Luftrettung bei Nacht

Diskutiere Luftrettung bei Nacht im Hubschrauberforum Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Die schweizer Rega führt derzeit als einzige Luftrettungsorganisation nächtliche Primäreinsätze mit BiV-Brillen durch. In Deutschland tut sich...

Dracomedia

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Die schweizer Rega führt derzeit als einzige Luftrettungsorganisation nächtliche Primäreinsätze mit BiV-Brillen durch. In Deutschland tut sich langsam auch etwas, aber wirklich nur langsam. Bremst womöglich das LBA ? In jedem Fall scheint nächtliche Luftrettung sinnvoll und notwendig zu sein. Denn gerade in den Nachtstunden - also zwischen 20 Uhr u. 6 Uhr - ist der Anteil lebensbedrohlicher Notfälle relativ hoch. Nahezu jeder zweite Herzinfarkt und mehr als die Hälfte aller lebensbedrohlichen Hirnschläge finden in dieser Zeitspanne statt. Ganz zu schweigen von nächtlichen Verkehrsunfällen.

Ohne Frage wären nächtliche Primäreinsätze mit erheblichen zusätzlichen Kosten verbunden. Doch kann eine wiederhergestellte Gesundheit oder ein gerettetes Menschenleben überhaupt mit Geld bewertet werden ?
 
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AM72

Alien
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Bei meinem tollen Ersthelferlehrgang habe ich unter anderem erfahren das Gera (100000 Einwohner) nur zwei Erste-Hilfe Rettungswagen zur Verfügung hat - und damit muss auch noch der Autobahnabschnitt abgedeckt werden. Da wäre eine Möglichkeit der nächtlichen Luftrettung bestimmt eine schöne Entlastung - einen Hubi-Landeplatz hat das Krankenhaus ja immerhin...

Mal eine Frage zu dem gezeigten Foto :
Ist das original so aufgenommen oder wurden die Lichteffekte nachträglich hinzugefügt ?
 
Jan

Jan

Space Cadet
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D-NDS
Original geschrieben von Arne
Bei meinem tollen
das ist sicher nur die Standard Besetzung der Wache. Dahainter müsste noch Bereitschaft stehen, (RTW Reserve) danach noch einige KTW und die DRK (ode was auch immer) Bereitschaft.

Wieviel Wachen habt Ihr in Gera?

Als unser Rettungsdienst noch nicht umgestaltet war, hatten war im gesamten Kreis (auch ca. 100 000 EW im Landkreis)
1 Christoph 19
4 Wachen Nacht
5 Wachen Tag
2 Wachen 1 RTW, 2 Wachen 2 RTW und die Hauptwache 5-6 RTW

dazu ein NEF am Krankenhaus, wenn der im Einsatz rückt ein NAW aus der Bereitschaft vor.

Im Normalfalle reicht das, aber
aber größeren Katastrophen wird es brenzelig.

Mich wundert, dass wir sparen, sparen und sparen und unseren Hubi noch haben. :confused:
 

Thomas Knierim

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Bei uns fliegt die DRF mit EC 135 und BK 117 C-1 und BO 105 (teilweise mit BiV und Radar ausgerüstet) die Hubschrauber werden von der Privaten Bjorn-Steiger-Stiftung unterstüzt. Rettungseinsätze fliegen die auch bei Nacht allerdings mit längeren vorlaufzeiten da die Flüge genauer geplant werden müssen. Zum Thema Notfallrettung bei uns (Kreisstadt ca. 30000 Einwohner) stehen permanent 2 RTW und 1 KTW bereit, außerdem können 2 Notärzte per NEF vom Kreiskrankenhaus geholt werden. Bei Großschadensfällen kommen zusätzliche Kräfte von SEG der DRK Ortsverbände.
 
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Dracomedia

Kunstflieger
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Nachtrettung

Hallo Arne,
das Bild wurde von mir am LRZ-Stuttgart mit einer Digitalcamera aufgenommen. Die Lichteffekte sind echt.

Hallo Thomas,
die DRF (Deutsche Rettungsflugwacht) fliegt keinesfalls mit BiV, auch nicht bei Euch! Wetterradar stimmt, aber das hat mit Nachtflug nichts zu tun. Derzeit führt das Team DRF - eigentlich HDM-Flugservice - bei Nacht Verlegungen (Sekundärtransporte) durch, aber so gut wie keine Primäreinsätze.
 
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AM72

Alien
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Wieviele Wachen mit was für Technik wir in gera haben weiss ich nicht - aber eines weiss ich genau : Zwei Rettungswagen - einer vom DRK unde einer vom ASB.

@Dracomedia : echt gutes Foto ! - ich will soetwas zuhause mit einem Modell hinbekommen, ohne Nachbearbeitung. Kannst Du mir da ein paar Tips geben , ich benutze eine Digitalcamera.
 

