Der Pilot
Egon Troha wurde 1916 in Österreich geboren und begann nach einer Piloten- und Jagdfliegerausbildung 1939 seinen Dienst beim JG 26. Später wechselte er zum JG 27, bevor er schließlich zur III./JG 3 versetzt wurde. Im Jahr 1940 errang Troha fünf Luftsiege, darunter einen mit einem niederländischen Fokker C.V., und am 1. Oktober wurde er Kommandeur der 9./JG 3. Sein letzter Abschuss, vermutlich eine Hurricane der No. 605 Sq., erfolgte am 26. Oktober kurz nach Mittag westlich von Boulogne.
Am 29. Oktober wurde Troha während eines Einsatzes über England von Spitfires der No. 74 Sq. angegriffen. Er glaubte, sein Flügelmann würde ihn decken, erlitt jedoch stattdessen einen Kühlerschaden. Er musste nahe Shepherdswell notlanden und geriet in Kriegsgefangenschaft. In Kanada verlor Troha bei einem Aufruhr ein Auge und wurde repatriiert. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er zum Hauptmann befördert und diente bis Kriegsende in der operativen Ausbildungseinheit JG 108.
Troha gab nach der Notlandung bei den Briten an, dass dies nicht seine Maschine war und dass abgesehen vom Seepferdchen, dem Wappen der Staffel, alle Verzierungen an der Maschine ausschließlich persönliche Verzierungen des Piloten waren, dessen Namen er nicht preisgeben wollte. Das stimmt so nicht ganz: Die Streitaxt ist das Emblem der III./JG 3.
Das Seepferdchen-Emblem wurde von den ursprünglichen Piloten der Einheit entworfen, die für die Bildung der Jagdstaffel des deutschen Flugzeugträgers „Graf Zeppelin“ vorgesehen waren.
In der Eduard-Bauanleitung „Adlerangriff“ ist zu lesen, dass das Flugzeug ursprünglich Lt. Franz Achleitner gehörte, der am 24. August mit einer anderen Maschine abgeschossen wurde.
Quellen: luftwaffelosses.com (dort, und auch bei me109.info, gibt es auch Fotos der notgelandeten Maschine) und Bauanleitung Eduard Limited Edition „Adlerangriff“
Über Achleitner habe ich
hier noch Folgendes gefunden:
Er musste mit dem Fallschirm aus seinem Jäger springen und verletzte sich beim Ausstieg nördlich des Reculver nahe der Herne Bay am Steuerknüppel. Er wurde von einem mit drei Männern besetzten Motorboot verwundet, aber lebend, aufgefunden. Er überlebte den Krieg in einem kanadischen Kriegsgefangenenlager. Am 29. Juli 1946 aus der Gefangenschaft entlassen und 1991 in Salzburg, Österreich, verstorben. Er war wohl mit der Bf 109 E-4 „Gelbe 8 + I“ unterwegs.