Luft und Raumfahrtstudium Bachelor - Was nun?

Diskutiere Luft und Raumfahrtstudium Bachelor - Was nun? im Ausbildung und Jobs Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Hallo, ich werde bald meinen LRT Bachelor (Uni) abschließen und befinde mich grad an einem Punkt, an dem ich nicht mehr genau weiß wie ich weiter...

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  1. #1 Marcel321, 06.09.2016
    Marcel321

    Marcel321 Flugschüler

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    Hallo,
    ich werde bald meinen LRT Bachelor (Uni) abschließen und befinde mich grad an einem Punkt, an dem ich nicht mehr genau weiß wie ich weiter machen soll. Meine Überlegung war immer mir etwas in der Instandhaltung zu suchen. Dort läuft es ja bekannterweise alles über diese Lizenzen. Nun habe ich in der Part 66 gelesen, dass es sowas wie einen "Academic CAT C" gibt. Daraufhin habe ich mal beim LBA angerufen und den netten Herrn gefragt, was es damit so auf sich hat. Seine Formulierung war folgende: Als "Acadamic CAT C" ist man maximal ein Papiertiger der im Hangar nicht wirklich Ernst genommen wird. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, hat man als CAT C doch die Möglichkeit das Flugzeug in seiner Gesamtheit Freizugeben? Als CAT B1 ist man da doch eher eingeschränkt. Da der CAT C ja auch "Base Maintenance Certifying Engineer" genannt wird, kann doch auch nur er nach einem großen C oder D Check das Flugzeug wieder Freigeben oder? Also ist der CAT C quasi für die großen und der CAT B für die kleinen Checks verantwortlich. Der CAT A dann für die ganz kleinen Sachen wie Reifenwechsel etc. .

    Ich muss sagen diese ganzen Lizenzen verwirren mich etwas und ich Frage mich, ob ich als Ingenieur überhaupt in den Bereich Instandhaltung reinpasse. Die Laufbahn als Fluggerätemechaniker wäre da wohl wesentlich Sinnvoller gewesen. Deswegen spiele ich mit dem Gedanken diese an meinen Bachelor dran zu hängen. Aber ist das überhaupt Sinnvoll? Man kann laut LBA ja auch sein Studium geltend machen und muss dann "nur" 3 Jahre Erfahrung in einem Instandhaltungsbetrieb vorweisen um diesen ""Academic CAT C" zu bekommen. Aber hat man damit überhaupt eine Perspektive? Kann mir das gut Vorstellen, dass man aufgrund der fehlenden Praktischen Erfahrung nicht all zu rosige Chancen hat.

    LG und Vielen Dank schonmal für ein paar klärende Antworten :)
     
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  3. mg218

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    Academic Cat C schraubt nicht. Er schaut, ob die Unterschriften/Abzeichnungen der einzelnen Arbeiten vollzählig sind und gibt dann den Flieger frei.

    Cat A schraubt.
    Cat B schraubt, prüft und gibt frei.
     
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  4. cool

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    Hi Marcel,

    Nicht zwingend, im Ingenieursbereich benötigt man diese Lizenzen (zumindest in der Form CAT A/B/C) nicht, ich bin da nicht ganz so firm, das ganze wird dann über das QMH gedeckelt. Im Bereich der Instandhaltung gibt es auch noch viele Jobs für die es keine Lizenz benötigt. Die ganze Thematik ist mitunter etwas abstrakt, so darf ein Ingenieur (unter Umständen) Arbeitsanweisungen erstellen (keine Lizenz notwendig), der "Schlosser" der dies dann bearbeitet, der braucht eine, wenn er das FLugzeug wieder zum Betrieb freigeben will.

    Zuerst muss man sich von dem Gedanken frei machen, dass die CAT-Lizenzen hierarchisch aufgebaut sind und "nach oben mehr Wert haben", respektive eine "niedrigere" Lizenz einschließen.