Dracomedia

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@Arne: Freut mich, dass Dir mein Foto gefällt :)
Ich habe an meiner Dcam einen "Night Shoot" Modus, der bei diesem Bild aktiviert war. Beim Fotografieren eines Modelles würde ich einfach mal mit verschiedenen Lichtquellen experimentieren (Taschenlampen, Halogen-Spots, Diaprojektor o.ä.). Ruhig Gegenlicht erzeugen. Vielleicht helfen auch farbige Folien vor den Leuchten.
 

AM72

Alien
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Danke für den Tip - da habe ich ja wieder was zum probieren, mal sehen was dabei so herrauskommt - das FF wird es dann irgendwann unter Modellbau erleben (hoffe ich)
 
Hind 444

Hind 444

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soviel ICH weiß - ist Primärrettung bei Nacht in Deutschland
weder praktiziert noch aktuell !!! - dafür braucht mal nämlich neben der (teuren) Ausrüstung auch den Ausbildungsstand !!!
Derzeit laüft nur Sekundärrettung über Flugplätze oder Krankenhäuser >>> die Landung am Unfallort ist unter Nachtbedingungen ohne Ausleuchtung und Hinderniswissen etc. viel zu riskant !!!
 

AM72

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Ja Ja - in Deutschland geht so vieles nicht was sinnvoll ist und ansonsten überall aufder Welt geht....:mad:
 

nik

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hi,

bei der dichte der landgestützten rettungsmittel in deutschland bringt die luftrettung bei nacht, ausser einem nicht vertretbarem risko, gar nichts. wer das nicht glaubt, sollte die in der luftrettung tätigen helipiloten mal fragen. im rettungsdienstgesetz ist die hilfsfrist auf 15 min. festgelegt. sie wird in deutschland, auch in der fläche zu 80% erreicht. die problematik eines nachteinsatzes mit nachtaussenlandung wurde in den vorhergehenden postings ja schon erwähnt. wenn einem schon etwas passiert, dass man ein land- oder luftrettungsmittel benötigt, dann wäre mir das in deutschland am "liebsten", weil hier wirklich (noch) ein rettungsdienst (land, wasser, luft) betrieben wird, der einem weltweiten vergleich stand hält. wenn aber weiter die "gutachter" durchs land ziehen und die rettungsdienste mit ihrem sparfimmel "erwürgen", dann werden wir auf der hitliste nach hinten durchgereicht.
 

Dracomedia

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Hatte neulich mal ein gutes Gespräch mit Achim Friedl (Stellv. Kommandeur Bundesgrenzschutz-Fliegergruppe) egal, ob BGS, Polizei, oder andere Luftrettungsorgan. wenn Du jemandem Helfen möchtest, der gerade am Unfallort verblutet ist es egal wer kommt. Gut ausgebildet werden alle, wenn die Kassen es erlauben! In der Schweiz, siehe Rega, ist das Luftrettungsnetz noch umfangreicher ausgebaut, als in Deutschland. Bei Nacht, sowohl auch am Tage. Es geht darum etwas zu verbessern.....
sogar in unserem scheinbar tollen Deutschland!
 

Thomas Knierim

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Die Schweiz ist auch nur unwesentlich kleiner als Deutschland...:rolleyes: Im Übrigen können Hubschrauber gar nicht überall eingesetzt werden (z.B im engen innerstädtischen Bereich). Eine Kombination von Luftrettung und den Rettungskräften am Boden ist wesentlich sinnvoller.
 

Quax200

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Primärrettung bei Nacht

Ein Bereich wird auch im Rahmen der Primärrettung bei Nacht abgedeckt: Die Seenotrettung. Die SAR Hubschrauber der Marine stehen auf ihren Außenstellen 24 Stunden für alle Arten von Notfällen auf See oder den Inseln zu Verfügung. Hierbei kommen auch Restlichtverstärkerbrillen zum Einsatz.
Meinen Senf zur Nachtprimärrettung: Da für den Nachtflug deutlich schärfere Sicherheitsbestimmungen herrschen, macht sich meiner Meinung, von Ausnahmen abgesehen, ein Vorhalten von nachtflugfähigen Rettungshubschraubern kaum positiv bemerkbar. Ausnahmen sind die Rettung über See und aus dem Gebirge, da hier mit konventionellen Rettungskräften nicht geholfen werden kann.
Hier sind aber ausreichende Kräfte vorhanden: Polizei, BGS und BW.

Quax
 
troschi

troschi

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hind hat recht , im moment ist naechtliche Luftrettung in Deutschland nicht aktuell.....
Viel zu teuer und zu hohes Risiko!
Es gab einen Versuch der DRF einen Dual Use - Heli (d.h. sekundaer und primaer (vgl. Chr. 77)) auch Nachts einzusetzen, das Ergebnis: Die Maschine wurde am Unfallort hingeschmissen , zwar nur Blech und Kufenschaden aber egal.
Die Rega hat ja auch Geld , die koennen sich solche Sachen leisten!

