Luftwaffen Angriffe auf aliierte Großkampfschiffe?

Diskutiere Luftwaffen Angriffe auf aliierte Großkampfschiffe? im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Kam heute zufällig auf das Thema und konnte bislang nicht so recht was finden. Die Luftwaffe war ja sehr fleißig, wenn es darum ging die...
mcnoch

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Kam heute zufällig auf das Thema und konnte bislang nicht so recht was finden. Die Luftwaffe war ja sehr fleißig, wenn es darum ging die Küstenschifffahrt im Ärmelkanal zu bombardieren, aber hat die Luftwaffe auch größere Luftangriffe gegen alliierte Großkampfschiffe geflogen oder hat man sich auf Aufklärung und Weitermeldung an die U-Boote beschränkt?
 
Tim

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allgemein gesagt ist es wohl eher sehr seltne vorgekommen das die luftwaffe großkampfschiffe angegriffen hat. ausgenommen unterstützende einsaätz bei bekämpfung der arktischen geleitzüge bei denen die deckungsgruppen, welche aus schlachtkreuzern/-schiffen und zerstörer eskorten bestanden, angegriffen wurden.

Dazu kommt das döring in der ganzen geschichte es nie zulassen wollte das seine luftwaffe aufgaben übernimmt die die marine zu erledigen hatte. das sieht man immer wieder unter anderem auch an der mangelden unterstützung der uboote durch fernfliegerkräfte.
 
Hotte

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Da fällt mir schon mal ein brit. Flugzeugträger ein, der von Der Luftwaffe mehrfach als versenkt gemeldet wurde. Ich glaube die Ark Royal, bin mir aber nicht sicher. Der Träger wurde aber immer nur leicht beschädigt. Das Schiff wurde letztendlich von einem dt. U-Boot versenkt.

Erfolgreich waren die Aktionen rund um Kreta, das ja schon von mopf 1000 berichtet. Der größte Erfolg dürfte wohl die Versenkung des ital. Schlachtschiffes Roma und die Beschädigung des Schwesterschiffes Italia am 09. Sept. 43. Die III./ KG 100 setzte dabei 12 Do 217 K-2 ein, jedes mit einer Gleitbombe vom Typ Fritz X (SD 1400X) bestückt. Die ital. Schlachtschiffe waren nach Malta unterwegs, um zu den Briten überzulaufen.

Und dann natürlich die Versenkung des sowjt. Schlachtschiffes Marat
am 23. Sept. 41 durch 1. und 3./ StG 2.

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Richtig,
die Ark Royal wurde von einem Deutschen U-Boot versenkt. Das war am 14.11.1941 von U-81.

Interessant vielleicht: von der Ark Royal wurde mit Swordfish-Doppeldeckern der Torpedoangriff auf Schlachtschiff Bismarck durchgeführt. Die Schäden dieses Angriffes führten danach auch zur Versenkung der Bismarck.
Aber das nur nebenbei.

Hier geht es ja um die Luftwaffe. Unterm Strich hat die Luftwaffe nicht viel gegen die Royal Navy ausgerichtet. Aber ich gebe da mal ein Stichwort: Focke Wulf Fw 200 Condor/ Kampf gegen Geleitzüge usw.

Wer weiß mehr?
 
Schorsch

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Die Luftwaffe hat im Mittelmeer eine sehr wichtige Rolle gespielt. Die Gewässer um Malta waren eine Zeit lang für die RN praktisch Tabuzonen. Mehrere Geleite wurden von der Luftwaffe nach Strich und Faden zerlegt.

Die Briten hatte faktisch keinen Luftschirm und die Stukas und Ju-88 konnten nach Lust und Laune operieren. In der angehängten Karte (@mcnoch: auch schon das Programm angeschafft?) kann man Radien von 200km sehen und die Route, welche Geleitzüge der Briten nehmen mussten. Wie man sehen, waren wiederholte Angriffe möglich.
Dabei wurde die HMS Formidable ziemlich zerlegt. Die Operation hieß glaub ich "Pedestal" und sollte um die 10 Frachter nach Malta bringen. Hinterher waren es noch drei, die begleitente Träger war 1 Jahr außer Gefecht und mehrere Zerstörer sanken (alles jetzt aus'm Kopf).

