Messerschmitt Bf 109 E-4, 9./JG 3, Oblt. Egon Troha

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Messerschmitt Bf 109 E-4, 9./JG 3, Oblt. Egon Troha, Desvres, Frankreich, Oktober 1940



Das Original
Die Bf 109 gehört zu den bekanntesten Flugzeugtypen überhaupt und des zweiten Weltkriegs sowieso. Jeder, der sich für Flugzeuge interessiert, kennt sie; selbst Menschen, die nichts mit der Fliegerei am Hut haben, haben von der „109“ gehört. Hier eine Ausführung zu dem Fluggerät zu machen, hieße Eulen nach Athen tragen. Deshalb hier nur ein paar Informationen zu der individuellen Maschine und dem Piloten.





Trohas Flugzeug wurde im Herbst 1939 von der WNF als Bf 109 E-3 gefertigt. 1940 erhielt es nicht nur eine neue Kabinenhaube, sondern vermutlich auch neue MG FF/M-Kanonen, sodass die Einheit das Flugzeug als E-4 in ihren Aufzeichnungen führte.




 
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Der Pilot
Egon Troha wurde 1916 in Österreich geboren und begann nach einer Piloten- und Jagdfliegerausbildung 1939 seinen Dienst beim JG 26. Später wechselte er zum JG 27, bevor er schließlich zur III./JG 3 versetzt wurde. Im Jahr 1940 errang Troha fünf Luftsiege, darunter einen mit einem niederländischen Fokker C.V., und am 1. Oktober wurde er Kommandeur der 9./JG 3. Sein letzter Abschuss, vermutlich eine Hurricane der No. 605 Sq., erfolgte am 26. Oktober kurz nach Mittag westlich von Boulogne.



Am 29. Oktober wurde Troha während eines Einsatzes über England von Spitfires der No. 74 Sq. angegriffen. Er glaubte, sein Flügelmann würde ihn decken, erlitt jedoch stattdessen einen Kühlerschaden. Er musste nahe Shepherdswell notlanden und geriet in Kriegsgefangenschaft. In Kanada verlor Troha bei einem Aufruhr ein Auge und wurde repatriiert. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er zum Hauptmann befördert und diente bis Kriegsende in der operativen Ausbildungseinheit JG 108.






Troha gab nach der Notlandung bei den Briten an, dass dies nicht seine Maschine war und dass abgesehen vom Seepferdchen, dem Wappen der Staffel, alle Verzierungen an der Maschine ausschließlich persönliche Verzierungen des Piloten waren, dessen Namen er nicht preisgeben wollte. Das stimmt so nicht ganz: Die Streitaxt ist das Emblem der III./JG 3.

Das Seepferdchen-Emblem wurde von den ursprünglichen Piloten der Einheit entworfen, die für die Bildung der Jagdstaffel des deutschen Flugzeugträgers „Graf Zeppelin“ vorgesehen waren.

In der Eduard-Bauanleitung „Adlerangriff“ ist zu lesen, dass das Flugzeug ursprünglich Lt. Franz Achleitner gehörte, der am 24. August mit einer anderen Maschine abgeschossen wurde.

Quellen: luftwaffelosses.com (dort, und auch bei me109.info, gibt es auch Fotos der notgelandeten Maschine) und Bauanleitung Eduard Limited Edition „Adlerangriff“



Über Achleitner habe ich hier noch Folgendes gefunden:
Er musste mit dem Fallschirm aus seinem Jäger springen und verletzte sich beim Ausstieg nördlich des Reculver nahe der Herne Bay am Steuerknüppel. Er wurde von einem mit drei Männern besetzten Motorboot verwundet, aber lebend, aufgefunden. Er überlebte den Krieg in einem kanadischen Kriegsgefangenenlager. Am 29. Juli 1946 aus der Gefangenschaft entlassen und 1991 in Salzburg, Österreich, verstorben. Er war wohl mit der Bf 109 E-4 „Gelbe 8 + I“ unterwegs.

 
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Das Modell
Es wurde der Bausatz Bf 109 E-4 von Eduard in der ProfiPack-Ausgabe gebaut. Enthalten ist dabei ein PE-Set und ein Maskensatz für die Außenseite der Kabinenhaube.