Es wird schon Sinn haben , wenn wir es seit 30 Jahren nicht tun!


:FHD - Gruss



TROSCHI
 

Dracomedia

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Ich höre in diesem Zusammenhang immer nur "Geld", "Kosten" etc. Deshalb fragte ich ja Eingangs

"... kann eine wiederhergestellte Gesundheit oder ein gerettetes Menschenleben überhaupt mit Geld bewertet werden ?"
 

AM72

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Es wird schon Sinn haben , wenn wir es seit 30 Jahren nicht tun!

...auch ein Logik...

"... kann eine wiederhergestellte Gesundheit oder ein gerettetes Menschenleben überhaupt mit Geld bewertet werden ?"

So hätte das jedenfalls so mancher gerne !

Ich sehe fast jeden Sonntagnacht min. einen schweren Unfall auf der Autobahn und ob ein Menschenleben gerettet werden kann oder nicht hängt oft von den ersten Minuten ab - wenn der Sani-Wagen sich durch den Stau kämpft...
 

Alpha

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Das man so gut wie jeden potentiellen Einsatzort auch gut per Auto erreichen kann ist in meinen Augen kein Argument. Wieso dann die Luftrettung am Tag - auch dann kann man mit dem Wagen hinfahren. Anscheinend hat der Heli doch entscheidende Vorteile, die am Tag und in der Nacht gelten.

Aber ich denke auch, dass das Risiko, das die Retter eingehen, in einem ausreichenden Verhältnis zum Vorteil der Luftrettung stehen muss. Was nützt es, wenn der Heli, der nachts in schwierigem Gelände Hilfe leisten will selbst Opfer wird?

Man müsste als Ausgleich also über Ausrüstung und Ausbildung für mehr Sicherheit im Nachtflug sorgen - nur wer bezahlt das? Soweit ich weiss würden einige Zahler ja sogar gern den Rettungsflugbetrieb am Tag "kostengünstiger" haben...

Sollte es also aus medizinischer Sicht tatsächlich ein großer Vorteil sein, wenn auch nachts der Heli kommt müsste das eigentlich Ziel werden, finde ich.
 

Dracomedia

Kunstflieger
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Hallo Arne, bin beruflich viel unterwegs, sehe auch leider so manchen Unfall, nicht alles was seit 30 Jahren Sinn oder keinen Sinn macht sollte man einfach so hinnehmen. BW, zieht sich immer mehr aus der Luftrettung zurück, dafür spingt glücklicherweise oft der BGS ein, aber wie lange? Die würden am liebsten das Wort Haushaltssperre überhören.
 

nik

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helieinsätze bei nacht oder extrem schlechter sicht werden immer spezialeinsätze sein, bei denen andere rettungsmittel nicht eingesetzt werden können. wenn ich den grundtenor richtig verstanden habe, dann geht es hier um den regeleinsatz. vielleicht ist ja ein helipilot unter uns der euch erklären kann, wie schwierig eine aussenlandung bei nacht ist, wenn man die hindernisse in bodennähe berücksichtigt. als beispiel, leitungen aller art die auch mit noch so ausgefeilten sichtgeräten nicht oder zu spät erkannt werden. es gibt da einige abstürze, die von solchen hindernissen verursacht wurden und das am tage. eine ausleuchtung der unfallstelle ist auch nicht gegeben, weil ja dazu fahrzeuge am einsatzort sein müssten und dann brauche ich den heli nicht mehr. noch so nebenbei erwähnt, wer denkt, ein helitransport wäre ein besonders schonender transport, dem empfehle ich ein gespräch mit einem in der notfallrettung tätigen notarzt. ein helieinsatz bei nacht bringt weder einen zeitlichen vorteil noch andere vorteile. er bringt eher nachteile. sondereinsätze mal ausgenommen, wie z.b. berg-, seerettung und katastroheneinsätze, die sich von ihrer zahl im 0/00 bereich bewegen. einige verdrängen die kostenseite. denen sei nur gesagt, denkt mal darüber nach ob ihr bereit seid, einen helieinsatz selbst zu finanzieren oder krankenkassenbeiträge zu entrichten, die euch die tränen in die augen treiben. eine flächendekende vorhaltung von nachtflugtauglichen helis ist im moment nicht finanzierbar. ich wäre schon froh, wenn an den tagflugtauglichen nicht andauernd "rumgespart" würde. fragt doch mal eure krankenkasse, warum sie so knausrig sind und die luftrettung am liebsten gar nicht mehr bezahlen würden.
 
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