    Ganz allgemein: Wer an Flugzeugen arbeiten will, braucht erstmal keine Lizenz, erst wer ein Flugzeug nach erfolgter Wartung wieder zum Betrieb freigeben will, der benötigt eine Lizenz. In der "Line" (Wartung von Flugzeugen zwischen 2 Flügen) besitzen die Mechaniker idR beides, sprich sie haben eine
    - Instandhaltungsberechtigung, mit der sie die Arbeiten die sie durchgeführt haben bescheinigen dürfen und sie haben eine
    - Freigabeberechtigung, mit dieser dürfen sie das Flugzeug wieder zum Betrieb freigeben. Grundlage für diese Freigabeberechtigung (welche durch die Wartungsgesellschaft erteilt wird, ist genau diese AML CAT A/B/C )


    Ein CAT A darf nur seine Arbeiten freigeben und das auch nur, wenn diese "einfacher Natur" sind und auch nur, wenn es sich um Line-Maintenance handelt. Typisch wäre ein Reifenwechsel im Transit, den führt der CAT A selbst durch, bescheinigt die Arbeit und gibt diese auch frei.

    Ein CAT B1 (Mechaniker) darf seine und andere Arbeiten freigeben und die B1 schliesst die CAT A mit ein (das ist aber der einzige Fall, bei dem es so ist!). B-Mechaniker dürfen alles bescheinigen und freigeben was im Rahmen der Line Maintenance so anfällt, wobei Line-Maintenance weiter gefasst wird, als der Laie so denkt. A-Checks, Triebwerkswechsel, Strukturreparaturen, ... ist alles Line Maintenance.

    Ein CAT B2 (Avioniker) ist das Pendant zum Mechaniker, schliesst die CAT A aber nicht mit ein. Nur mit der CAT B2 darf man zb. Kabelreparaturen in der Avionik durchführen, einen normalen Line-Check darf er unter Umständen nicht freigeben.


    Es gibt Fälle, da werden Arbeiten an einem Flugzeug fällig, die rechtlich von einem B1 und einem B2 freigegeben werden müssen, weil man zb. ein Triebwerk getauscht hat und (wenn das Flugzeug eh schon steht) vorsorglich Kabel getauscht hat. Der B1 darf die Kabel nicht freigeben, der B2 kann bei dem Triebwerk nicht "Mitreden".
    In dem Fall gibt jeder seine Arbeit anteilig frei, respektive, man braucht einen B1 für alle mechanischen Arbeiten und einen B2 für alle "avionischen" (gibts das Wort?) Arbeiten.


    Ein CAT C darf das Flugzeug in seiner Gesamtheit freigeben, ABER NUR wenn es sich um Base Maintenance handelt. In dem Fall MUSS ein CAT C das Flugzeug freigeben. Nun hört sich das vielleicht komisch an, aber ein CAT C der "nur" eine Freigabeberechtigung hat darf zwar einen D-Check freigeben, aber nicht eine Schraube drehen.
    Nur Aufgrund einer CAT C darf ein Wartungsbetrieb auch keine Instandhaltungsberechtigung erteilen.
    Nun ist es auch so, dass man für ein B1/B2 Type Rating teilweise 10 Wochen im Lehrsaal hockt, für ein C Type Rating reichen 1-2 Wochen.
    Weil der CAT C sich viel weniger mit der eigentlichen Technik des Flugzeug beschäftigt als vielmehr mit Vorschriften (wer hat was wann bearbeitet und hat er das dürfen, wurden die korrekten Arbeitsunterlagen benutzt, sind alle Materialzertifikate vorhanden, ...) braucht er jeweils einen CAT B1 und einen CAT B2 die ihn als "Supporting Staff" bei seinen Tätigkeiten unterstützen. Die Jungs kümmern sich um die "technische Korrektheit" der Arbeiten, nehmen Spot-Checks vor, usw. usw.

