Luftraumverletzungen an der deutsch/deutschen Grenze

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Jeroen

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Kurze Verständnisfrage: Notlandung auf der Autobahn Hamburg Berlin? Die gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich musste immer über die B5 fahren…
Redefin liegt an der B5. Der Abschnitt dort ist Richtung OSO absolut gerade, damals gab es die Bäume an der Strecke vielleicht noch nicht.
Klar hast Du Recht! Die Bauarbeiten dieser Autobahn RAB44 später A1/A24 wurde am Hamburg 1927-1939/1940 angefangen wegen WW2 beendet. 1982 wurden dann die letzte 239km geöffnet.

In dieser Russische Quelle stand “Autoban”
 
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Buettner

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Im Bestand B206 des BArch Koblenz fiel mir im Jahr 2017 ein interessanter Wochenbericht zum Vorfall mit der Su-24 über Braunschweig auf. Hierbei handelt es sich um den Wochenbericht 38/87 (14.09.87 – 20.09.87) mit der Signatur B206 / 362 (Blatt 58-60). Der Bericht umfasst zwei Seiten Text und eine dritte Seite mit einer DDR-Karte, auf der die Flugroute der Su-24 eingezeichnet ist.

Die präzise Darstellung der Flugroute beginnt (erst) 1434Z im Gebiet um Perleberg, führte zu einem Punkt ein paar Kilometer nordwestlich des Luft-Boden-Schießplatz Retzow, von dort aus gehts in die BRD an den Ostrand von Braunschweig und schließlich weiter zum Flugplatz Köthen (Landung 1514Z).

Einflugpunkt lt. Karte war Gehrendorf-Bahrdorf und Ausflugpunkt Gevesleben-Dedeleben.

Hier der relevante Auszug, Abschrift:

- C 7 -

b Sonstige Besonderheiten

Grenzverletzung durch eine FENCER C des JaboFlgRgt GROSSENHAIN (LuSK GSTD) im Raum ostwärts Braunschweig


Das JaboFlgRgt GROSSENHAIN führte am 17 sep ab 1400Z auf dem FlÜbPl Gadow-Rossow L/B-Einsätze durch.

Eine FENCER C des Truppenteils hatte auf dem Weg zum FlgÜbPl Probleme mit dem bordeigenen Navigationseinrichtungen (falsche Entfernungsangabe, Ausfall von RSBN und Radiokompaß), brach den Einsatz offensichtlich ab und wollte zum Heimatflugplatz (HPL) zurückfliegen. Trotz Radiokontakt zur Bodendienststelle am HPL und zu zwei anderen in der Luft befindlichen FENCER C, verletzte die Besatzung die IDG und drang 15 – 20 km tief für ca. 4 min in den Luftraum der BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND ein (Flugkurs siehe Seite C9)

Die FENCER C sendete Notsignale aus und wurde nach Wiedereinflug in die DDR von einer FLOGGER G des JFlgRgt KÖTHEN abgefangen und zum FlPl KÖTHEN zur sicheren Landung geführt.

Im weiteren Textverlauf wird die Großwetterlage beschrieben. Auf Seite C 8 folgte eine Zusammenfassung. Daraus geht hervor das die Ursache auf menschliches Versagen im Zusammenhang mit Ausfall der Navigationsinstrumente zurückzuführen ist. Die jährliche Flugstundenzahl für Piloten der Su-24 wird mit „ca. 60 Flugstunden“ angegeben.

Im letzten Absatz steht dann folgendes, Abschrift:

Die Flüge des BefH LuSK-GSTD am Abend des 17 sep nach Neuruppin (vmtl Treffen mit OBefh GSTD), Köthen und Grossenhain müssen im Zusammenhang mit der Grenzverletzung gesehen werden und verdeutlichen das z. Z. große Interesse der militärischen Führung der GSTD an schnellstmöglicher, lückenloser Aufklärung solcher Zwischenfälle.
 
