MiG-23 Motorbuchverlag

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Peter Wimpsey

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Space Cadet
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Wer in diesem Bereich schreibt und veröffentlicht, der hat es schon immer aus Enthusiasmus getan. Das war früher auch nicht besser. Damals musste man viel auf Reisen und vor Ort recherchieren, weil es kein Internet gab. An Informationen zu kommen war schwieriger. Die guten Autoren waren früher auch eher Journalisten im Luftfahrtbereich und konnten so auf die Hilfe ihres Verlages zurückgreifen und ihre Erfahrung mit allerlei Akteuren. Da und dort waren sie selbst mal aktive Piloten in einer Luftwaffe und konnten auch von diesen Netzwerken profitieren. Man jammert ja ganz gerne, verkennt aber, dass es früher auch nicht einfacher war.
Gute Worte!
 
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Peter Wimpsey

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Space Cadet
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Veröffentlichen um des veröffentlichen Willens hat auch seine ökonomischen Grenzen. Beim Zusammenschreiben aus öffentlichen Quellen entsteht vorrangig Fleissarbeit. Beim Tieferschürfen entstehen dann auch richtige Kosten, die sich beim erheblichen Verkaufsrückgang der Printmedien nicht mehr ansatzweise amortisieren lassen. Vermutlich würden hier schon viele staunen, was selbst öffentliche Archive mittlerweile an Gebühren aufrufen. In Zeiten digitaler Bilder- und Textsuche lassen sich auch Urheberrechte immer besser durchsetzen.

Nach meinem Eindruck wird dieser Zusammenhang in den kleiner werdenden Leserkreisen immer weniger berücksichtigt. Da erwartet man immer noch Neues, Unveröffentlichtes, Einzigartiges, wie sich das aber beim Autorenhonorar von ein paar tausend verkaufter Bücher finanzieren lassen soll wird nicht hinterfragt. Und bei allem Spaß an der Freude, auch noch draufzahlen wollen halt die wenigsten Autoren.
Eine sehr gute Analyse!
Ja, es wurde alles ehr viel schnelllebiger und echte Recherche hat immer Zeit und Geld gekostet.
Und der "Wahn" ständig noch Neues, vorallem bei historischen Themen, zu bekommen ist schlicht nicht (mehr) realistisch.
 
Taylor Durbon

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So, nun aber mal wieder zurück zu dem Buch, um das es in diesem Thread geht. Hier meine persönliche (!) Meinung:

Ich bin Modellbauer und Flugzeugfan. An technischem Wissen lese ich mir das an, was mich interessiert. Die Tiefe hängt vom entsprechenden Flugzeugtyp ab. Was mir an Michael Normanns Buch sehr gefällt, ist die gute Balance zwischen konkretem techn. Fachwissen, das er ohne Zweifel zu haben scheint, Einblick in den Einsatz der MiG-23 und kleinen Anekdoten aus dem Flugbetrieb. Die erwähnte, saloppe Schreibweise ist Geschmackssache. Es gab ein, zwei Stellen, da fand ich sie völlig deplaziert, gerade weil sie einen Widerspruch zur Fachkompetenz des Autors erzeugt. In der Gänze ist sie aber durchaus angenehm lesbar, wenn man sich darauf einlassen will. Aufgefallen ist mir, daß sich der Autor öfter wiederholt. Z.B. der schlechte Ruf der MiG-23 als Kurvenkämpfer, oder die Fertigungsprobleme durch Einlagerungen im Material. Das taucht an unterschiedlichen Stellen im Buch so auf, als wäre es vorher nicht erwähnt worden. Sei's drum. Auch im Kapitel Afghanistan wird quasi auf die Einführungsprobleme der MiG-23 eingegangen, was aber schon weiter vorn abgehandelt wurde. Alles in allem bekommt man aber einen guten Überblick über die einzelnen Versionen, Einsatzverfahren und auch die Jagdbombervarianten. Das Bildmaterial ist umfangreich und stellt ein sehr angenehmes Text/Bildverhältnis im gesamten Buch her. Etwas enttäuscht war ich von den Bildern der MiG-23MF/ML in der NVA, da teilweise schon bekannt. Das Bildmaterial zur MiG-23BN, in Farbe und guter Qualität, kannte ich dafür gar nicht. Das gesamte Kapitel NVA ist natürlich viel zu kurz:biggrin:.