    Insofern stimmt es, dass ein CAT C eigentlich "nur" ein Papiertiger ist, wobei das alles Relativ ist, denn letztendlich bescheinigt der CAT C nach einem großen Check, dass alle Arbeiten korrekt und im einvernehmen mit den Vorschriften durchgeführt wurden und das ist durchaus eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.
    Mit Schrauben am Flieger hat das aber nicht zu tun.

    Vielleicht noch ein "groteskes" Beispiel: Ein CAT C, ein CAT B und ein CAT A wollen einen Reifen tauschen, das Flugzeug soll danach wieder fliegen und der CAT C soll das Flugzeug freigeben. Der CAT A buckelt also, doch bevor der CAT C nun den erfolgreichen Reifenwechsel freigeben darf, braucht er eine Unterschrift des CAT B (der die "technische Seite" der Arbeit kontrolliert hat). Erst jetzt dürfte der das Flugzeug freigeben.
    "Lustigerweise" dürfte der CAT A den Reifenwechsel auch alleine freigeben, ohne dass es einen CAT B bräuchte.

    Eine CAT C bekommt man entweder als CAT B, wenn man einige Zeit in der Base Maintenance tätig war oder eben auf akademischen Weg.


    Auf jeden Fall, nur eben nicht als "Schlosser" der Reifen tauscht oder Triebwerke wechselt. Die Instandhaltung bietet aber genügend Bereiche in der Ingenieure gebraucht werden:

    - Systemingenieure: Verantwortlich für die Überwachung und Zuverlässigkeit einzelner Systeme, Ansprechpartner für die Hersteller -> Fluggesellschaft in bestimmten Bereichen, wenn es um die Wartung geht.

    - "Product Engineering" : Wann immer es eine Abweichung der "Norm" (Wartungsunterlagen ect.) gibt, darf der Techniker am Flugzeug nicht eigenständig entscheiden. Hier bedarf es einen PE der sich der Sache annimmt, diese Bewertet und dann (regelkonform) eine Abweichung von der Norm erstellen darf.

    - Engine Condition Monitoring: Triebwerke werden laufend überwacht und viele Daten werden automatisch verarbeitet, dennoch treffen die ECM-Techniker letztendlich die Entscheidung und geben Arbeitsaufträge raus, im Zweifel entscheiden sie auch über Austausch ganzer Triebwerke.

    - technische Flottenberatung: Neues "Electronic Flight Bag", neues W-Lan, wlche Entertainment-System ...

    und einen Haufen anderer Jobs, die mir aus dem Stegreif nicht einfallen.
     
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  5. #4 Unwissend, 07.09.2016
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.09.2016
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    Erstmal vorab Glückwunsch:wink:
    OT an
    Als Hintergrund muss man wissen, warum es zu dem Bachelor kam.

    Die Industrie, vor allen die Deutsche hat sich darüber beschwert, das Diplom Ings zu teuer sind. So viel Ausbildung wollte man nicht mehr bezahlen.
    So wurde das auf Druck der Industrie, unter dem Mantel der Kultusministerkonferenz das als Harmonisierung Europas verkauft und der Batchelor durchgesetzt.

    Wenn es irgend möglich ist, hänge 2 – 3 Jahre ran und mache deinen Master.

    Das wird im Augenblick vielleicht etwas überqualifiziert klingen und ist warscheinlich auch eine finanzielle Frage. Aber meine Erfahrung ist, Vordiplom, kann mann mit dem Bachelor vergleichen. Und dem Master mit Diplom. Der Master lohnt sich auf lange Sicht in jedem Falle. Ich habe das auch erst beruflich nach 10 Jahren gesehen. Viele heutige Entscheider sehen den Bachelor als nur ein besserer Volkshochschulkurs an. Auch wenn Du besser als Note 2 abgeschlossen hast. Das Problem ist nur, an einen Masterplatz ranzukommen. Die Industrie blockt hier und so gibt es nur wenige.
    Ich hatte gerade das Thema mit meinem Nachbarsjungen durch. Der geht jetzt 2017 nach Leipzig und beginnt sein Diplom Ing Studium
    OT off

