren wollen, bin ich da voll gegen die Wand gelaufen. In der offiziellen Produktionsliste, die ich bekommen habe, stehen sie auf alle Fälle nicht drinnen. Somit kann ich nicht sagen, welche original Werknummern der Ju 52 darin eingeflossen sind, ob das die 11 vom 05.02. mit beinhaltet, oder, oder, oder.....

Ich wünsche mir eine helle Lampe die Licht ins Dunkle bringt. Sie kann ruhig 2 Beine haben und Deutsch sprechen:biggrin:


@Peter

Wenn du mir die Unterlagen über die Produktionszahlen einmal zukommen lassen kannst, würde es mich sehr freuen. In Pirt komme ich nämlich nicht auf 30 sondern nur auf 20: 901121-901130 und 901141-901150


L. G.

Bernd
 
Junkers-Peter

Junkers-Peter

Space Cadet
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Ohne jetzt auf Details einzugehen, kann ich aus der Beschäftigung mit den Programmen im Zusammenhang mit der Ju 88 konstatieren, dass diese sehr genau sind. Klar, gibts immer mal geringe Abweichungen, die aber größtenteils von verschiedenen Stichtagen abhängen oder ob zerstörte Flugzeuge mitgerechnet wurden oder nicht. Aber grundsätzlich waren die genau.

Bei "PIRT" in Ungarn ist 30 die Sollzahl, nicht die Istzahl. Bitte nochmal meine Erläuterungen zu der Tabelle lesen.:biggrin:

Viele Grüße
Peter
 
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