Zusätzlich verwendete ich folgendes Zubehör:

eduard
  • Bf 109E Detail Set
HGW
  • Seat Belts
Montex
  • Super Mask
ResKit
  • Bf-109E wheels set (weighted)
Master
  • Bf 109 E & T armament set (MG 17 tips, MG FF barrels)
CMK
  • Positionslichter






Aus der Box lassen sich fünf verschiedene Maschinen bauen, mithilfe der Montex-Masken noch zwei weitere. Meine Wahl fiel auf die hier dargestellte „gelbe 5“, die war auch mal Gegenstand der Eduard Limited Edition „Adlerangriff“, deshalb habe ich diese Bauanleitung mitverwendet. Die Kennung „5+I“ liegt dem Montex-Set sowohl als Maske als auch als Abziehbild bei. Ich habe gleich beide verwendet, der schwarze Rand war mir mit der Maske nicht zufriedenstellend gelungen.
Man muss schon aufpassen: Von diesem Flugzeug findet man in der Literatur und im Netz abweichende Zeichnungen. Es gibt scheinbar nur die beiden bereits erwähnten Fotos der notgelandeten Maschine. Nach Studium der Fotos und des RAF-Reports zusammen mit Fotos der selben Staffel erscheint mir meine gewählte Darstellung am wahrscheinlichsten.
Erfreulich: Bei den Montex-Masken gibt es eine Quellenangabe!



 
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Bausatzbesonderheiten
Dies war im Jahr 2014 mein erster Bausatz im Maßstab 1:32, den ich zur Wiederaufnahme des Hobbys gekauft hatte. Beim Öffnen des Kartons freute ich mich noch über die Qualität der Teile. Nachdem die ersten Bauteile vom Spritzling geknipst waren, war ich dann doch erstaunt über so viel Grat, Fischhaut, Formtrennnähte und Sinkstellen. In der Bauanleitung finde ich die Jahreszahl 2009; so alt ist der Bausatz doch gar nicht. Als ich die Bell UH-1D von Revell baute, wusste ich, was auf mich zukommt – hier hatte ich es nicht so heftig erwartet. Bei der ersten Trockenpassung fiel auch die schlechte Passung Tragfläche/Rumpf auf. Und dann der Motor! Ist er eingebaut, passt die Haube nicht mehr. Eduard hat zwar Alternativteile beigefügt – damit man durch die Lüftungsschlitze ins Leere sieht. Bei fischkoppcompany.de gibt es eine passende Haube, aber das kann es doch nicht sein.







Thierry Laurent hat bei largescaleplanes.com eine Optimierungsliste erstellt. Die ist schon mal eine gute Übersicht über die Unzulänglichkeiten des Bausatzes. Was man davon in Angriff nimmt, bleibt ja jedem selbst überlassen.







Einen Fehler habe ich in keiner Bausatzbesprechung gefunden und habe ihn erst beim Anbringen der Abziehbilder bemerkt: Auf der rechten Seite hat Eduard auch eine Einstiegshilfe angebracht, im Original gab es die nicht. Dabei sind die Zeichnungen korrekt! Man muss nicht alles verstehen …
Der Bausatz hat ein paar Schwachpunkte, die man kennen sollte. Es ist alles machbar, allerdings würde ich Anfängern davon abraten.
 
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Umbauten, Ergänzungen
Und der Motor passt doch mit geschlossener Haube hinein! Wenn man die Halterungen weglässt (im Modell hält der Motor durch die Auspuffrohre) und die Haube im Bereich der Lüftungsschlitze dünner fräst, ist das Schlimmste geschafft. Das Gleiche gilt auch für die Bewaffnung über dem Motor. Dort noch Munitionszuführung und Hülsenauswurf entfernen, dann passt auch hier der Deckel drauf. Details kann man durch die Schlitze eh nicht erkennen. Bei den MGs habe ich ohnehin geschummelt: In die Abdeckung klebte ich die verkürzte Version und kürzte die vollständigen Waffen großzügig (von dem Master-Set verwendete ich nur die Tragflächenbewaffnung).