    Grüße Frank
     
  6. #5 Ernst Dietikon, 07.09.2016
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    Ich denke, diese ganze Bolognareform welche und das Bachelor-Master System brachte, war in erster Linie eine Anpassung an das Angelsächsische Modell, welches eigentlich gar nicht zu unserm kontinentaleuropäischen Bildungssystem passt. Interessanterweise ging das Ganze in er Schweiz völlig an der Politik vorbei und das Bologna Abkommen wurden vom für die Bildung zuständigen Staatssekretär unterzeichnet. Der Bachelor ist im Prinzip eigentlich, wie gesagt wurde, nur ein Vordiplom nach altem Ausbildungsgang. Ich würde daher auch jedem empfehlen unbedingt den Master zu machen. Er entspricht dem ehemaligen Diplom.

    Gruss
    Ernst
     
  7. #6 Marcel321, 07.09.2016
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    Wow, vielen Dank! Das bringt mich schon mal ein Stück weiter. :)
     
  8. AE

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    Bachelor = Dipl.-Ing.(FH) ???
     
  9. #8 sixmilesout, 07.09.2016
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    So ein Blödsinn! Was ist dann der IHK / HWK Abschluß? Baumschule mit Zertifikat?
     
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  10. #9 beistrich, 07.09.2016
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    Grundsätzlich ist es egal welchen (Aus)Bildungsstand man hat, oder wo man diesen erreichte: Es wird immer Leute geben die das abwerten. Dabei spielt, neben berechtigter Kritik und Halbwissen, das eigene Selbstwertgefühl eine große Rolle. Was dem einem sein Auto ist, ist dem anderem sein Titel.

    Und nie vergessen: Am Ende war früher immer alles besser!
     
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  11. #10 Schorsch, 09.09.2016
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    Wie lange ist Eure Hochschulzeit her bzw. ward Ihr jemals dort? Reden hier die Blinden von der Farbe?

    Der gute alte Dipl-Ing hatte folgende Qualitätsmerkmale:
    - Studienzeit 6-9 Jahre (selbst gesehen!)
    - praktisch kein Kontakt mit dem "Kunden" bis kurz vor Studienende
    - großartige Möglichkeiten sich vor allem zu verstecken
    Ich erinnere mich mit "Freude", wie in den ersten 3 Semestern Stoff eingehämmert wurde (Höhere Mathematik, Mechanik), welcher dann meist 2 bis unendlich viele Jahre brach lag, und dann eigentlich auch vergessen war wenn man es tatsächlich brauchte (selbst gesehen!). Schöne Zeitverschwendung.
    Manche Unis rühmten sich, dass man ja nicht für "die Industrie" "Massenware" anfertige, sondern die Wissenschaftler von morgen. Tja, da spürt man den fauligen Atem der letzten 68er.

    In einer Zeit, als nur 10% eines Jahrgangs studiert haben, konnte man sich dies leisten: die Absolventen wurden mit Kusshand genommen, auch Quereinsteiger hatten eine Chance. "Studierte" waren halt selten.

    Heute studiert 40-50% eines Jahrgangs. Ein 6-8 Jahre währendes Bummelstudium der Probleme von gestern (die zu Zeiten des Professors eben aktuell waren) wird von der Industrie belächelt. Ein BsC-MS Studium ist zwar keine reine Freude, richtig umgesetzt aber auch nicht verkehrt. Man kann durchaus verlangen, dass bereits nach 3 Jahren Studium irgendwas Vorzeigbares vorhanden ist. Die meisten Probleme, welche man als Ingenieur vor sich liegen hat, kann man da schon lösen.