Resümee: Meines Wissens nach ist dies das einzige deutschsprachige Buch, das sich mit der MiG-23 beschäftigt. Von daher ein Dankeschön an Autor und Verlag diese Lücke geschlossen zu haben. Wer sich nicht mit dem engl.spr. Schinken von Gordon herumschlagen oder über 50,-€ ausgeben will, kommt um dieses Buch gar nicht herum. Die 35,-€ sind auf keinen Fall zum Fenster hinausgeworfen. Es gibt immer Punkte, die man als Leser gern besser beleuchtet gesehen hätte oder die für einen selbst nicht von Interesse sind (bei mir sind es immer die Prototypen und Vorserienmuster). Das es sehr wohl schlechter geht, hat der MotorBuchVerlag mit dem Werk zum AH-64 Apache gezeigt, daß quasi unlesbar ist. Von daher kann ich es jedem MiG-23 Fan guten Gewissens empfehlen.
 

busir

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Du sprichst mir aus der Seele. Besser hätte ich es nicht beschreiben können.
 
Flugi

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Mit der letzten Seite habe ich das Buch gerade zugeklappt.
Es war eine unterhaltsame Lektüre. Es war der allgemein verständliche und lockere Schreibstil, der mir gefallen hat. Auch wenn ich nicht der MiG-23 Kenner war und bin, oder gerade deswegen, habe ich einige Fakten dankend mitgenommen.

Es war das Flugzeug nach meiner Zeit, das ich nicht mehr so im Blick hatte. Vielleicht war das auch ein Grund, warum ich es gern gelesen habe.
Das Flugzeug wird in seiner Gänze, mit allen Vor- und Nachteilen gut erklärt und beschrieben. Die Entwicklungsschritte im einzelnen aufgezeigt. Dabei wird aber auch offenbar, welche Probleme die damaligen sowjetischen Konstuktionsbüros hatten, um den Druck westlicher Produzenten stand zu halten und der Truppe adäquate Technik zur Verfügung zu stellen.

Es ist wohl kein Fachbuch, es ist eher ein populärwissenschaftliches Buch, ein ehrliches Buch, das jeder, der sich für die Materie interessiert, lesen kann. Wichtige Details erfährt man auch beim Lesen der Fußnoten, unbedingt mitlesen. Einen Literaturnachweis habe ich jetzt nicht vermisst.
Es würde mir aber keine Schwierigkeiten bereiten, anderweitig tiefer in das Thema einzudringen.
Sehr gut gefallen hat mir das Schlusswort. Es geht hier um das Schreiben von Büchern, um die richtige Transkription für uns Deutsche und das Verständnis mit den Menschen in Osteuropa.

Danke.
 
Naphets

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Bin ebenfalls mit dem Buch fertig.
Es gibt wenig zu den Aussagen von Flugi hinzuzufügen.
Tatsächlich einige neue Details erfahren - z.B. AL-21F im ersten MiG-23B Prototypen - und hier und da ein Fragezeichen.
Unterm Strich ein sehr gutes Buch für eine breite Leserschaft mit einem sehr guten Schlußwort. Daumen hoch!
 
boxkite

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Vor ein paar Tagen bin ich mit dem Lesen zu einem Ende gekommen. Fazit: Dieses Buch schließt die seit langem bestehende Lücke in der Monographien-Reihe des Motorbuch-Verlages. Es war überfällig und ist eine lohnenswerte Lektüre für alle, die sich an der Vielzahl von Flugzeugtypen erfreuen und nicht DAS ultimative Buch zum Thema erwarten, das es aus verschiedenen Gründen nicht sein kann und auch nicht sein soll.

Wie die meisten Bücher der Reihe ist die Zahl der Seiten auf etwa 220 begrenzt, was jedem Autor schon mal Grenzen setzt. Was nehme ich auf, was lasse ich weg? Was interessiert das breite Publikum vorrangig, was ist Insiderwissen, das den einen oder anderen Leser bereits langweilt, weil es zu sehr ins Detail geht? Keine leichte Aufgabe, an der mancher scheitert, wie die Einschätzung mancher Motorbuch-Titel hier im FF beweist.