Insgesamt ist das Mittelmeer mehr ne Badewanne, wo den Flotten schlicht die Bewegungsfreiheit fehlt. Hätte die Luftwaffe die Resourcen gehabt, hätte sie eigentlich die britische Präsenz im Mittelmeer unterbinden können und faktisch eine Invasion Italiens sehr erschweren können. Die Luftwaffe war allerdings zum Zeitpunkt der Incasion in Sizilien (Mitte 1943) nur sehr schwach dort vertreten.

Die Luftwaffe hatte eine maßgebliche Rolle bei der weitgehenden Vernichtung von PQ-17 (Nordmeer). Allerdings war nirgendwo eine kohärente Strategie erkennbar. Die Abstimmung zwischen den Teilstreitkräften war nett gesagt mies.
 
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Schorsch schrieb:
Die Luftwaffe hat im Mittelmeer eine sehr wichtige Rolle gespielt. Die Gewässer um Malta waren eine Zeit lang für die RN praktisch Tabuzonen. Mehrere Geleite wurden von der Luftwaffe nach Strich und Faden zerlegt.

Die Briten hatte faktisch keinen Luftschirm und die Stukas und Ju-88 konnten nach Lust und Laune operieren. In der angehängten Karte (@mcnoch: auch schon das Programm angeschafft?) kann man Radien von 200km sehen und die Route, welche Geleitzüge der Briten nehmen mussten. Wie man sehen, waren wiederholte Angriffe möglich.
Dabei wurde die HMS Formidable ziemlich zerlegt. Die Operation hieß glaub ich "Pedestal" und sollte um die 10 Frachter nach Malta bringen. Hinterher waren es noch drei, die begleitente Träger war 1 Jahr außer Gefecht und mehrere Zerstörer sanken (alles jetzt aus'm Kopf).

Insgesamt ist das Mittelmeer mehr ne Badewanne, wo den Flotten schlicht die Bewegungsfreiheit fehlt. Hätte die Luftwaffe die Resourcen gehabt, hätte sie eigentlich die britische Präsenz im Mittelmeer unterbinden können und faktisch eine Invasion Italiens sehr erschweren können. Die Luftwaffe war allerdings zum Zeitpunkt der Incasion in Sizilien (Mitte 1943) nur sehr schwach dort vertreten.

Die Luftwaffe hatte eine maßgebliche Rolle bei der weitgehenden Vernichtung von PQ-17 (Nordmeer). Allerdings war nirgendwo eine kohärente Strategie erkennbar. Die Abstimmung zwischen den Teilstreitkräften war nett gesagt mies.
Ich muss mir wohl irgendwie mehr Material zum Kriegsschauplatz Mittlemeer beschaffen. Danke soweit schon mal!

@schorsch: Ich habe jetzt Geo-Chart, das Teil ist toll, aber ist sehr kompliziert und ich habe es immer noch nicht so ganz drauf.
 
Tim

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das ist richtig das die luftwaffe schon einige wenn auch spärlcih gesähte erfolge gegen die RN verzeichnen konnte allerdings sind alle diese einsaätze auf grund eines Befehls vom OKdW erfolgt! also durch die gegenüber den göring rechenschaftspflichtig war und sie ihn somit befehligten!
 
Schorsch

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mcnoch schrieb:
Ich muss mir wohl irgendwie mehr Material zum Kriegsschauplatz Mittlemeer beschaffen. Danke soweit schon mal!
Empfehle "Helmut Pemsel - Seeherrschafft" Band 2 der zweibändigen Ausgabe. Bei Amazon für einen Zehner zu haben. Beschreibt alle Seeschlachten der letzten 200 Jahre tabellarisch. Nicht sehr ausführlich, aber mit umfangreichen Kartenmaterial, Hintergrundinfos und Abbildungen. Ein gutes Nachschlagewerk für den ersten Blick.
 