    Wem das nicht passt: in China, Indien und Korea wird "Massenware" zahlreich und preiswert "produziert". Dort sind 10-12h Arbeit ab Klassenstufe 6 normal. Klar, da bleibt manch einer auf der Strecke, aber es gibt ja genug. Wer heute Studieren geht, der muss sich als globaler Arbeitnehmer betrachten und sein "Produkt" optimal gestalten. Uniwissen ist dabei nur ein Element.

    Ich würde am Ende stets empfehlen, innerhalb seines "Talents" zu agieren: sehr überdurchschnittlich Begabte "vertrocknen" an einer FH, und eher durchschnittlich Begabte laufen an der Voll-Uni Gefahr, Fachidioten oder Bummelstudenten zu werden.
     
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  12. #11 Ernst Dietikon, 09.09.2016
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    Ich habe an der ETH (Eigenössische Technische Hochschule) in Zürich das Diplom als Physiker gemacht. Dies ist allerdings mittlerweile 45 Jahre her. Meine Tochter hat 36 Jahre nach mir an der gleichen Schule Physik studiert und nachträglich doktoriert. Sie studierte zwar noch unmittelbar vor der Einführung des Bachelor - Master Systems. Sie kennt aus ihrer Assistententätigkeit dieses System durchaus und ich unterhielt mich sehr oft mit ihr darüber.

    Zugegeben bin ich nicht Ingenieur. Aber ich arbeitete in einer Maschinenfabrik und kenne durchaus viele Ingenieure.

    Gruss
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    Und ich habe auch schon mal Ingenieure im Fernsehen gesehen. :wink:

    Bedaure Ernst, aber das ist deinerseits leider nicht mehr als eine wage These. Beide Systeme sind nicht 1 zu 1 vergleichbar.

    Davon abgesehen, darf natürlich jeder seine Meinung äußern, dass aber als "Fakten" zu verkaufen ist immer eine andere Sache. Der Titel, akademische Grad, Beruf, persönliche Vorlieben oder gar (vermeidliche) Erfahrung bilden dabei keinen empirischen Beweis!

    Ansonsten würden auch viele andere Sachen gelten:

    - Materialien verhalten sich unter Belastung immer Volumenkonstant (Aussage Prof. für Fertigungstechnik) := Falsch ;
    - Reifen werden vorm Einfahren abgebremst, damit sich das Einfahrsystem leichter tut (Techn. Lehrer Flugzeugtechnik) := Falsch;
    - Triebwerke werden beim Start Leistungsreduziert um Sprit zu sparen (Techn. Lehrer Flugzeugtechnik) := Falsch;
    - 2 Triebwerke sind (immer) ökonomischer als 4 (Allgemeine Meinung des Internet) := Falsch;

    bis hin zu völlig "abgefahrenen" Behauptungen, die jeglicher Grundlage entbehren. "Lustig" (eher traurig) ist dabei, je weniger Ahnung die Leute haben, desto gereizter reagieren diese auf Kritik und desto vehementer wird versucht, diese Thesen mit "Erfahrung" zu untermauern.
     
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  14. #13 jackrabbit, 09.09.2016
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    Hallo,

    okay, mein Abschluss (Dipl.-Ing. TU) liegt gut 20 Jahre zurück, aber meine Erfahrung aus dem Ing.-Büro zu Ing.-Studiengängen:

    Bachelor (an einer FH) entspricht dem alten, praxisbezogenen Dipl.-Ing. FH, ist relativ spezialisiert

    Master entspricht vom Umfang dem alten Dipl.-Ing. TU, ist umfassender, oft vertieft, aber theoretischer
    Bachelor (an einer TU) ist gegenüber dem Master ziemlich unvollständig, zudem auch rein theoretisch


    Zur Ausgangsfrage:
    Ich würde an den Bachelor entweder den Master dranhängen oder, wenn ich gemerkt habe, dass ich doch gerne
    eine "handwerkliche" Ausbildung hätte, den Fluggerätemechaniker. => in welchen Bereich sollte es da denn gehen?