Zum Montex-Set gehören auch Masken für die Kabinenhaube (innen und außen). Leider passen die gar nicht: Einige sind zu groß, andere zu klein. Es geht tlw. um ca. 1,5 mm Abweichung! Da frage ich mich immer, wie man bei der Konstruktion so sehr daneben liegen kann. Gut, die zu großen kann man kürzen, an die zu kleinen einen Streifen anfügen. Für die Außenseite benutzte ich die beiliegenden von Eduard, die passen hervorragend.
Lackiert wurde mit Mr.-Hobby-Farben.



 
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Figuren
Der Wart kommt von Master Details (Luftwaffe ground crewman), der Pilot aus dem ICM-Set „Luftwaffe Pilots“.



Bisher hatte ich bei der Bemalung immer die Grundfarben in Acryl gemalt, die Lichter und Schatten in Öl. Hier habe ich mich mal komplett in Acryl versucht. Verwendet habe ich dazu Vallejo-Farben aus der ModelColor-Serie. Die Verwendung mit dem Pinsel finde ich hervorragend. Mit meinem Ergebnis bin ich immer noch nicht vollständig zufrieden. Es sieht schon ganz ordentlich aus, aber da geht noch mehr, besonders in den Gesichtern. Figurenmalerei ist halt eine Wissenschaft für sich.
Die Theorie ist soweit klar, es fehlt noch etwas an der Umsetzung.







Mit dem Bausatz war ich nicht immer ganz glücklich, das Modell ist mir dann aber doch ganz gut gelungen.

Danke fürs Anschauen!
Gruß - Wolfgang
 
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Hangar-Hamster

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Sehr schönes Modell, incl. Figuren, welches hier in einem ausführlichen und informativen Beitrag präsentiert wird! Großes Lob und Anerkennung dafür von mir! Da freue ich mich schon auf das nächste Modell! 😉
 
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Was haben wir doch für ein schönes Hobby! Nicht nur, dass wir uns mit dem Bau von Modellen beschäftigen, da wird auch noch zum Original recherchiert, das fertige Modell präsentiert und fotografiert. Zum Abschluss freuen wir uns nicht nur selbst über die geleistete Arbeit, sondern bereiten auch anderen Menschen noch eine Freude beim Ansehen.
Vielen Dank @Hangar-Hamster und @Kenneth für die netten Kommentare und den vielen Anderen für 👍!
Zum Thema Vorfreude auf das nächste Modell: Die nächste "109" ist bereits im Bau, diesmal eine späte G-6.
 
one-o-nine

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Dieser Flugapparat gefällt, sehr gut gemacht und präsentiert, weitermachen! :thumbup:
Mehr aus diesem Bausatz kaum herauszuholen! :TD:

Rein für das Augenmaß steht Egon etwas hoch auf den Stelzen, Hauptfahrwerk etwas zu lang, "nicht eingefedert" ... :angel:
 
lutz_manne

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Das Modell ist ja wirklich sehr schön gebaut. Viele Details, die zum langen Betrachten einladen.

Ich möchte noch ein paar echte Kleinigkeiten anmerken, vielleicht als Hilfe für zukünftige Bauten des Modells:






Bei (1) sieht man den Kühlwasserbehälter. Der war doch, jedenfalls nach meiner Recherche, nicht so hell?!
Bei (2) sieht man eine Zugangsklappe. Die darf gerne bündiger anliegen. Dann fliegt die Mühle noch 2 km/h mehr. :-)
Bei (3) müsste die Einlauf-Lippe mehr in die Waagerechte gehen, würde ich sagen.

Ist es dem Gravör nicht so schwör.... dann darf der Signalmunitionsbehälter noch angedeutet werden. Häufig klafft bei bauchgelandeten Maschinen hier auch das rechteckige Loch, da der Kasten mit den Signalpatronen entfernt wurde. Da sieht man dann die Position perfekt.




Was mich wunderte, was ist das Oval auf der Tragfläche am Modell? Das ist mir nicht geläufig.




Zur Text-Beschreibung: "am 1. Oktober wurde er Kommandeur der 9./JG 3"
Dann wird er eher der Staffelkapitän der 9. Staffel geworden sein, oder doch der Gruppenkommandeur der III./Gruppe? Hab gerade meine Quellen nicht zur Hand. :-)

Alles nur Kleinkram! Hoffe du baust irgendwann nochmal eine 109. Denn die ist eine Augenweide.

