Messerschmitt M 20 - Planet models

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Alien
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Ich muss auch mal wieder etwas basteln.

Schon lange habe ich mir vorgenommen, meine Verkehrsflugzeugsammlung aus der Anfangszeit der Luft Hansa mit einer M 20 zu erweitern. Der Resin-Bausatz dafür war leicht zu besorgen und hat nun schon drei Jahre im Lager verbracht.


Messerschmitt M-20b-2, Planet Models PLT196 (200x)

Die Vorstellung des Bausatzes möchte ich mir ersparen, da man den Inhalt der Schachtel sehr übersichtlich hier gezeigt bekommt: https://www.super-hobby.at/products/Messerschmitt-M-20-b-2.html

Geschichte:

Die Messerschmitt M 20 entstand 1928 als Ganzmetallverkehrsflugzeug für die Deutsche Luft Hansa. Nach anfänglichen Festigkeitsproblemen die zu drei Abstürzen und einem Zerwürfnis mit dem Auftraggeber führten, entwickelte sich das Flugzeug letztendlich doch noch zu einem zuverlässigen Muster, das bis 1943 flog.

Im Detail muss man aufpassen, weil es zwei recht unterschiedliche Ausführungen M 20a und M 20b gab, die sich in der Länge und der Anordnung des Flügels unterscheiden. Am einfachsten kann man den Unterschied daran erkennen, dass bei der 20a der Flügel auf dem Rumpf aufliegt während er bei der 20b in die Rumpfoberseite „versenkt“ ist. Dadurch entstand zwischen Cockpit und Kabine ein Frachtraum, der nur von Bullaugen erhellt wird, den es bei der 20a noch nicht gab. Ich vermute, dass der tiefer liegende Hauptholm in der Kabine die Kopffreiheit der Passagiere stören würde, so dass man diesen Bereich des Rumpfes nicht mehr für Passagiere nutzen wollte. Wenn man dies berücksichtigt, dann kann man die wenigen Fotos aus dem Innenraum dem jeweiligen Modell leicht zuordnen.

Literatur:

[1] Peter W. Cohausz: Messerschmitt M20, Cockpits 23. Folge, Flugzeug Classic 04/2003

[2] Wolfgang Mühlbauer: Großverkehrsflugzeug BFW M 20. Groß, leicht und einmotorig, Flugzeug Classic 03/2008

[3] Karl-Dieter Seifert: Der deutsche Luftverkehr 1926 - 1945: Auf dem Weg zum Weltverkehr, Bernard & Graefe Verlag, 1997.

[4] Hans J. Ebert, Johann B. Kaiser, Klaus Peters: Willy Messerschmitt - Pionier der Luftfahrt und des Leichtbaus, Bernard & Graefe Verlag, 2008.

[5] Manfred Griehl: Messerschmitt Flugzeuge seit 1925, Typenkompass, Motorbuch-Verlag, 2008.

[6] Planet Models BFW M.20b2, resin, 1/72nd scale
 
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Alien
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Baubericht:

Ich bin keiner, der später nicht mehr sichtbare Dinge modellieren möchte, aber wie bei meinen anderen Modellen Kleinverkehrsflugzeug Focke-Wulf A 16 - 1:72 und Dornier Do B-Bal “Merkur“ – Lüdemann 1:72 sehe ich hier die Möglichkeit, die Einstiegstür offen zu lassen, so dass man ein wenig in die Kabine spicken kann.

Die historischen Bilder aus dem Innenraum lassen sowohl Ähnlichkeiten als auch Unterschiede zu den Kabinen der erwähnten früheren Modelle erkennen. Besonders „schick“ erscheint mir die gestreifte Tapete über den Sitzen zu sein. Google liefert mir als Vorschlag für „Streifentapete 1930er Jahre“: „Cambridge Stripe 110/8040“ in unterschiedlichen Farben. Mir gefällt das grünlich-beige am besten Cole & Son Behang Cambridge Stripe 110/8040, so dass ich mir damit eine Tapetenwand am PC gestalten konnte.



Für das Holzpanel darunter nehme ich wieder das Mahagoni-Furnier, das ich schon bei A 16 und Merkur verwendet habe.

 
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Die Flügelenden scheinen schon vor dem Einbau ein wenig nach unten zu hängen. :84:



Also wird Flügelsuppe gekocht :04: und eine kalte Granitplatte zum Richten verwendet.



Das funktioniert aber nur marginal, obwohl die Teile beim Kochen schön labbrig wurden. Daher gebe ich ihnen noch mehrere Tage Gelegenheit zur “Kaltverformung“ unter Last.



Beim Rumpf habe ich oben schon auf die zwei M 20-Varianten hingewiesen. Mir scheint, dass die Sitze im Bausatz zur M 20a gehören, da die 20b moderner und mit niedrigeren Sitzen ausgerüstet war (Fotos der „Kindermöwe“). [6] meint, an der Einstiegstür und vor der Toilette einen Klappsitz zu sehen. Dieser Klappsitz hängt oder steht aber direkt neben dem Polstersitz, ohne Durchgang dazwischen. So wie die zusätzlichen Sitze in der Kindermöwe, die zwischen den linken und rechten Sitzen eingehängt waren, um mehr Passagiere fassen zu können. Also machen wir erst mal einen Stuhlkreis zur Beratung. :08:

 
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Alien
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Es fasziniert mich immer wieder, wenn Du Dir ein Oldy-Model vornimmst.
Und es begeistert mich, was Du daraus machst.
:applause1:
 
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Die Ledersessel sind einfach zu schön, um sie wegzulassen. Also werde ich sie verwenden.