    Grüsse
     
  15. #14 Ernst Dietikon, 09.09.2016
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    Der ehemalige dipl. Ing. einer Hochschule entspricht heute dem Master. Der Bachelor ist vergleichsweise ein Vordiplom. Das ist ein Faktum. Die ETH versuchte das System möglichst ohne grosse Anpassung zu übernehmen. Ich kenne diese Diskussionen von meiner Tochter. Da wurde nicht etwas total Neues erfunden. Ich denke, bei Fachhochschulen entspricht allerdings der Bachelor wohl eher dem ehemaligen Diplom.

    Ich habe übrigens Ingenieure nicht nur am Fernsehen gesehen sondern in einem Ingenieurstelle obwohl dipl. Physiker gearbeitet.

    Wenn Du mich schon persönlich ansprichst, dann lies, wie sich "Schorsch" geäussert hat: "Wart ihr überhaupt an einer Hochschule?" Auf diese von mir als hochnäsige empfundene Bemerkung habe ich geantwortet.

    Gruss
    Ernst
     
  16. #15 Schorsch, 09.09.2016
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    Ist dann allerdings ein Problem der ETH.
    BSc ist kein Vordiplom.
    Das ist teilweise gut:
    - frühe Qualifizierung, keine ewige (und schnell vergessene) Vorbereitung
    - flexible Gestaltung von Lebensläufen, kreative Kombination von Inhalten (und nicht 6 Jahre Fach A studieren)
    und eben teilweise schlecht:
    - es fehlen mitunter Grundlagen (gut, die fehlten auch mir oft an der benötigten Stelle)

    Weiterhin finde ich, dass der positiv konnotierte Terminus "praxisbezogen" oft für das eher zutreffende "oberflächlich" gesetzt wird.

    Ein Studium ist ein Werkzeug der persönlichen Qualifizierung. Wissens- und Fähigkeitserwerb endet nicht nach der Hochschule, ist eine permanente Herausforderung.

    Zum Thema:
    Abitur und BSc macht in meiner Rechnung 21 bis 22 Lebensjahre zum Abschluss.
    Da ist noch "Luft" für eine weitergehende Ausbildung. Allerdings ist eine vollwertige Ausbildung eine sehr hohe Zeitinvestition. 3 Jahre ohne eine "nutzbare" Zusatzqualifikation zu haben, die vorhandenen Job-Profilen entspricht*.

    Instandhaltung ist generell keine gute Branche. Du konkurrierst mit Leuten weltweit, und hast am Ende auch nur zwei Hände. Ein Maintenance-Prozess ist nieder geschrieben (und an den dümmsten anzunehmenden Mechaniker adressiert), und Deine Kreativität ist nicht erwünscht.

    Daher wäre mein Rat:
    Option 1: Master anstreben
    Option 2: ein anderes Fach als Master machen, ggf. mit einem Übergangsjahr
    Option 3: erst mal 1-2 Jahre arbeiten

    Wenn Du ein bestimmtes Feld anstrebst, solltest Du so früh wie möglich nahe diesem Arbeiten. Relevante Arbeitserfahrung schlägt Ausbildungswissen meist 3 zu 1, weil für eine Ausbildung/Uni fast jeder genommen wird, ein bezahltes Arbeitsverhältnis aber belegt, dass man sich auf einem Markt gegen Konkurrenz durchgesetzt hat.


    ------------------------------------
    * Firmen haben ihre Stellen meist auf das vorhandene "Menschenmaterial" hin ausgerichtet. Viele "nice to have" Qualifikationen tauchen daher nicht in den Beschreibungen auf. Manch Student qualifiziert sich für Positionen, auf die er mit 5 oder 10 Jahren Qualifikation passen würde.
     