PS: Das mit dem Hand- Fusseintritt auf der rechten Rumpfseite ist auch so ein Ding. Bei den Jumo 109 war der Aufstieg für Flugzeugführer und Wart auf der linken Seite normal, da beim Jumo die Anlasserkurbel auch links am Motor war. Bei dem Wechsel auf den DB 601 bei der Emil war der Anlasser nun rechts und man hat wohl nicht an den Wart gedacht, der auf die rechte Fläche klettern muss. Ab der Bf 109 F war das dann beidseitig. Erstaunlicherweise wurden die dann bei den späten 109ern aber rechts wieder weg gelassen, vermutlich wegen Produktionsvereinfachung.
Nun aber genug der 109er-Anekdoten. :-)
 
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lutz_manne

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Alien
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Der Gravööhr und sein Nietmaschinengewehr... Was ist hier passiert, bei der Zugangsklappe zu den Zündkerzen? Eigentlich doch sehr ordentlich sauber am Original. Beim Modell ist da noch eine innenliegende Linie vorhanden. Was dachte sich der Hersteller?!
Was aber fehlt, sind die Verschluss-Stellen. :-)

 
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@one-o-nine : Danke für deinen Beitrag!
Das Fahrwerk habe ich so verwendet, wie es im Bausatz enthalten war. Jetzt, da du es erwähnst: Die Hersteller nehmen ja gern an Museumsmaschinen Maß. Dort stehen die Flugzeuge unbetankt und ohne Munition. Ich habe nicht weiter darüber nachgedacht. Beim nächsten Modell werde ich mal darauf achten. 👍
 
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@lutz_manne : Das nenne ich mal konstruktive Kritik! Das schätze ich so an diesem Forum, da kann man noch etwas lernen. Wenn du dir schon so viel Mühe gemacht hast, will ich gern noch einmal darauf eingehen.

1. Kühlwasserbehälter. Akzeptiert! Ich gehe noch einen Schritt weiter: Die Öffnung müsste mehr in Richtung Rechteck gehen. Der Behälter hat auch etwas Abstand zur Außenhaut, da hätte etwas Material weggenommen werden müssen.

2. Die Zugangsklappe ist ein Ätzteil; besser detailliert, trägt aber etwas auf.

3. Der Ölkühler ist generell ein Schwachpunkt des Bausatzes. Unbehandelt kann man seitlich in den Motorraum sehen.

4. Signalmunitionsbehälter: In der Seitenansicht meiner Zeichnungen wird er tlw. von der Tragfläche verdeckt – ist mir durchgerutscht.

5. Ovale Klappe: Original Eduard, habe ich kritiklos übernommen.

6. Staffelkapitän ist richtig.

7. Zugangsklappen zu den Zündkerzen sind Original-Eduard-Ätzteile.

Eine E-Version werde ich wohl nicht noch einmal bauen, vielleicht haben andere Kollegen etwas von deinen Tipps. Wie ich schon im Post #9 schrieb habe ich gerade eine G-6 in Arbeit. Die unterscheidet sich tlw. schon erheblich von der E.

Danke für dein Feedback! 👍
 
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Danke für deine Antwort und es freut mich, wenn die konstruktive Kritik auch als solche positiv aufgenommen wird. Keine Selbstverständlichkeit. :-)

Vorschlag: Mach zur G-6 gerne einen "groben" Live-Baubericht hier im FF. Dann können wir (die 109er Nietenzähler) gerne direkt einwirken und Baufehler lassen sich vielleicht noch beim Bau beheben. Es freut mich immer sehr, an einem schönen 109 Modell mitzuwirken. Vor allem wenn der Modellbauer sein Handwerk versteht und Details gut handwerklich umzusetzen weiss. Und zudem lernt dann auch jeder Nietenzähler noch vom anderen. Denn keiner weiss ja alles.
Schönen Gruß :-)
 
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Messerschmitt Bf 109 E-4, 9./JG 3, Oblt. Egon Troha

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