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scialfa

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Tja, bzgl Grosswetterlage, scheinbar waren 87 da auch schon andere Zeiten angebrochen. Rust war im Mai 87, ich meine, danach hats bei den sowj. LSK sowieso ordentlich geklappert.
 
Buettner

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Danke und sorry: Wer hat an wen berichtet?
Da mir der Bestand B 206 – jene Unterlagen des BND, die von München nach Koblenz übergeben wurden und für Forscher sowie Interessierte die Referenzquelle schlechthin darstellen – durch meine jahrelangen Archivbesuche so vertraut ist, setzte ich voraus, dass der Ursprung klar ist:
Es handelt sich im konkreten Fall um einen Wochenbericht des BND. Da ich bereits andere Dokumente daraus hier im Forum geteilt habe, bin ich davon ausgegangen, dass der Kontext bekannt ist.

Möglicherweise findet sich auf den Deckblättern dieser Berichte noch eine Empfängerliste; da mich jedoch ausschließlich die enthaltenen Informationen interessieren und nicht die Verteiler, habe ich diese nicht mitkopiert.
Ich werde deine Frage aber bei jemandem anbringen, der darauf eine zufriedenstellende Antwort haben könnte.
Übrigens: Was damals nicht für die Übergabe an das Bundesarchiv vorgesehen war, wurde leider vernichtet.

Hier noch etwas Hintergrund zum Bestand B206:
BND contra Sowjetarmee: westdeutsche Militärspionage in der DDR - Armin Wagner, Matthias Uhl - Google Books


Im Bericht folgt nach diesem Wort, das steht da so geschrieben, der Wetterbericht für besagten Tag.
 

scialfa

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Lach OK, ein Missverständnis. Aber die polit. Grosswetterlage war ja seit Gorbi auch eine andere, was möglicherweise das beobachtete Verhalten der Führungskräfte begründet.
 
ManfredB

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Im Bestand B206 des BArch Koblenz fiel mir im Jahr 2017 ein interessanter Wochenbericht zum Vorfall mit der Su-24 über Braunschweig auf. Hierbei handelt es sich um den Wochenbericht 38/87 (14.09.87 – 20.09.87) mit der Signatur B206 / 362 (Blatt 58-60). Der Bericht umfasst zwei Seiten Text und eine dritte Seite mit einer DDR-Karte, auf der die Flugroute der Su-24 eingezeichnet ist.

Die präzise Darstellung der Flugroute beginnt (erst) 1434Z im Gebiet um Perleberg, führte zu einem Punkt ein paar Kilometer nordwestlich des Luft-Boden-Schießplatz Retzow, von dort aus gehts in die BRD an den Ostrand von Braunschweig und schließlich weiter zum Flugplatz Köthen (Landung 1514Z).

Einflugpunkt lt. Karte war Gehrendorf-Bahrdorf und Ausflugpunkt Gevesleben-Dedeleben.

Hier der relevante Auszug, Abschrift:




Im weiteren Textverlauf wird die Großwetterlage beschrieben. Auf Seite C 8 folgte eine Zusammenfassung. Daraus geht hervor das die Ursache auf menschliches Versagen im Zusammenhang mit Ausfall der Navigationsinstrumente zurückzuführen ist. Die jährliche Flugstundenzahl für Piloten der Su-24 wird mit „ca. 60 Flugstunden“ angegeben.

Im letzten Absatz steht dann folgendes, Abschrift:
Da der Grenzüberflug hier ==> Luftraumverletzungen an der deutsch/deutschen Grenze schon mal Thema war, wäre es nett, wenn neben den Textauszügen auch noch die Karte oder aber auch eine nachgezeichnete Skizze des Flugweges eingestellt werden könnte ... mein gedachter Flugweg als google-earth-Plot müsste demnach kürzer ausfallen, der entry point BRD-DDR etwas weiter nördlich angesetzt werden ...

Die SU-24 war wohl auf der Strecke N° 306 unterwegs:

 
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