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  17. #16 Michael aus G., 09.09.2016
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    leider zu weit wech von einem richtigen Flugplatz
    Bei der Transall ging solches vorgehen zu Lasten der Verriegelungsschlösser...:wink:
     
  18. #17 beistrich, 09.09.2016
    Zuletzt bearbeitet: 09.09.2016
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    Ob es Sinn macht mit Bachelor arbeiten gehen hängt von der jeweiligen persönlichen Situation ab (so meine bisherige Erfahrung).

    Ich kenne mittlerweile einige die es gemacht hatten und damit erfolgreich sind. Sie werden mehrere Jahre Arbeitserfahrung haben, wenn ehemalige Studienkollegen erst in das Berufsleben einsteigen. ABER, das ist das große ABER, alle hatten ihren Job vor dem Studienabschluss. Alle hatten sich in der jeweiligen Firma davor per Praktika/Abschlussarbeit bewiesen. Keiner von denen musste mit dem Bachelor auf Jobsuche gehen.

    Ein Master macht Sinn, mehr Bildung schadet nie. Wenn man sich es finanziell leisten kann und will(Studentenleben ist nicht für jeden). Falls man im eigenen Land kein Masterstudium findet, gibt es in anderen Ländern gute Hochschulen die andere Auswahlkriterien (zb: Reihungstests) haben.


    @Marcel321: Verbeiße dich nicht auf ein Fachgebiet. Am Ende läuft es anders als man glaubt. Da du noch Student bist: Vielleicht wäre ein Praktikum in einem Maintenance-Betrieb möglich?

    Und eine Erfahrung die ich gemacht habe: Das Fachgebiet ist zweitrangig, wichtiger ist das Betriebsklima(Kollegen, Vorgesetzte), Bezahlung und wo sich der Arbeitsplatz befindet.

    Bei der Jobsuche: Überbewerte nicht den Ruf von Firmen sondern vertraue mehr deinem Bauchgefühl und, falls vorhanden, persönlichen Erfahrungsberichten.




    ---------------------------------




    Als Ergänzung zur Diskussion Gleichsetzung Bachelor vs. Dipl. Ing. (FH): Aufpassen, das gilt vielleicht für Deutschland aber in anderen Ländern andere Sitten. In Österreich war der vorherige Dipl. Ing. (FH) ein 4 jähriges Studium, der derzeitige BSc ein 3 jähriges Studium. (Neben anderen nationalen Unterschiede, trotz des starken deutschen Einflusses bei Hochschulen)

    Würde die Zeitspanne eher bei 7+ Jahren ansetzen. Ein 5 jähriges Studium in 6 Jahren abschließen würde ich nicht als Bummelstudium bezeichnen. 1 oder 2 Semester überziehen passiert schnell.
     
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  19. #18 AE, 10.09.2016
    Zuletzt bearbeitet: 10.09.2016
    AE

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    Mir sagte mal jemand:
    "Studiere was dir Spaß macht, im Leben arbeitest du eh was völlig anderes."
    Auf mich trifft das leider zu.
    "Du wirst alt wie ein Haus und lernst nie aus." Qualifikationen gehören für mich auch mit ü 50 jedes Jahr dazu.

