Hallo muss mich anschließen, sehr interessanter Thread. Irgendwo hat ja HR sehr interessante Grafiken gepostet die keiner so recht aufschlüsseln konnte, hab das mal einfach frech durch die KI gejagt und das kam als Antwort:
Es handelt sich hierbei um
taktische Vergleichsdiagramme (Vermutlich aus NVA-Beständen oder sowjetischen Dienstvorschriften), die das Flugbereichsdiagramm (Höhe H über der Fluggeschwindigkeit V_G) nutzen, um die Chancen im Luftkampf (Dogfight) direkt gegenüberzustellen.
Die Abkürzungen im Text bedeuten:
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Bv: Beschleunigungsvermögen
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stat. HM / forc. HM: Stationäre Höhenmanöver (Kurven ohne Geschwindigkeitsverlust) / Forcierte Höhenmanöver (aggressive Manöver, bei denen Fahrt geopfert wird)
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Abschw. / Aufschw.: Abschwung (Split-S) / Aufschwung (Immelmann)
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x bzw. \chi (beim MiG-23 Diagramm): Der Pfeilflügel-Winkel (16^\circ, 45^\circ oder 72^\circ).
Hier ist die verständliche Aufschlüsselung, wo die MiGs laut diesen Daten ihre Trümpfe gegen die
F-4E/F Phantom II ausspielen konnten:
## 1. MiG-21MF gegen F-4E,F (Erstes Bild)
Die MiG-21 („Fishbed“) war deutlich leichter und wendiger als die schwere Phantom, stieß aber bei hohen Geschwindigkeiten und Höhen an aerodynamische Grenzen. Ihre klaren taktischen Vorteile lagen in folgenden Bereichen:
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Der "Low-and-Slow"-Vorteil (Große Wendigkeit bei geringer Höhe & Fahrt):
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In Höhen unter 3.000 m (H < 3\,\text{km}) und bei Geschwindigkeiten um 350\,\text{km/h}: Hier ist die MiG-21 der F-4 in der Mindestgeschwindigkeit (V_A) um deutliche 350\,\text{km/h} überlegen. Sie kann also extrem enge, langsame Kurven fliegen, bei denen die Phantom schlicht strömungstechnisch abschmieren würde.
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Im Abschwung (Split-S) und schrägen Abschwung: In diesen vertikalen Abwärtsmanövern hat die MiG-21 aufgrund ihres geringeren Gewichts geringere Wendezeiten und einen kleineren Radius.
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Der "High-and-Slow"-Vorteil (In der Höhe):
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In großen Höhen über 8.000 m (H = 8\,\text{km}) bei niedrigeren Geschwindigkeiten (V_G \approx 700\,\text{km/h}): Wenn es in den vertikalen Kampf nach unten geht (Abschwung/schräger Abschwung), zieht die MiG mit der Phantom gleich.
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Gleichwertigkeit im Steigflug bei hoher Fahrt:
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In Bodennähe (H < 1.000\,\text{m}) bei hoher Geschwindigkeit (V_G \approx 800\,\text{km/h}) ist die MiG-21 beim
Aufschwung (Immelmann) absolut gleichwertig zur F-4.
Wo die F-4 überlegen war: Sobald die Geschwindigkeit stieg (V_G > 700\,\text{km/h}) oder die Manöver rein stationär im horizontalen Kurvenflug stattfanden, dominierte die F-4 durch ihre schiere Triebwerksleistung und ihr besseres Beschleunigungsvermögen (Bv).
## 2. MiG-23ML gegen F-4E,F (Zweites Bild)
Die MiG-23ML („Flogger-G“) war eine völlig andere Generation als die MiG-21. Dank ihrer
Schwenkflügel (x) konnte sie ihre Aerodynamik der Situation anpassen. Das Diagramm zeigt, dass sie der Phantom in fast allen Belangen massiv überlegen war:
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Vorteil mit ausgeschwenkten Flügeln (x = 16^\circ - maximale Spannweite, optimal für Langsamflug/Höhe):
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In großer Höhe (H = 8\,\text{km}) bei V_G = 600\,\text{km/h}: Die MiG-23 ist der F-4 im stationären und forcierten Höhenmanöver
überlegen.
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In mittlerer Höhe (H = 6\,\text{km}) bei V_G = 600\,\text{km/h}: Auch hier schlägt sie die F-4 in allen Höhenmanövern.
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Vorteil bei mittlerer Pfeilung (x = 45^\circ - der Allrounder):
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In großen Höhen (H \approx 8\,\text{km}) im Überschallbereich (M = 1): Hier zieht die MiG-23 bei Höhenmanövern mit der F-4 gleich und hält im Beschleunigungsvermögen (Bv) Schritt.
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Vorteil bei maximaler Pfeilung (x = 72^\circ - für extreme Geschwindigkeiten):
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In der horizontalen Ebene allgemein: Die MiG-23ML ist der Phantom bei Manövern in der Horizontalen sowie im Beschleunigungsvermögen (Bv)
vollkommen überlegen. Die F-4 behält hier nur noch winzige Vorteile bei extremen vertikalen Manövern mit hohem Lastvielfachen (+H).
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In Bodennähe (H < 3\,\text{km}) bei hoher Fahrt (V_G > 700\,\text{km/h}): Die MiG-23 dominiert im horizontalen Kurvenflug und ist im vertikalen Kurvenflug gleichwertig.
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Im High-Speed-Bereich (V_G > 900\,\text{km/h}): Das Beschleunigungsvermögen (Bv) der MiG-23ML lässt die Phantom komplett hinter sich.
## Zusammenfassung für die Praxis
1.
Gegen die MiG-21 musste der Phantom-Pilot den Kampf schnell und sauber im
Überschall-/Hochgeschwindigkeitsbereich halten und die MiG in die Horizontale zwingen. Ließ sich die F-4 auf ein defensives Kurvenduell bei niedriger Vorwärtsgeschwindigkeit ein, wendete die MiG-21 sie gnadenlos aus.
2.
Gegen die neuere MiG-23ML hatte die F-4 kaum noch eine Chance. Durch die Schwenkflügel war die MiG-23 im Langsamflug wendiger und im High-Speed-Bereich drastisch schneller im Antritt (Bv). Der F-4 blieb taktisch meist nur die im Diagramm unten rechts eingezeichnete Option:
"Lösen vom Gegner" (Flucht nach hinten unten über die Höchstgeschwindigkeit V_{Gmax}).