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Schorsch schrieb:
Empfehle "Helmut Pemsel - Seeherrschafft" Band 2 der zweibändigen Ausgabe. Bei Amazon für einen Zehner zu haben. Beschreibt alle Seeschlachten der letzten 200 Jahre tabellarisch. Nicht sehr ausführlich, aber mit umfangreichen Kartenmaterial, Hintergrundinfos und Abbildungen. Ein gutes Nachschlagewerk für den ersten Blick.

Richtig,

ist ein gutes Buch.
Das Kartenmaterial ist schon das Geld wert.
Sehr zu Empfehlen.

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Hotte schrieb:
Da fällt mir schon mal ein brit. Flugzeugträger ein, der von Der Luftwaffe mehrfach als versenkt gemeldet wurde. Ich glaube die Ark Royal, bin mir aber nicht sicher. Der Träger wurde aber immer nur leicht beschädigt. Das Schiff wurde letztendlich von einem dt. U-Boot versenkt.

Erfolgreich waren die Aktionen rund um Kreta, das ja schon von mopf 1000 berichtet. Der größte Erfolg dürfte wohl die Versenkung des ital. Schlachtschiffes Roma und die Beschädigung des Schwesterschiffes Italia am 09. Sept. 43. Die III./ KG 100 setzte dabei 12 Do 217 K-2 ein, jedes mit einer Gleitbombe vom Typ Fritz X (SD 1400X) bestückt. Die ital. Schlachtschiffe waren nach Malta unterwegs, um zu den Briten überzulaufen.

Und dann natürlich die Versenkung des sowjt. Schlachtschiffes Marat
am 23. Sept. 41 durch 1. und 3./ StG 2.

Hotte
Wobei im letzten Beispiel die Marat ein stationäres Ziel war. Als sie von 'Rudel' auf Grund gesetzt wurde. Die beiden achtern Türme blieben jedoch intakt. Die 30,5 cm Drillinge dienten dort als "stationäre" Batterie. Das Schwesterschiff Oktyabrskaya (ex. Gangut) wurde 1942 Opfer der deutschen Bomber und blieb inaktiv. Auch die Parizhskaya Kommuna wurde 1942 im Schwarzen Meer von deutschen Bombern beschädigt und in Poti bis Kriegsende "aufgelegt".
Der starkgesicherte Gleitzug auf der "Pedestralroute" nach Malta im August 42
sah 150 Ju-88 der KG54 und KG77.
Denn Versuch die 'Home-Fleet' aus der Luft auszuschalten gab es 39/40 nicht.
 
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Der erste Luftangriff auf Ark Royal fand am 26.09.39 statt durch Flugzeuges des KG 26 (es waren Ju 88). In der mittleren Nordsee
Der Pilot Gefr. Franke wirft ein 500 kg Bombe hart neben den Träger.
Da alle glauben das die Ark Royal versenkt wurden ist und die Progandamaschine bereits (wehrmachtsbericht vom 27.09) läuft lässt Göring den Gefr. Franke zum Ltn befördern und verleiht auch noch das EKII.
Die Briten hat nicht unbedingt ein Interesse den Verlust zu verneinen, war der Träger doch dadurch einen Zeitlang der Aufmerksamkeit der deutschen entzogen und konnte im Südatlatik mitauf die Jagd nach der "Graf Spee" gehen.

Literaturtipp von mir zum Thema:
"Achtung-Torpedos los" von Rudi Schmitt (Kriegsgeschichte des KG 26)

"Supreme Gallantry - Malta´s Role in die Allied Victory" von Tony Sponner

"Malta: Blitzed but not beaten" von Philip Vella

gerade letztes sehr empfehlenswert mit vielen Bildern und nochmehr Tabellen (einschliesslich Liste aller im Umkreis von Malta versenkten Schiffe der der RN)
 
Thema:

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