    Schorsch wie immer mit einer zum Himmel schreienden Anmaßung und Überheblichkeit. Das eigene Erleben als Generalklausel anzusetzen ist witzig. Er hat offensichtlich kein Dipl. deshalb zieht er es in den Dreck. Früher war eh alles besser... mag wohl sein. Nur ein paar Dinge die meine Kinder aus ihrer Studienzeit mitgebracht haben, gab es bei mir nicht (kann woanders auch ganz anders gewesen sein).
    Parkstudium, ständig auf der Suche nach Geld, um das Studium zu finanzieren, Sorge um einen Internatsplatz, mangelnde Kinderkrippen /-gartenplätze an der Uni, nicht genügend Sitzplätze im Vorlesungssaal oder gar auf dem Gang sitzen und die Vorlesung über Lautsprecher hören, überlasteter Prof und die Prüfung fällt für ein Jahr aus!!(soviel zu gammelnden Studenten die mit dem Studium nicht fertig werden), Annahme von doppelt soviel Studenten wie man durch die Diplomphase bekommt - nach dem man den numerus clausus aufgehoben hatte - man kassier die Studiengebühren - regelt das nach dem 4. Semester und schmeißt den menschlichen Müll auf die Straße und verkauft Durchfallraten über 50 % als Studienqualität, Studenten haben sich nicht den Studieninhalt ausgesucht - der Lehrplan gab den vor, Punktesysteme gab es nicht, ein normales Diplom dauerte 4 Jahre, ein FH-Abschluß 3 Jahre, mein Dipl. dauerte 6 durch den permantent Praxisbezug am Forschungsinstitut, war aber eher die Ausnahme
     
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    Hallo

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  21. #19 Schorsch, 10.09.2016
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    Ich habe ein Diplom. Das war Dir aber bekannt, oder?

    Ich begründe meine Thesen nicht auf Fälle, in denen Kinder das Studium verzögerten oder zwecks Gelderwerb gearbeitet werden musste. Mal ehrlich Andreas, hältst Du mich für so ein *********? Das "gute alte System" hat es vielen Leuten leicht gemacht ihre Zeit zu verbummeln. Das war lustig, aber ist leider heute aufgrund Wettbewerb nicht mehr abbildbar. Alles beschriebene (volle Hörsäle, 50% Durchfallquote, Professoren nicht zugänglich) habe ich erlebt, es macht das Wesen Universität eben zu jener "Schmiede" von Lebenserfahrung: am Ende hält einem auch im Berufsleben niemand einen Platz frei, oder ist bei Fragen stets verfügbar.

    Ich verstehe daher die Gegenrede nicht ganz: habe ich jetzt Unsinn erzählt, oder das prinzipiell Richtige falsch begründet?
     
  22. #20 Schorsch, 11.09.2016
    Schorsch

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    Wir reden von Ingenieuren (keinen Ärzten, Juristen, etc pp).
    Regelstudienzeit früher 5 Jahre/10 Semester.
    Darin enthalten Diplomarbeit.
    Dies in 5 Jahren zu schaffen war sportlich aber möglich. Erschwert wurde es durch die teilweise bummelige Uni-Struktur, natürlich auch begründet durch Unterfinanzierung.
    Praktische Studienzeiten lagen in der Regel darüber, und das muss auch keine Schande sein. Das Studium bietet die Chance Erfahrungen zu sammeln (Auslandspraktika etc). Daher ist die Studiendauer an sich kein alleiniges Optimalitätskriterium.
    Der klassische Uni Dipl-Ing (nicht FH) wird als selbstständiger Problemlöser eingestellt, das erfordert auch eine gewisse Lebenserfahrung.
    Das Problem: dieses System, welches für die oberen 20% des Jahrgangs ganz prima funktioniert, funktioniert für die anderen weniger gut. Früher waren nur die oberen 20% an der Uni, heute mehr und mehr auch der Nachwuchs "des kleinen Mannes". Hier ist die Gefahr erhöht, dass jahrelang am Ziel vorbei studiert wird. Begünstigt durch die Tatsache, dass manch einer die Uni besucht, der vielleicht an der FH besser aufgehoben gewesen wäre.

    Daher finde Universalkritik am BSc-MS System immer recht kurz gesprungen. Jedes System hat seine guten und schlechten Seiten. Talent wird sich weiterhin seinen Weg bahnen. Grundsätzliche Probleme (Finanzierung, Infrastruktur) lassen sich nicht einfach mit einem Systemwechsel lösen. In anderen Ländern bieten die Unis mehr Qualität, sind aber zunehmend unbezahlbar teuer (USA: 80-120kEUR für einen BSc).
     
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