Ich fand das Buch unterhaltsam und informativ (gewiß auch, weil ich den einen oder anderen Fakt über die Jahre bereits wieder vergessen habe :biggrin: ), an den Fußnoten störe ich mich nicht (im Gegenteil, ich ziehe beim Lesen daraus einigen Nutzen) und die Bildauswahl ist repräsentativ - man kann z. B. nicht auf große Überraschungen hinsichtlich der NVA-Maschinen hoffen, denn nach über 30 Jahren würde es an ein Wunder grenzen, wenn plötzlich eine bisher unbekannte Privatsammlung auftauchte, die uns Ohs und Ahs entlockt.

Wenn man all das als Quelle zur Verfügung hat, was in Ost und West außerhalb Deutschlands zur MiG-23 publiziert wurde (und der Sprachen mächtig ist), dann kann man natürlich noch viel mehr an Informationen zusammentragen - aufmerksame Leser des FF wissen um die Verdienste einiger Mitglieder, Detailwissen über diese MiG durch Übersetzungen zur Verfügung gestellt zu haben (und ich habe beim Lesen derselben nach immer mehr gegiert), aber zurück zur Aufgabe des Buches von Michael Normann. Hier sollte eine Lücke gefüllt werden - für den luftfahrtinteressierten Leser, nicht für den MiG-23-Freak! Und das ist ihm gelungen, wie ich finde.

Ein wenig "Schatten" gibt es auch, keine Frage. Liegt es daran, daß der Verlag für Lektoren kein Geld mehr ausgibt oder weil die Autoren ungern ihre Texte gegenlesen lassen, weil sie "Raubkopien" befürchten (was ich haltlos finde)? Jedenfalls ist mir unverständlich, daß scheinbar an Druckerschwärze für die Interpunktion gespart wurde :pinch: . @Gepard, da hättest Du noch mal jemand Korrektur lesen lassen sollen. Ich suche dabei die Fehler nicht (ausschließlich) bei Dir, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie "betriebsblind" man wird, wenn man ein und denselben Text immer und immer wieder liest. Da braucht es ein oder zwei Leute, die unvoreingenommen und ganz frisch an den Text herangehen (und ihn ggf. korrigieren).

Gestatte(t) mir nur drei kleine "Meckereien":
Auf Seite 206 sieht man MiG-23BN und nicht - wie im Text behauptet - MiG-23ML (abgesehen vom Umriß der typischen Nase: 700er Nummern gab es in Peenemünde nicht).
Das Je-8-Foto auf Seite 18 zeigt nicht nur Mikojan und den Testpiloten Fedotow, sondern auch den für die Erprobung der Maschine (Je-8/1) so wichtigen Mosolow (und den ebenfalls bekannten Ostapenko), aber vielleicht war das Nichterwähnen dem geringen Platz für die Bildunterschrift geschuldet.
Seite 43: Im außerhalb und östlich von Moskau gelegenen Monino ist das bekannte Luftfahrtmuseum beheimatet, die Luftparaden fanden jedoch stets über Tuschino statt, das schon viele Jahrzehnte zu Moskau gehört und im Norden der Stadt liegt.

Noch einmal zum Thema Quellen- und Literaturverzeichnis: Muß natürlich nicht sein, aber MIT einem solchen finde ich die Sache "runder" und auch ein Stück "ehrlicher", denn niemand kann sich das, was er in einem solchen Fachbuch niederschreibt, vom Punkte Null an aus den Fingern saugen. Es ist überhaupt keine Schande, seine Quellen zu benennen. Im Gegenteil, dies bezeugt die Mühe und den Aufwand, den man sich bei der Erarbeitung seines Textes (inkl. der Schlußfolgerungen) gemacht hat. Mein "Lieblingsautor" ist da immer wieder Tony Buttler, der minutiös auflistet, was und auch wer ihm geholfen hat, sein nächstes Buch zu dem werden zu lassen, was es ist - ein Standardwerk. Auch ein Namens- und Sachregister hilft dem Leser ungemein weiter.

Nichtsdestotrotz, wer sich noch nicht durchgerungen hat, aber ein Interesse an diesem Flugzeugtyp besitzt, dem sei das Buch ans Herz gelegt.

@Gepard, Du bekommst in den nächsten Tagen noch eine PN von mir, aber es kann etwas dauern :wink2: .
 
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