Inzwischen waren die Maler da und haben mit dem Tapezieren begonnen.



Auf der Rückseite habe ich die Trennlinie zwischen Holzvertäfelung und Tapete markiert, so dass ich die Raumdekoration an den Fensterunterkanten ausrichten kann.



Da habe ich doch glatt einen neuen Bastelwerkstoff entdeckt, der sich für die Deckenverkleidung (und den Fußboden) verwenden lässt: Eine Alpina-Farbmusterkarte aus dem Baumarkt, die, wie man vermuten kann, auf den weiblichen Käufer zielt (daher haben wir die Farbe auch schon ein paar Jahre an einer Wand). Deckenlichter, Fensterkurbeln und Lüftungsauslässe mache ich mit Silberstift.



Weiter geht‘s mit den Rumpfspanten aus Vierkantstäben.

 
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Die Probepeilung durch die Sitzreihen ergibt, dass die Fensterkurbeln und Lüftungshutzen von den Sitzen verdeckt werden.



Daher habe ich diese einfach weiter vorne nochmals aufgemalt. Unten liegt ein Streifen Bayer Vivak für die Fenster. Diese werden in die Fensterlöcher von innen gedrückt und außen mit einem Streifen Tesa fixiert und dann von innen mit Future geflutet. Das hat bei der Dornier Merkur schon mal funktioniert, so hoffentlich auch hier.



Jetzt mit „Zauber der Wüste“ Decke und hinterer Bodenabschnitt.

 
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Eine Stecknadel ist robuster als gegossene Resin-Steuerknüppel.



Unten in der Mitte gab’s wohl einen Feuerlöscher, den man durchs Dach bestimmt von außen sieht.



Die Einrichtung des Gepäck- bzw. Navigatorzimmers spar ich mir obwohl der durchgehende Fußboden schon so weit verlegt ist.



Ein bisschen was geht noch im Cockpit: die drei Gashebel. Wenn die Köpfe dann mal gelb sind, dann müsste man sie auch von außen wieder erkennen können.

 
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Freut mich riesig, hier mal zuschauen zu können! Der Kit liegt schon zu lange bei mir, schon heftig "gelesen", jetzt bin ich gespannt, wie er sich baut.
 
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Sehr schön, da schaue ich doch gerne zu 👍

Eine M20 wollte ich vor Jahrzehnten auch schon mal bauen. Komplett scratch, einen Bausatz gab es nicht, zumindest wusste ich von keinem (was in der Vor-Internet-Zeit nicht viel bedeuten musste). Aber ich war jung und voller Energie und der Meinung, dass man alles irgendwie bauen kann, wenn man nur will. Naja, eine Rumpfseite habe ich noch aus Plastiksheet ausgeschnitten, dann ist der Bau irgendwie zum Erliegen gekommen. Immerhin existiert sie noch und ich habe sie auf Anhieb gefunden, deshalb möchte ich sie Euch nicht vorenthalten.

 
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Alien
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Danke, Micha fürs Zeigen. Das sieht so vielversprechend aus, dass Du Dein Vorhaben zu Ende bringen solltest. Die M 20 ist ja von Haus aus sehr „scratch geeignet“. :TOP:
 
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Für das Gepäckfach habe ich einen Geschenkbandabschnitt gefärbt und mit 0,3 mm Drähten stabilisiert, so dass ich es einseitig abschneiden und den Rest im Rumpf einspannen kann.



Versuch geglückt! Das Gepäcknetz hängt und nur der Platz vor der Toilette bleibt für immer frei. Der andere zur Disposition stehende Sitz am Eingang liegt so weit hinten, dass man an ihm vorbei kommt, ohne ihn wegklappen zu müssen. Er hat von allen das am deutlichsten sichtbare aufgemalte Gestänge bekommen, weil man durch die offene Tür direkt darauf blickt.



Fensterrollos aus Tamiya-Band gab’s noch als Zugabe.



Wer genau hinsieht erkennt hier die an zwei Streben hängende zweite Gepäckablage auf der Backbordseite!

 
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Kümmern wir uns um den Motor. Hier hat Planet das Vorbild etwas anders interpretiert als das, was man auf den Bildern erkennt, vergl. auch [6]. Die Abgasanlage wird nicht einfach als Ganzes außen dran geklatscht, sondern verschwindet mit dem Schalldämpfer in der Motorverkleidung, um am Ende unter dem Rumpf mit zwei Abgasstutzen wieder hervorzutreten.

Ich stelle mir vor, dass ich den nach innen verschwindenden Schalldämpfer durch schräges Abtrennen aus dem vorhandenen erhalte.



Wichtig dabei, dass das Rohr, von vorne betrachtet, in der vom oberen Teil vorgegebenen Richtung bleibt und so unter der Haube verschwindet. Ungefähr so:



Nachteilig bei meiner Lösung: Der Bogen am Bug ragt nicht weit genug nach unten über die Haube hinaus, weil sein Radius zu gering ist. Außerdem sollte der Schalldämpfer nicht schräg nach unten sondern parallel zum oberen Teil verlaufen.



Wir brauchen also einen neuen Krümmer. Eher so:

 
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